Kath. Friedhof St. Laurentius

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
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Katholischer Friedhof St. Laurentius
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Letzte Änderung: 02.04.2017
Geändert von: Thorsten Schmidt

Der ca. 2,07 ha große Friedhof der katholischen Pfarrei St. Laurentius, befindet sich im Karree zwischen der Stöckstraße, der Deutschen Straße, der Hammerschmidtstraße und dem Wanner Stadtgarten. Mit diesem bildet er eine grüne Einheit.

Als am 27. Oktober 1890 St. Laurentius selbständige Gemeinde wurde, konnte der eigene Friedhof ab 1891 für die Beisetzung der verstorbenen Gemeindemitglieder genutzt werden. Von der ursprünglichen Ausschmückung ist noch das Kreuz von 1892 erhalten. Pfarrer Franz-Josef Hoffmann (1929-2009), ein bekannter Kunstsammler, "hat über die Jahrzehnte seines Wirkens deutliche Spuren in „seiner“ Gemeinde hinterlassen. So übernahm er die künstlerische Ausstattung des gemeindeeigenen Friedhofs an der Stöckstraße. [... und so wurde er als ein] Gesamtwerk von Architektur und Kunstwerken nach dem Willen Hoffmanns. Damit bezeugen das Gebäude und seine Ausstattung einen wichtigen religiösen und künstlerischen Prozess in Herne-Wanne-Eickel."[1] Daher wurden weite Teile und Gebäude am 24. Februar 2014 unter der Nummer Nr. 718-51/DL-2014 in die Liste der Baudenkmäler der Stadt Herne eingetragen.

Friedhofskapelle

Friedhofskapelle und Toranlage von der Stöckstraße.
Bild: Andreas Janik, Januar 2017

Die Friedhofskapelle aus dem Jahre 1990 wurde vom Architekten Braun, (Architekturbüro TBP Triet Braun u. Partner) geplant. Das zur Straße etwa 6 m hohe Bruchsteinmauerwerk ist zur Straße und zum Nachbargrundstück geschlossen. An der Wand zur Stöckstraße ist in etwa 4 m Höhe auf einem überdachten Sockel eine Pieta angeordnet."[2] Sie stammt aus dem Privatbesitz von Pfarrer Hoffman und war ein Geschenk von ihm an den Friedhof. Die Herkunft und die Zeit des Kaufes konnte nicht ermittelt werden."[3].
"Zum Friedhof ist die südwestliche Ecke durch ein pfeilergestütztes Portal mit großem Gitter quer zum Grundriss geöffnet. Eine große Dachlaterne über einem Zeltdach überfängt das Gebäude. Auf der Spitze ist eine Engelsskulptur mit Horn, ein Schofar-Engel als Bronzefigur des Bildhauers Bernhard Kleinhans[4] (1926-2004) zu sehen."[5] Dieser Schofar-Engel wurde 1989 geschaffen und symbolisiert: „Der Engel schaut zu den Lebenden – in die Stadt hinein und bläst zu den Toten, die auf dem Friedhof ruhen“[6].

Innenausstattung

"Im Inneren bestimmen schlanke Stahlsäulen, die das Dach tragen, im Kontrast zum Bruchsteinmauerwerk sowie Buntglasfenster den Raumeindruck".[7]
Die Fenster sind mit „G.M.“ signiert und weisen sie als Arbeiten des bekannten Glaskünstlers Georg Meistermanns[8](1911 – 1990) aus. Die Fenster sind abstrakt gestaltet. Es handelt sich um ein Fensterband sowie 2 Längsfenster aus den Jahren 1988/1989 mit der Thematik eines Gnadenstroms.

Längsfenster links: erkennbare Zeichen: Würfel, Dornenkrone. Auseinandersetzung mit Leid – Tod – Trauer. Ist alles Schicksal, Los oder Bestimmung? Wird über mich gewürfelt, fällt auf mich das Los oder ist es Fügung?
Längsfenster rechts: erkennbare Zeichen: reife Ähren mit Sichel, Christusmonogramm. Als Auferstehungszeichen – Erlösungsgedanke (Auferstehungsfenster). „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein, wenn es aber stirbt, bringt es viele Frucht“ (Johannes Evangelium).

Die Kerzenleuchter aus Bronze wurden ebenfalls von Bernhard Kleinhans[9] (1926-2004) geschaffen.
Der Ambo wurde von einer Kunstwerkstatt geschaffen und zu einem späteren Zeitpunkt erworben.
In der nordöstlichen Kapellenecke hängt ein „Auferstehungschristus“. Dieser wurde 1965 ebenfalls von Gerhard Marcks geschaffen. "Durch die Galerie Vörmel in Düsseldorf und eine persönliche Verbindung zum Künstler konnte Pfarrer Hoffmann dieses bedeutende Werk erwerben. Ein weiteres Exemplar davon ist in einer Kirche von Hannover (Marktkirche?) zu sehen. "[10]
Das Schmiedeeisernen Gitter sind eine Arbeit des Kunstschmieds und Schlossermeisters Constantin Costaras - dem Erbauer des "Cranger Tores".

