Edmund Konsek (1888-1958) Pädagoge und Chorfunktionär

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Edmund Konsek
Edmund Konsek
Lehrer, Organist, Chorleiter und Sängerfunktionär
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Geboren9. November 1888
in Herne
✝️
Gestorben11. April 1958
in Bad Salzuflen
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FriedhofSüdfriedhof
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Edmund Konsek (* 9. November 1888 in Herne; † 11. April 1958 in Bad Salzuflen) war ein deutscher Lehrer, Organist und Chorleiter. Er gehörte zu den bedeutenden Funktionären des deutschen Männerchorwesens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Laufbahn begann im Herner Vereinsleben. Später wurde er Geschäftsführer des Westfälischen Sängerbundes und 1956 Präsident des Deutschen Sängerbundes.

Leben und Wirken

Edmund Adolf Konsek wurde am 9. November 1888 in Herne als Sohn des Bergmanns Carl Consek und dessen Ehefrau Franziska geb. Zymelka geboren und am 18. November 1888 in der St. Bonifatius Kiche getauft. Noch während seiner Ausbildung zum Volksschullehrer setzte er 1910 seine musikalische Ausbildung am Institut für Kirchenmusik in Charlottenburg fort, wo er auch zeitweise bei der Berliner Singakademie aktiv sang.

Nach Angaben zu seinem 50. Geburtstag ging er auf die Lehrerakademie nach Bromberg. Dort legte er am 27. September 1911 seine erste Lehrerprüfung ab. Zunächst in Posen, Magdeburg und Bremen tätig zog er 1912 zurück in seine Heimatstadt. Die zweite Lehramtsprüfung erfolgte am 7. Juni 1915 in Herne. Am 1. Weltkrieg nah er als Artillerist teil[1]. Zum 1. April 1932 wurde er Rektor der Schule Forellstraße.[2] Am 30. August 1921 heiratete er Maria Breuer (1897-), Tochter des Herner Dachdeckermeisters Michael Breuer und dessen Ehefrau Maria geb. Tillmann. Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Lehrer wirkte er als Organist und Chorleiter.

Tätigkeit im Herner Männerchorwesen

Eine wichtige Station seiner frühen Laufbahn war der Herner Männerchor, dessen Geschichte bis zur Gründung des Männerchores „Gemütlichkeit“ im Jahr 1869 zurückreicht. Dieser schloss sich 1925 mit dem Männergesangverein „Harmonie“ zur „Sängervereinigung Harmonie“ zusammen.

1928 war Konsek erster Vorsitzender des Herner Männerchores. In diesem Jahr reisten Herner Sänger zum Deutschen Sängerbundesfest nach Wien. Auf der Rückreise machten sie Station in Kirchseeon bei München, wo sie mit dem dortigen Männergesangverein „Einigkeit“ freundschaftlich verbunden waren. Im Rahmen dieses Besuches wurde Edmund Konsek zum Ehrenmitglied des Kirchseeoner Vereins ernannt.

Diese Verbindung geht auf das Jahr 1924 zurück, als Herner Sänger auf dem Deutschen Turnfest in München bei der Gründung des Kirchseeoner Männergesangvereins als Paten und Unterstützer mitwirkten. Auch war er jahrzehntelang „Chormeister“ des M.=G.=V. „Concordia" Sodingen.

Überregionale Tätigkeit

1930 übernahm Konsek die Geschäftsführung des Westfälischen Sängerbundes. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Organisator des westfälischen und später des gesamten deutschen Sängerwesens.

In den folgenden Jahren bekleidete er verschiedene Funktionen innerhalb der Sängerverbände. Er war unter anderem Gaugeschäftsführer und stellvertretender Sängergauführer. Auch als Herausgeber und Bearbeiter von Chorliteratur trat er in Erscheinung.

Nationalsozialismus

Während der nationalsozialistischen Herrschaft war Konsek weiterhin in führender Stellung innerhalb des Sängerwesens tätig. Er trat zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei. (Mitgl. Nr. 4973053)

Seine Funktionärstätigkeit führte ihn auch in das Umfeld der nationalsozialistisch geprägten Chormusik.

Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Albert Meister

Eine besondere Bedeutung erhielt Konseks Tätigkeit während der nationalsozialistischen Herrschaft durch seine Einbindung in die sogenannte „Chorzentrale Herne“. Der nationalsozialistische Oberbürgermeister Albert Meister (1895–1942) war seit Dezember 1933 „Führer des Westfälischen Sängerbundes“ und seit 1934 Bundesführer des Deutschen Sängerbundes. Die Geschäftsstelle des Bundes befand sich bei Konsek in Herne. Seit dem Hamburger Sängertag 1936 war er –von Albert Meister eingesetzt - Mitglied des „Führerrates“ des deutschen Sängerbundes.[3]

Meister stand damit nicht nur an der Spitze der städtischen Verwaltung, sondern zugleich an der Spitze des überregionalen deutschen Sängerwesens. Edmund Konsek bekleidete innerhalb dieser Organisationsstruktur die Funktionen des Gaugeschäftsführers und stellvertretenden Sängergauführers. Der Herner städtische Musikdirektor Georg Nellius war als Gauchorleiter tätig.[4]

Die Zusammenarbeit wird insbesondere am Chorwerk „Volk und Führer“ von Georg Nellius aus den Jahren 1934/35 deutlich. Dieses Werk war Albert Meister als Bundesführer des Deutschen Sängerbundes persönlich gewidmet. Die Männerchorfassung wurde 1937 von Edmund Konsek im „Westfälischen Chorbuch“, zweite Folge, auf den Seiten 36/37 veröffentlicht.[5]

Konsek war somit an der organisatorischen und publizistischen Verbreitung nationalsozialistisch geprägter Chormusik beteiligt. Seine Tätigkeit ist im Zusammenhang mit der von Albert Meister geleiteten Sängerorganisation zu betrachten.

Eine private Freundschaft zwischen Konsek und Meister ist durch die bislang ausgewerteten Quellen nicht nachgewiesen.

1942 wurde er, als Nachfolger des damals verstorbenen Meister, Sängerführer des Sängerbundes Westfalen.[6] Im Entnazifizierungsverfahren gegen Nellius am 15. September 1948 erklärte Konsek allerdings, dass er es abgelehnt habe, die entsprechenden Lieder von Männerchören aufführen zu lassen. Nach 1938 hatte er sich mit Nellius zerstritten.

Die Aussagen und die Funktion Konseks in dieser Zeit sind Teil der wissenschaftlichen Aufarbeitung des nationalsozialistischen Kulturschaffens im westfälischen Sängerwesen.

Nachkriegszeit

Im Berufungsausschuss der Entnazifizierungssache Konsek, Emund vom 27. Oktober 1848 wurde er in die Kat. V überführt (5:0) und wurde wieder in den Schuldienst übernommen.[7] Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Konsek seine Tätigkeit im Sängerwesen fort. Er war weiterhin als Geschäftsführer des Deutschen Sängerbundes tätig und pflegte zahlreiche Verbindungen zu Männergesangvereinen.

1953 übernahm er das Protektorat über den Männergesangverein „Frohsinn 1909“ in Gelsenkirchen-Horst.

1956 wurde er als Nachfolger von Anton Pesch zum Präsidenten des Deutschen Sängerbundes gewählt. Damit stand er an der Spitze des überregionalen deutschen Chorwesens.

Tod

Edmund Konsek starb am 11. April 1958 in Bad Salzuflen. Seine Beisetzung fand in Herne statt. Zahlreiche Sänger aus Gelsenkirchen und Umgebung nahmen an der Trauerfeier teil. Die vereinigten Chöre sangen unter der Leitung von Willi Giesen an seinem Grab.

Der Männergesangverein „Frohsinn 1909“ gedachte seines verstorbenen Protektors im Juni 1958 bei einem Konzert mit dem Werk „Graduale“ von A. E. Grell.

Literatur und Quellen

  • Wilibald Gurlitt (Hrsg.): Riemann Musiklexikon. 12. Auflage, Personenteil A–K, Schott, Mainz 1959, S. 952.
  • Peter Bürger, Werner Neuhaus: Georg Nellius (1891–1952). Völkisches und nationalsozialistisches Kulturschaffen, antisemitische Musikpolitik, Entnazifizierung. daunlots Nr. 69, Eslohe 2014.
  • Stadtarchiv Gelsenkirchen: Stadtchronik 1958, S. 119–120.
  • Männerchor Markt Kirchseeon: Festschrift zur Vereinsgeschichte.
  • Herner Männerchor 1869 e. V.: Vereinsgeschichte.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Konsek

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Quellen

  1. ↑ Zuletzt als Leutnant, EK II und I.
  2. ↑ https://archivdatenbank.bbf.dipf.de/actaproweb/image.xhtml?id=b5c790ea-6fb7-4c96-af86-afe95fce7cbb
  3. ↑ https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/5956041
  4. ↑ Peter Bürger, Werner Neuhaus: Georg Nellius (1891–1952). Völkisches und nationalsozialistisches Kulturschaffen, antisemitische Musikpolitik, Entnazifizierung. daunlots Nr. 69, Eslohe 2014, S. 20.
  5. ↑ Ebenda, S. 20–21.
  6. ↑ https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/15748256
  7. ↑ https://www.landesarchiv-nrw.de
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