Haus Eickel

Haus Eickel, oder auch Haus auf dem Berg, war der Namensgebene Adelssitz am Dorf Eickel.

Haus Eickel
Wappen Speissen Westfalen Tafel 110 6 Eickel.jpg
Auch bekannt als: Haus auf dem Berg
Letze Änderung: 24.01.2018
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Namen

„Eclo“ um 1150, „Eklo“ um 1225

Siegel und Wappen

  • Siegelbeschreibung: Arnoldi de Eyklo 1350, Rechtsschräger Rautenbalken, bei Seiberttz Urkundenbuch III, Dortmunder UB I, von Steinen Westph. Gesch. II. S.684 ff. Tafel 24-3 u. 31-2, Bd. III S.228, Fahne Westph. Geschl. S. 146, Westf. Zeitschr. XIV. S. 363.
  • Wappenbeschreibung Spießen: Eickel, auch Eickel im Hülsen, Eickel gt. Hiltrup, Stammsitz Dorf Eickel bei Bochum. –
Wappen: in Weiß roter Rechtsschrägerbalken mit drei weißen Wecken belegt. Auf dem Helm rot-weißer Wulst, darüber (rechts) ein weißes und ein rotes Büffelhorn, dazwischen der Schrägbalken mit den Wecken. [1]

Gerichtsbezirk Haus Eickel

  • Die Herren von Strünkede zur Dorneburg, als späte Erben der Eickelschen Güter, erhielten im Jahre 1690 die Jurisdiktion über das Dorf Eickel, die Bauerschaflen Bickern und Holsterhausen, einige Leute und Güter zu Röhlinghausen und Tiefenbruch und über die Riemker Mark, ausgeschlossen blieben die Leute und Güter des Jurisdiktionsbezirks des Hauses Grimberg.

Ursprung

Ersten Anfänge frühmittelalterlichen Burgenbaues zeigen sich im 9. / 10. Jahrhundert mit dem Burgentyp der runden Turmhügel, welche auch Motten genannt werden. Etwa 50 Meter hoch war die natürliche Anhöhe in Eickel auf der die erste Burg errichtet wurde. Da es sich zunächst um einen Oberhof als Sitz eines Schulten gehandelt hat, könnte die Anlage auf einem ehemaligen Königshof errichtet worden sein.

Später ist die Anlage wohl umgebaut, zumindest aber erweitert worden, denn im Jahre 1616 beschreibt der Essener Schulleiter und Historiker Cornelius Mewe die bereits dem Verfall preisgegebene Anlage als eine breite Burg auf einem Berg, mit verschiedenen Gebäuden und Stallungen. Sie sei von einem 15m breiten Graben umgeben gewesen, über den zwei Brücken durch das Turmhaus zur Burg hinaufgeführt hätten. Hier sei der Kützelbach als Annäherungshindernis höchst kunstvoll herumgeführt worden. Ab dem Jahr 1613 sei die Burg Eickel zum Steinbruch für die Dorfbewohner verkommen.

Schultenhof

Der Schultenhof Eickel gehörte dem Kloster Pantaleon in Köln. Noch 1085 bestätigt Erzbischof Sigewin dem Abt Hermann (1082 bis 1121) den Oberhof Eickel als Allod, befreit von jeder Last, jedem Dienst und jeder Steuer an einen Kirchenvogt.

Kurz darauf übernimmt Wessel von Strünkede (1142, +1163) als Defensor (Schutzherr der Kirche und ihrer Güter) gegen eine jährliche Leistung von einem Fuder Wein oder zwei Mark den zusätzlichen Schutz des Oberhofes

Nach dem Tode des Defensors übernimmt Graf Arnold von Altena (1165 bis 1205) den Schutz des Oberhofes mit der Hofgemeinschaft zu gleichen Bedingungen. Sein Sohn Friedrich, der sich seit 1207 Graf von Isenburg nennt, folgt ihm im Amt.

Nach der Hinrichtung Friedrichs von Isenburg (1226) rückt dessen Vetter Adolf von der Mark im Jahr 1227 in die Rechte in Eickel ein und die Hofgemeinschaft muß sich nun verpflichten, dem neuen Defensor als Schutzgeld jährlich zwei Mark kölnischer Währung zu zahlen.

Durch Schiedsvertrag im Jahr 1243 geht das Schutzverhältnis zunächst an die Limburger über und wird dann an die Linie von Limburg – Styrum weiter gereicht.

