Wohnungsverein Herne eG

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Der Wohnungsverein Herne eG ist eine Wohnungsgenossenschaft mit Sitz in Herne. Sie gehört zu den ältesten und bedeutendsten Wohnungsgenossenschaften der Stadt. Die Genossenschaft wurde am 16. Januar 1905 zunächst als „Beamten-Wohnungsverein Herne eGmbH“ gegründet. Ihr Ziel war es, in einer Zeit zunehmender Wohnungsnot durch gemeinschaftliche Selbsthilfe guten und bezahlbaren Wohnraum für ihre Mitglieder zu schaffen. Heute bewirtschaftet die Genossenschaft rund 1.400 Wohnungen und zählt mehr als 1.700 Mitglieder.

Wohnungsverein Herne eG
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RechtsformGenossenschaft
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HandelsregisterGnR Nr. 246
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AmtsgerichtAmtsgericht Bochum
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VorstandSonja Pauli, Christoph Linkemann
Gründung1905
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AdresseBochumer Straße 35, 44623 Herne
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Telefon02323/994910
📠
Telefax02323/9949125
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Geschichte

Gründung 1905

Die Entstehung des Wohnungsvereins steht im Zusammenhang mit der raschen Industrialisierung des Ruhrgebiets und dem damit verbundenen starken Bevölkerungswachstum. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte auch in Herne erheblicher Wohnungsmangel.

Im Dezember 1904 veröffentlichte der Lokführer Johann Schröder im Herner Anzeiger Anzeigen, mit denen Beamte zu einer Versammlung zur Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft eingeladen wurden. Am 16. Januar 1905 kamen im Hotel Schlenkhoff 32 Beamte zusammen und gründeten den „Beamten-Wohnungsverein zu Herne eGmbH“.

Die Gründung folgte dem genossenschaftlichen Grundgedanken der gemeinschaftlichen Selbsthilfe. Als Leitgedanke wurde später das Motto „Was einer nicht schafft, schaffen viele“ verwendet. Ziel war es, Wohnungen zu errichten und diese zu angemessenen Preisen den Mitgliedern zu überlassen.

Jedes Gründungsmitglied verpflichtete sich zur Einzahlung eines Geschäftsanteils von 300 Goldmark. Bereits im Mai 1905 standen nahezu 30.000 Goldmark zur Verfügung, sodass das erste Grundstück an der damaligen Höfestraße, der heutigen Altenhöfener Straße, erworben werden konnte.

Erste Wohnhäuser

Die ersten Wohnhäuser der Genossenschaft entstand an der heutigen Altenhöfener Straße. Bereits etwa 18 Monate nach der Gründung konnten die ersten 53 Wohnungen bezogen werden.

Für die damalige Zeit besaßen die Wohnungen einen vergleichsweise hohen Ausstattungsstandard. Sie verfügten unter anderem über eigene Badezimmer. Der Wohnungsbau des Vereins stellte damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnverhältnisse der Herner Bevölkerung dar.

Bis 1910 war der Bestand bereits auf 146 Wohnungen angewachsen. Die Genossenschaft hatte sich damit innerhalb weniger Jahre zu einem wichtigen Wohnungsanbieter in Herne entwickelt.

Öffnung für weitere Bevölkerungsschichten

Ursprünglich war die Genossenschaft ausschließlich auf Beamte ausgerichtet. In den 1920er Jahren wurde die Satzung geändert. Nun konnten auch Angestellte und Arbeiter Mitglied werden.

Mit der Erweiterung des Mitgliederkreises änderte sich auch die Bezeichnung der Genossenschaft. Seit 1926 trägt sie den Namen „Wohnungsverein Herne eG“. Unter diesem Namen besteht die Genossenschaft bis heute.

In den folgenden Jahren setzte sich die Bautätigkeit fort. Bis Anfang der 1930er Jahre entstanden mehr als 200 weitere Wohneinheiten.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Die Entwicklung der Genossenschaft wurde in den 1930er Jahren durch die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des Nationalsozialismus erheblich eingeschränkt. Die Bautätigkeit kam nahezu vollständig zum Erliegen.

