Jakob Konieczny (1886-1929) Politiker (KPD)
Jakob Konieczny (* 13. Juli 1886 in Zgliniec; † 10. Januar 1929 in Herne) war Bergarbeiter, Stadtverordneter in Herne und einer der frühen Funktionäre der kommunistischen Arbeiterbewegung. Er gehörte zu den Mitbegründern des Spartakusbundes in Herne und war Delegierter des Gründungsparteitages der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Ende 1918 in Berlin.
Leben
Jakob Konieczny wurde am 13. Juli 1886 in Zgliniec geboren. Er war Bergarbeiter und übersiedelte noch vor dem Ersten Weltkrieg in das Ruhrgebiet. Bereits 1912 wird er in Überwachungsberichten der Königlichen Polizei als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und als politischer Agitator im Raum Herne genannt.[1]
Während des Ersten Weltkrieges und der politischen Umwälzungen von 1918 schloss sich Konieczny der revolutionären Arbeiterbewegung an. In Herne gehörte er zu den Mitbegründern des Spartakusbundes.
Gründung der KPD
Ende Dezember 1918 reiste Konieczny als Delegierter aus Herne nach Berlin. Dort nahm er am Gründungsparteitag der KPD teil, der vom 29. Dezember 1918 bis zum 1. Januar 1919 stattfand.
Nach seiner Rückkehr nach Herne beteiligte er sich am Aufbau der örtlichen kommunistischen Organisation. Bereits wenige Tage später wurde in Herne eine öffentliche Versammlung der Spartakusgruppe angekündigt, an der Konieczny und weitere Mitglieder der Gruppe beteiligt waren.[2]
Konieczny gehörte damit zu den Personen, die unmittelbar an der Entstehung der kommunistischen Bewegung in Herne beteiligt waren.
Zentral-Zechenrat
1919 gehörte Konieczny dem Zentral-Zechenrat des Ruhrgebiets an, der auch als Neunerkommission bezeichnet wurde.
Die Zechenräte entstanden im Zusammenhang mit der Novemberrevolution und den politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Bergarbeiterschaft. Als Bergarbeiter war Konieczny in der politischen Interessenvertretung der Ruhrbergleute tätig.[3]
Tätigkeit für die KPD
Konieczny blieb nach der Gründung der KPD zunächst politisch aktiv. 1920 nahm er als Delegierter am III. Parteitag der KPD in Karlsruhe teil.
Im Herbst 1920 wurde er als Parteisekretär nach Oberschlesien entsandt.
Auf dem V. Parteitag der KPD in Berlin wurde Konieczny in den Zentralausschuss der Partei gewählt. Damit gehörte er zeitweise zu den Funktionären der zentralen Parteiorganisation.[4]
Tätigkeit als Stadtverordneter
Konieczny war außerdem Mitglied der Herner Stadtverordnetenversammlung. Er gehörte damit zu den frühen kommunistischen Kommunalpolitikern der Stadt.
Die kommunistische Bewegung hatte in Herne nach dem Ersten Weltkrieg eine starke Verankerung unter den Bergarbeitern. Bei den Kommunalwahlen entwickelte sich die KPD in den folgenden Jahren zu einer bedeutenden politischen Kraft.
In der zeitgenössischen Presse wurde Konieczny rückblickend als ehemaliger Herner Stadtverordneter bezeichnet. Dabei wurde insbesondere seine politische Entwicklung innerhalb der verschiedenen Strömungen der Arbeiterbewegung hervorgehoben.[5]
Bruch mit der KPD
Über den Zeitpunkt und den genauen Verlauf von Koniecznys Trennung von der KPD liegen unterschiedliche Angaben vor.
Das Biographische Handbuch der deutschen Kommunisten gibt an, dass Konieczny 1921 Anhänger von Paul Levi war, sich im selben Jahr von der KPD trennte und anschließend parteilos blieb.[6]
Ein zeitgenössischer Nachruf aus dem Januar 1929 beschreibt seine politische Entwicklung dagegen anders. Danach habe Konieczny die verschiedenen Stationen der Arbeiterbewegung von der SPD über die USPD und KPD bis zur KAPD und AAU durchlaufen. Der Nachruf berichtet außerdem, dass er 1924 aus der KPD ausgeschlossen worden sei. Anschließend habe er sich der KAPD und der Allgemeinen Arbeiter-Union (AAU) angeschlossen.[7]
Die Angaben lassen sich derzeit nicht vollständig miteinander vereinbaren. Während das Biographische Handbuch einen Bruch mit der KPD bereits für 1921 angibt, nennt der zeitgenössische Nachruf einen Ausschluss im Jahr 1924 und eine anschließende Tätigkeit in KAPD und AAU.
Tod
Jakob Konieczny starb am 10. Januar 1929 im Evangelischen Krankenhaus in Herne im Alter von 42 Jahren.
Nach dem zeitgenössischen Nachruf starb er an den Folgen eines Unfalls, den er sich auf der Zeche zugezogen hatte. Seine sterblichen Überreste wurden am 15. Januar 1929 in Dortmund eingeäschert.[8]
Verheiratet war Konieczny mit Emilie Paga.
Politische Einordnung
Koniecznys politische Laufbahn führte von der Sozialdemokratie über den Spartakusbund zur KPD und nach den inneren Auseinandersetzungen der frühen 1920er Jahre in weitere Strömungen der kommunistischen Arbeiterbewegung.
Er gehörte zu den frühen politischen Aktivisten der Herner Arbeiterschaft und war an der Gründung der kommunistischen Organisation in Herne unmittelbar beteiligt. Als Delegierter des KPD-Gründungsparteitages, Mitglied des Zentral-Zechenrates und zeitweise Mitglied des Zentralausschusses der KPD war seine Tätigkeit nicht auf Herne beschränkt.
Seine Mitgliedschaft in der Herner Stadtverordnetenversammlung zeigt zugleich die frühe Bedeutung der kommunistischen Bewegung für die Kommunalpolitik der Stadt.
Quellen
- Hermann Weber/Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Karl Dietz Verlag, Berlin 2008.
- Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur / Deutsches Kommunismusgeschichte.de: Handbuch Deutsche Kommunisten, Eintrag „Konieczny, Jakob“.
- Der frühere Stadtverordnete Konieczny, zeitgenössischer Nachruf, Januar 1929.
Verwandte Artikel
Quellen
- ↑ Hermann Weber/Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage, Berlin 2008, Eintrag „Konieczny, Jakob“.
- ↑ Vgl. zeitgenössische Berichte zur Gründung der KPD-Ortsorganisation in Herne.
- ↑ Hermann Weber/Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage, Berlin 2008, Eintrag „Konieczny, Jakob“.
- ↑ Hermann Weber/Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage, Berlin 2008, Eintrag „Konieczny, Jakob“.
- ↑ Der frühere Stadtverordnete Konieczny, zeitgenössischer Nachruf, Januar 1929.
- ↑ Hermann Weber/Andreas Herbst (Hrsg.): Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage, Berlin 2008, Eintrag „Konieczny, Jakob“.
- ↑ Der frühere Stadtverordnete Konieczny, zeitgenössischer Nachruf, Januar 1929.
- ↑ Der frühere Stadtverordnete Konieczny, zeitgenössischer Nachruf, Januar 1929.

