Stadtwerke Herne

Stadtwerke Herne
Gründung 1902
Adresse Grenzweg 18, 44623 Herne
Telefon 02323/592-0
Homepage https://www.stadtwerke-herne.de

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Letzte Änderung: 26.01.2023
Geändert von: Andreas Janik
Luftbild aus dem Jahr 1926
Die Hauptverwaltung vor 1928
Gasbehälter mit 18 000 cbm und der Apparatenstation. Im Hintergrund ist St. Bonifatius zu erkennen.

Die Geschichte der Stadtwerke Herne in Stichpunkten:

1902 Gründung der Gesellschaft Gaswerke zu Herne. 
1903 Seit dem 1. Januar 1903 erfolgt die Versorgung der Konsumenten der Stadt Herne mit Gas durch das kommunale Gaswerk Herne.
1905 Erste kommunale Stromversorgung in Wanne-Eickel. 
Herbst 1905-Januar 1913 Direktor Spitta leitet das Gaswerk am Grenzweg.
1906 Erste kommunale Stromversorgung in Alt-Herne.   
1908 Zusammenfassung des Gaswerks und des Elektrizitätswerks Westfalen AG Bochum zum Gas- und Elektrizitätswerk der Stadt Herne. 
1917 Am 4./20. August: Gründung der Gas- und Elektrizitäts-Versorgungs-Gesellschaft für das Amt Sodingen
1922 Betriebsverlegung zum Grenzweg. 
...
1976 Gründung der Stadtwerke Herne AG in Zusammenschluss mit der Stadtwerke Wanne-Eickel AG. 
1998 Gründung der Energie- und Wasserversorgung Mittleres Ruhrgebiet GmbH (ewmr) durch die Stadtwerke Herne, Bochum und Witten. 
1998 Eröffnung des Energieparks Mont-Cenis und Inbetriebnahme der damals größten dachintegrierten Photovoltaikanlage der Welt. 
2001 Eröffnung des kombinierten Hallen- und Freibads Südpool ab der Bergstraße. 
2002 100-jähriges Firmenjubiläum. 
2004 Einweihung der Grubengasanlagen Teutoburgia und Grenzweg. 
2008 Ulrich Koch wird neuer Vorstand der Stadtwerke Herne AG.   
2011 Die Übernahme der Wanne-Herner Eisenbahn und Hafen GmbH (WHE) macht die Stadtwerke vom Energiedienstleister zum regionalen Infrastrukturanbieter. 
2011 Alt und Neu vereint: Der Umbau des Verwaltungsgebäudes am Grenzweg macht Platz für moderne Energietechnik und ein offenes Erscheinungsbild. 
2021 Aufnahme des ersten Wasserstoff-Fahrzeuges in den Fuhrpark des Unternehmens.

Zeitfenster

1866 erbaute die Zeche Shamrock eine Gasanstalt und erhielt von der Gemeinde Herne die Berechtigung, in den Straßen Rohre einzubetten. Einige Zeit später lieferte diese Anstalt kostenloses Gas für die ersten 55 Straßenlaternen Hernes, dessen Anzahl 1887 erreicht wurde. 1884 wurde vereinbart das in den Sommermonaten keine, etwas später aber dann doch brennen sollen. 1892 wurde ein Folgevertrag bis 1900 geschlossen, die unter anderem 75 "Frei-Laternen" umfasste.[1]

