Louis Lauten

Ludwig (Louis) Leopold Lauten (*12. September 1842 in Duisburg-Meiderich, † 28. Oktober 1899 in Herne[1], ± 30. Oktober 1897 in Herne war ein Herner Kaufmann, Politiker (Nationalliberal) und erster Stadtverordnetenvorsteher der Stadt Herne.

Leoplod Ludwig Lauten, welcher sich später Louis nannte, wurde am 12. September 1842 als Sohn des Anstreichers Ferdinand Lauten und dessen Ehefrau Caroline Brinkmann in Meiderich geboren. Am 6. November 1842 empfang er in der Evangelischen Johanniskirche in Duisburg die Taufe.

Familiengrabstätte Lauten auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof. Bild: Andreas Janik im Dezember 2014.

Über seine Bildung ist z.Zt. nicht bekannt, eine erste Spur fürt ins Jahr 1865 zurück nach Meiderich. In einer Anzeige sucht der Schriftführer des Gesangvereins "Frohsinn" Louis Lauten eine autographische Handdruckpresse.[2] Einem weiteren Meidericher Verein mit Namen "Freudschaft" widmete er sich auch.[3]

Rund zwei Jahre später, schon in Herne, verkündeten Zeitungen im Januar 1869 seine Verlobung mit der Herner Pastorentochter Wilhelmine Saatmann.[4] und dann, am 3. August 1869 seine Verehelichung.[5]Der Brütigam war dort als "Buchhalter zu Herne auf Zeche v.d.Heydt" bezeichnet. Einige Jahre später war er kaufmännische Direktor der Zeche.

Als einer der tragenden Personen der Gründerjahre trat er neben seiner beruflichen Laufbahn, Politisch und Gestalterisch in Herne auf. Einige Beispiele:

"Herne, 11. Aug. [1884] [Evangelischer Arbeiter Verein.] Am Sonntag, den 10. d.M., hielt der hiesige evang. Arbeiter=Verein seine monatliche Sitzung ab, verfrüht, weil er sich an der Fahnenweihe des gleichnamigen Vereins in Langendreer am nächsten Sonntag zu beteiligen beabsichtigt. Dem dortigen Vereine wurde durch einen Gönner eine Vereinsfahne geschenkt. Nach einem Gesange, der von der Gesang=Abteilung vorgetragen wurde, und nachdem die Beiträge von den Anwesenden eingezogen waren, auch für die Sterbekasse, welche ihren Mitgliedern beim Sterbefalle des Mannes 30 M. und bei dem der Frau 20 M auszahlt, hielt Herr Direktor Lauten von Zeche „Providence“ einen Vortrag über die menschliche Sprache. Diese ist das dem Menschen nicht angeborene Mitteilungsvermögen. Der chinesische und indogermanische Sprachenstamm haben die weiteste Ausdehnung. Belebt wurde der Vortrag noch insbesondere durch Vorlage von egyptischen, assyrischen und aztekischen Schriftzeichen, deren Bedeutung beigefügt war. Mit dem Wunsche, daß unsere in alle Welt wandernden deutschen Brüder nach der Ferne hin deutschen Laut tragen und nicht so begierig sich anderen Sprachen, wie dies in Amerika geschah und geschieht, hingeben möchten, schloß der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag."[6]

