Johann Adamik (1925-2005) Fußballlegende: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Johann "Hännes" Adamik''' (* [[16. Juli]] [[1925]] in Sodingen; † [[24. März]] [[2005]] ebenda) war ein deutscher Fußballspieler.
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<big>'''Johann ''Hännes'' Adamik''' (geboren [[16. Juli]] [[1925]] in Sodingen; gestorben [[24. März]] [[2005]] ebenda) war ein deutscher Fußballspieler und gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des SV Sodingen 1912 e. V.. Er verbrachte seine gesamte aktive Karriere bei diesem Verein und wurde dort zur Vereinslegende.</big>
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== Leben und Karriere ==

Johann Adamik, weithin bekannt unter seinem Spitznamen „Hännes“, wurde am 16. Juli 1925 im Stadtteil Sodingen geboren. Er war zeitlebens eng mit seiner Heimat und seinem Fußballverein verbunden.

== Karriere beim SV Sodingen ==

Bereits im Alter von zehn Jahren trat Adamik dem [[SV Sodingen 1912|SV Sodingen]] bei, einem Arbeiter- und Bergmannsverein, dessen Spieler vielfach in der örtlichen [[Zeche Mont-Cenis]] tätig waren – so auch Adamik selbst, der vor seiner Fußballkarriere als Anschläger unter Tage arbeitete.

Mit 16 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft und entwickelte sich zu einem herausragenden Halbstürmer. Über seine lange Laufbahn hinweg kam er auf rund 650 Einsätze für den Verein, eine außergewöhnliche Zahl, die seine Loyalität und Beständigkeit unterstreicht.

Von 1948 bis 1950 war Adamik auch Spielertrainer beim SV Sodingen. In den folgenden Jahren prägte er den sportlichen Aufstieg des Vereins maßgeblich:

1950: Aufstieg in die 2. Liga

1952: Aufstieg in die Oberliga West, damals die höchste deutsche Spielklasse vor Einführung der Bundesliga

1954/55: Die Mannschaft um Adamik belegte in der Oberliga West den zweiten Platz und qualifizierte sich für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, eine der größten sportlichen Leistungen des Vereins in seiner Geschichte.

In dieser Zeit spielte Adamik in 207 Oberligaspielen und erzielte 24 Treffer, darunter spektakuläre Tore wie ein Fallrückzieher beim 5:1-Sieg gegen Berlin.

Adamik blieb dem SV Sodingen zeitlebens treu, obwohl ihm Angebote größerer Clubs, darunter aus Gelsenkirchen, vorgelegen haben sollen. Der Legende nach war der Andrang der Fans so groß, als ein prominenter Verein um seine Verpflichtung warb, dass das Haus seiner Familie belagert wurde – und Adamik doch bei den Grün-Weißen blieb. (s.u.)

== Ende der aktiven Zeit und späteres Leben ==

Mit 36 Jahren beendete Adamik 1962 seine aktive Karriere, blieb dem Fußball jedoch verbunden und arbeitete später als Betreiber einer Trinkhalle in der Nähe des alten Stadions, die zum Treffpunkt ehemaliger Spieler und Fans wurde.

== Vermächtnis ==

Johann „Hännes“ Adamik zählt bis heute zu den wichtigsten Persönlichkeiten des SV Sodingen. Seine außergewöhnliche Treue zu einem einzigen Verein, seine vielen Spiele und sportlichen Erfolge machten ihn zur lokalen Legende.

Sein Andenken wird nicht nur im Verein hochgehalten, sondern auch im Stadtbild von Herne: Seit dem 13. Juni 2012 trägt eine Straße im Stadtteil Sodingen den Namen [[Hännes-Adamik-Straße]]. Diese Ehrung der Bezirksvertretung soll sein Lebenswerk im kollektiven Gedächtnis der Stadt sichern.