Umgrenzungsmauer und Toranlage

Toranlage Stöckstraße. Bild: Andreas Janik, Januar 2017

Der Eingangsbereich ist aus dem baugleichen Material. "Das künstlerisch gestaltete Tor zeigt zwei religiöse Symbole und weitere Applikationen. Links auf dem Eingangssockel steht eine Plastik von Gerhard Marcks[11], zwei Menschen im Gespräch".[12] Das Friedhofsrolltor stammt wiederum von Bernhard Kleinhans als Auftragsarbeit für diesen Friedhof geschaffen. Das „Himmlisches Jerusalem“ zeigend, bietet es 12 Öffnungen an der oberen Front welche die 12 Tore darstellen. 4 Reliefs (2 außen und 2 innen) zeigen dabei biblische Motive:

Außen: Lebensbaum und Fisch
Innen: Daniel in der Löwengrube und die drei Jünglinge im Feuerofen.

Die Bronze auf dem Eingangssockel schuf Bernhard Kleinhans 1989: „Begegnung zwischen Jesus und Thomas“.


Kreuzigungsgruppe

In der Mitte des Friedhofs steht eine 1980 vom Paderborner Künstlers Josef Rikus[13] (1923-1989) angefertigte Kreuzigungsgruppe. Das Thema der Gruppe lautet: „Christus als Lastenträger“. 1995 ersetzte die Gruppe das Kreuz von 1892, welches heute im Eingangsbereich steht.

Brunnen

Der Brunnen ist ebenfalls ein Werk Bernhards Kleinhans und wurde 1992/93 geschaffen. Sein Thema lautet: "Christus und die Samariterin“

Gräber

  • Priestergräber: v.r.n.L.
    • Pfarrer (1890-1898) zu St. Laurentius Rudolf Wrede, * 10. Februar 18xx in Wewer (Paderborn), † 1. April 1898 in Wanne;
    • Pfarrer (1898-1901) zu St. Laurentius Hermann Hertkens;[14]
    • Pfarrer Joseph Kumpert, * 19. Februar 1871 in Nettetal, † 20. Juli 1916 in Wanne;
    • Pfarrer (1930-1944)zu St. Michael Anton Fredebeul, * 9. Mai 1885 in Hemmern, † 6. November 1944 Wanne[15].
    • Studienrat Konstantin Banczyk, * 20. Mai 1887 in Gottau, Schlesien, † 6. November 1944 Wanne[16].
    • Pfarrer (1931-1945) zu St. Laurentius Theodor Baumeister, * 10. Februar 1880 in Bochum, † 23. März 1945 in Winterberg;
    • Studienrat Karl Aloysius Johan Gladisch[17], * 18. Juni 1888 in Hultschin, ~ 23. Juni 1888 Hultschin, † 18. Mai 1852 in Wanne.
    • Pfarrer (1945-1956) zu St. Laurentius, Ehrendechant Paul ten Hompel, * 26. August 1886 in Wesel, † 27. November 1959 in Wanne;[18]
    • Pfarrer (1945-1974)zu St. Michael Karl Dedial, * 9. März 1897 in Drolshagen, † 3. März 1977;
    • Pater Johanes Anton van Haaren Mill Hill[19], * 6. Januar 1907, † 19. Dezember 1984;
    • Pfarrer (1958-1986) zu Herz-Jesu Paul Stork, *22. August 1908 in Gelsenkirchen, † 14. November 1986. 1951 bis 1958 Vikar in St. Peter und Paul.
    • Pfarrer (1970-2004)zu St. Laurentius, Franz-Josef Hoffmann, * 21. Januar 1929 in Havixbeck, geweiht 6. August 1954 in Paderborn, † 11. Dezember 2009.
  • Grabanlage für Ordensschwestern

Kriegsgräberstätte

Im Westen der Anlage befinden sich Kriegsgräber: 22 Kriegstote des 2. WK: 21 davon aus Deutschland[20]

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

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Veröffentlichung im Wiki der Herner Stadtgeschichte mit freundlicher Genehmigung der Stadt Herne, Untere Denkmalbehörde.
  1. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  2. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  3. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kleinhans
  5. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  6. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  7. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Meistermann
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kleinhans
  10. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Marcks (1889-1981)
  12. Vorlage und Beschluss der Bezirksvertretung Wanne vom 11. November 2014 http://herne.ratsportal.net/bi2/vo020.asp?VOLFDNR=9421
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Rikus
  14. Veröffentliche dein Buch über Kräutersegnungen und Bräuche. Vgl.: http://digital.ub.uni-paderborn.de/ihd/content/titleinfo/770627
  15. Er starb mit seiner Schwester Luise Fredebeul und zwei Nachbarn (s.w.u.) bei einem Luftangriff im Pfarrhaus.
  16. Er starb mit seiner Haushälterin zusammen mit dem vorgenannten Pfarrer Fredebeul bei einem Luftangriff im benachbarten Pfarrhaus.
  17. Eltern: Gerichts-Auctionär Carl Gladisch mit Elisabeth Pipperek. Quelle: Taufregister der Pfarrei St. Johannes Baptist Hultschin Nr. 104/1888
  18. Im Bundesarchiv befindet sich eine Akte des Reichssicherheitshauptamt in der Sammlung "Überwachung und Verfolgung von politischen Gegnern des Nationalsozialismus, der Kirchen, Freimaurer und Juden - Katholische Kirche (Sammelakten)". Unter der Signatur BArch, R 58/5907 findet sich: Katholischer Pfarrer Paul ten Hompel und Verkäuferin Katharina Lohaus, Wanne-Eickel.- Bericht des SD-Oberabschnitts West, 28. Aug. 1935
  19. Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Missionsgesellschaft_vom_hl._Joseph_von_Mill_Hill
  20. Vgl.: http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/herne-wanne-eickel-katholischer-friedhof-st-laurentius.html