Aufsitzer

Früherwähnung

  • 1225 Gerhardus de Eclon (von Eikel)

Villicus de Eickel

Als Lehnsleute der Grafen von Altena / Isenburg / Limburg erhalten Heinrich de Eclo und sein Sohn Rigbert den Oberhof 1225 in Verwaltung.

Erbwechsel

  • 1243 bis 1272 Heinrich von Ecclo, Lehnsmann der Grafen von Altena und von der Mark.
    • 1274 Heinrich de Eclo
    • 1275 Hermann von Ecklo
    • 1277 Lambert von Ecklo,
    • 1277 Sweder von Eclo, Vgl. Urkunde 1277 August 14

Henrico de Eclo ist Zeuge in zwei Urkunden des Grafen Theodor von Limburg, das erste Mal am 20. März 1277 und dann am 17. März 1280.

Erbwechsel

Am 7. Januar 1274 gibt Abt Embrico von St. Pantaleon den Oberhof an Heinrich de Eclo und seine Frau Jutta zu Lebzeiten unter denselben Bedingungen als „villicus“ zur Verwaltung, wie er ihn früher an Heinrich und seine verstorbene (erste) Frau Adelheid übereignet hat.

  • 1298 Johann von Eickel
  • 1300 (um) Heinrich de Eclo (Linie von Eickel im Hülse)
  • 1301 /4 Godscalk (Gottschalk) von Ekelo, Gefolgsmann des Grafen von Limburg.
  • 1317 Sveder von Eickel (Eclo) gen. von Dinslaken

Pachtvererbung

Zu den alten Bedingungen überträgt am 21. Mai 1298 der zeitliche Abt den Oberhof an Johann von Eickel und seine Frau Hilla von Dorneburg (T. des Ritters Rötger. Als Pacht werden zehn kölnische Mark festgesetzt. Der Hofesverband zahlt nun jährlich am Gertrudistag (17. März) eine kölnische Mark zusätzlich. Vogt bleibt der zeitliche Graf von Limburg.

Erbwechsel

1321 erhält „Johann von Eclo“ durch den Abt zu St. Pantaleon den Hof zu Holthausen zu Lehen. am 22. Mai 1326 erhält er und seine Frau Mechthild den Oberhof Eickel zur Pacht.

  • 1335 / 1358 Heidenreich von Eickel
  • Arnoldi de Eyklo (1350)
  • Elseken von Eickel

14. Kalandbruderschaft: Item Roseri de Eyklo, später:Johannis van Eyclo, später: Item Johan van Ecloe et eius uxor

Erbwechsel

  • Hinric, Sculte van Eklo oo Sophie, Kinder:
    • Johan van Eklo
    • Dederic van Eklo

1354 Oktober 3. Der Schulte Heinrich von Eickel (Eklo) bekundet: Er hat mit Zustimmung seines Vaters und aller Erben Hille, Henneken Ledermans Ehefrau von Heßler (Hesler), die zum Hof Eickel gehörte, an das Heilig-Geist-Hospital in Essen gegeben, damit sie dort zeitlebens Gott dient. Sollte sie dort nicht bleiben, so behalten er und seine Erben alle Rechte an ihr. - Es siegelt der Aussteller.Datum a.d. 1354 feria sexta proxima post Mychaelis archangeli. [2]

1355 Heidenreich von Eickel, Sohn Johanns, und seine Frau Sophie erhalten am 15. Juli 1355 vom Abt zu St. Pantaleon einen neuen Pachtvertrag zu den bisherigen Bedingungen.

1367 April 29 Hinric Sculte van Eklo bittet den Junker Dideric van Lymborch, seine Ehefrau Fygen statt seiner mit der Leibzucht an der Vogtei des Hofes zu Eklo (Eickel) zu Mannlehnsrecht zu belehnen. Seine Söhne Johan und Dederic van Eklo schließen sich der Bitte an. - feria quinta post diem beati Marci ewangelista. (zwei beschädigte Siegel, das des Vaters und des Sohnes Johann anhängend. Das dritte von Sohn Dederic ist ab). [3]

Zusätzliches Limburger Lehen

1358 werden Heidenreich von Eclo, Schulte von Eclo, und seine Frau Mette gt. Gosewinckel vom Grafen von Limburg mit der „Wulfesmühle“ (Wolfsmühle) belehnt und zusätzlich mit fünf Morgen Land und zwei Wiesen, bei der Mühle im „Gosewinkel“ gelegen. Weiterhin bekommen sie das Gut Horst (Hörstgen) „in der Wande“ (= Wanne, Bickern) mit den Unterhöfen zu Lehen und baut dort die Burg „de grote Horst“. Kinder:

  • Diederich von Eickel zu Gosewinckel
  • Henneke von Eickel zur Horst und Laer (1376/29)
  • Johan von Eickel

Erbteilung

Heidenreich Söhne Johann und Dietrich von Eikel teilen sich 1375 das väterliche Erbe

Linie Eickel zur Horst

1376 Diederich von Eyckel bekennt, dass das Haus zur Horst (Bickern (=Wanne)), das Gut auf dem Lare und einige andere Güter seinem Bruder Johann gehören sollen.

