Hermann Kemna (1853-1940) Schuldirektor: Unterschied zwischen den Versionen
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1907 Kgl. Kronenorden IV. Klasse<br> |
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1911 Kgl. Schul-Rat IV. Klasse |
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==Nachruf Herner Anzeiger 20. August 1940<ref>https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21226943</ref>== |
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[[Datei:Westfälische Landeszeitung (17.08.1940) Kemna.jpeg|rechts]] |
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<big>'''Vielseiliges Wirken eines Herner Schulmannes.'''</big><br> |
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'''Lyzealdirektor a. D. Hermann Kemna in seiner Herner Familiengruft beigesetzt.'''<br> |
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'''Das höhere Schulwesen unserer Stadt verdankt dem Verstorbenen viel.''' |
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Gestern nachmittag fand auf dem alten Friedhofe (Bergelmanns Hof) die feierliche Beisetzung eines allbekannten und um die Ausgestaltung des Herner höheren Schulwesens sehr verdienten Pädagogen statt, des Lyzealdirektors a. D. Hermann Kemna. Im hohen Alter von 87 Jahren verschied er am 15. August in Kamen, dem Wohnsitze seines Sohnes, des Stadtbaumeisters l. R. Paul Kemna, und Sonntagvormittag erfolgte dann auf Wunsch des Verstorbenen die Ueberführung nach Herne, der Stätte seiner 38jährigen, ununterbrochenen, segensreichen Berufsarbeit als Jugendbildner. Bei der Trauerfeier in der Leichenhalle des Evgl. Krankenhaus würdigte Pfr. Vohwinkel in seiner Ansprache den ehemaligen Mitbürger als einen gläubigen Menschen und einen mit hervorragenden Geistesgaben ausgestatteten Lehrer und Erzieher. Anschließend geleiteten Angehörige, Jugendfreunde und Bekannte die sterblichen Ueberreste zur Familiengruft auf dem alten Friedhofe. |
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Rückblick auf eine 38jährige schulische Tätigkeit. |
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Im Jahre 1874 trat Hermann Kemna als Lehrer der damaligen Rektoratschule in den Schuldienst der aufblühenden Industriestadt Herne. Seinem Weitblick und pädagischen Können war es zu danken, daß diese erste höhere Bildungsanstalt, die anfänglich die Bezeichnung „Bürgerschule“ führle, sich bald weiter entwickelte. In Anerkennung dieser Verdienste übertrug die Stadtverwaltung im Jahre 1878 als Nachfolger des verstorbenen Rektors Seeger Hermann Kemna die Leitung der Rektoratschule (Schulstraße), deren Aufschwung im Jahre 1893 ein eigenes Schulgebäude für Mädchen an der Franz=SeldteStraße erforderte. Die Anstalt wuchs aber so schnell weiter, daß die Stadtverwaltung sich entschloß, die Rektoratschule zu einer Realschule mit Progymnasium auszubauen, wozu der Unterrichtsminister im September 1901 seine Genehmigung erteilte. Sie entwickelte sich mit der Zeit zur heutigen Oberschule für Jungen. |
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Nach der Einrichtung einer gesonderten höheren Mädchenschule mit einem eigenen Schulgebäude in der FranzSeldte=Straße (früher Neustraße) übernahm Rektor Kemna, der Leiter der Rektoratschule, auch gleichzeitig die Leitung der höheren Mädchenschule. Das Schul-Kuratorium blieb für beide Bildungsstätten gemeinsam. |
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Im Jahre 1902 legte Rektor Kemna die Leitung der höheren Knabenschule nieder und übernahm nunmehr die Leitung der Mädchenschule im Hauptamte. Bereits 1910 wurde die Schule vom Unterrichtsminister als höhere Lehranstalt anerkannt. Sie führte von da ab die für solche Schulen angeordnete Bezeichnung „Lyzeum“, und ihr Leiter Kemna erhielt den Titel eines Lyzeal-Direktors. Heute ist es die in dem stattlichen Schulbau an der Hermann=Löns-Straße untergebrachte Oberschule für Mädchen. |
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Aus Gesundheitsrücksichten trat Lyzeal=Direktor Herm. Kemna am 1. Oktober 1912 in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Tätigkeit an den höheren Unterrichtsanstalten In Herne währte nahezu 38 Jahre, eine lange Zeit voller Erziehungssorgen und-mühen, aber auch begleitet von schönen Erfolgen. Das höhere Schulwesen unserer sich rasch entwickelnden Industriestadt verdankt mit an erster Stelle der von Direktor Kemna geschaffenen Grundlage seine schnelle Aufwärtsentwicklung und das sichere Gedeihen. |
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Und wie sich am 21. April 1913 von nah und fern in Herne die ehemaligen Schüler und Schülerinnen in überaus großer Zahl bei der eindrucksvollen Kemnafeier in Liebe und Dankbarkeit nochmals um ihren unvergeßlichen Lehrer scharten, so umstanden vorgestern nachmittag in der gleichen Gesinnung Herner Bürger und Bürgerinnen, die sich von ihrer Schulzeit an bis heute mit dem teuren Toten treu verbunden fühlten, die offene Gruft. Ihre Teilnahme und die vielen, großen Kränze, die als letzte Grüße den Grabeshügel deckten, zeugten dafür, daß die vielseitigen Verdienste dieses Herner Schulmannes unvergeßlich bleiben. |
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==Familie== |
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*Karl Kemna, Dr. Phil. geb. 25. August 1878 in Herne, gest. 4. April 1904 ebd. |
*Karl Kemna, Dr. Phil. geb. 25. August 1878 in Herne, gest. 4. April 1904 ebd. |
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Aktuelle Version vom 2. Juni 2026, 17:37 Uhr
Hermann Kemna (geboren am 8. Februar 1853 in Dortmund; gestorben am 15. August 1940 in Kamen) war langjähriger Lehrer und Direktor in Herne.
