Jean-Vogel-Straße 17 (1939/40) ehem. Spielezentrum
Vorgängereinrichtung: Hauptschule Hölkeskampring (Hauptschule IV)
Vor der heutigen Nutzung als Stadtteilzentrum H2Ö befand sich im Gebäude am Hölkeskampring die Städtische Gemeinschaftshauptschule IV der Stadt Herne, auch bekannt als Hauptschule Hölkeskampring.
| |||||||||||||
Baugeschichte
Der Bau des Hauses an der Jean-Vogel-Straße 17 geht auf Planungen der Stadt Herne aus dem Jahr 1937 zurück, mehrere Heime für die Hitlerjugend im Stadtgebiet zu errichten. Das Gebäude in Herne-Mitte war als erstes dieser Projekte vorgesehen.
Die Planungen sahen einen funktional gegliederten Zweckbau mit Gruppenräumen, Versammlungsbereichen, Nebenräumen sowie einem Außengelände für sportliche Aktivitäten vor.
Die Umsetzung verzögerte sich zunächst aufgrund von Finanzierungsproblemen. Erst 1938 konnte die Finanzierung durch städtische Mittel, Zuschüsse und Beiträge der Sparkasse gesichert werden.
Nach zwischenzeitlichen Bauunterbrechungen wurde das Projekt Ende 1938/Anfang 1939 wieder aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war der Rohbau bereits teilweise errichtet.
Am 5. April 1939 fand die feierliche Grundsteinlegung statt, im Mai 1939 wurde Richtfest gefeiert. Anschließend wurde das Gebäude zügig fertiggestellt und seiner Bestimmung als HJ-Heim am 26. Oktober 1940 übergeben.
Nach Kriegsende und Auflösung aller HJ-Verbände wurde das Gebäude von der Militärregierung Herne beschlagnahm. Im Januar 1946 wurde dann das Haus als Jugendheim der Stadt Herne wieder nutzbar gemacht. 1950 konnte das am Haus angrenzende Gelände als Spielplatz eingerichtet werden. Ebenfalls im Haus befand sich in den 1950er und 1960er Jahren das Vereinslokal des Touristenvereins „Die Naturfreunde“.
Entwicklung zum Spielezentrum
Entstehung und Profil
Das Gebäude entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Einrichtung der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Herne. Spätestens seit den 1980er Jahren wurde es als Spielezentrum genutzt.
Ein wichtiger Entwicklungsschub erfolgte ab 1985, als sich dort eine aktive Rollenspiel- und Brettspielszene etablierte. Aus diesen Aktivitäten gingen u. a. der Herner Spieleclub sowie größere Veranstaltungen hervor.
Am 28. November 1992 eröffnet das erste Spielezentrum in NRW an dieser Stelle offiziell.
Das Haus entwickelte sich zu einem überregional bekannten Treffpunkt der Spielkultur, insbesondere für:
- Brett- und Kartenspiele
- Fantasy- und Rollenspiele
- Turniere und Spieleveranstaltungen
- Die sogenannten „Herner Rollenspielertage“ sowie der später entstandene „Herner Spielewahnsinn“ zogen Besucher aus ganz Deutschland an.
Angebote und Bedeutung
Das Spielezentrum war Teil des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadt Herne und bot ein breites Spektrum an Freizeit- und Bildungsangeboten. Damit war die Einrichtung ein wichtiger sozialer Ort für Kinder, Jugendliche und Familien im Ruhrgebiet.
Gegenwart
Bis 2022 befand sich im Gebäude das städtische Spielezentrum und eine Jugendfreizeiteinrichtung.
Da das Gebäude sanierungsanfällig bis zum Sanierungsfall erklärt wurde, musste das Spielezentrum eine neues Quartier suchen. Gefunden wurde es im H2Ö (Herne) Stadtteilzentrum in der ehemaligen Hauptschule IV - Hölkeskampring gleich gegenüber. Das kleine, alte Gebäude an der Jean-Vogel-Straße bot nur begrenzten Platz, erst Recht, seit die oberen Etagen aus Brandschutzgründen nicht genutzt werden durften. Statt 750 Quadratmeter hat das Spielezentrum nun 2.300 Quadratmeter.
Zukunftsperspektiven
Ende März 2026 steht ein Verkauf im nicht öffentlichen Teil des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Immobilien zur Debatte.

