Herner Seilbahngesellschaft mbH (HSG) Blumenthal Airline

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Die Herner Seilbahngesellschaft mbH (HSG) ist ein 2026 gegründetes Verkehrsunternehmen mit Sitz in Herne. Die Gesellschaft wurde von der Herne Castrop-Rauxel Straßenbahn GmbH (HCR) und dem internationalen Mobilitätsunternehmen Transdev gegründet.
Zweck der Gesellschaft ist der Betrieb der künftigen urbanen Seilbahn zur verkehrlichen Erschließung des Blumenthal-Areals in Herne. Unter der Marke „Blumenthal Airline“ soll die erste in das bestehende Nahverkehrsnetz integrierte urbane Seilbahn Deutschlands betrieben werden.

Herner Seilbahngesellschaft mbH (HSG)
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Geschäftsführer Matthias Bley / Christian Glück
Vorstand Stefan Thabe
Gründung 2026
Letzte Änderung: 19.02.2026
Geändert von: Andreas Janik

Geschichte

Die Gründung der Herner Seilbahngesellschaft wurde Ende Januar 2026 notariell beurkundet. Mit der Gesellschaftsgründung vollzogen die Partnerunternehmen einen zentralen Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Seilbahnprojekts.

Die HCR hält 51 Prozent der Anteile, Transdev 49 Prozent. Zum Geschäftsführer wurden Matthias Bley (kaufmännischer Prokurist der HCR) und Christian Glück (Leiter Innovation und Neue Märkte bei Transdev) bestellt. Den Vorsitz der Gesellschafterversammlung übernimmt der Planungs- und Verkehrsdezernent der Stadt Herne, Stefan Thabe.

Ein Ratsbeschluss zur Ausschreibung der Seilbahn ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Der Baustart ist für 2030 geplant; die Bauzeit soll rund acht Monate betragen.

Projekt „Blumenthal Airline“

Der Markenname „Blumenthal Airline“ entstand unter kreativer Beteiligung der Herner Stadtmarketing-Gesellschaft. Ziel des Markenauftritts ist es, bewusst neue Wege im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu gehen und ein innovatives, aufmerksamkeitsstarkes Erscheinungsbild zu schaffen.

Die urbane Seilbahn ist Bestandteil des Gesamtprojekts „Blumenthal hoch³“ und soll das Blumenthal-Areal an das bestehende Verkehrsnetz anbinden. Damit würde erstmals in Deutschland eine urbane Seilbahn vollständig in ein bestehendes kommunales Nahverkehrssystem integriert.

Die geplante Strecke wird etwa einen Kilometer lang sein und das ehemalige Blumenthal-Gelände mit dem Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel und umliegenden Wohn- und Gewerbegebieten verbinden. Die Seilbahn soll als vollwertiges Verkehrsmittel in das ÖPNV-System integriert werden, vermutlich zum Beispiel nutzbar mit dem Deutschlandticket.

Finanzierung und Förderung

Das Projekt wurde im ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen, wodurch die Möglichkeit besteht, öffentliche Fördermittel von bis zu 95 % der geschätzten Kosten von rund 33 Millionen Euro zu beantragen. Damit ist das Projekt nicht nur ein technisches, sondern auch ein finanziell abgesichertes Vorhaben mit starker staatlicher Unterstützung.

Internationale Einordnung

Transdev bringt internationale Erfahrung im Betrieb urbaner Seilbahnsysteme ein. Als Referenz gilt die Seilbahnlinie Câble C1 im Südwesten von Paris, die als weltweit beachtetes Beispiel für die erfolgreiche Integration einer Seilbahn in ein bestehendes Mobilitätssystem gilt.

Nach Angaben des Unternehmens soll das Herner Projekt wegweisend für die Weiterentwicklung urbaner Verkehrssysteme in Deutschland sein.

Öffentlichkeitsarbeit

Zur Vorstellung des Projekts wird im Rahmen der europäischen Kunstbiennale Manifesta ein Seilbahnmodell aufgebaut. Zudem ist geplant, unter der Marke „Blumenthal Airline“ Merchandise-Artikel anzubieten.

Die Gesellschaft verfolgt das Ziel, sowohl innerhalb Hernes als auch über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit für das neue Mobilitätsangebot im Ruhrgebiet zu erzeugen.

Bedeutung

Mit der Gründung der Herner Seilbahngesellschaft mbH positioniert sich Herne als Vorreiterstadt für urbane Seilbahnsysteme in Deutschland. Das Projekt verbindet kommunale Verkehrsplanung mit internationaler Betriebserfahrung, schafft neue direkte Verkehrsverbindungen im Ruhrgebiet und soll nachhaltige Mobilität in der Region fördern.

Es wird bundesweit von Experten und beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit großem Interesse beobachtet, da es erstmals eine urbane Seilbahn vollständig in ein bestehendes Nahverkehrssystem integriert.

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Quellen