Trauerhalle Südfriedhof Herne (1909)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
Trauerhalle
Erbaut: 1909-1912
Auch bekannt als: Friedhofverwaltung
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Letzte Änderung: 09.04.2026
Geändert von: Thorsten Schmidt

Trauerhalle und Kapelle des Südfriedhofs Herne

Mit der Anlage der eigentlichen Begräbnisstätte des damals neuen Kommunalen Südfriedhofs wurden auch die Planungen für die zugehörigen Friedhofsbauten konkretisiert. Dazu zählten insbesondere die Trauerhalle sowie die Pförtnerhäuser, die nicht nur funktionalen Zwecken dienen, sondern auch den Eingangsbereich des Friedhofs gestalterisch aufwerten sollten. Die Gebäude wurden im Stil des Neuklassizismus geplant.

Bau und Architektur

Die Trauerhalle am Ende der Hauptallee des Eingangs wurde im Jahr 1909 fertiggestellt. Sie wird bis heute genutzt und umfasste bereits bei ihrer Errichtung einen Büroraum der Friedhofsverwaltung sowie Leichenaufbahrungszellen. Entworfen wurde das Gebäude vom Herner Stadtarchitekten Karl Kurzreuther, der für diesen Bau ausgezeichnet wurde.

Architektonisch handelt es sich um einen eineinhalbgeschossigen Massivbau mit Putzfassade. Das Eingangsportal wird durch einen portikusartigen Vorbau mit vier dorischen Säulen gebildet. Darüber befinden sich ein Architrav sowie ein Dreiecksgiebel mit einer stehenden ovalen Stuckkartusche im Giebelfeld. Das Gebäude verfügt über ein Mittelrisalit auf einem breiten, flachen oktogonalen Turm mit Zeltdach. Die seitlichen Gebäudeteile sind flacher ausgeführt und mit großen Walmdächern sowie Dachreitern versehen. Der südliche Gebäudeflügel, in dem sich Büro- und Nebenräume befinden, besitzt einen offenen Arkadengang.

Der anfäbgliche Zentraldachhelm wurde vermtl. nach 1945 in vereinfachter Form abgeändert.

Eine grundlegende Renovierung der Trauerhalle erfolgte in den Jahren 1988/89. Die Innenbemalung wurde dabei von dem Künstler Kai Wunderlich ausgeführt.

Nutzungsgeschichte

In den ersten Jahren nach der Errichtung war die Trauerhalle zunächst nicht voll ausgelastet, da Beerdigungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts überwiegend direkt vom Sterbehaus aus stattfanden. Mit dem raschen Bevölkerungswachstum und den zunehmend beengten Wohnverhältnissen änderte sich diese Praxis jedoch.

Im Jahr 1935 untersagte die Stadtverwaltung Beerdigungen vom Sterbehaus aus. Gründe hierfür waren sowohl hygienische als auch organisatorische Aspekte, insbesondere die langen Trauerzüge, die sich durch die Hauptstraßen Hernes bis zum Südfriedhof bewegten.

Finanzierung

Laut einer Abrechnung vom 27. November 1912 kam es beim Bau der Friedhofskapelle zu einer Kostenüberschreitung von 320,46 Mark. Gleichzeitig wurden bei der Anlage der Friedhofsgärtnerei sowie beim Bau der Wohnung des Friedhofsinspektors Einsparungen in Höhe von insgesamt 1.332,78 Mark erzielt. Der Magistrat beantragte, die Mehrkosten der Kapelle durch diese Einsparungen zu decken, was von der Versammlung genehmigt wurde.

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Quellen