29.03.1600 Jasper von Eckell auf der Horst oo Anna von Wyck

Linie Eickel

Dietrich v. Eickel zu Gosewinkel, Drost zu Bochum oo N. von Steinhues zu Wattenscheid.

1375 Dietrich erhält u. a. den Schultenhof in Eickel, eine Weide im Eickeler Bruch, die beiden Wiesen im Gosewinkel mit der Kornmühle, das „Friedgras“ (eine große Weide) und das Holzrichteramt in der Riemker Mark samt den Einnahmen daraus.

Erbwechsel zu Eickel

  • Johan von Eickel zu Gosewinkel, Diederichs Sohn (1420, 1468) oo Mechtel von Uhlenbrock Kinder:
    • Diederich von Eickel (1435)
    • Johann von Eickel (1435/1448)
    • Goswin von Eickel (1435)

11.11.1420 Johan von Eickel, Diederichs Sohn, und Diederich von Eickel, Hennekens Sohn, ihr Hofesschulte Hans zu Eickel, ihr Hofesfrone Hans Schultekens in Wanne und ihre Hofesleute Hans Langenbeckmann und Hans Kleinebeckmann tauschen mit Scerys von Eyckel den in den Eickeler Oberhof gehörenden Hülshof gegen das jetzt von Diederich op der Wieschen bebaute Holtrod und gegen eine Jahrrente von 4 schweren rheinischen Gulden.

Johan und Diederich von Eickel bekunden ferner, daß ihr Neffe Sceryes von Eickel den Hülshof an Diederich von Asbeck, ihren Schwager, verpfändet hat.

1428 Revers Johanns von Eickel und Heinrichs von der Brüggeney über das Schultenamt zu Eickenscheidt und die Verwaltung des Oberhofes Ückendorf. [2]

1435 Diederich, Johann und Goswin Gebrüder von Eyckel bekennen, dass sie dem Diederich von Bachem, der des vorgenannten Diederichs Tochter, Styne von Eyckel, geheiratet, den Caldenhof zu Berge im Kirchspiel von Buer gelegen, übertragen haben.

1439 Gerichtliches Zeugnis: Dass ein Brief mit den Siegeln Diederichs, Johanns und Goissens von Eyckel vorgelegt worden, betr. eine Schuld von 560 Kölnischen Gulden, so Catharina von Calchem und Hermann von Levendahl, ihr Sohn, an Diederich von Eyckel zu fordern, und wofür derselbe ihnen das (in der Grafschaft Mark gelegene) Haus Leithe (Wattenscheid), so wie er dasselbe von Adelheid von der Leyten gepachtet, zum Unterpfande gestellt hat, und wie um Catharina und Hermann diese Pfandschaft an Cracht Stecke übertragen.

1442 März 19. Johann van Ekel in dem Goysewynkel bekennt, von dem edlen Junker Wylhem van Lymborch, wohnhaft zu Styrhem, eine Rente von 7 Mark aus dem Hof zu Ekel (Eickel) als Mannlehen empfangen zu haben. - des manendaghes vor Palmen. [4]

1447 Diederich von Eyckel u. Johann sein Sohn bekennen, dass sie den Rotger von Galen, Sanders Sohn, wegen seiner Bürgschaft zu Händen des Johann Herrn zu Gemen schadlos halten wollen.

1448 Januar 5. Vor Johann Schriver, Richter zu Essen, verpfändet Johann von Ising an Johann von Eickel für die Summe von 425 rheinischen Gulden den Hof Ising mit allem Zubehör [Fischerei] mit Ausnahme des Hoveshove ter Beke und vorbehaltlich einer Fruchtrente von 7 Malter Roggen für Engelbrecht Mocke.D. in vigilia epiphanie domini. [2]

1448 Januar 5. Pröpstin Elisabeth von Saffenberg behandigt Johann von Eickel mit dem zu Pfandrechten erworbenen Hof Ising mit 2 freien Händen für ihn und seinen Sohn Johann.D. ut supra. [2]

1448 Januar 7. Vor Johann Schriver, Richter zu Essen, gestattet Johann von Eickel in dem Gosewinkel die Wiederlöse des Hofes Ising nach einem Zeitraum von 4 Jahren. - Zeugen: Heinrich Pickelhering, Bernhard von Galen, Conrad Stecke, Albert Sobbe, Johann Kellermann und Engelbrecht Moeke.D. opten sunnendach post epiphanie domini. [2]

1448 Diederich von Eyckel bekennt, dass er dem Rotger von Galen wegen seiner Bürgschaft zu Händen des Burchard Stecke vom Lütgenhoff schadlos halten wolle.

