Haus Bönninghausen

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
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Das ehemalige Adelsgut Haus Bönninghausen war eine Wasserburg im Stadtteil Eickel an der Burgstraße. Die Bönninghauser Straße errinnert an die ehemalige Burganlage.

Haus Bönninghausen †
Bildinfo: Bönninghausen in den 1920er
Auch bekannt als: Haus Muckenheim
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Letze Änderung: 01.03.2026
Geändert von: Andreas Janik

Das Haus Bönninghausen war ein ehemaliger Adelssitz und umgräftete Wasserburg im heutigen Stadtteil Eickel von Herne (Nordrhein-Westfalen, Deutschland). Die Anlage lag an der heutigen Burgstraße, etwa auf Höhe der Nummer 75, und prägte über Jahrhunderte das ländlich-adelige Landschaftsbild des Ortes, bevor sie im 20. Jahrhundert zerstört und abgetragen wurde.

Gebäude und Baugeschichte

Das Herrenhaus wurde aus Feldbrandziegeln errichtet und besaß zwei Geschosse sowie ein Walmdach. Es gehörte zum Typus kleinerer westfälischer Adelssitze des 17. Jahrhunderts. Das Gebäude stand auf einer von einem Wassergraben (Gräfte) umgebenen Insel.

Ein markantes Element war ein Wehrturm an der nordwestlichen Ecke der Insel. Dieser Turm, etwa 6 × 6 Meter groß und zuletzt circa 6,8 Meter hoch, bestand aus Bruchsteinmauerwerk und war vielleicht schon im 14. Jahrhundert errichtet worden. Er verfügte über zwei übereinanderliegende Räume und Schlüsselscharten, die seine Wehrfunktion belegten.

Der Zugang zum Anwesen erfolgte über eine Zugbrücke über den Wassergraben sowie eine Treppe zum Hof, an deren Oberseite einst zwei Löwenskulpturen standen, die Wappenschilde trugen (aufgestellt 1914).

Als durch den Kohlebergbau (z. B. die Zeche Königsgrube) der Wasserstand sank, fiel der Wassergraben trocken und wurde in Gartenland umgewandelt.

Namensherkunft und Besitzer

Eine genaue Gründungsurkunde des Hauses ist nicht überliefert, doch taucht es in frühen Quellen unter verschiedenen Schreibweisen auf:

Im Verzeichnis der Güter des Offiziums Wattenscheid wird 1411 in „villa Boninchusen“ ein Zinspflichtiger „Hermanns van Bonynchusen“ und im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 in „Ekell“ ein „Jan to Bonynchusen“ erwähnt.

Später ist in der Türkensteuerliste von 1542 „Bonynchuiß“, im Türkensteuerregister von 1598 „Boeninckhaus“ und im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum von 1664 unter dem Grundherrn „Doctor Kumpfsthoff“ die „Pfächterrinne vidua Bönninckhauss, ein Hof, eine Feuerplatz“ genannt.

Im Jahre 1411 wird ein Zinspflichtiger Hermanns van Bonynchusen der Villa Boninchusen erwähnt, im Schatzbuch der Grafschaft Mark wird 1486 ein Jan to Bonynchusen für Ekell erwähnt. Die Familie Boninchusen hielt den Hof bis ins 17. Jahrhundert, in den Steuerlisten von 1664 wird ein Georg Willebrand Kumpsthoff, Doktor der Rechte und Richter zu Bochum als Eigentümer genannt. Der ehemalige Bürgermeister von Bochum, Gerhard Wilbrand Lennich, erbte das Gut um 1796 und verbrachte dort seinen Ruhestand. Das Gut und der zugehörige Hof Bönninghausen wurden 1837 an Peter Jakob Muckenheim verpachtet, welcher dieses 1855 erwarb. Die Familie Muckenheim betrieb auf den Ländereien eine Gärtnerei und Samenhandlung. Der Adelshof wurde zu dieser Zeit im Volksmund bereits Haus Muckenheim genannt.Bereits 1636 verpfändeten Dr. Georg Kumpsthoff und seine Frau Helene Clara von Plonnies ihr Gut und den Hof.

Im 19. Jahrhundert wurde der Besitz in Parzellen aufgeteilt. Teile wie der Hof Vogelsang und der Hof Bönninghaus wurden selbstständig, während der Rest 1837 an Peter Jakob Muckenheim verpachtet und 1855 von ihm gekauft wurde. Die Familie Muckenheim betrieb dort eine Gärtnerei und Samenhandlung; das Anwesen wurde im Volksmund fortan auch Haus Muckenheim genannt.

1928 wurden die Ländereien an die damalige Stadt Wanne-Eickel verkauft.

Zerstörung und Abriss

Im Winter 1944/1945 wurde Haus Bönninghausen im Zweiten Weltkrieg durch Luftminen schwer beschädigt. Nach dem Tod von Heinrich Muckenheim (1950) verkaufte seine Familie das verbliebene Herrenhaus 1955 an die Stadt Wanne-Eickel.

Die Stadt beantragte beim Landeskonservator in Münster eine Abrissgenehmigung – irrtümlich unter dem Namen Haus Muckenheim, da der Denkmalwert des historischen Adelssitzes nicht erkannt wurde. Die Genehmigung wurde erteilt und der Abriss begann 1960. Erst als der tatsächliche historische Wert bekannt wurde, stoppte man die Arbeiten; doch blieben nur noch Grundmauern des Wehrturms übrig.

Eine Initiative des Landeskonservators, den verbliebenen Wehrturm zu erhalten, konnte wegen des bereits fortgeschrittenen Abbruchs nicht umgesetzt werden.

Heutige Erinnerung

Heute erinnern nur noch einige Straßennamen wie die Bönninghauser Straße (offiziell benannt am 14. März 1968) und eine Informationstafel an der Burgstraße an das ehemalige Haus Bönninghausen. Darüber hinaus lebt die Erinnerung in historischen Veröffentlichungen und lokalen Erzählungen weiter.

Legenden und Überlieferungen

Es rankt sich eine lokale Sage um einen angeblichen unterirdischen Geheimgang zwischen dem Haus Bönninghausen und dem nahegelegenen Haus Dorneburg, der jedoch bei den Abrissarbeiten nicht gefunden wurde.

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Quellen