Johannes Semmelroth (1877-1931) Studienrat

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Johannes Semmelroth
Johannes Semmelroth
PädagogeStudienrat
Geborenum 1877
in Wittenberg
✝️
Gestorben25. Januar 1931
in Herne
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Wilhelm Johannes Semmelroth (* um 1877 in Wittenberg; † 25. Januar 1931 in Herne) war ein deutscher Lehrer und Studienrat an der damaligen städtischen Oberrealschule Herne, dem heutigen Pestalozzi Gymnasium. Neben seiner langjährigen Tätigkeit im Schuldienst engagierte er sich im öffentlichen Leben der Stadt Herne und gehörte von 1924 bis 1928 als unbesoldeter Beigeordneter dem Magistrat der Stadt an.

Leben und Wirken

Über die Herkunft und den persönlichen Lebensweg von Johannes Semmelroth sind bislang nur wenige Angaben bekannt. Nach den vorliegenden Angaben wurde er um 1877 in Wittenberg geboren und studiert ab 1897-1899 in Halle/Saale. Er war mit Emilie, geborene Staschik, verheiratet und hatte mindestens zwei Söhne, Hans und Gerhard.

Semmelroth gehörte seit Beginn des 20. Jahrhunderts zum Lehrkörper der höheren Schulen Hernes. Eine Übersicht der Lehrer führt ihn für die Jahre 1908 bis 1931 als Studienrat. Der Nachruf der städtischen Oberrealschule nennt dagegen als Beginn seiner Tätigkeit an der Anstalt ausdrücklich den 1. April 1909. Danach wirkte er dort fast 22 Jahre lang im Unterricht und in der Erziehung der Schüler.[1]

Während des Ersten Weltkriegs war Semmelroth zum Militärdienst eingezogen. Nach Kriegsende kehrte er an die Oberrealschule zurück. Eine Meldung über die Wiederaufnahme des Unterrichts nach dem Krieg berichtet im Dezember 1918, dass die während des Krieges eingezogenen Lehrer der höheren Schulen inzwischen wieder nach Herne zurückgekehrt seien. Für die Oberrealschule wird dabei ausdrücklich auch Studienrat Semmelroth genannt.[2]

Bereits während seiner Lehrtätigkeit trat Semmelroth auch als Referent der Volkshochschule hervor. Im Oktober 1920 kündigte der städtische Bildungsausschuss einen Vortrag von Studienrat Semmelroth über die Religionen der Erde an. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit einem damals festgestellten verstärkten Interesse an religiösen und metaphysischen Fragen.[3]

Tätigkeit im öffentlichen Leben

Neben seiner Tätigkeit als Lehrer engagierte sich Semmelroth im kommunalen Leben Hernes. Von 1924 bis 1928 gehörte er als unbesoldeter Beigeordneter dem Magistrat der Stadt Herne an. Nach dem späteren Nachruf der Stadtverwaltung stellte er auch in diesem Amt seine Arbeitskraft in den Dienst der Stadt.[4]

Semmelroth war außerdem Mitglied beziehungsweise Funktionsträger in verschiedenen Vereinigungen. Bei der Beisetzung des Herner Stadtverordneten und Justizrats Hugo Diekmann im Dezember 1922 sprach er als dessen „Parteifreund und Führer“ des Zentrums Worte des Abschieds.[5] Außerdem gehörte er einer Vereinigung des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten in Herne an. Die Vereinigung veröffentlichte nach seinem Tod einen eigenen Nachruf und bezeichnete ihn als Bundesbruder.

Familie

Am 6. Juni 1916 wurde die Geburt eines Sohnes bekanntgegeben:

„Durch die Geburt eines kräftigen Jungen wurden hocherfreut Oberlehrer Hans Semmelroth, z. Zt. im Felde, und Frau Emilie, geb. Staschik.“

Der im Jahr 1931 erschienene Trauerhinweis nennt als Angehörige seine Ehefrau Milly Semmelroth, geb. Staschik, sowie die Söhne Hans und Gerhard Semmelroth. Die unterschiedliche Namensform Emilie/Milly dürfte sich auf dieselbe Person beziehen.