Erbwechsel

  • Diederich von Eickel (1441, 1455+) oo Beda v. Elverfeld (1463+)
    • Johann von Eickel (1449)
    • Diederich von Eickel (1462)
    • Evert von Eickel (1462)
    • Christina (Styna) von Eyckel (1435) oo 1435 Dietrich von Backum zur Leyte (1465+)

1449 Diederich und Goswin von Eyckel, Gebrüder, und Johann von Eyckel des vorgenannten Diederichs Sohn, verbürgen sich für Heinrich von Backem, welcher den Priester Heinrich von Brylon eine Rente von 11 Malter Korn verkauft hat.

1455 Johann und Diederich von Eyckel, seel. Diederichs Söhne, und Nevelinck Stael von Holstein, bekennen sich dem Johanns Mey zu einer Schuld von 18 rhein. Gulden.

14.03.1455 Dietrich und Serries von Eikel verzichten auf alle Ansprüche an das von ihrem (+) Vater an Herman von Dungelen verkaufte Gut Oisterwick im Kspl. Castrop.

22.2.1461 Johan, Diderick und Evert van Ekel, Sohn Didericks (van Ekel, Drosten zu Bokum und zu Menden), versprechen, dem Bernt van Galen gt. Halstwick (Kloster Werden) bei Erhebung der Kornrente, die er dem Herman van Sevynchusen und dessen Sohn Evert abgekauft hat, die aus dem Haus Sevynchusen und dem Hof zum Berge geht, nicht hinderlich zu sein. Siegelank. der Aussteller. [5]

Haus Crange

1441, am Laurentiustag (10. August), wird Derick van Eykel, Droste des märkischen Amtes Bochum, durch Herzog Adolph von Cleve und Graf von der Mark mit Haus „geheiten ten Krangh“ (Haus Crange) belehnt.

Gosewinkel

1503 August 17. Dyderych van Eyckel, Bastardsohn des verstorbenen Henrich van Eyckel in dem Goezewynckel, bekennt, durch Vermittlung seines Herren, des Herzogs von Cleve, vom Junker Adolf van Lymburg, Herrn zu Styrhem, das Gut zu Dongelen (Dungeln) im Kirchspiel Herne und Gericht zu Bochum sowie den Zehnten zu Bosynchuysen (Bösinghausen) im Kirchspiel und Gericht zu Kastrope zu Lehnsrecht empfangen zu haben. Bekomme er einen männlichen Erben, so soll dieser sein Lehnsnachfolger werden. In Ermangelung eines eigenen Siegels bittet er Heinrich van Galen um Besiegelung der Urkunde. - op donresdages nae unser lyven vrouwen dach Assumptionis. [6]

Archive

  • Hofrecht des Hofes Eickel noch nicht digitalisiert
  • Archiv Haus Herten, Bestand die Herren von Eyckel zum Krange, im Archiv von Nesselrode, Schloß Herrnstein, 53809 Ruppichteroth
  • Von Rombergsches Archiv zu Brünninghausen.

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Ursprungstext mit Autorenverzeichnis

Genealogie-Wiki: Haus Eickel, abgerufen am 14. März 2015

Quelle

  1. v. Steinen, im 19. Jahrhundert ausgestorben.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Urkunde Stift Essen
  3. Die Geschichte der Grafen und Herren von Limburg und Limburg-Styrum und ihrer Besitzungen 1200-1550. Teil II, Band 1 und 2. Assen und Münster 1963, Nr. 504.
  4. Die Geschichte der Grafen und Herren von Limburg und Limburg-Styrum und ihrer Besitzungen 1200-1550. Teil II, Band 1 und 2. Assen und Münster 1963, Nr. 1145.
  5. Urkunde Staatsarchiv Münster, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) / Horst
  6. Die Geschichte der Grafen und Herren von Limburg und Limburg-Styrum und ihrer Besitzungen 1200-1550. Teil II, Band 1 und 2. Assen und Münster 1963, Nr. 1700.