Johannes Schmidt (1867-1941) Priester und Lehrer
Johannes Schmidt (* 6. März 1867 in Schmallenberg-Oberhenneborn; † 18. Juli 1941 in Wanne-Eickel) war ein katholischer Priester und Pädagoge. Er gilt als eine prägende Persönlichkeit des kirchlichen und höheren Schulwesens in Wanne-Süd und als Mitbegründer zentraler Bildungs- und Gemeindestrukturen im späteren Wanne-Eickel.
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Leben
Johannes Schmidt wurde am 6. März 1867 in Oberhenneborn (heute ein Teil der Stadt Schmalenberg) als Sohn des Bauers Caspar Anton Schmidt gt. Neuhäuser (1818-1874) und dessen Ehefrau Josefine Grewe (1836-1907) geboren. Getauft wurde er am 7. Mai 1867 in der St. Lambertus Kirche zu Kirchrabach[2]. Er studierte Theologie in Münster und Paderborn und empfing am 18. August 1893 im Paderborner Dom durch Bischof Hubertus Simar die Priesterweihe.
Seine erste Anstellung erhielt er als Vikar in Erwitte. Bereits kurz darauf wurde er im Jahr 1894 nach Wanne-Süd berufen, wo er am 22. April 1894 in einer Notkirche den ersten Gottesdienst feierte und als Rektor des neu gebildeten Rektoratsbezirks wirkte.
Wirken in Wanne-Süd
Mit der Berufung nach Wanne-Süd begann Schmidts nachhaltiges Wirken im kirchlichen und schulischen Aufbau der rasch wachsenden Industriestadt. Er gilt als erster Seelsorger der späteren katholischen Kirchengemeinde St. Joseph.
Im Jahr 1894 gründete Schmidt eine katholische Rektoratschule, deren Leitung er übernahm. Die Schule begann mit zunächst 44 Schülern und war eng mit dem Aufbau kirchlicher Strukturen verbunden, da gleichzeitig Räume für den Gottesdienst geschaffen werden mussten.
Neben seiner Tätigkeit als Geistlicher war Schmidt intensiv im Schulwesen tätig. Nach Ablegung der entsprechenden Prüfungen leitete er die Rektoratschule und unterrichtete auch an einer katholischen höheren Töchterschule. Beide Einrichtungen entwickelten sich im Zuge des starken Bevölkerungswachstums und der Industrialisierung zu bedeutenden höheren Lehranstalten.
Die von Schmidt gegründete Rektoratschule bildete einen wesentlichen Ausgangspunkt für die spätere Entwicklung des Realgymnasiums in Wanne, während die höhere Töchterschule in ein Lyzeum überging.
Tätigkeit im höheren Schulwesen
Am 1. Oktober 1904 wurde Schmidt, der inzwischen die Qualifikation als Oberlehrer erworben hatte, an das neu entstandene Realgymnasium in Wanne berufen. Dort wirkte er über Jahrzehnte als Studienrat und später als Oberstudienrat.
Über mehr als vier Jahrzehnte hinweg war er im höheren Schulwesen tätig und prägte Generationen von Schülern. Zeitgenössische Berichte heben seinen festen Charakter, seine Pflichttreue sowie seine Gewissenhaftigkeit hervor. Sein Unterricht war geprägt von großem Fachwissen, Arbeitsfreude und Ausdauer. Viele seiner Schüler beschrieben ihn als väterlichen Freund und Berater.
Auch im Umgang mit Andersgläubigen (sic!) wurde Schmidt als freundlich und verbindlich geschildert. Eine frühe Form von ökumenisch Handelnden.
Jubiläen und Ruhestand
Am 17. August 1918 beging Schmidt sein silbernes Priesterjubiläum, das er in bescheidener Form ohne größere öffentliche Feierlichkeiten verbrachte. Sein 40-jähriges Priesterjubiläum wurde 1933 unter großer Anteilnahme der Geistlichkeit und der Bürgerschaft begangen.
1932 schied er nach Erreichen der Altersgrenze aus dem Schuldienst aus. Zu diesem Zeitpunkt konnte er auf eine fast vierzigjährige Tätigkeit im Dienst von Kirche und Schule zurückblicken.
Tod
Johannes Schmidt starb im Juli 1941 im Alter von 74 Jahren. Er genoss sowohl im Kollegium als auch in der Bevölkerung hohes Ansehen. Zeitgenössische Nachrufe würdigten insbesondere seine Verdienste um die Erziehung der Jugend sowie seinen Anteil am Aufbau der schulischen Einrichtungen in Wanne.
Bedeutung
Johannes Schmidt zählt zu den wichtigen Wegbereitern des katholischen Bildungswesens in Wanne-Eickel. Sein Wirken fiel in eine Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen, die durch Industrialisierung und starkes Bevölkerungswachstum geprägt war.
Durch die Gründung und Leitung der Rektoratschule sowie seine langjährige Tätigkeit am Realgymnasium leistete er einen nachhaltigen Beitrag zur Entwicklung des höheren Schulwesens. Gleichzeitig war er als erster Seelsorger in Wanne-Süd maßgeblich am Aufbau der späteren Pfarrgemeinde St. Joseph beteiligt.
Sein Wirken verbindet damit in exemplarischer Weise kirchliches Engagement und schulischen Aufbau in der frühen Entwicklung der Stadt Wanne-Eickel.
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Quelle
- ↑ Das Datum 7. Mai 1867 ist fehlerhaft.
- ↑ https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/paderborn/DE_EBAP_65010/KB010-01-T/?pg=329
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