== Bedeutung für den regionalen Fußball ==

Während der Oberliga-Ära der 1950er-Jahre war der SV Sodingen mit Spielern wie Adamik, [[Leo Konopczynski]], [[Hans Cieslarczyk (1935-2020) Fußballegende|Hans Cieslarczyk]] und Torhüter [[Alfred Schmidt]] ein fester Begriff im westdeutschen Fußball und prägte den Charakter des Spiels im nördlichen Ruhrgebiet. Die Mannschaft galt als kompromissloser, kämpferischer Vertreter des Arbeiterfußballs.
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==„Der ging nicht, der schwebte“- Erinnerungen an Hännes Adamik==
==„Der ging nicht, der schwebte“- Erinnerungen an Hännes Adamik==
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Er war eine Legende. Und um Legenden ranken sich viele Anekdoten und Geschichten. Johann Adamik, den aber in Sodingen alle nur Hännes riefen, wurde 1925 in der Nähe seines [[Zeche Mont-Cenis|Pütts Mont-Cenis]] geboren.


Als 16-Jähriger debütierte er bei den Grün-Weißen und wurde in den 50er-Jahren zum Star der Mannschaft, die damals in der Oberliga kickte. Hännes, der wie fast alle seine Mannschaftskollegen auf dem Pütt arbeiteten, trug in seiner langen Laufbahn 650mal das Trikot des [[SV Sodingen 1912|SV Sodingen]].
Als 16-Jähriger debütierte er bei den Grün-Weißen und wurde in den 50er-Jahren zum Star der Mannschaft, die damals in der Oberliga kickte. Hännes, der wie fast alle seine Mannschaftskollegen auf dem [[Bergmannssprache P#Pütt|<span title="Brunnen, Schacht, Grube.">Pütt</span>]] arbeiteten, trug in seiner langen Laufbahn 650mal das Trikot des [[SV Sodingen 1912|SV Sodingen]].


Zu seinen prominenten Mitspielern gehörten Jupp Marx, Günter Sawitzki, Gerd Harpers und Hans Ciezslarzik und der ebenfalls unvergesslich Leo Konopczinski. In der Hochzeit des SV Sodingen gab es rund um Mont-Cenis eigentlich nur ein Thema: „Hännes Adamik“. So soll sich damals sogar der Pfarrer während einer Sonntagspredigt über die „gottlosen Sodinger“ beschwert haben: „Das heidnische Volk redet nie von Gott, sondern immer nur von Adamik.“ Auch Fritz Kollorz aus Recklinghausen erinnert sich noch gut an den Sodinger Ausnahmekicker, der in 207 Oberligaspiele 24 Tore schoss. So soll auch der damalige Präsident der Königsblauen aus Schalke mal bei den Adamiks in Sodingen vorstellig geworden sein. Als die Fans davon erfuhren, belagerten sie das Wohnhaus der Familie auf der [[Liebigstraße]]. Der „Knappenvorsitzende“ soll sich dann aber durch den Hinterausgang aus dem Staub gemacht haben. Und Hännes blieb weiterhin ein Grünweißer, für kein Geld der Welt konnte man ihn nach Gelsenkirchen locken.
Zu seinen prominenten Mitspielern gehörten Jupp Marx, Günter Sawitzki, Gerd Harpers und Hans Ciezslarzik und der ebenfalls unvergesslich Leo Konopczinski. In der Hochzeit des SV Sodingen gab es rund um Mont-Cenis eigentlich nur ein Thema: „Hännes Adamik“. So soll sich damals sogar der Pfarrer während einer Sonntagspredigt über die „gottlosen Sodinger“ beschwert haben: „Das heidnische Volk redet nie von Gott, sondern immer nur von Adamik.“ Auch Fritz Kollorz aus Recklinghausen erinnert sich noch gut an den Sodinger Ausnahmekicker, der in 207 Oberligaspiele 24 Tore schoss. So soll auch der damalige Präsident der Königsblauen aus Schalke mal bei den Adamiks in Sodingen vorstellig geworden sein. Als die Fans davon erfuhren, belagerten sie das Wohnhaus der Familie auf der [[Liebigstraße]]. Der „Knappenvorsitzende“ soll sich dann aber durch den Hinterausgang aus dem Staub gemacht haben. Und Hännes blieb weiterhin ein Grünweißer, für kein Geld der Welt konnte man ihn nach Gelsenkirchen locken.


