Mondsee (Harkortsee): Unterschied zwischen den Versionen

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== Öffentliche Wahrnehmung und Nutzung ==
== Öffentliche Wahrnehmung und Nutzung ==
Der Mondsee wurde rasch zu einem lokal bekannten Ort. Zeitungsberichte schildern, dass sich dort zeitweise Wasservögel aufhielten und Kinder im Wasser spielten, was zunehmend als hygienisches Problem angesehen wurde.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/17307565 Gelsenkirchener Zeitung 67 (7.7.1931) 185]]</ref> Auch kam es zu vereinzelten Vorfällen, bei denen ortsunkundige oder alkoholisierte Personen das Überschwemmungsgebiet für einen Kanal hielten.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/21209126 Herner Anzeiger 26/27 (19.2.1931) 41]]</ref>
Der Mondsee wurde rasch zu einem lokal bekannten Ort. Zeitungsberichte schildern, dass sich dort zeitweise Wasservögel aufhielten und Kinder im Wasser spielten, was zunehmend als hygienisches Problem angesehen wurde.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/17307565 Gelsenkirchener Zeitung 67 (7.7.1931) 185]]</ref> Auch kam es zu vereinzelten Vorfällen, bei denen ortsunkundige oder alkoholisierte Personen das Überschwemmungsgebiet für den [[Rhein-Herne-Kanal|Kanal]] hielten.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/21209126 Herner Anzeiger 26/27 (19.2.1931) 41]]</ref>


Starke Regenfälle und Gewitter verschärften die Situation mehrfach, sodass es wiederholt zu Überschwemmungen kam, die sogar Wohnhäuser gefährdeten.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/9345657 Wanne-Eickeler Zeitung 44 (8.5.1931) 107]]</ref>
Starke Regenfälle und Gewitter verschärften die Situation mehrfach, sodass es wiederholt zu Überschwemmungen kam, die sogar Wohnhäuser gefährdeten.<ref>[[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/pagetext/9345657 Wanne-Eickeler Zeitung 44 (8.5.1931) 107]]</ref>
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Bereits Ende 1933 siedelten sich erste Kleingärtner auf dem ehemaligen Überschwemmungsgelände an. Bis 1934 wuchs die Anlage auf 20 Pächter an. In den Jahrzehnten danach kam es wiederholt zu Nutzungskonflikten, insbesondere mit den Krupp-Hüttenwerken, die Bebauungsabsichten verfolgten.
Bereits Ende 1933 siedelten sich erste Kleingärtner auf dem ehemaligen Überschwemmungsgelände an. Bis 1934 wuchs die Anlage auf 20 Pächter an. In den Jahrzehnten danach kam es wiederholt zu Nutzungskonflikten, insbesondere mit den Krupp-Hüttenwerken, die Bebauungsabsichten verfolgten.


Erst ein Ratsbeschluss der Stadt Herne aus dem Jahr 1975 wies das Areal im Flächennutzungsplan offiziell als [[Kleingärtnerverein Am Harkortsee e.V.|Dauerkleingartenanlage „Am Harkortsee“]] aus. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde die Anlage erst im Jahr 2000 an die öffentliche Schmutzwasserentsorgung angeschlossen.<ref>[https://www.lokalkompass.de/wanne-eickel/c-kultur/der-harkortsee-in-eickel_a145237] </ref>
Erst ein Ratsbeschluss der Stadt Herne aus dem Jahr 1975 wies das Areal im Flächennutzungsplan offiziell als [[Kleingärtnerverein Am Harkortsee e.V.|Dauerkleingartenanlage „Am Harkortsee“]] aus. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde die Anlage erst im Jahr 2000 an die öffentliche Schmutzwasserentsorgung angeschlossen.<ref>https://www.lokalkompass.de/wanne-eickel/c-kultur/der-harkortsee-in-eickel_a145237 </ref>


Heute umfasst die Kleingartenanlage eine Nettofläche von 12.925 m² mit 37 Parzellen und rund 75 Mitgliedern und befindet sich im Eigentum der Stadt Herne.<ref>https://kleingarten-herne.de/kgv-am-harkortsee/</ref>
Heute umfasst die Kleingartenanlage eine Nettofläche von 12.925 m² mit 37 Parzellen und rund 75 Mitgliedern und befindet sich im Eigentum der Stadt Herne.<ref>https://kleingarten-herne.de/kgv-am-harkortsee/</ref>


==Fehlerhafte Interpretation==
==Fehlerhafte Interpretation==
[[Wolfgang Viehweger]] erklärte sich den See als ein natürlichen Überflutungsraum des [[Dorneburger Bach|Dorneburger Mühlenbaches]]<ref>[https://www.lokalkompass.de/wanne-eickel/c-kultur/der-harkortsee-in-eickel_a145237] </ref>. Durch Recherche in den Zeitungen der Zeit um 1931-33 ist diese Vermutung wiederlegt.
[[Wolfgang Viehweger]] erklärte sich den See als ein natürlichen Überflutungsraum des [[Dorneburger Bach|Dorneburger Mühlenbaches]]<ref>https://www.lokalkompass.de/wanne-eickel/c-kultur/der-harkortsee-in-eickel_a145237</ref>. Durch Recherche in den Zeitungen der Zeit um 1931-33 ist diese Vermutung wiederlegt.
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Aktuelle Version vom 29. Januar 2026, 15:48 Uhr

