August Kesseler
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Sanitätsrat Dr. med. August Kesseler (11. August 1857 in Xanten-Fürstenberg; † 11. Januar 1934 in Wanne-Eickel) war einer der prägenden Mediziner und kommunal engagierten Persönlichkeiten Wannes. Über nahezu fünf Jahrzehnte wirkte er als Arzt, Organisator des Sanitätswesens sowie als engagierter Bürger im kirchlichen, sozialen und politischen Leben der Gemeinde, des Amtes und der Stadt Wanne-Eickel.
August Heinrich Kesseler wurde am 11. August 1857 in Fürstenberg im Kreis Wesel als Sohn des Peter Joseph Kesseler (1827-1896) und der Anna Christina Elisabeth Kesseler (geb. Lohmeyer) (1833-1913) geboren. Nach seinem Abitur am späteren Duden Gymnasium in Wesel studierte er anschließend Medizin.
Ausbildung und Niederlassung
Nach dem Abschluss seiner medizinischen Studien an den Universitäten Freiburg, Würzburg, Bonn, Berlin und Leipzig ließ sich Dr. Kesseler im Jahr 1885 im damaligen Bickern als Arzt nieder. Zunächst in einem älteren Gebäude an der damaligen Bahnhofstraße ließ er sich 1888 das Haus Hauptstraße 299 erbauen. Von Beginn an nahm er regen Anteil am öffentlichen Leben der schnell wachsenden Industriegemeinde.
Ärztliche Tätigkeit
Dr. Kesseler war über 38 Jahre als Knappschaftsarzt tätig. Darüber hinaus wirkte er als praktischer Arzt, Reichsbahn- und Bahnkassenarzt, Armenarzt sowie Schularzt. Noch bis zu seinem 72. Lebensjahr übte er ärztliche Funktionen für die Bahn aus.
Über mehr als drei Jahrzehnte engagierte er sich maßgeblich für den Aufbau und die Organisation des Wanne-Eickeler Sanitätswesens.
Sanitätskolonne und Rotes Kreuz
Besondere Bedeutung kam seinem Wirken im Sanitätsdienst zu. 1902 gründete Dr. Kesseler die Sanitätskolonne Wanne-Eickel, deren langjähriger Führer er war. Für seine Verdienste im Dienste des Roten Kreuzes wurde er vielfach geehrt. Auch bei seinem Begräbnis war der Sarg mit der Fahne des Roten Kreuzes bedeckt.
Kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement
Neben seiner ärztlichen Tätigkeit bekleidete Dr. Kesseler zahlreiche Ehrenämter:
- Mitglied der Gemeindevertretung Wanne bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
- Stabsarzt im Ersten Weltkrieg
- Langjähriger Vorsitzender der kirchlichen Gemeindevertretung St. Laurentius
- Mitbegründer und bis zum 65. Lebensjahr Vorsitzender des Verkehrsvereins Wanne-Eickel, später Ehrenvorsitzender
- Über 45 Jahre Mitglied des Kriegervereins Wanne, zuletzt als zweiter Vorsitzender
- Ehrenmitglied u. a. des Deutschen Offiziersbundes, des Bürger-Schützenvereins Wanne, des Eisenbahnvereins sowie zahlreicher weiterer Vereine
Zudem war er Gründer und langjähriger Vorsitzender des Gelsenkirchener und Wanner Ärztevereins und gehörte 30 Jahre der Ärztekammer Westfalen an, zeitweise auch als Vorstandsmitglied.
Kirchliches Leben und Verbindungen
Dr. Kesseler galt als treuer Sohn der katholischen Kirche. Er war Vorsitzender des Philisterzirkels des KV Wanne-Eickel und Mitglied der K.V.-Korporation „Walhalla“ Würzburg. Sein Interesse galt besonders dem kirchlichen Vereinsleben und dem liturgischen Gesang seiner Kirchengemeinde St. Laurentius deren loslösug con St. Marien in Eickel er unterstützte.
Familie

Seit 1886 war Dr. Kesseler verheiratet. Seine Ehefrau Johanna geb. Müller (* 4. Oktober 1861 in Haßfurt, Unterfranken, † 6. März 1949 in Wanne-Eickel) engagierte sich ebenfalls in hohem Maße für das Gemeinwohl. Sie war Begründerin und Leiterin des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz in Wanne-Eickel und leistete dort bedeutende soziale Arbeit.
Tod und Begräbnis
Der Tod des Sanitätsrates im Jahr 1934 löste in Wanne-Eickel große Anteilnahme aus. Viele Tausende begleiteten ihn auf seinem letzten Weg zum Friedhof der Pfarrgemeinde St. Laurentius. Zahlreiche Vereine, Verbände, Behörden und kirchliche Organisationen nahmen am Trauerzug teil. Mehr als 70 Kränze zeugten von der hohen Wertschätzung, die Dr. Kesseler in allen Bevölkerungsschichten genoss.
Sanitätsrat Dr. August Kesseler gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten der Stadtgeschichte Wanne-Eickels. Sein jahrzehntelanger Einsatz für Gesundheit, soziale Fürsorge, Kirche und Gemeinwesen prägte das öffentliche Leben nachhaltig. Die zeitgenössische Presse würdigte ihn als Arzt, Organisator und Bürger, der sein Leben uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit stellte.
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