Leben
Karl Christian Heinrich Hermann Kemna wurde am 8. Februar 1853 in Dortmund als Sohn des Gärtners Christian Kemna (1815-1879) dessen Ehefrau Henriette Schneider (1819-1906) geboren und am 27. Februar 1853 in der ev. St. Marien Kirche zu Dortmund getauft.
Nach seinem Besuch des Gymnasiums seiner Heimatstadt Dortmund trat er in das Lehrerseminar in Soest ein.
Am 30. März 1874 wurde dem Schulamts-Candidaten Hermann Kemna die zweite Lehrerstelle an der Rectorat-Schule zu Herne kommissarisch übertragen. Im Januar 1877 wurde er an die höhere Stadtschule zu Altena versetzt, blieb aber in Herne, den Anfang Juli 1878 wurde ihm die Rektorenstelle der Rectoratsschule in Herne verliehen.[1]
1877 gründete er auch seine Familie. Im November 1877 heiratete er die aus Mülheim an der Ruhr stammende Emma Seeger (* 19. April 1843), Tochter des ersten Herner Rektors Hermann Seegers und dessen Ehefrau Helene Garthmann und, laut Dransfelds Geschichte, Handarbeitslehrerin für Mädchen an der Rektoratsschule.
Zum 1. Oktober 1893 wurde die höhere Mädchenschule abgetrennt, dennoch übernahm er die doppelte Direktorenstelle. Durch weiteren Anstieg wurde aus der Rektoratschule eine Realschule mit Progymnasium geschaffen, sodass Kemna auf seinen Wunsch hin, ab dem 1. Oktober 1902 die Leitung des Lyzeums (Höhere Mädchenschule) in Herne übernahm. Diese Anstalt leitete er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. Oktober 1912.
Er wohnt bis 1887 in der alten Rektoratsschule (Haus Bahnhofstraße 42), – laut Adressbuch 1890 in der Schulstraße Nr. 6, seit 1905 im Haus Schulstraße 39. Diese Häuser sind nicht mehr vorhanden.
Er verzog im Anschluss zuerst nach Dortmund, wo 1917 seine Ehefrau starb (Friedensstraße 31), und anschließend zu seinem Sohn Paul nach Kamen. Hier starb Kemna mit 87 Jahren. Seine Beisetzung erfolgte in der Familiengruft auf dem ev. Friedhof am Bergelmanns Hof in Herne.
Ehrungen
1907 Kgl. Kronenorden IV. Klasse
1911 Kgl. Schul-Rat IV. Klasse
Nachruf Herner Anzeiger 20. August 1940[2]

Vielseiliges Wirken eines Herner Schulmannes.
Lyzealdirektor a. D. Hermann Kemna in seiner Herner Familiengruft beigesetzt.
Das höhere Schulwesen unserer Stadt verdankt dem Verstorbenen viel.
Gestern nachmittag fand auf dem alten Friedhofe (Bergelmanns Hof) die feierliche Beisetzung eines allbekannten und um die Ausgestaltung des Herner höheren Schulwesens sehr verdienten Pädagogen statt, des Lyzealdirektors a. D. Hermann Kemna. Im hohen Alter von 87 Jahren verschied er am 15. August in Kamen, dem Wohnsitze seines Sohnes, des Stadtbaumeisters l. R. Paul Kemna, und Sonntagvormittag erfolgte dann auf Wunsch des Verstorbenen die Ueberführung nach Herne, der Stätte seiner 38jährigen, ununterbrochenen, segensreichen Berufsarbeit als Jugendbildner. Bei der Trauerfeier in der Leichenhalle des Evgl. Krankenhaus würdigte Pfr. Vohwinkel in seiner Ansprache den ehemaligen Mitbürger als einen gläubigen Menschen und einen mit hervorragenden Geistesgaben ausgestatteten Lehrer und Erzieher. Anschließend geleiteten Angehörige, Jugendfreunde und Bekannte die sterblichen Ueberreste zur Familiengruft auf dem alten Friedhofe.
