Alfred Zauskewitz

Alfred Zauskewitz mit einem Kartenkunstwerk [1]

Alfred Zauskewitz (geboren 1938 in Herne) ist ein ehemaliger Berufsschullehrer und Magier.

Friedhelm Wessel [2]

Zauberhafter Pädagoge

Seine Tricks zeigte Alfred Zauskewitz, der 1938 in Herne geboren wurde, auf Familienfesten, in Gaststätten, bei Galas, auf Schulveranstaltungen und sogar im Knast. Seit Anfang der 1960er-Jahre gehört der Herner zur Elite der deutschen Zauberer. Dabei nennt er seine Tricks, die er besonders gerne vorführt, jedoch „Kartenkunst“.

Begonnen hat alles, als der ehemalige Auszubildende der Herner Flottmannwerke, in Oberhausen eine Kollegschule besuchte. Da traf er mit Udo Hinz zusammen, der sich ebenfalls für die Zauberei interessierte. Damals bestellten sie mehrere Zauberbücher in England, die aber nie eintrafen. Später erstattete die Botschaft den jungen Studenten den Betrag von 150 Mark aber zurück. Als Alfred Zauskewitz dann von 1962 bis 1966 an der TH in Aachen die Fächer Maschinenbau und Fertigungstechnik studierte, war er schon ein perfekter Zauberer, der so manchen Zuschauer in Staunen versetzen konnte.

„Einmal haben wir aber gemogelt“, verriet lachend der langjährige Pädagoge, der von 1968 bis 2001 an der Herner Berufsschule tätig war: „In Aachen gab es eine Kneipe, in der stand eine Kutsche. Als man uns gegen Mitternacht aufforderte, die Gaststätte zu verlassen, nahmen wir ein Wagenrad mit“. Das Rad versteckten die Studenten im Gebüsch vor einer bekannten Studentenkneipe in der Kaiserstadt. Hier versuchten es die „abgebrannten Zauberer“ mit einem Trick. Sie zettelten ein zauberhaftes Streitgespräch an. Dabei ging es schließlich um das Herbeizaubern eines Wagenrades. „Da staunten die indischen Studenten, die bei uns am Tisch saßen nicht schlecht, als meine Freund schließlich das von mir angeblich herbeigezauberte Rad in die Kneipe trug. Das Bier floss danach reichlich.“

Einige hundert zauberhafte Anekdoten kann Alfred Zausekewitz abrufen. Er war zu Gast bei Großveranstaltungen in der Westfalenhalle, in der Landesvertretung von NRW oder im Zuchthaus von Werl, wo er sein Programm sogar zehn schweren Jungs vorstellte. Nach dem Auftritt im Knast wurde Alfred Zauskewitz noch zum Essen eingeladen. Die Zuchthausinssasen hatten für ihren Ehrengast sogar selbst Kuchen gebacken. Und als Dankeschön gab es eine Zinnarbeit „Vier Jahreszeiten“ und ein schönes Dankesschreiben. In New York, bei einem privaten Zauberauftritt, lernte Alfred Zauskewitz die Malerin Maria Kleinbrandt kennen, die später einmal John F. Kennedy für die Galerie des Weißen Hauses porträtieren durfte.

Viele Dankschreiben und Fotos aus der aktiven Zauberzeit, in der der Herner mit alten und neuen Tricks sein Publikum in Festsälen, Altenheimen, Krankenhäusern und im Freizeithaus überraschte, hat Zauskewitz in mehren Alben aufbewahrt. Wenn er darin blättert, fallen ihm oft die passenden Geschichten ein. So kündigte Zauskewitz, er war damals frisch gebackener Referendar an einer Essener Schule, den Besuch des Leiter des Amerikahauses zu einer Veranstaltung an. „Doch diese Ankündigung eines Neulings nahm wohl damals niemand so richtig ernst“, schmunzelt Zauskewitz. „Als dann sogar der amerikanische Botschafter mit seinem standartenbestückten Dienstwagen auftauchte, stand die Schule und das Kollegium Kopf.“ Und wenn Zauskewitz damals nicht unterrichtete oder zauberte, war er mit seinem Motorrad, einer BMW, irgendwo im Revier oder in Deutschland unterwegs.

Seine Kartentricks stellte Alfred Zausekwitz, der zaubernde Berufschullehrer, in Funk und Fernsehen vor. Etliche Illustrierten und Zeitungen aus ganz Deutschland berichteten über das ausgefallene Hobby des ehemaligen Dreherlehrlings. Er machte die Zauberei in Herne und Umgebung so richtig populär, denn rief er den Magischen Zirkel in der Kanalstadt ins Leben und richtetet bei der VHS den Kurs „Magie und Zauberei“ ein. 2003 trat Zauberer Alfred Zauskewitz letztmalig öffentlich auf, doch im kleinen, privaten Kreis greift er auch noch heute gerne auf die Karten zurück, die immer griffbereit auf dem Tresen in seiner Kellerbar liegen. [3]


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Quellen

  1. Foto: Friedhelm Wessel
  2. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  3. Ein Artikel von Friedhelm Wessel