Kohlerevier im Grünen der Stadt Herne - Glaskunstwerk

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Kohlerevier im Grünen der Stadt Herne
AI erstellte/modifizierte Zeichnung des Kunstwerkes
🗿
Errichtet1991
📍
StandortJürgen-von-Manger-Straße 15
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Kohlerevier im Grünen der Stadt Herne ist ein Glaskunstwerk des Künstlers Janischowsky im Herner Stadtteil Sodingen.

Die dreigeteilte Glaskunst zeigt historische Motive der ehemaligen Zeche Mont-Cenis im Herner Stadtteil Sodingen, deren prägende Tagesanlagen mit den charakteristischen Fördertürmen, Betriebsgebäuden und der umgebenden Industrielandschaft sowie einer historischen Straßenbahn detailreich in Szene gesetzt sind. Das 1871 gegründete Bergwerk, das bis zu seiner Stilllegung im Jahr 1978 das Gesicht des Stadtteils prägte, steht hier als Symbol für die Industriekultur des Ruhrgebiets. Die zahlreichen Bäume und freien Flächen zeigen das andere Gesicht Sodingens, das Grün und eher bäuerlich geprägte Sodingen/Börnig abseits der Zeche.

Das Kunstwerk entstand 1991 auf Initiative der Bezirksvertretung Sodingen. Es war ursprünglich Bestandteil der Fahrgastunterstellhalle am Platz am Denkmal an der Mont-Cenis-Straße in Sodingen.

In dem damals bestehenden Fahrgastunterstand wurde die vorhandene Einfachverglasung durch drei Motivscheiben des Glasgestaltungskünstlers Leo Janischowsky ersetzt. Die Kosten für die drei Scheiben betrugen 12.247,50 DM zuzüglich Mehrwertsteuer und wurden von der HCR übernommen.[1]

Der Fahrgastunterstand war Eigentum der Firma MOPLAK Kommunale Außenwerbung GmbH & Co. KG und war 1989 aufgestellt worden.[2]

Beschädigung der Motivscheiben

Bereits vor dem späteren Umzug des Kunstwerkes kam es zu einer Beschädigung. In einer Verwaltungsanfrage wurde nach dem Zustand der Motivscheiben, der Verwendung einer Klarglasscheibe sowie nach einer möglichen Wiederherstellung gefragt.

Nach Angaben der Verwaltung war der Zustand zunächst nicht bekannt. Eine Rücksprache mit der Firma MOPLAK ergab, dass bereits am 24. November 1998 die zu diesem Zeitpunkt vorhandene normale Klarglasscheibe eingebaut worden war.[3]

Die Firma MOPLAK war gegen Glasbruch nicht versichert. Ein Verursacher des Schadens konnte nicht ermittelt werden. Eine Verpflichtung zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes bestand für MOPLAK nach Angaben der Verwaltung nicht. Wegen der hohen Kosten war das Unternehmen auch nicht bereit, für einen Ersatz zu sorgen. Als weiteres Argument wurde das bestehende Vandalismusrisiko angeführt.[4]

Auch aus dem städtischen Haushalt standen zu diesem Zeitpunkt keine Mittel für eine Wiederherstellung zur Verfügung. Die Verwaltung wollte deshalb Kontakt mit der HCR aufnehmen, um zu klären, ob diese sich erneut an einer Wiederherstellung beteiligen würde.[5] Dies geschah.

Insgesamt war die Glaskunst dort rund 25 Jahre lang angebracht.[6]

Neuaufstellung

Durch die Neugestaltung der Haltestelle musste das Kunstwerk seinen bisherigen Standort verlassen. Die HCR und die Bezirksvertretung Sodingen bemühten sich um eine Möglichkeit, das Werk im Stadtteil zu erhalten. Gemeinsam mit dem ASB Regionalverband Herne-Gelsenkirchen wurde schließlich ein neuer Standort gefunden.[7]

Seit 2017 befindet sich die Glaskunst vor dem Eingang des ASB Begegnungs- und Pflegezentrums Mont-Cenis an der Jürgen-von-Manger-Straße. Damit blieb das Werk in Sodingen erhalten und ist weiterhin öffentlich zugänglich. Am neuen Standort wurde eine erklärende Tafel angebracht.[8]

Künstler

Das Werk stammt von dem Steinfurter Glaskünstler Leo Janischowsky (*1939). Janischowsky war nach Angaben der WAZ Meisterschüler bei dem Dadaisten Karl Buchheister, Mitstreiter von Kurt Schwitters und Meisterschüler bei Ruth Markgraf.[9][10]

Bedeutung

Der Titel „Kohlerevier im Grünen“ nimmt Bezug auf die Geschichte Sodingens als vom Bergbau geprägtem Stadtteil und auf die Entwicklung der ehemaligen Bergbauregion. Das Kunstwerk entstand zu einer Zeit, in der die industrielle Vergangenheit Sodingens noch unmittelbar im Stadtbild präsent war.

Standorte

Zeitraum Standort
1991–2016 Fahrgastunterstellhalle am Platz am Denkmal, Mont-Cenis-Straße, Sodingen
seit 2017 Jürgen-von-Manger-Straße 15, vor dem ASB Begegnungs- und Pflegezentrum Mont-Cenis

Weblinks

Lesen Sie auch

Einzelnachweise

  1. Anfrage des Bezirksverordneten Barke vom 19.11.2000 - - Vorlage Nr. 2000.1039 - Stadt Herne, Niederschrift bzw. Verwaltungsantwort zur Anfrage über die beschädigte Motivscheibe am Fahrgastunterstand in Sodingen. Nach der Auskunft von Herrn Grimm wurde die Motivätzung 1991 auf Wunsch der Bezirksvertretung Sodingen eingebaut. Die Kosten für die drei Scheiben in Höhe von 12.247,50 DM zuzüglich Mehrwertsteuer trug die HCR.
  2. Stadt Herne, Verwaltungsantwort zur Anfrage über die beschädigte Motivscheibe.
  3. Stadt Herne, Verwaltungsantwort zur Anfrage über die beschädigte Motivscheibe; Rücksprache mit der Firma MOPLAK. Als Einbaudatum der Klarglasscheibe wird der 24. November 1998 angegeben.
  4. Stadt Herne, Verwaltungsantwort zur Anfrage über die beschädigte Motivscheibe.
  5. Stadt Herne, Verwaltungsantwort zur Anfrage über die beschädigte Motivscheibe.
  6. WAZ: Herner Glaskunstwerk erhält einen neuen Standort, 2. Oktober 2017.
  7. WAZ: Herner Glaskunstwerk erhält einen neuen Standort, 2. Oktober 2017.
  8. WAZ: Herner Glaskunstwerk erhält einen neuen Standort, 2. Oktober 2017.
  9. https://www.janischowsky-kunst-am-bau.de/
  10. WAZ: Herner Glaskunstwerk erhält einen neuen Standort, 2. Oktober 2017.


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