Mondsee
Auch bekannt als: Harkortsee
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Der sogenannte Mondsee, später auch Harkortsee genannt, war ein durch bergbaubedingte Bodensenkungen entstandenes Überschwemmungsgebiet im Bereich der Harkortstraße / Röhlinghauser Straße im heutigen Herner Stadtteil Eickel (ehemals Wanne-Süd). Das zeitweise mehrere hundert Quadratmeter große Gewässer bestand vor allem in den Jahren 1930 bis 1933 und prägte die lokale Berichterstattung sowie die Stadtentwicklung nachhaltig.

Entstehung

Die Entstehung des Mondsees geht auf Bergsenkungen infolge des Steinkohlebergbaus zurück. Bereits um 1930 trat in dem betroffenen Gebiet Grundwasser an die Oberfläche und bildete zunächst einen kleinen Tümpel, der sich rasch ausdehnte. In der Bevölkerung erhielt das Gewässer aufgrund seiner ungewöhnlichen Erscheinung den Namen „Mondsee“.[1]

Das umliegende Gartenland versumpfte zunehmend und wurde landwirtschaftlich unbrauchbar. Besonders betroffen war die Harkortstraße, während einige nicht unterkellerte Wohnhäuser zunächst noch nutzbar blieben. Gleichzeitig wurde bereits früh vor weiteren Absenkungen und einer Verschärfung der Hochwasserproblematik gewarnt.[2]

Öffentliche Wahrnehmung und Nutzung

Der Mondsee wurde rasch zu einem lokal bekannten Ort. Zeitungsberichte schildern, dass sich dort zeitweise Wasservögel aufhielten und Kinder im Wasser spielten, was zunehmend als hygienisches Problem angesehen wurde.[3] Auch kam es zu vereinzelten Vorfällen, bei denen ortsunkundige oder alkoholisierte Personen das Überschwemmungsgebiet für den Kanal hielten.[4]

Starke Regenfälle und Gewitter verschärften die Situation mehrfach, sodass es wiederholt zu Überschwemmungen kam, die sogar Wohnhäuser gefährdeten.[5]

Maßnahmen zur Entwässerung und Zuschüttung

Ab 1931 wurden erste technische Maßnahmen zur Entlastung des Gebiets ergriffen, darunter das Verlegen von Entwässerungsrohren und der Bau eines Kanals durch die Magdeburger Bergwerks-AG (Zeche Königsgrube).[6]

Parallel dazu begann man, das versumpfte Gelände systematisch mit Bauschutt und Hausmüll aufzufüllen. Als Kippmaterial dienten unter anderem Aushubmassen von Neubauten am Bismarckdenkmal sowie Industrieabfälle.[7] Diese Maßnahmen sollten sowohl die hygienischen Risiken beseitigen als auch die angrenzenden Wohnhäuser schützen.

Trotz der Zuschüttungen blieb die Überschwemmungsgefahr aufgrund fortgesetzter Bodensenkungen zunächst bestehen, sodass weitere Entwässerungsanlagen gefordert wurden.[8]

Verschwinden des Gewässers

Bis 1933 war der eigentliche See deutlich geschrumpft, große Teile der Fläche konnten wieder genutzt werden.[9] Nach umfangreichen Aufschüttungen mit mehreren hundert Wagenladungen Material galt der Mond- bzw. Harkortsee schließlich als verschwunden. Die vollständige Einebnung und Angleichung des Geländes zog sich jedoch noch über Monate hin.[10]

Nachnutzung als Kleingartenanlage

Bereits Ende 1933 siedelten sich erste Kleingärtner auf dem ehemaligen Überschwemmungsgelände an. Bis 1934 wuchs die Anlage auf 20 Pächter an. In den Jahrzehnten danach kam es wiederholt zu Nutzungskonflikten, insbesondere mit den Krupp-Hüttenwerken, die Bebauungsabsichten verfolgten.

Erst ein Ratsbeschluss der Stadt Herne aus dem Jahr 1975 wies das Areal im Flächennutzungsplan offiziell als Dauerkleingartenanlage „Am Harkortsee“ aus. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde die Anlage erst im Jahr 2000 an die öffentliche Schmutzwasserentsorgung angeschlossen.[11]

Heute umfasst die Kleingartenanlage eine Nettofläche von 12.925 m² mit 37 Parzellen und rund 75 Mitgliedern und befindet sich im Eigentum der Stadt Herne.[12]

Fehlerhafte Interpretation

Wolfgang Viehweger erklärte sich den See als ein natürlichen Überflutungsraum des Dorneburger Mühlenbaches[13]. Durch Recherche in den Zeitungen der Zeit um 1931-33 ist diese Vermutung wiederlegt.


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Quellen