Denkmal zur Erinnerung an den Bergbau in Sodingen
Der Blindschachthaspel ist ein technisches Bergbaugerät und zugleich ein Denkmal zur Erinnerung an die Bergbaugeschichte des Herner Stadtteils Sodingen. Das Industriedenkmal wurde am 21. Juli 1990 der Öffentlichkeit übergeben und erinnert sowohl an die Zeche Mont-Cenis als auch an die Bergleute, die bei ihrer Arbeit unter Tage ihr Leben verloren.
Heute befindet sich das Denkmal im Umfeld der Akademie Mont-Cenis in Herne-Sodingen. Seit 2016 steht es am Nordeingang der Akademie.
- Aktueller Standort: Am Nordeingang der Akademie Mont-Cenis, Herne-Sodingen.
- Früherer Standort: Von 1990 bis 2014 stand der Blindschachthaspel auf dem sogenannten „Platz am Denkmal“ an der Mont-Cenis-Straße/Kantstraße vor dem traditionsreichen Haus Wiesmann. Nach dessen Abriss wurde das Denkmal zunächst eingelagert und anschließend an seinen heutigen Standort versetzt.

Im Hintergrund Haus Wiesmann vor dem Abriss.

an ihrem neuen Platz hinter der Akademie Mont-Cenis.
Geschichte
Der Platz, auf dem der Blindschachthaspel ursprünglich errichtet wurde, trug bereits seit dem Kaiserreich die Bezeichnung „Platz am Denkmal“. Dort befand sich zunächst ein Kriegerdenkmal aus den 1890er Jahren und später der 1906 eingeweihte Kaiserbrunnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand dieses Denkmalensemble. Dennoch blieb die Bezeichnung „Platz am Denkmal“ im Volksmund erhalten.
1986 entstand die Idee, an dieser Stelle erneut ein Denkmal zu errichten. Es sollte diesmal an die bergbaugeschichtliche Entwicklung Sodingens erinnern. Die Wahl fiel auf einen historischen Blindschachthaspel. Am 21. Juli 1990 wurde das Denkmal unter Beteiligung von etwa zwanzig Bergmanns- und Knappenvereinen feierlich eingeweiht.
Beschreibung des Blindschachthaspels
Ein Blindschachthaspel ist eine Fördermaschine des Bergbaus. Er wurde zum Heben und Senken von Lasten in einem Blindschacht eingesetzt.
Was ist ein Blindschacht?
Als Blindschacht bezeichnet man einen Schacht, der nicht bis zur Tagesoberfläche reicht, sondern von einer bereits bestehenden Sohlenstrecke aus weiter in die Tiefe abgeteuft wurde. Solche Schächte dienten der Erschließung tiefer liegender Kohleflöze. Da sie keinen direkten Zugang zur Oberfläche besaßen, musste das Fördergut innerhalb des Grubengebäudes bewegt werden.
Funktion des Haspels
Der Blindschachthaspel war die Antriebsmaschine dieser Förderung. Über Seiltrommeln und Förderseile wurden:
- Förderwagen,
- Material,
- Werkzeuge und
- gelegentlich auch Personen

zwischen verschiedenen Sohlen eines Bergwerks transportiert.
Der in Sodingen erhaltene Haspel besitzt ein großes Schwungrad und seitlich angeordnete Kolben. Seine Konstruktion entspricht den stationären Fördermaschinen des frühen 20. Jahrhunderts. Nach Angaben zeitgenössischer Berichte stammt die Maschine vermutlich von der Zeche Mont-Cenis und wurde in der Schalker Eisenhütte hergestellt.
Bedeutung für Sodingen
Der Blindschachthaspel erinnert an die mehr als hundertjährige Geschichte der Zeche Mont-Cenis, die den Stadtteil Sodingen wirtschaftlich und gesellschaftlich prägte. Der Bergbau führte seit dem 19. Jahrhundert zu einem starken Bevölkerungswachstum und machte aus dem ehemals ländlichen Dorf einen bedeutenden Bergarbeiterstandort.
Bei seiner Einweihung wurde ausdrücklich betont, dass das Denkmal nicht nur die technische Leistung des Bergbaus würdigen, sondern auch an die zahlreichen Opfer der gefährlichen Arbeit unter Tage erinnern solle.
Videoprojekt vor Ort
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