Wilhelmine Schuster (1893-1945) Widerstandskämpferin
Wilhelmine „Mimmi“ Schuster, geb. Klopoteck (11. Januar 1893, Herne; † 13. Februar 1945, KZ Ravensbrück) war Schneiderin, kommunale Mandatsträgerin der Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und aktive Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime.[1]
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Erinnerung
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| Ehret die Opfer Benennt die Täter Nie wieder Faschismus Nie wieder Krieg |
Herkunft und Familie
Wilhelmine Klopoteck wurde am 11. Januar 1893 auf der Stammstraße in Herne geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte sie den Beruf der Schneiderin. Früh engagierte sie sich in der Naturfreundejugend.
Am 28. Juni 1912 heiratete sie Carl August Schuster. Das Ehepaar hatte drei Kinder; zwei starben im Säuglingsalter. Tochter Erna wurde 1914 geboren. Die Familie lebte unter anderem an der Altenhöfener Straße 47 in Herne.
Neben Haushalt und Kindererziehung arbeitete Mimmi als Schneiderin für Nachbarn und Freunde.
Politisches Engagement
1925 trat Mimmi Schuster zusammen mit ihrem Mann der KPD bei. Im Sommer 1930 rückte sie als Stadtverordnete für den damals ausgeschiedenen Viktor Reuter in den Rat der Stadt Herne nach. Bis Ende 1932 verteilte sie die kommunistische Frauenzeitung „Die Kämpferin“.
Ihr politisches Engagement richtete sich insbesondere gegen Militarismus, soziale Not und den aufkommenden Nationalsozialismus.
Unterstützung des illegalen Widerstands
Nach 1933 unterstützte sie die illegale Arbeit ihres Ehemannes maßgeblich. Sie beherbergte Funktionäre, verwaltete Mitgliedsbeiträge und übernahm zeitweise organisatorische Aufgaben, wenn ihr Mann abwesend war.
Im Massenprozess von 1935 wurde sie gemeinsam mit 84 weiteren Angeklagten vor dem Oberlandesgericht Hamm angeklagt und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt.
Haft, Zwangsarbeit und erneute Verhaftung
Am 11. Mai 1941 wurde Mimmi Schuster aus dem Zuchthaus Dreibergen-Bützow entlassen, blieb jedoch unter Polizeiaufsicht. Sie musste sich regelmäßig melden und wurde zur Schwerstarbeit in der Kohlenwäsche der Zeche Friedrich der Große verpflichtet, wo sie gemeinsam mit Zwangsarbeiterinnen arbeitete.
Am 12. September 1944 wurde sie im Rahmen der „Aktion Gewitter“ erneut von der Gestapo verhaftet. Über das Polizeigefängnis Herne und die Dortmunder Steinwache wurde sie in das Konzentrationslager KZ Ravensbrück deportiert.
Tod im Konzentrationslager
Im KZ Ravensbrück war sie Hunger, Entkräftung und Krankheit ausgesetzt. Am 13. Februar 1945 starb Wilhelmine Schuster an den Folgen der Haftbedingungen.
Sie kehrte ebenso wenig wie ihr Ehemann nach Herne zurück. Ihre Tochter Erna wartete vergeblich auf die Heimkehr der Eltern.
Wilhelmine „Mimmi“ Schuster steht in der Stadtgeschichte Hernes für den weiblichen politischen Widerstand aus der Arbeiterschaft gegen die nationalsozialistische Diktatur.
Ehrung
Neben der Würdigung durch die DGB Geschichtswerkstatt gehört das Ehepaar Schuster zu den ersten Gewürdigten mit Stolpersteine in Herne.
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Quelle
- ↑ Quelle: DGB Geschichtswerkstatt (Norbert Arndt) - Flyer zur Stolpersteinverlegung 21. Februar 2026