Herne, 1. Jan. [1903] (Das kommunale Gaswerk in Herne.) Mit dem heutigen Tage tritt unser neues, von den Gemeinden Herne, Baukau und Horsthausen gemeinschaftlich angelegtes Gaswerk in Betrieb. Die am Grenzweg gelegene Anstalt hat eine Produktionsfähigkeit von täglich 10 000 Kubikmeter. Außerdem ist auf später nötig werdende Vergrößerungen Bedacht genommen worden. Die Ausführung des Baues der eigentlichen Gasanstalt erfolgte durch den Bauunternehmer Herrn Franz Kraus in Herne; die Lieferung der Maschinen usw. durch die Berlin- Anhalter Maschinenbau-Aktiengesellschaft, und der Bau des Verwaltungsgebäudes durch Herrn F. Kemper in Herne. Der Eisenbahnanschluss wurde von der Firma „Hannoverische Bahnindustrie“ ausgeführt. Als Direktor fungiert Herr Ingenieur W. Schweers, der — ein anerkannter tüchtiger Fachmann – auch den Bau der Gasanstalt überwacht. Zum Betrieb der Gasanstalt haben die drei Gemeinden – auf zunächst 50 Jahre – eine Gesellschaft gebildet, an der Herne mit zwölf Fünfzehnteln, Baukau mit zwei Fünfzehnteln und Horsthausen mit einem Fünfzehntel des Anlagekapitals beteiligt ist. Letzteres beläuft sich nach dem Voranschlage auf 660 000 Mark. Nach den seinerzeit von Ingenieur Glaß aus Barmen aufgestellten Rentabilitätsberechnungen darf man für das erste Betriebsjahr 5 Prozent und dann steigend nach 10 bis 12 Jahren 17 bis 20 Prozent Verzinsung erwarten. Wie man sieht, ist die Neuanlage für die drei Gemeinden eine hochbedeutsame Tat, die bei dem sich fortwährend steigernden Geldbedarf darauf bedacht sein müssen, sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Bemerkt sei noch, dass die Stadt Herne ihren Gasbedarf von 1869 bis jetzt von der Bergwerksgesellschaft „Hiberna“ bezog, deren Rohrnetz jetzt übernommen wurde.“[2]

"Herne, 19. April. [1907] (Das kommunale Gaswerk) für die Gemeinden Herne, Baukau und Horsthausen gab im vergangenen Geschäftsjahre 1 466 170 Kubikmeter Gas ab gegenüber 1 364 000 Kubikmeter des Vorjahres und erzielte einen Reingewinn von 114 224 Mk. Der Reingewinn beträgt 58 067 Mk. gegen 51 310 Mk. des Vorjahres und 48 071 Mk. im Jahre 1903. Es erhielten die einzelnen Gemeinden nebst Zinsen Herne 69 782 Mk., Baukau 8891 Mk. und Horsthausen 3394 Mk. Die Einwohnerzahl des Gasversorgungsbetriebes stieg von 48 351 auf 50 418 und der Verbrauch pro Kopf der Bevölkerung von 28,2 Kubikmeter auf 29,1 Kubikmeter.“ General-Anzeiger für Dortmund vom 20. April 1907. Online auf Zeitpunkt.NRW