Gleichzeitig geriet die Genossenschaft unter politischen Druck. Es gab Bestrebungen, Einfluss auf die Entscheidungen der Genossenschaft zu nehmen und ihre Selbstständigkeit einzuschränken. Nach den historischen Darstellungen des Wohnungsvereins konnte die Genossenschaft diese existenzbedrohende Phase überstehen.

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen führten zu weiteren erheblichen Belastungen. Wie zahlreiche andere Wohnungsunternehmen musste sich der Wohnungsverein nach 1945 mit den Folgen der Kriegszerstörungen und dem großen Bedarf an Wohnungen auseinandersetzen.

Wiederaufbau und Ausbau nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Wohnungsverein seine Bautätigkeit wieder auf. Die Nachkriegszeit war zunächst durch die Beseitigung von Kriegsschäden und anschließend durch einen umfangreichen Neubau geprägt.

Der Wohnungsbestand wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem anhaltenden Bevölkerungswachstum in Herne stieg auch der Bedarf an neuen Wohnungen.

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte sich der Wohnungsverein zu einem wichtigen Anbieter von Wohnraum in der Stadt. Die Bautätigkeit wurde durch Modernisierung und Instandhaltung des bestehenden Bestandes ergänzt.

Modernisierung in den 1970er Jahren

Ein Schwerpunkt der 1970er Jahre war die Modernisierung des vorhandenen Wohnungsbestandes. Bis zum Ende des Jahrzehnts verfügte nahezu jede Wohnung des Wohnungsvereins über ein eigenes Bad und eine Heizung.

Damit wurden zahlreiche Wohnungen an die veränderten Ansprüche der Nachkriegszeit angepasst. Die Modernisierung des Altbestandes wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einer dauerhaften Aufgabe der Genossenschaft.

Wohnen im Alter

Mitte der 1980er Jahre beschäftigte sich der Wohnungsverein verstärkt mit den Wohnbedürfnissen älterer Menschen. Die Genossenschaft gehörte damit zu den frühen Wohnungsunternehmen in Herne, die sich systematisch mit dem Thema „Wohnen im Alter“ auseinandersetzten.

1986 entstand an der Poststraße die erste Seniorenwohnanlage des Wohnungsvereins. Sie verfügte über Gemeinschaftsräume und eine niedrigschwellige Betreuung.

Aus der damals eingerichteten Betreuung entwickelte sich die heutige Mitgliederbetreuung weiter. Inzwischen verfügt die Genossenschaft über mehr als 100 behindertengerechte Seniorenwohnungen. Die Seniorenwohnanlagen werden durch nebenberufliche Hauswarteehepaare begleitet.

Zusammenschlüsse mit anderen Genossenschaften

Eine wichtige Phase der Entwicklung begann 1990. Aufgrund der zunehmend schwierigen Vermietungssituation auf dem Herner Wohnungsmarkt gerieten kleinere Wohnungsgenossenschaften wirtschaftlich unter Druck.

1990 wurden deshalb zwei Genossenschaften mit dem Wohnungsverein Herne verschmolzen:

  • die Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft eG (SWG)
  • die Gemeinnützige Wohnungs- und Eigentumsbaugenossenschaft eG

Beide Genossenschaften hatten ihren Sitz beziehungsweise Schwerpunkt in Wanne-Eickel. Durch die Verschmelzungen konnte deren Wohnungsbestand in die größere Genossenschaft integriert werden.

Eine weitere Fusion erfolgte 2006. In diesem Jahr schloss sich die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG aus Herne-Süd mit dem Wohnungsverein zusammen.

Die Bau- und Siedlungsgenossenschaft war bereits 1892 gegründet worden und gehörte damit zu den ältesten Wohnungsgenossenschaften im heutigen Stadtgebiet Herne. Die Fusion von 2006 erfolgte nach Angaben des Wohnungsvereins nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus strukturellen Überlegungen. Die Mitglieder beider Genossenschaften stimmten der Verschmelzung mit großer Mehrheit zu.

Durch die Verschmelzungen und weitere Neubauten wuchs der Wohnungsbestand des Wohnungsvereins erheblich.

Mehrgenerationenwohnen

Zu den besonderen Projekten des Wohnungsvereins gehört das Mehrgenerationenwohnprojekt „Wohnen in Gemeinschaft“ (WiG) im Herner Süden.