Der 1944 geborene Ex-MdL und IGBE-Funktionär Kollorz wurde der der Schließung der „Amalie“ in Essen nach Sodingen verlegt. Hier sah er einen hageren Kumpel, vor dem selbst die Steiger und der Betriebsführer großen Respekt hatten. Erst nach vier Wochen fragte der ehemalige Bergmann Kollorz seinen Kollegen, wer denn dieser außergewöhnliche Mann sei, der nach seiner Ansicht nicht ging, sondern schwebte. „Das ist Hännes Adamik,“ sagte sein Kollege, worauf Kollorz ihn unwissend fragte: „Und wer ist der Hännes Adamik“. Die Antwort kam prompt mit etwas Empörung in der Stimme: „Das war einer der Großen vom SV Sodingen.“
Der [[1944]] geborene Ex-MdL und IGBE-Funktionär Kollorz wurde der der Schließung der „Amalie“ in Essen nach Sodingen verlegt. Hier sah er einen hageren Kumpel, vor dem selbst die Steiger und der Betriebsführer großen Respekt hatten. Erst nach vier Wochen fragte der ehemalige Bergmann Kollorz seinen Kollegen, wer denn dieser außergewöhnliche Mann sei, der nach seiner Ansicht nicht ging, sondern schwebte. „Das ist Hännes Adamik,“ sagte sein Kollege, worauf Kollorz ihn unwissend fragte: „Und wer ist der Hännes Adamik“. Die Antwort kam prompt mit etwas Empörung in der Stimme: „Das war einer der Großen vom SV Sodingen.“


1962 beendete Fußballlegende Adamik seine Karriere beim SV Sodingen, seinem Pütt blieb er noch jahrelang als Anschläger erhalten, später übernahm er in der Nähe des alten Stadions eine Trinkhalle. Sie war von nun an das Zentrum für alle alten Kumpels und Fußballfans. Hännes starb 2005 in seinem Sodingen und Geschichten von ihm und seinen alten Mitstreitern aus den glorreichen Oberligazeiten werden auch noch heute gerne erzählt. In Sodingen, in unmittelbarer Nähe des Sodinger Stadions, erinnert seit 2012 eine [[Hännes-Adamik-Straße|Straße]] an den Herner Ausnahmekicker. <ref>Ein Artikel von [[Friedhelm Wessel]]</ref> </div>
[[1962]] beendete Fußballlegende Adamik seine Karriere beim SV Sodingen, seinem Pütt blieb er noch jahrelang als [[Bergmannssprache A#Anschläger|Anschläger]] erhalten, später übernahm er in der Nähe des alten Stadions eine Trinkhalle. Sie war von nun an das Zentrum für alle alten Kumpels und Fußballfans. Hännes starb [[2005]] in seinem Sodingen und Geschichten von ihm und seinen alten Mitstreitern aus den glorreichen Oberligazeiten werden auch noch heute gerne erzählt. In Sodingen, in unmittelbarer Nähe des Sodinger Stadions, erinnert seit [[2012]] eine [[Hännes-Adamik-Straße|Straße]] an den Herner Ausnahmekicker. <ref>Ein Artikel von [[Friedhelm Wessel]]</ref> </div>





Aktuelle Version vom 14. Februar 2026, 13:44 Uhr

Johann Adamik
HännesAdamik 50er.jpg
HännesAdamik 50er.jpg

"Hännes“ Adamik beim Torjubel[1]

Abkürzung: Hännes
Geboren am: 16. Juli 1925
Geboren in: Sodingen
Gestorben am: 24. März 2005
Gestorben in: Sodingen
Beruf: Fußballer
Letzte Änderung: 14.02.2026
Geändert von: Andreas Janik


Johann Hännes Adamik (geboren 16. Juli 1925 in Sodingen; gestorben 24. März 2005 ebenda) war ein deutscher Fußballspieler und gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Geschichte des SV Sodingen 1912 e. V.. Er verbrachte seine gesamte aktive Karriere bei diesem Verein und wurde dort zur Vereinslegende.