Rückblick auf eine 38jährige schulische Tätigkeit.
Im Jahre 1874 trat Hermann Kemna als Lehrer der damaligen Rektoratschule in den Schuldienst der aufblühenden Industriestadt Herne. Seinem Weitblick und pädagischen Können war es zu danken, daß diese erste höhere Bildungsanstalt, die anfänglich die Bezeichnung „Bürgerschule“ führle, sich bald weiter entwickelte. In Anerkennung dieser Verdienste übertrug die Stadtverwaltung im Jahre 1878 als Nachfolger des verstorbenen Rektors Seeger Hermann Kemna die Leitung der Rektoratschule (Schulstraße), deren Aufschwung im Jahre 1893 ein eigenes Schulgebäude für Mädchen an der Franz=SeldteStraße erforderte. Die Anstalt wuchs aber so schnell weiter, daß die Stadtverwaltung sich entschloß, die Rektoratschule zu einer Realschule mit Progymnasium auszubauen, wozu der Unterrichtsminister im September 1901 seine Genehmigung erteilte. Sie entwickelte sich mit der Zeit zur heutigen Oberschule für Jungen. Nach der Einrichtung einer gesonderten höheren Mädchenschule mit einem eigenen Schulgebäude in der FranzSeldte=Straße (früher Neustraße) übernahm Rektor Kemna, der Leiter der Rektoratschule, auch gleichzeitig die Leitung der höheren Mädchenschule. Das Schul-Kuratorium blieb für beide Bildungsstätten gemeinsam. Im Jahre 1902 legte Rektor Kemna die Leitung der höheren Knabenschule nieder und übernahm nunmehr die Leitung der Mädchenschule im Hauptamte. Bereits 1910 wurde die Schule vom Unterrichtsminister als höhere Lehranstalt anerkannt. Sie führte von da ab die für solche Schulen angeordnete Bezeichnung „Lyzeum“, und ihr Leiter Kemna erhielt den Titel eines Lyzeal-Direktors. Heute ist es die in dem stattlichen Schulbau an der Hermann=Löns-Straße untergebrachte Oberschule für Mädchen.
Aus Gesundheitsrücksichten trat Lyzeal=Direktor Herm. Kemna am 1. Oktober 1912 in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Tätigkeit an den höheren Unterrichtsanstalten In Herne währte nahezu 38 Jahre, eine lange Zeit voller Erziehungssorgen und-mühen, aber auch begleitet von schönen Erfolgen. Das höhere Schulwesen unserer sich rasch entwickelnden Industriestadt verdankt mit an erster Stelle der von Direktor Kemna geschaffenen Grundlage seine schnelle Aufwärtsentwicklung und das sichere Gedeihen.
Und wie sich am 21. April 1913 von nah und fern in Herne die ehemaligen Schüler und Schülerinnen in überaus großer Zahl bei der eindrucksvollen Kemnafeier in Liebe und Dankbarkeit nochmals um ihren unvergeßlichen Lehrer scharten, so umstanden vorgestern nachmittag in der gleichen Gesinnung Herner Bürger und Bürgerinnen, die sich von ihrer Schulzeit an bis heute mit dem teuren Toten treu verbunden fühlten, die offene Gruft. Ihre Teilnahme und die vielen, großen Kränze, die als letzte Grüße den Grabeshügel deckten, zeugten dafür, daß die vielseitigen Verdienste dieses Herner Schulmannes unvergeßlich bleiben.
Familie
- Karl Kemna, Dr. Phil. geb. 25. August 1878 in Herne, gest. 4. April 1904 ebd.
- Paul Kemna, geb. 19. Juli 1880, gest. nach 1947 in Kamen., Stadtbaumeister a.D.[3][4]
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Weblinks
Verwandte Artikel
- Hermann Kemna (Weiterleitungsseite) (← Links)
Quelle
- ↑ Dortmunder Zeitung. Online auf Zeitpunkt.nrw
- ↑ https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21226943
- ↑ [https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-Vz_f53016c2-ac27-4e8e-96b2-8803c62c0b1a Entnazifizierungsdokumente I.
- ↑ [https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-Vz_098f3a88-18ce-4b3c-8d39-109104d7250d Entnazifizierungsdokumente II.