Die 2010 fertiggestellte Anlage umfasst 32 barrierefreie Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 2.260 m². Das Gebäude wurde im Passivhausstandard errichtet und mit Regenwassernutzung, Solarthermie und einem Gründach ausgestattet.

Das Projekt wurde gemeinsam mit den späteren Bewohnern entwickelt. Diese gründeten den Bewohnerverein „Wohnen in Gemeinschaft e. V.“. Ziel war es, das selbstständige Wohnen bis ins hohe Alter zu ermöglichen und gleichzeitig nachbarschaftliche Unterstützung sowie den Austausch zwischen verschiedenen Generationen zu fördern.

Die Anlage wurde als Beispiel für generationenübergreifendes und selbstverwaltetes Wohnen ausgezeichnet beziehungsweise in der Dokumentation des Genossenschaftspreises des GdW 2010 anerkannt.

Neubau an der Augustastraße

Ein Beispiel für den Umgang mit dem historischen Wohnungsbestand ist die Neubauanlage an der Augustastraße.

Der dort vorhandene Wohnungsbestand aus dem Jahr 1909 war nach Angaben des Wohnungsvereins nicht mehr sanierungsfähig. Die alten Gebäude wurden deshalb abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.

2023 wurde auf dem Grundstück eine neue Wohnanlage mit 47 modernen Wohnungen fertiggestellt. Die Planung und Durchführung erfolgte nach Angaben der Genossenschaft in enger Abstimmung mit den dort bereits wohnenden Mitgliedern.

Handwerkerselbstbeauftragung

In den 2000er Jahren führte der Wohnungsverein als erstes Wohnungsunternehmen in Herne die sogenannte Handwerkerselbstbeauftragung ein.

Dabei können Mitglieder beziehungsweise Nutzer bestimmte erforderliche Reparaturen unmittelbar bei den von der Genossenschaft beauftragten Handwerksunternehmen auslösen. Ziel ist es, Verwaltungswege zu verkürzen und den Mitgliedern mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen.

Das Verfahren wurde später auch von anderen Wohnungsunternehmen übernommen.

Genossenschaftliches Prinzip

Der Wohnungsverein Herne eG versteht sich nicht ausschließlich als Vermieter, sondern als genossenschaftliche Gemeinschaft.

Mit dem Erwerb von Geschäftsanteilen werden die Bewohner Mitglieder der Genossenschaft. Die Mitglieder sind damit zugleich Nutzer und Miteigentümer des genossenschaftlichen Unternehmens.

Die Genossenschaft ist nach eigenen Angaben nicht auf Gewinnmaximierung für externe Eigentümer ausgerichtet. Überschüsse werden insbesondere für Instandhaltung, Modernisierung und Neubau eingesetzt oder in Form einer Dividende an die Mitglieder ausgeschüttet.

Ein wesentliches Prinzip ist das lebenslange Wohnrecht innerhalb des genossenschaftlichen Bestandes. Mitglieder können bei veränderten Lebensumständen außerdem innerhalb des Bestandes umziehen.

Die Mitgliederversammlung ist das höchste Organ der Genossenschaft. Dabei gilt das genossenschaftliche Prinzip „ein Mitglied – eine Stimme“. Weitere Organe sind der Aufsichtsrat und der Vorstand.

Wohnungsbestand

Der Wohnungsverein Herne eG bewirtschaftet heute rund 1.400 Wohneinheiten. Damit gehört er zu den größeren Wohnungsanbietern in Herne. Zum Bestand gehören unterschiedliche Wohnformen, darunter klassische Mehrfamilienhäuser, Wohnungen für Familien, kleinere Wohnungen, Seniorenwohnungen sowie besondere Wohnformen.

Die Genossenschaft ist in verschiedenen Herner Stadtteilen vertreten. Die Stadt Herne führt den Wohnungsverein als eines der in Herne ansässigen Wohnungsunternehmen.

Neben Wohnungen gehören auch weitere Einrichtungen und Angebote zum genossenschaftlichen Bestand. Dazu zählen insbesondere Seniorenwohnanlagen.