Hännes Adamik mit seinen ehemaligen Clubkollegen Hans Artin und Leo Konopzcinski (von links) um 2000
Gedenktafel am Vereinsheim des SV Sodingen

Leben und Karriere

Johann Adamik, weithin bekannt unter seinem Spitznamen „Hännes“, wurde am 16. Juli 1925 im Stadtteil Sodingen geboren. Er war zeitlebens eng mit seiner Heimat und seinem Fußballverein verbunden.

Karriere beim SV Sodingen

Bereits im Alter von zehn Jahren trat Adamik dem SV Sodingen bei, einem Arbeiter- und Bergmannsverein, dessen Spieler vielfach in der örtlichen Zeche Mont-Cenis tätig waren – so auch Adamik selbst, der vor seiner Fußballkarriere als Anschläger unter Tage arbeitete.

Mit 16 Jahren debütierte er in der ersten Mannschaft und entwickelte sich zu einem herausragenden Halbstürmer. Über seine lange Laufbahn hinweg kam er auf rund 650 Einsätze für den Verein, eine außergewöhnliche Zahl, die seine Loyalität und Beständigkeit unterstreicht.

Von 1948 bis 1950 war Adamik auch Spielertrainer beim SV Sodingen. In den folgenden Jahren prägte er den sportlichen Aufstieg des Vereins maßgeblich:

1950: Aufstieg in die 2. Liga

1952: Aufstieg in die Oberliga West, damals die höchste deutsche Spielklasse vor Einführung der Bundesliga

1954/55: Die Mannschaft um Adamik belegte in der Oberliga West den zweiten Platz und qualifizierte sich für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, eine der größten sportlichen Leistungen des Vereins in seiner Geschichte.

In dieser Zeit spielte Adamik in 207 Oberligaspielen und erzielte 24 Treffer, darunter spektakuläre Tore wie ein Fallrückzieher beim 5:1-Sieg gegen Berlin.

Adamik blieb dem SV Sodingen zeitlebens treu, obwohl ihm Angebote größerer Clubs, darunter aus Gelsenkirchen, vorgelegen haben sollen. Der Legende nach war der Andrang der Fans so groß, als ein prominenter Verein um seine Verpflichtung warb, dass das Haus seiner Familie belagert wurde – und Adamik doch bei den Grün-Weißen blieb. (s.u.)

Ende der aktiven Zeit und späteres Leben

Mit 36 Jahren beendete Adamik 1962 seine aktive Karriere, blieb dem Fußball jedoch verbunden und arbeitete später als Betreiber einer Trinkhalle in der Nähe des alten Stadions, die zum Treffpunkt ehemaliger Spieler und Fans wurde.

Vermächtnis

Johann „Hännes“ Adamik zählt bis heute zu den wichtigsten Persönlichkeiten des SV Sodingen. Seine außergewöhnliche Treue zu einem einzigen Verein, seine vielen Spiele und sportlichen Erfolge machten ihn zur lokalen Legende.

Sein Andenken wird nicht nur im Verein hochgehalten, sondern auch im Stadtbild von Herne: Seit dem 13. Juni 2012 trägt eine Straße im Stadtteil Sodingen den Namen Hännes-Adamik-Straße. Diese Ehrung der Bezirksvertretung soll sein Lebenswerk im kollektiven Gedächtnis der Stadt sichern.

