Lebensbaum - Friedhofskreuz - Börnig 1977

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
Lebensbaum
Erbaut: 1977
Stadtbezirk: Sodingen
Ortsteil: Börnig
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Denkmalgeschichte

Die Idee zur Schaffung dieses Lebensbaumes hatte der Börniger Pfarrer Theodor Pott, der in seinem Testament eine Stiftung für die Ruhestätte seiner Vorgänger und Nachfolger hinterließ. Am Fest der Kreuzerhöhung im Jahr 1975 erklärte sein Nachfolger Pennig diesen Wunsch und leitete die spätere Ausführung ein.

Zu jener Zeit waren sowohl das Pestkreuz als auch das alte Friedhofskreuz dem Untergang geweiht. Nach einigen Vorentwürfen einigten sich der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat auf einen Entwurf des Künstlers Josef Sauerland (1921–1991) aus Warburg. In diesem werden der Gedanke des Pestkreuzes und der des Friedhofskreuzes miteinander verbunden.

Das Kreuz hat eine Höhe von 4,3 Metern, eine Breite von 3,35 Metern und wiegt 9 Tonnen. Es ist in der Form eines Lebensbaumes gestaltet, der sich in drei Kreuze gabelt.

Vorderseite

Aussage: „Gott lässt uns nicht im Schatten des Todes, sondern zieht uns an sich und bereitet uns eine Wohnung bei ihm.“

Zentraler Punkt ist die Gestalt des Gekreuzigten, der seine Hände zum Gebet und zum Opfer offenhält. An seinen Händen hängen zwei Menschen, die ganz von der Kraft Jesu erfüllt sind. Alle stehen im Bannkreis des Todes, symbolisiert durch eine Schlange zu Füßen Jesu. Offen bleibt, ob es sich dabei um Maria und Johannes oder um Adam und Eva handelt.

Pfarrer Josef Pennig erklärt die Rückseite des Kreuzes. 1977. Pfarrarchiv St. Dionysius Herne.

Rückseite

Aussage: „Ein liebendes Gedächtnis der Toten in der Sorge für die Lebenden.“

In der Tradition des Pestkreuzes sind auf der Rückseite die leiblichen Werke der Barmherzigkeit dargestellt. In der Mitte ist ein Mensch zu sehen, der Hungernde speist, Durstende tränkt oder Gaben gibt. Links befindet sich eine Darstellung eines Menschen, der einen einsamen Gefangenen besucht. Darunter ist ein Verstorbener dargestellt, der nicht vergessen ist; sein Kopf ragt nach oben.

Daneben steht eine Mutter, die ihr krankes Kind versorgt und ihm Vertrauen, Schutz und Geborgenheit schenkt. Darüber ist ein Fremder dargestellt, dem Gleiches widerfährt. Außerdem ist ein Mensch zu sehen, der einen „nackten“ Menschen bekleidet.

Nach viermonatiger Arbeit wurde das Kreuz am 22. Oktober 1977 feierlich eingesegnet.

Zu dem Ensemble gehören außerdem acht Steine mit Worten der Seligpreisungen:

  • Den vor Gott Armen gehört das Himmelreich.
  • Die Trauernden werden getröstet werden.
  • Die Gewaltlosen werden das Land besitzen.
  • Die nach Gerechtigkeit hungern, werden satt werden.
  • Die Barmherzigen werden Erbarmen finden.
  • Die ein reines Herz haben, werden Gott sehen.
  • Die Friedenstifter werden Söhne Gottes genannt.
  • Den um der Gerechtigkeit willen Verfolgten gehört das Himmelreich.

Die damals vier Priestergräber erhielten ein einheitliches Erscheinungsbild mit Bronzebuchstaben und Symbolen. Diese wurden Ende Februar 2026 gestohlen und müssen durch eine neue Ausführung in Stein ersetzt werden.

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Einzelnachweise