Bochum, 14. Dec. [1892] Von der Strafkammer wurden die Bergarbeiter Michael Karasch, Michael und Franz Makowiak von Baukau wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu je 4 Jahren Gefängnis und der Bergmann Albert Przybylski wegen Werfens mit Steinen auf Menschen zu 6 Wochen Haft verurteilt. Am 13, September d. I. kamen der Director Daber und dessen Sohn, Kaufmann Louis Lauten mit seinem Sohn Julius und der Bureauchef Schmidt von Herne von einer Festlichkeit, die in der Nähe der Zeche „Friedrich der Große“ stattgefunden hatte, zurück. Die Herren gingen ruhig ihres Weges, als sie plötzlich von den Angeklagten ohne jede Veranlassung angerempelt wurden. Als die Angegriffenen sich dies verbaten, stieß Karasch den Daber sen, zu Boden, setzte sich auf ihn und brachte ihm mittels eines Dolchmessers—7 Stiche bei, infolge dessen D. 14 Tage arbeitsunfähig war; Schmidt wurde dann von Michael Makowiak mit einem Messer verarbeitet und war 5 Wochen arbeitsunfähig; Lauten sen. erhielt von Franz Makowiak einen Stich, wodurch er 10 Tage arbeitsunfähig war. Przybylski hat mit Steinen auf die Angegriffenen geworfen. Die drei Verletzten traten auch als Nebenkläger auf, infolge dessen die drei ersten Angeklagten noch zur Zahlung einer Buße von 450Mk verurteilt wurden.(Boch. Ztg.)[7]

Bei der Stadtgründung wurde er in der 1. Wahlklasse zum Stadtverordneten und darüber hinaus zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. dieses amt bekleidete er bis zu seinem frühen Tode.

Herne, 1. November. In Herne ist am 27. Oktober infolge eines Schlaganfalles der ehemalige Bergwerksdirektor Herr Louis Lauten, 57 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. In dem Verblichenen, der bis kurz vor seinem Tode das Amt des Stadtverordnetenvorstehers dahier bekleidete, verliert die nationalliberale Partei einen treuen, zuverlässigen Freund. Er war Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses des nationalliberalen Zentralkomitees der Provinz Westfalen und hat lange Jahre als erster Vorsitzender des Reichsvereins für Herne und Umgegend mit Hingebung und Selbstlosigkeit im Dienste des vaterländischen Gedankens gewirkt.[8]

Anfänglich kaufte Lauten das als Acker und Garten benutzte Grundstück Bahnhofstraße 52 im Jahre 1874 von den Geschwistern Rensinghoff gt. Schlenkhoff und bebaute es mit einem kleinen Wohnhause. Im Jahre 1897/98 wurde es abgebrochen. Kurz davor erbaute er das Haus Oststraße 3. Er verstarb am 28. Oktober 1899 im Hause Bahnhofstraße 116 (Buchhalter Heinrich Oertgen) an einem Herzinfakt und wurde auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof bestattet.

Genealogie

Eltern:
Ferdinand Lauten
oo
Caroline Brinkmann

Leopold Ludwig Lauten, * 12.09.1842 Meiderich, ~ 06.11.1842 Duisburg, + 28.10.1899 Herne, ± 30.10.1899 Herne[9].
oo 03.08.1869 Herne
Wilhelmine Alwine Auguste Saatmann, * 22. August 1848 Herne, + 28.01.1906 Herne, ± Herne
Kinder:
Victoria Maria Lilli Hedwig Lauten, * 09.09.1870 Herne
Emil Adalbert Julius Lauten, * 06.3.1873 Herne, ~ 05.04.1873 ebd.
?

Auszeichnungen

Literatur

Verwandte Artikel

Quellen

  1. Sterberegister des stadesamtes Herne Nr. 630/1899. Online auf: Landesarchiv-Nrw.de
  2. Vgl.: Rhein und Ruhr Zeitung vom 23. August 1865. Online auf Zeitpunkt.nrw
  3. Vgl.: Rhein und Ruhr Zeitung vom 08. November 1867. Online auf Zeitpunkt. NRW
  4. Vgl.: Kölnische Zeitung vom 25. Januar 1869 Online auf zeitpunkt.nrw
  5. Vgl.: Kölnische Zeitung vom 4. August 1869 Online auf zeitpunkt.nrw
  6. Vgl.: Dortmunder Zeitung vom 14. August 1884. Online auf Zeitpunkt.nrw
  7. Kölnische zeitung vom 16. Dezember 1892. Online auf Zeitpunk.nrw
  8. Dortmunder Zeitung vom 1. November 1899. Online auf Zeitpunkt.nrw.de
  9. Ev. Kirchenbuch Reg. 367/1899.
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