Bedeutung für den regionalen Fußball

Während der Oberliga-Ära der 1950er-Jahre war der SV Sodingen mit Spielern wie Adamik, Leo Konopczynski, Hans Cieslarczyk und Torhüter Alfred Schmidt ein fester Begriff im westdeutschen Fußball und prägte den Charakter des Spiels im nördlichen Ruhrgebiet. Die Mannschaft galt als kompromissloser, kämpferischer Vertreter des Arbeiterfußballs.

Friedhelm Wessel [2]


„Der ging nicht, der schwebte“- Erinnerungen an Hännes Adamik

Er war eine Legende. Und um Legenden ranken sich viele Anekdoten und Geschichten. Johann Adamik, den aber in Sodingen alle nur Hännes riefen, wurde 1925 in der Nähe seines Pütts Mont-Cenis geboren.

Als 16-Jähriger debütierte er bei den Grün-Weißen und wurde in den 50er-Jahren zum Star der Mannschaft, die damals in der Oberliga kickte. Hännes, der wie fast alle seine Mannschaftskollegen auf dem Pütt arbeiteten, trug in seiner langen Laufbahn 650mal das Trikot des SV Sodingen.

Zu seinen prominenten Mitspielern gehörten Jupp Marx, Günter Sawitzki, Gerd Harpers und Hans Ciezslarzik und der ebenfalls unvergesslich Leo Konopczinski. In der Hochzeit des SV Sodingen gab es rund um Mont-Cenis eigentlich nur ein Thema: „Hännes Adamik“. So soll sich damals sogar der Pfarrer während einer Sonntagspredigt über die „gottlosen Sodinger“ beschwert haben: „Das heidnische Volk redet nie von Gott, sondern immer nur von Adamik.“ Auch Fritz Kollorz aus Recklinghausen erinnert sich noch gut an den Sodinger Ausnahmekicker, der in 207 Oberligaspiele 24 Tore schoss. So soll auch der damalige Präsident der Königsblauen aus Schalke mal bei den Adamiks in Sodingen vorstellig geworden sein. Als die Fans davon erfuhren, belagerten sie das Wohnhaus der Familie auf der Liebigstraße. Der „Knappenvorsitzende“ soll sich dann aber durch den Hinterausgang aus dem Staub gemacht haben. Und Hännes blieb weiterhin ein Grünweißer, für kein Geld der Welt konnte man ihn nach Gelsenkirchen locken.

Der 1944 geborene Ex-MdL und IGBE-Funktionär Kollorz wurde der der Schließung der „Amalie“ in Essen nach Sodingen verlegt. Hier sah er einen hageren Kumpel, vor dem selbst die Steiger und der Betriebsführer großen Respekt hatten. Erst nach vier Wochen fragte der ehemalige Bergmann Kollorz seinen Kollegen, wer denn dieser außergewöhnliche Mann sei, der nach seiner Ansicht nicht ging, sondern schwebte. „Das ist Hännes Adamik,“ sagte sein Kollege, worauf Kollorz ihn unwissend fragte: „Und wer ist der Hännes Adamik“. Die Antwort kam prompt mit etwas Empörung in der Stimme: „Das war einer der Großen vom SV Sodingen.“

1962 beendete Fußballlegende Adamik seine Karriere beim SV Sodingen, seinem Pütt blieb er noch jahrelang als Anschläger erhalten, später übernahm er in der Nähe des alten Stadions eine Trinkhalle. Sie war von nun an das Zentrum für alle alten Kumpels und Fußballfans. Hännes starb 2005 in seinem Sodingen und Geschichten von ihm und seinen alten Mitstreitern aus den glorreichen Oberligazeiten werden auch noch heute gerne erzählt. In Sodingen, in unmittelbarer Nähe des Sodinger Stadions, erinnert seit 2012 eine Straße an den Herner Ausnahmekicker. [3]


Verwandte Artikel

Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/SV_Sodingen
  2. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  3. Ein Artikel von Friedhelm Wessel