Seniorenwohnungen

Der Wohnungsverein verfügt über verschiedene Anlagen für ältere Menschen. Dazu gehören unter anderem die Anlagen an der Poststraße und an der Vinckestraße.

Die Seniorenwohnanlage an der Poststraße 43–45 umfasst 20 Wohnungen. Angeboten werden unter anderem Hausnotruf, Hausmeisterdienst und Sozialberatung.

Die Anlage an der Vinckestraße 52–54 umfasst ebenfalls 20 Wohnungen und verfügt unter anderem über einen Gemeinschaftsraum, Gartenanlagen und barrierefreie Zugänge.

Eine weitere größere Anlage befindet sich an der Straße des Bohrhammers 1 in Herne-Süd. Dort stehen 36 Seniorenwohnungen zur Verfügung. Die Wohnungen verfügen unter anderem über Aufzüge, barrierefreie Zugänge und teilweise bodengleiche Duschen.

Mitglieder und soziale Verantwortung

Die soziale Verantwortung gehört zum Selbstverständnis der Genossenschaft. Neben der Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum gehören Mitgliederbetreuung, Nachbarschaftspflege und gemeinschaftliche Veranstaltungen zu den Aufgaben des Wohnungsvereins.

Die Genossenschaft organisiert unter anderem Ausflüge, Feste und verschiedene Aktionen für ihre Mitglieder. Auch für Kinder und Familien werden Veranstaltungen angeboten.

Die Entwicklung der Mitgliederbetreuung ist eng mit dem Engagement für ältere Menschen verbunden. Aus der in den 1980er Jahren eingerichteten Sozialarbeit entwickelte sich ein umfassenderes Betreuungsangebot.

Nachhaltigkeit und Modernisierung

Ein Schwerpunkt der gegenwärtigen Arbeit ist die energetische Modernisierung des Wohnungsbestandes.

Die Genossenschaft steht dabei vor der Aufgabe, ihren historischen Gebäudebestand schrittweise auf Heizungssysteme mit geringeren CO2-Emissionen umzustellen. Diese Aufgabe ist angesichts des Alters vieler Gebäude und der steigenden Bau- und Modernisierungskosten eine der wesentlichen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Gleichzeitig setzt der Wohnungsverein weiterhin auf Neubau, wenn ältere Gebäude wirtschaftlich oder technisch nicht mehr sinnvoll modernisiert werden können. Das Beispiel Augustastraße zeigt die Verbindung von Bestandsentwicklung, Abriss und zeitgemäßem Neubau.

Wirtschaftliche Entwicklung

Der Wohnungsverein konnte auch in den vergangenen Jahren seine wirtschaftliche Stabilität erhalten.

Für das Geschäftsjahr 2025 berichtete die Genossenschaft von einem stabilen Umsatz, einem historisch niedrigen Leerstand und ausreichenden Rücklagen. Die durchschnittliche Miete im Bestand lag 2025 nach Angaben des Vorstands bei 5,84 Euro je Quadratmeter.

Für die Mitglieder wurde erneut eine Dividende von 4 Prozent auf das Geschäftsguthaben angekündigt. Gleichzeitig wurden weitere Investitionen in den Wohnungsbestand und insbesondere in die Verbesserung der Wohnqualität älterer Menschen vorgenommen.

Zu den geplanten größeren Projekten gehört ein Neubauvorhaben an der Vödestraße mit 22 Wohnungen.

Organisation

Die Wohnungsverein Herne eG ist beim Amtsgericht Bochum im Genossenschaftsregister unter der Nummer GnR 246 eingetragen.

Sitz der Genossenschaft ist die Bochumer Straße 35 in Herne. Vertretungsberechtigte Vorstandsmitglieder sind Sonja Pauli und Christoph Linkemann.

Die Genossenschaft verfügt über die drei gesetzlich beziehungsweise satzungsmäßig vorgesehenen Organe:

  • Mitgliederversammlung
  • Aufsichtsrat
  • Vorstand

Die Mitgliederversammlung entscheidet über die grundlegenden Angelegenheiten der Genossenschaft. Der Aufsichtsrat überwacht den Vorstand, während der Vorstand für die laufende Geschäftsführung verantwortlich ist.

