Max Stoll

Max Stoll. Das Bild entstand anlässlich des 70. Geburtstages. [1]

Maximilian "Max" Stoll (geboren 25. Mai 1903 im saarländischen Sulzbach, gestorben 17. September 1987 in Freiburg im Breisgau) war Direktor der Zeche Friedrich der Große.

Erinnerung
Meine Tante, Hildegard Hähn, geborene Stoll, hat sich nach der Beinamputation liebevoll um meinen Großvater gekümmert und ihn auch zu einem letzten Besuch in den Schwarzwald, nach Wittenschwand, begleitet. Damals wohnte meine Mutter, jüngste Tochter von Max Stoll, mit Mann und zwei Töchtern (Angelika und Gaby) in diesem beschaulichen Schwarzwald Ort.

Die Todesumstände waren folgende: Mein Großvater stürzte am Eingang zu unserem Haus an einem Treppen­absatz. Der Krankenwagen, der nach 45 Minuten schließlich eintraf, brachte ihn nach Freiburg, wo er dann verstarb.

Max Stoll hatte übrigens aus erster Ehe mit Maria (geborene Briesch) 3 Töchter - Ottilie, Hildegard und Katharina - die Tochter Franziska verstarb schon recht früh. Aus zweiter Ehe mit Maria (geborene Kleine-Schonnefeld) hatte er die Söhne Wilhelm und Helmuth. Letzterer ertrank im Rhein-Herne-Kanal 1955 (wenn ich recht erinnere, das Jahr der Heirat meiner Eltern jedenfalls). Unsere Mutter erzählte, sie habe wegen dieses Todesfalles in Schwarz ge­hei­ratet.

Übrigens war mein Großvater einer der ersten aktiven Umweltschützer so­zu­sagen. Er ging nie im Schwarzwald spazieren, ohne eine Tüte in der Jackentasche. Diese Tüte diente dazu, den wilden Müll zu sammeln und korrekt zu entsorgen. Mein Opa nahm immer die Spitze seines Spazierstocks zuhilfe, um den Müll aufzupicken. Er hatte meherere Spazierstöcke, die alle über und über mit diesen Stocknägeln verziert waren.

Er angelte gerne, fotografierte auch recht gern. Selbst zu­sam­men­ge­zim­merte Kleinschränkchen wurden von ihm mit einer Art Bauernmalerei verziert. Auch sonst malte er gerne. Was ich über die Natur weiß, habe ich von ihm gelernt. Auch beim Werkeln im Keller habe ich gerne zugeschaut.

Seine Großzügigkeit allerdings wurde manchmal ausgenutzt. Dennoch hat er immer die Hand zum Geben geöffnet. Als meine Mutter mit ihren Ge­schwis­tern den Nachlass sortierte, erfuhren sie anhand der Kontoauszüge, dass er wohl monatlich 100 DMark an die Caritas gespendet hat.

Minerallien sammelte er, kaufte oftmals in der Schweiz in entsprechenden Geschäften dazu. Bücher waren eine weitere Leidenschaft. Auch an Schnitzereien hatte er eine Freude.

Nach dem Tod meiner Großmutter (eigentlich Stiefgroßmutter), liebte er es, mit uns nach (Maria) Einsiedeln in der Schweiz zu fahren, in Erinnerung an seine Frau. Überhaupt liebte er die Schweiz. Mit ihm haben wir als Kinder viele schöne Ausflüge gemacht; mit meinen Eltern natürlich auch, da mein Vater ja chauffieren musste. Was soll ich sagen, ein Mensch wie Max Stoll, den habe ich nie wieder in meinem Leben getroffen. Er wird in meinem Herzen immer weiterleben.

Gabriele Maria Kahlert

Max Stoll, Katharina Kahlert und Maria Stoll [1]

Friedhelm Wessel [2]

Vom Pferdejungen zum Arbeitsdirektor

Er hat alle Stationen eines Bergmannsberufes durchlaufen: Vom Pferdejungen bis zum Hauer. Von 1953 bis 1966 gehörte Max Stoll sogar als Arbeitsdirektor der Werksleitung von Friedrich der Große an. Stoll, der einer alten Bergmannsfamilie entstammte, wurde am 25. Mai 1903 im saarländischen Sulzbach geboren. Bereits als 13-Jähriger kam er zum Pütt. Damals wurde er auf der Zeche Arenberg-Fortsetzung in Bottrop angelegt. Ein Jahr später verfuhr er hier als Pferdejunge seine ersten Untertageschicht. Bis 1930 blieb er auf dieser Zeche, dann wechselte er als Hauer zur benachbarten Schachtanlage Prosper 3, die zum Konzern der Rheinischen Stahlwerke gehörte.

Schon 1923 trat Max Stoll der Christlichen Bergarbeiter-Gewerkschaft bei. Hier stieg er bald bis zum Vertrauensmann auf. Nach 1945 wirkte der Bottroper Bergmann bei der Gründung der Einheitsgewerkschaft IG Bergbau mit und wurde hauptamtlicher Angestellter der damalige Geschäftsstelle Gelsenkirchen-Buer. Sein Arbeitsbereich war zunächst jedoch der Aufbau der Gewerkschaft in seiner Heimatstadt Bottrop. Zwei Jahre später wurde er in die IG Bergbau-Zentrale nach Bochum berufen, wo er bis 1948 in der Organisationsabteilung tätig war.

In dieser Zeit wurde Max Stoll auf Grund eines Vorstandsbeschlusses der IG Bergbau als Beauftragter der „Kommission für soziale Aufgaben“ zur damaligen Deutschen Steinkohlenbergbauleitung nach Essen versetzt. Seine Ernennung zum Arbeitsdirektor auf Piepenfritz erfolgte im Januar 1953.

Der gelernte Bergmann widmete sich in seiner Herner Direktorenzeit mit besonderer Liebe der Betreuung von Bergmannskindern in den beiden Kindergärten Pantrings- und Elpeshof. Die vorbildliche eingerichtete Werksfürsorge mit ihrer Familienbetreuung, der Erholungsverschickung der Kinder und die umfangreiche Werksbücherei gehörten bis 1966 ebenfalls zu seinen Aufgabenbereichen.

In seiner Freizeit beschäftigte sich Max Stoll mit der Fotografie. Er hielt die Schönheiten der Natur gerne in Bildern fest. Als der damals 63-Jährige in den wohlverdienten Ruhestand ging, wurde er auf Piepenfritz von Betriebsdirektor Carl-Hermann Enneker verabschiedet. Als Abschiedsgeschenke erhielt er fotografische Dokumentation über seinen Herner Pütt. Diese Fotobände befinden sich heute im Nachlass seiner Schwiegertochter Ingrid, die in Hochlarmark lebt. Seine Nachfolge auf Piepenfritz trat Gottfried Uehlmann an, der wiederum 1970 von Ernst Bartsch abgelöst wurde. Max Stoll, der seine Karriere als Pferdejunge begann, starb am 17. September 1987 in Recklinghausen. Beerdigt wurde er auf dem Friedhof in Herne-Horsthausen. [3]

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Quellen

  1. 1,0 1,1 Sammlung Gabriele Maria Kahlert
  2. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  3. Ein Artikel von Friedhelm Wessel