Fred Endrikat

Fred Endrikat (geboren 7. Juni 1890 in Nakel an der Netze; gestorben 12. August 1942 in München) war ein deutscher Schriftsteller, Dichter und Kabarettist. [1] Seine humoristischen Kabaretttexte und -lieder waren seinerzeit sehr erfolgreich.

Wolfgang Berke

„Doof bleibt doof — da helfen keine Pillen!“

Mindestens eine Gedichtzeile dürften wohl alle Wanne-Eickeler kennen: „Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen“. Die meisten wissen allerdings nicht, dass diese so treffende Erkenntnis aus der Feder Fred Endrikats stammt. Und dass sie Bestandteil eines kleinen Vierzeilers ist:

Die schlimmste Krankheit ist kurierbar,
einnehmbar, injizierbar oder schmierbar.
Das größte Leiden ist zu stillen – nur:
Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

Fred Endrikat war ein waschechter Wanne-Eickeler, der nur – aus Versehen – im Juni 1890 etwas zu früh und während einer Reise seiner Mutter in Posen zur Welt kam. Mit seinen sechs Geschwistern wuchs er an der Heerstraße in Crange auf. Er muss wohl ein sehr guter Schüler gewesen sein, dessen Liebe schon früh den schönen Künsten, der Poesie und dem Zeichnen gehörte.

Vater Endrikat schien davon unbeeindruckt und wollte aus seinem Erstgeborenen eine guten Handwerker machen. Erfolglos allerdings, denn Fred brach die unwillig begonnene Schlosserlehre bald ab, und auch sein Gastspiel als Lehrhauer auf der Zeche Shamrock 3/4 war von ausgesprochen kurzer Dauer. Stattdessen schrieb er Gedichte, Texte und Sketche, die er unter anderem auf der Kleinkunstbühne der Gaststätte Nehring in Wanne-Süd vortrug. Nach dem Ersten Weltkrieg erweiterte Fred Endrikat seinen Wirkungskreis. Dem Handwerk hatte er vollständig Ade gesagt, seine Heimatstadt besuchte er aber immer wieder, widmete ihr und seinen Menschen zahlreiche Verse. Er schrieb Texte für andere Künstler, veröffentlichte in Zeitschriften und stand in vielen Städten der Republik selbst auf der Bühne. Lesungen, Kabarettauftritte und seine Versbücher machten den Wanner einem breiten Publikum bekannt.

Fred Endrikat lebte später überwiegend in Süddeutschland, spielte mit angepasstem Programm während der Herrschaft der Nazis im Münchener Kabarett „Simplicissimus“ und starb mit 52 Jahren in München. Bücher oder Tonträger von Endrikat kann man heute leider nicht mehr kaufen. Etliche seiner Verse wurden in den 1970er und 1980er Jahren von den Verlagen Blanvalet und Goldmann noch einmal sehr erfolgreich in Sondereditionen veröffentlicht. Wenn man Glück hat, kann man noch einen dieser schönen Bände im Antiquariat finden.


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Quellen

  1. Fred Endrikats Schwester, Herta Römer, über ihren Bruder. In: Das große Endrikat Buch. Goldmann Verlag, München 1976, ISBN 3-442-09168-3, S. 277–278.
  2. Aus: Das Buch zur Stadt Wanne-Eickel - Mythen, Kult, Rekorde: Eine Zeitreise durchs Herz des Ruhrgebiets, Seite 118

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