Ehrenpokal der Stadt Herne (1912)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Der Ehrenpokal der Stadt Herne

Der Ehrenpokal der Stadt Herne ist ein 1912 gestifteter, etwa einen halben Meter hoher Repräsentationspokal. Er gehört zum Ratssilber der Stadt Herne und befindet sich in der Dauerausstellung des Emschertal-Museums im Schloss Strünkede.

Geschichte

Anlässlich der Einweihung des neuen Rathauses stiftete die Aktien-Gesellschaft Bürgerliches Brauhaus Herne der Stadt einen goldenen Ehrenpokal. Das Stück wurde zunächst im Schaufenster der liefernden Firma Wilhelm Schlenkhoff an der Bahnhofstraße ausgestellt.

Der Pokal wurde in der kunstgewerblichen Werkstätte der Kölner Firma Gabriel Hermeling hergestellt, deren Inhaber Joseph Kleefisch (1861–1931) war. Die Gestaltung orientiert sich an Formen und Dekorationsmotiven der Rathausarchitektur.

Beschreibung

Der Pokal besteht aus einem Holzsockel, einem schlanken Schaft mit Elfenbein und silbervergoldeten Einlagen sowie einer reich ornamentierten Kuppa. Fuß, Kuppa und Deckel sind mit getriebenen Ornamenten, Emaildekor, Rosetten und Steinen geschmückt. Sechs ornamental ausgeführte Schnörkel tragen kleine Schildchen, die zur Aufnahme wichtiger Daten vorgesehen waren.

Auf der Vorderseite der Kuppa befindet sich das historische Wappen der Stadt Herne in einem Lorbeerkranz. Die Rückseite zeigt die Schutzmarke des Bürgerlichen Brauhauses Herne in einem Hopfenkranz. Den oberen Abschluss bildet ein Bouquet aus Hopfenblättern und Hopfenblüten.

Die eingravierte Widmung lautet:

„Der Vaterstadt zur Einweihung des neuen Rathauses gewidmet von der AktienGesellschaft Bürgerliches Brauhaus=Herne 1912.“

Die Vorderseite des Holzsockels trägt eine radierte Ansicht der Brauerei.

Weitere Arbeiten der Werkstatt Hermeling

Auch der Einband des Goldenen Buches der Stadt Herne wurde in der Werkstatt Hermeling gefertigt.[1]

Zeitungsbericht 1912

"Der Ehrenpokal der Stadt Herne.

Die Aktien=Gesellschaft Bürgerliches Brauhaus Herne hat anlässlich der Einweihung des neuen Rathauses einen goldenen Pokal gestiftet, der jetzt bei der liefernden Firma Wilhelm Schlenkhoff hier, Bahnhofstraße, im Schaufenster ausgestellt ist.—
Der für das Ratesilber der Stadt Herne besonders entworfene Pokal stammt aus der kunstgewerblichen Werkstätte der Firma Gabriel Hermeling (Inhaber Joseph Kleefisch (1861–1931)) in Köln, Hofgoldschmied und Emailleur. Im Stil und in den Formen sollte der Pokal möglichst zu der Architektur des Rathauses passen; demzufolge erhebt sich auf dem mit handgetriebenen Quadromen und einer sein emaillierten Bordüre verzierten Fuß ein schlanker Säulenschaft aus Elfenbein, welcher mit silbervergoldeten Einlagen geschmückt und durch einen mit emaillierten Rosetten und Steinen verzierten Knauf glücklich unterbrochen wird. Dieser Schaft trägt die Kuppel des Pokals, deren unterer Teil ebenfalls mit Quadromen geschmückt ist und deren Übergang zum Schaft durch sechs Ornamentschnörkel vermittelt wird. An diesen Schnörkeln hängen sehr dekorativ 6 Schildchen, die zur eventuellen Aufnahme wichtiger Daten etc. bei Benutzung des Pokals bestimmt sind.—
Die Vorderseite der Kuppe zeigt das Wappen der Stadt Herne in einem Lorbeerkranz, dem gegenüber die Rückseite die Schutzmarke der Firma Bürgerliches Brauhaus in einem Hopfenkranz, alles in reichstem Emailleschmuck vorzüglich durchgeführt. Dazwischen ist die Widmung eingraviert:

„Der Vaterstadt zur Einweihung des
neuen Rathauses gewidmet von der AktienGesellschaft Bürgerliches Brauhaus=Herne
1912.“

Den Deckel ziert ein getriebener Lorbeerwulst mit Rosetten, ein Dekorationsmotiv, wie es am Rathaus vorhanden ist und auf die Technik glücklich übersetzt wurde und dessen Wirkung durch 4 zwischengeschobene Steine und ebenfalls einen darüber befindlichen Emaillestreifen noch erhöht wird. Den oberen Abschluss des Ganzen bildet ein der Form des Pokals entsprechend ausgeführtes Bouquet aus Hopfenblättern und =Blüten. Der ganze, annähernd ½ Meter hohe Pokal steht auf einem Holzsockel, dessen Vorderseite eine in feinster Radiermanier ausgeführte Ansicht der Brauerei schmückt.

Das ganze Stück darf wohl mit Recht als eine hervorragende Leistung der herstellenden Firma genannt werden und reiht sich würdig den zahlreichen Arbeiten an, die genannte Firma sowohl in hohem und allerhöchstem Auftrage als auch für Ratssilber der verschiedensten Städte, ausgeführt hat."[2]

Weblinks

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Einzelnachweise