Paul Zimmer (18XX-1954) Kapellmeister

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Paul Josef Zimmer († 25. August 1954 in Herne) war ein in Herne wirkender Kapellmeister, Musiker und später Parkwächter. Er prägte über Jahrzehnte das musikalische Leben der Stadt und war insbesondere durch seine Kapelle sowie sein späteres Wirken in den städtischen Grünanlagen bekannt.

Paul Zimmer
Paul Zimmer KI.png
Paul Zimmer KI.png

Rekonstruiertes Aussehen nach einem Bild aus dem Jahre 1931.[1]

Gestorben in: Herne
Beruf: Kapellmeister
Letzte Adresse: Goethestraße 52
Letzte Änderung: 29.03.2026
Geändert von: Andreas Janik


Leben und Wirken

Zimmer stammte ursprünglich aus Schlesien und erhielt seine musikalische Ausbildung unter anderem bei einem Kapellmeister Adler im Kreis Schweidnitz. Weitere Stationen seiner frühen Laufbahn waren die Stadtkapellen von Striegau (unter Dirigent Schmolke), Freiburg sowie Schweinitz, wo er unter dem königlichen Musikdirektor Adolf Altmann spielte.

Als junger Musiker kam er nach Herne, das zu seiner Wahlheimat wurde. Dort spielte er zunächst sechs Jahre in der Kapelle des Kapellmeisters Klug. Im Jahr 1906 übernahm Zimmer die Leitung des Musikvereins Holthausen-Gerthe.

Kapellmeister in Sodingen und Herne

Im Jahr 1910 erwarb Paul Zimmer eine traditionsreiche Herner Kapelle, deren Ursprünge mehr als 50 Jahre zurückreichten und die ursprünglich von Jakob Strauß gegründet worden war. Unter Zimmer entwickelte sich das Ensemble weiter zu einem festen Stammorchester und genoss hohes Ansehen in der Region.

Der Aufbau und Erhalt der Kapelle war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Während des Ersten Weltkriegs meldete sich Zimmer freiwillig zum Kriegsdienst und wurde der Ersatzkapelle 159 in Mülheim an der Ruhr zugeteilt. Nach Kriegsende baute er seine Kapelle erneut auf und führte sie weiter.

Seine Kapelle begleitete im Laufe der Jahre zahlreiche öffentliche Veranstaltungen sowie Beerdigungen; Schätzungen zufolge begleitete Zimmer rund 2500 Herner Bürger auf ihrem letzten Weg.

Spätere Jahre als Parkwächter

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn als Kapellmeister übernahm Zimmer eine Stelle als Wächter der städtischen Grünanlagen in der Herner Innenstadt. Auch in dieser Funktion blieb er musikalisch aktiv.

Im Jahr 1938 führte er eine alte Tradition wieder ein, indem er abends den Zapfenstreich auf seiner Trompete spielte. Dieses Signal diente als freundliche Aufforderung an die Parkbesucher, die Anlagen zu verlassen, und wurde von der Bevölkerung positiv aufgenommen.

Darüber hinaus trat Zimmer weiterhin öffentlich als Musiker auf, etwa bei Festveranstaltungen, wo er sowohl mit seiner Kapelle als auch als Solist auf der Trompete in Erscheinung trat.

Krankheit und Tod

Im November 1939 wurde Zimmer im Evangelischen Krankenhaus Herne operiert und befand sich dort in Genesung. Über seinen weiteren Gesundheitsverlauf ist wenig bekannt.

Paul Josef Zimmer verstarb am 25. August 1954 in Herne.

Bedeutung

Paul Zimmer zählt zu den prägenden Persönlichkeiten des Herner Musiklebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch seine langjährige Tätigkeit als Kapellmeister, seine musikalische Ausbildung zahlreicher Musiker sowie seine Präsenz im öffentlichen Leben war er tief in der Stadtgesellschaft verwurzelt.

Verwandte Artikel

Quelle

  • Herner Anzeiger, 15. März 1938
  • Herner Anzeiger, 28. Mai 1938
  • Herner Anzeiger, 5. September 1938
  • Zeitgenössische Berichte zum Silberjubiläum Paul Zimmers
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