Tod

Johannes Semmelroth starb am Sonntag, dem 25. Januar 1931, unerwartet an einem Herzschlag. Er wurde 54 Jahre alt. Die Trauerfeier fand zunächst am Nachmittag in seinem Wohnhaus in der Hermann-Löns-Straße 46 statt; die Beisetzung der Urne erfolgte wenige Tage später.

Die Nachricht von seinem Tod löste in Herne große Anteilnahme aus. Der Magistrat der Stadt Herne würdigte ihn als langjährigen Studienrat und hob insbesondere seine Pflichterfüllung, seine Gesinnung, sein offenes Wesen und seinen Gerechtigkeitssinn hervor.[6]

Auch die Leitung und das Lehrerkollegium der Oberrealschule veröffentlichten einen ausführlichen Nachruf. Darin wird Semmelroth als Lehrer beschrieben, der sich über mehr als zwei Jahrzehnte der Ausbildung und Erziehung der ihm anvertrauten Jugend gewidmet habe. Besonders hervorgehoben wird das Verhältnis zu seinen Schülern, die ihn als väterlichen Freund erlebt hätten. Auch innerhalb des Kollegiums galt er dem Nachruf zufolge als hilfsbereiter und humorvoller Kamerad.[7]

Beisetzung

Die Beisetzung wurde von einer großen Trauergemeinde begleitet. Einen wesentlichen Teil des Trauerzuges bildeten das Lehrerkollegium und die Schüler der Oberrealschule. Die einzelnen Klassen hatten Kränze für ihren verstorbenen Lehrer gestiftet.

Auch Vertreter des Stahlhelms nahmen in größerer Zahl an der Trauerfeier teil und trugen die Ehrenzeichen des verstorbenen Kameraden. Aus Wittenberg waren Vertreter seines Studentenverbandes mit dessen Fahne angereist. Unter den Trauergästen befanden sich außerdem Oberbürgermeister Täger, Bürgermeister Meyerhoff, Schulrat Kastner sowie Vertreter verschiedener Parteien und Vereine.

Am Grab fand eine besondere Gedenkfeier statt. An ihr wirkten der Schülerchor der Oberrealschule und die Bergkapelle Friedrich der Große mit.[8]

Würdigung

Die zeitgenössischen Nachrufe zeichnen das Bild eines Lehrers, der über mehr als zwei Jahrzehnte das Leben der städtischen Oberrealschule mitprägte. Dabei wird nicht allein seine Unterrichtstätigkeit hervorgehoben. Semmelroth war zugleich kommunalpolitisch tätig, engagierte sich in Vereinen und trat als Referent der Volkshochschule hervor.

Die starke Beteiligung von Schülern, Lehrerkollegium, kommunalen Vertretern, Vereinen und ehemaligen Kriegskameraden an seiner Beisetzung zeigt die unterschiedlichen Bereiche, in denen Semmelroth in Herne öffentlich in Erscheinung getreten war.

Quellen

  • „Von unseren höheren Schulen“, 18. Dezember 1918.
  • „Städt. Bildungsausschuß (Volkshochschulkurse)“, 16. Oktober 1920.
  • Bericht über die Beisetzung des Stadtverordneten Justizrat Diekmann, 1. Dezember 1922.
  • Geburtsanzeige Hans Semmelroth, 6. Juni 1916.
  • Traueranzeige für Studienrat Johannes Semmelroth, Herne, 25. Januar 1931.
  • Nachruf des Magistrats der Stadt Herne, 26. Januar 1931.
  • Nachruf des Direktors und Lehrerkollegiums der städtischen Oberrealschule Herne, Januar 1931.
  • „Studienrat Semmelroths letzte Fahrt“, Januar 1931.

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Einzelnachweise

  1. Nachruf des Direktors und Lehrerkollegiums der Oberrealschule Herne, Januar 1931.
  2. „Von unseren höheren Schulen“, 18. Dezember 1918.
  3. „Städt. Bildungsausschuß (Volkshochschulkurse)“, 16. Oktober 1920.
  4. Nachruf des Magistrats der Stadt Herne, 26. Januar 1931.
  5. Bericht über die Beisetzung von Justizrat Diekmann, 1. Dezember 1922.
  6. Nachruf des Magistrats der Stadt Herne, 26. Januar 1931.
  7. Nachruf des Direktors und Lehrerkollegiums der Oberrealschule Herne, Januar 1931.
  8. „Studienrat Semmelroths letzte Fahrt“, Januar 1931.
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