Agnes Dransfeld
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Agnes Dransfeld (* 7. Februar 1880 in Winterberg; † um 1956) war eine deutsche Lehrerin und Sozialarbeiterin. Ihr Lebenswerk ist eng mit der Entwicklung der Frauen- und Sozialarbeit im Kreisverband Wanne-Eickel des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verbunden. Über Jahrzehnte prägte sie mit großem organisatorischem Geschick und persönlichem Einsatz das humanitäre Wirken des DRK in der Region.
Herkunft und pädagogisches Wirken
Marie Adolphine Agnes Dransfeld entstammte einer gutsituierten Familie; ihr Vater Ludwig Dransfeld (1841-1912) war damals Bürgermeister ihres Heimatortes Winterberg und späterer Amtmann in Bestwig. Ihre Mutter hieß Maria Heinrichs (1857-1932). Getauft wurde sie am 9. Februar 1880 in Winterberg, St. Jakobus d. Ä.[1]
Im Jahr 1907 kam sie aus Arnsberg-Niedereimer zunächst (1. April) als Hilfslehrerin an das gerade gegründete Wanner Mädchengymnasium[2]. Anfang Januar 1909 wurde sie endgültig als wissenschaftliche Lehrerin an der höheren Mädchenschule angestellt.[3] Neben dem regulären Unterricht engagierte sie sich stark in der außerschulischen Erziehungsarbeit. Gemeinsam mit dem Kollegen Schelmans organisierte sie nachmittägliche Literaturzirkel als freiwilliges Zusatzangebot für interessierte Schülerinnen.
Einstieg in die Vereins- und Sozialarbeit
Auf Anregung der damaligen Vertrauensfrau und Ehefrau des Wanner Bürgermeisters Friedrich Winter trat Agnes Dransfeld 1910 der Ortsgruppe Eickel des Vaterländischen Frauenvereins bei. Dieser Schritt bildete die Grundlage für ihr späteres, jahrzehntelanges soziales Engagement.
Einsatz im Ersten Weltkrieg
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm die Vereinsarbeit Agnes Dransfeld vollständig in Anspruch. Ab 1914 leistete sie Betreuungsdienst am Bahnhof Wanne-Eickel, ein Jahr später übernahm sie zusätzlich Aufgaben in der Kriegslazarettfürsorge.
Als der Vaterländische Frauenverein 1915 aufgrund der kriegsbedingten Lebensmittelknappheit sogenannte Kriegsküchen einrichtete, hielt Dransfeld einen vielbeachteten Vortrag zum Thema Ernährung.
Für ihre herausragende Einsatzbereitschaft erhielt sie im November 1918 das Verdienstkreuz des Ersten Weltkrieges für Kriegshilfe.
Tätigkeit im Deutschen Roten Kreuz
Im Jahr 1921 übernahm Agnes Dransfeld die Vorstandsschaft der Ortsgruppe Eickel. Nach dem Zusammenschluss mit dem Ortsverein Wanne leitete sie die Frauenarbeit des DRK-Kreisverbandes Wanne-Eickel.
Sie wurde dann auch 1928 zur Vorsitzenden der Jugendabteilungen der Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz Westfalens gewählt und somit in den Provinzialvorstand Westfalens gewählt.[4]
Nach der Neuordnung des Deutschen Roten Kreuzes im Jahr 1938 wurde sie zur Bereitschaftsdienstleiterin ernannt und war damit für sämtliche weiblichen Bereitschaften im Kreisverband verantwortlich.
In den 1930er Jahren setzte sie sich mit Nachdruck für den Bau des DRK-Hauses an der Harkortstraße ein.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Während des Zweiten Weltkrieges trug Agnes Dransfeld die Verantwortung für die Betreuungs- und Verpflegungsstelle am Bahnhof Wanne-Eickel. Nach Kriegsende richtete sie eine Rot-Kreuz-Verpflegungsstelle für Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge ein und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur humanitären Nothilfe der Nachkriegszeit.
Ehrungen
Für ihre langjährige, vorbildliche und unermüdliche Arbeit wurde Agnes Dransfeld mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit:
- dem Erinnerungskreuz des Preußischen Roten Kreuzes (1924),
- dem Verdienstkreuz II. Klasse (1934),
- das Damenkreuz I. Klasse des DRK-Ehrenzeichen (1936),[5]
- sowie dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1953).
Lebensende
Aus gesundheitlichen Gründen beendete Agnes Dransfeld 1954 ihre aktive Arbeit für das Deutsche Rote Kreuz. Sie verstarb um 1956.
Literatur
- Sandmeier/Wand-Seyer 1997, S. 70
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