Johann Adamik

Johann Hännes Adamik (geboren 16. Juli 1925 in Sodingen; gestorben 24. März 2005 ebenda) war ein deutscher Fußballspieler.

Hännes Adamik mit seinen ehemaligen Clubkollegen Hans Artin und Leo Konopzcinski (von links) um 2000
Gedenktafel am Vereinsheim des SV Sodingen

Friedhelm Wessel [2]

„Der ging nicht, der schwebte“- Erinnerungen an Hännes Adamik

Er war eine Legende. Und um Legenden ranken sich viele Anekdoten und Geschichten. Johann Adamik, den aber in Sodingen alle nur Hännes riefen, wurde 1925 in der Nähe seines Pütts Mont-Cenis geboren.

Als 16-Jähriger debütierte er bei den Grün-Weißen und wurde in den 50er-Jahren zum Star der Mannschaft, die damals in der Oberliga kickte. Hännes, der wie fast alle seine Mannschaftskollegen auf dem Pütt arbeiteten, trug in seiner langen Laufbahn 650mal das Trikot des SV Sodingen.

Zu seinen prominenten Mitspielern gehörten Jupp Marx, Günter Sawitzki, Gerd Harpers und Hans Ciezslarzik und der ebenfalls unvergesslich Leo Konopczinski. In der Hochzeit des SV Sodingen gab es rund um Mont-Cenis eigentlich nur ein Thema: „Hännes Adamik“. So soll sich damals sogar der Pfarrer während einer Sonntagspredigt über die „gottlosen Sodinger“ beschwert haben: „Das heidnische Volk redet nie von Gott, sondern immer nur von Adamik.“ Auch Fritz Kollorz aus Recklinghausen erinnert sich noch gut an den Sodinger Ausnahmekicker, der in 207 Oberligaspiele 24 Tore schoss. So soll auch der damalige Präsident der Königsblauen aus Schalke mal bei den Adamiks in Sodingen vorstellig geworden sein. Als die Fans davon erfuhren, belagerten sie das Wohnhaus der Familie auf der Liebigstraße. Der „Knappenvorsitzende“ soll sich dann aber durch den Hinterausgang aus dem Staub gemacht haben. Und Hännes blieb weiterhin ein Grünweißer, für kein Geld der Welt konnte man ihn nach Gelsenkirchen locken.

Der 1944 geborene Ex-MdL und IGBE-Funktionär Kollorz wurde der der Schließung der „Amalie“ in Essen nach Sodingen verlegt. Hier sah er einen hageren Kumpel, vor dem selbst die Steiger und der Betriebsführer großen Respekt hatten. Erst nach vier Wochen fragte der ehemalige Bergmann Kollorz seinen Kollegen, wer denn dieser außergewöhnliche Mann sei, der nach seiner Ansicht nicht ging, sondern schwebte. „Das ist Hännes Adamik,“ sagte sein Kollege, worauf Kollorz ihn unwissend fragte: „Und wer ist der Hännes Adamik“. Die Antwort kam prompt mit etwas Empörung in der Stimme: „Das war einer der Großen vom SV Sodingen.“

1962 beendete Fußballlegende Adamik seine Karriere beim SV Sodingen, seinem Pütt blieb er noch jahrelang als Anschläger erhalten, später übernahm er in der Nähe des alten Stadions eine Trinkhalle. Sie war von nun an das Zentrum für alle alten Kumpels und Fußballfans. Hännes starb 2005 in seinem Sodingen und Geschichten von ihm und seinen alten Mitstreitern aus den glorreichen Oberligazeiten werden auch noch heute gerne erzählt. In Sodingen, in unmittelbarer Nähe des Sodinger Stadions, erinnert seit 2012 eine Straße an den Herner Ausnahmekicker. [3]


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Quellen

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/SV_Sodingen
  2. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  3. Ein Artikel von Friedhelm Wessel