Saardenkmal

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ehemaliges Saardenkmal

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Zum Gedenken an die sogenannte "Saarbefreiung" im Januar 1935 wurde am 7. März 1937 an der Ecke Kronprinzenstraße/Schlageterstraße (vor 1933 und nach 1945 Otto-Hue-Straße) ein Denkmal des Bildhauers Wilhelm Hahn , von dem auch das 1934 auf dem Südfriedhof enthüllte Erinnerungsmal zu Ehren der Kriegstoten stammte, errichtet. Im Herner Anzeiger vom 6. März 1937 ist es folgendermaßen beschrieben: "In mehreren Stufen steigt es zu der Gestalt des Saarkämpfers empor. Fünf Meter lang und drei Meter breit ist die unterste Stufe, 3,50 Meter hoch das ganze Denkmal. Auf einem mit den Worten 'Frei die Saar. 13.1.1935. Saar- und Pfalzverein, Ortsgr. Herne' geschmückten Sockel erhebt sich die 2,46 m hohe Figur[...]."

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem damit verbundenen Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs wurde das neu entstandene "Saargebiet" gemäß dem Versailler Vertrag vom Deutschen Reich abgetrennt. Diese Region wurde 1920 mit einem Mandat des Völkerbundes für 15 Jahre unter französischer Verwaltung gestellt. Am 13. Januar 1935 stimmten 90,8 Prozent der Bevölkerung des Saargebiets für den Anschluss an das Deutsche Reich, der schließlich am 1. März 1935 erfolgte. Allerorts wurde gefeiert. In Herne folgte die Entscheidung, ein Denkmal zu errichten. Die Nazis nutzten die Gelegenheit der Weihe dieses sogenannten "Saarbefreiungsdenkmals", um mit einer Saarbefreiungsfeier, einem Festzug unter Mitwirkung der Gauinspektionskapelle und der Aufführung eines "Melodrams mit Schattenbildern" unter dem Titel "Erlebnisse der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935" braune Ideologie zu verbreiten.

Zwanzig Jahre später ließen die Alliierten die idealisierte Statue und den Sockel des Saarkämpfers beseitigen.

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Quellen

Stadtarchiv Herne:

Dokumentationsbibliothek: Sammlung Denkmäler

Archivbibliothek: "...bey den spätesten Nachkommen in beständig gutem Andenken zu erhalten..."-Denkmäler in Herne und Wanne-Eickel, Manfred Hildebrandt, Der Emscherbrücher Band 14 (2008/09), Seiten 57 bis 77, herausgegeben von der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel e. V., Herne 2008

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