Wanne, 21. Juni. [1909] Eine elektrische Beleuchtung hat Wanne, eine Gemeinde von 40000 Seelen, bisher noch nicht. Die Notwendigkeit ist aber so dringend geworden, daß sowohl mehrere Versammlungen der Bürger, als auch der Gemeinderat beschlossen, bis zum nächsten Herbst die Beleuchtungsfrage des Ortes gelöst zu sehen. In Betracht gezogen wird dabei die Beleuchtung der Straßen, Geschäftsläden, Wohnungen und die Lieferung elektrischer Kraft für Kleinbetriebe der Gewerbetreibenden von nicht geringer Zahl. Späterhin wird die Beleuchtung und Kraftlieferung für den neuen Bahnhof nach dem Umbau des alten und für den Hafen von Belang sein. Die Erkenntnis der augenblicklichen Lage dieser Angelegenheit kann auch für weitere Kreise von Interesse sein. Eine kommunale Gesellschaft „Westfalen“ bestrebt sich, wie er bereits in anderen Orten mit Erfolg geschah, der Gemeinde Wanne elektrisches Licht und elektrische Kraft zu liefern. Als man mit den Bedingungen sich beschäftigte, trat in letzter Stunde die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft mit einer Offerte an die Gemeinde und bot weit günstigere Bedingungen als „Westfalen". Unter anderem erbot sich jene, den Preis für die Konsumenten 19 Prozent niedriger zu setzen als diese. Damit kam die Mehrzahl der Gemeinderäte zu der Erkenntnis, diesen Vorteil den vielen Konsumenten nicht entziehen zu dürfen, und stundete die Entscheidung einstweilen, mit „Westfalen“ abzuschließen. Wanne bezog bisher das Leuchtgas vom Eickler Gaswerk, Besitz einer Kölner Gesellschaft. Die Gaslieferung des Eickler Gaswerks brachte schon lange bei jedem Konsumenten endlose Klagen vor, die auch heute noch ihre Begründung finden. Mit dem Januar d. J. ist dann das Eickeler Gaswerk und dasjenige in Buer käuflich in den Besitz von „Westfalen“ gelangt. Der alte Lieferungsvertrag zwischen Wanne und dem Gaswerk Eickel ist nun zwar abgelaufen, aber nur für drei Jahre verlängert, weil Wanne sein neues kommunales Gaswerk erst dann erbauen will, wenn es den günstigsten Platz, sei es am Kanal oder am Eisenbahngeleise, bestimmen kann. Nun ist aber für die kurze Frist von drei Jahren die Gasanstalt Eickel verpflichtet und berechtigt, elektrisches Licht und Energie zu liefern. Aus diesem Grunde musste Wanne sich erst vergewissern, ob die Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft nach einem kurzfristigen, zwangsweisen Vertrag mit „Westfalen" noch die günstigen Bedingungen aufrecht erhalten wolle. Die Erwartungen auf solche Zusage bestätigten sich und vielleicht gar kann letztere Gesellschaft dann noch günstigere Bedingungen eingehen, wie sie schon andeutete, da ihr an dem Abschluss eines langfristigen Vertrages mit Wanne viel gelegen liegt. Die letzte Gemeindevertretersitzung hat daher unter Zugrundelegung des Angebotes seitens der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft den langfristigen Vertrag mit „Westfalen" abgelehnt und will nur einen kurzfristigen auf drei Jahre abschließen, da es hierzu gezwungen ist. Die Stellung des Herrn Amtmanns Winter in dieser Angelegenheit befriedigt, soweit sie bekannt geworden ist, die Bürger gar nicht, weil er sich für die Gesellschaft „Westfalen“ sehr ins Zeug legt und zu übersehen scheint, daß diese Gesellschaft längst nicht die Vorteile den Konsumenten gewährt, wie die Gels. Bergw.=Gesellschaft. Selbst rechnerisch den geringen Gewinn, den „Westfalen“ der Gemeinde eventuell zuwendet beim Abschluss eines langfristigen Vertrages, mit dem Vorteil, den die Gels. Bergw.=Gesellschaft anbietet, verglichen, muss das Urteil unbedingt für letzteres Angebot sich entscheiden. Umso mehr ist die Erlangung jedes Vorteils, mag er auch klein sein, ernstlich anzunehmen, weil die Gemeinde Wanne keine geringen Lasten zu tragen hat— es werden 230 Prozent Kommunalsteuern erhoben—, weil ferner die Lasten noch wachsen werden, denn Bahnhofsumbau und Kanal= wie Hafenbau stellen noch Anforderungen, sie zwingen den Ort schon im Hinblick auf späteren Gewinn zu neuen Anlagen und Ausgaben, weil endlich besonders für diese Angelegenheit die bei weitem leistungsfähigere Gels. Bergw.=Gesellschaft mit 64 Millionen und im Besitz von vielen eigenen Kraftquellen in den Gefahren bei Streik oder Störungen weit weniger Besorgnis erweckt, als die kleinere kommunale Gesellschaft „Westfalen“ mit wenig Millionen, die über eigene Werke nicht verfügt, sondern Kraft= und Lichtquellen von anderen Werken kontraktlich kauft. Es sei noch erwähnt, dass die Gemeinde Wanne für 100000 M Aktien von der Gesellschaft „Westfalen" ankaufte. In diesem Jahre sind bei 4 Millionen nominal. Kapital, demgegenüber 6 Millionen begeben wurden, 5 Prozent Dividende gewährt, das macht nach unserer Berechnung 3½ Proz. Kapitalzinsen.“Westfälischer Merkur vom 23. Juni 1909. Online auf Zeitpunkt.NRW

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Einzelnachweise