Der faule Buur vom Katzenbuckel

Fast jedes Dorf hat seine Sagen und Märchen. Unser Heimatfreund Gerd E. Schug stieß bei seinen Nachforschungen zum Hof Hoffmann auf eine Börniger Sage.

Illustration des Klingelpelzchens von Berthold B. Knopp (Juni 2018)

Friedhelm Wessel [1]

Unser Heimatfreund Gerd E. Schug, ein anerkannter Börnig-Experte, stieß bei seinen Nachforschungen zum Hof Hoffmann, der seit 1230 auf dem Börniger Katzenbuckel thronte, auf die Sage vom Zwerg „Klingelpelzchen“. Niedergeschrieben hat einst diese Börniger Sage der Landwirt Hoffmann, der in die Dorfgeschichte als „fauler Buur“ einging. Dabei war Wilhelm Hoffmann eigentlich nicht faul – er hatte nur andere Interessen, denn er saß lieber am Schreibtisch – Acker- und Stallarbeit waren wohl nicht sein Ding. So verfasste Hoffmann unter anderem 1881 den Roman „In Angst und Not“.

Hier schildert er die Verhältnisse zwischen Adel und den Bauern. Aber auch Theaterstücke wie „Der Heidehof“, „Die beiden Edwaldi“ und „Das Kreuz im Walde“ verfasste er. Auch die Sage vom guten Zwerg Klingelpelzchen stammt von Hoffmann; er hielt sie damals schriftlich fest. Nach seiner Schilderung hauste der Zwerg einst auf dem „Katzenbuckel“. Immer wenn Gefahr drohte, kam Klingelpelzchen mit einem Silberglöckchen aus seinem Versteck und warnte frühzeitig die Börniger Dorfgemeinschaft.

Hoffmann, der von 1854 bis 1936 lebte, versicherte später einmal glaubhaft, Klingelpelzchen habe die Anwohner unter anderem 1636 vor der Pest und 1914 vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges gewarnt. Daher ist Hobbyhistoriker Gerd E. Schug auch der Ansicht, dass die heutige Weidestraße in Börnig eigentlich Klingelpelzchenstraße heißen müsste. Der Schriftsteller und Bauer Hoffmann ist der Vater von Elisabeth Hoffmann, die von 1914 bis 1973 auf dem Hof lebte und arbeitete. Elisabeth Hoffmann machte sich einen Namen als Malerin und Bildhauerin. Die Plastik „Der Torschrei“, auf dem Gelände der Mont-Cenis Gesamtschule an der Sodinger Straße, ist wohl die bekannteste Arbeit der vielseitigen Künstlerin. An den Hoffmannschen Hof, auf dem Börniger Katzenbuckel, erinnert heute nichts mehr. Dort, wo einst der Zwerg Klingelpelzchen hauste, gibt es eine asphaltierte Straße und moderne Häuser. Aber „Klingelzeichen“ sollen auch heute dort noch manchmal zu hören sein … [2]

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Quellen

  1. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  2. Ein Artikel von Friedhelm Wessel