Bedeutung für die Stadt Herne

Der Wohnungsverein Herne eG besitzt eine besondere Bedeutung für die Entwicklung des Herner Wohnungswesens.

Seine Geschichte reicht in die Frühphase der Herner Industrialisierung zurück. Die Gründung 1905 war eine Reaktion auf die damalige Wohnungsnot und steht beispielhaft für die Entstehung zahlreicher genossenschaftlicher Wohnungsunternehmen im Ruhrgebiet.

Über mehr als ein Jahrhundert entwickelte sich aus einer kleinen Selbsthilfeorganisation von 32 Beamten ein bedeutendes Wohnungsunternehmen mit rund 1.400 Wohnungen.

Die Geschichte des Wohnungsvereins spiegelt dabei wesentliche Phasen der Stadtentwicklung wider:

  • die Industrialisierung und die damit verbundene Wohnungsnot,
  • den genossenschaftlichen Wohnungsbau vor dem Ersten Weltkrieg,
  • die Öffnung der Genossenschaft für Arbeiter und Angestellte,
  • die politischen und wirtschaftlichen Belastungen während des Nationalsozialismus,
  • Krieg und Wiederaufbau,
  • den umfangreichen Wohnungsbau der Nachkriegsjahrzehnte,
  • die Modernisierung des Wohnungsbestandes,
  • die Entwicklung spezieller Wohnformen für ältere Menschen,
  • die Konzentration der Herner Wohnungsgenossenschaften durch Fusionen,
  • den ökologischen und energetischen Wandel des Wohnungsbestandes.

120-jähriges Jubiläum

Am 16. Januar 2025 konnte der Wohnungsverein Herne eG sein 120-jähriges Bestehen feiern.

Zum Jubiläum wurde die Geschichte der Genossenschaft in einer eigenen Ausgabe des Mitglieder-Magazins ausführlich dargestellt. Dabei wurde insbesondere die Entwicklung von den 32 Gründungsmitgliedern des Jahres 1905 zum heutigen Wohnungsunternehmen dokumentiert.

Das Jubiläum machte zugleich deutlich, dass das ursprüngliche genossenschaftliche Prinzip trotz des starken Wandels der vergangenen 120 Jahre erhalten geblieben ist: gemeinschaftliche Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstbestimmung und die Förderung der Mitglieder.

Chronologie

Jahr Ereignis
1905 Gründung des Beamten-Wohnungsvereins Herne eGmbH durch 32 Beamte.
1905 Erwerb des ersten Grundstücks an der heutigen Altenhöfener Straße.
1906 Fertigstellung der ersten 53 Wohnungen.
1910 Der Wohnungsbestand erreicht 146 Wohnungen.
1920er Jahre Öffnung der Genossenschaft für Angestellte und Arbeiter.
1926 Umbenennung in Wohnungsverein Herne eG.
Anfang der 1930er Jahre Mehr als 200 weitere Wohnungen entstehen.
1930er Jahre Weitgehender Baustopp und politische Einflussnahme während der NS-Zeit.
1945 ff. Wiederaufbau und erneute Ausweitung des Wohnungsbestandes.
1970er Jahre Umfangreiche Modernisierung; nahezu alle Wohnungen erhalten Bäder und Heizungen.
1980er Jahre Beginn einer verstärkten Ausrichtung auf das Wohnen im Alter.
1986 Fertigstellung der ersten Seniorenwohnanlage an der Poststraße.
1990 Verschmelzung mit der Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft eG und der Gemeinnützigen Wohnungs- und Eigentumsbaugenossenschaft eG.
2000er Jahre Einführung der Handwerkerselbstbeauftragung.
2006 Verschmelzung mit der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft eG aus Herne-Süd.
2010 Fertigstellung des Mehrgenerationenwohnprojektes „Wohnen in Gemeinschaft“.
2023 Fertigstellung der neuen Wohnanlage an der Augustastraße mit 47 Wohnungen.
2025 120-jähriges Bestehen der Genossenschaft.
2025 Rund 1.400 Wohnungen und mehr als 1.700 Mitglieder.
2026 Planung weiterer Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen, unter anderem an der Vödestraße.

Weblinks

Lesen Sie auch

Einzelnachweise