Nordstraße 178 - Von der Wirtschaft Grothaus zu Affenhack Studios

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.
Nordstraße 178
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Erbautvor 1890
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Auch bekannt alsAffenhack Studios
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Das Gebäude ist ein sehr alte Gastwirtschaft "zum westfälischen Bauernhaus" und steht an der Nordstraße 178. Früher hatte es die Hausnummer "Ludwigstraße 10". Schon auf dem Plan von 1823 ist Grothaus an dieser Stelle zu sehen. Verkehrgünstig am Ende der Straße von Strünkede und vom Vossnacken in richtung Pöppinghausen im Flur Horsthausen I "Höttenbusch" bzw. "Im Hattenhof" gelegen ist es eine alte Hofstelle.

Mit der Ausbau der Westfälischen Eisenbahn (1879-1882), besonders aber mit der Gründung, Mutung und dem Ausbau der Zeche Friedrich der Große I/II ab 1870 rückt der Hof bzw. die Gaststätte noch mehr ins Blickfeld des Publikums.

Der Stichkanal brachte insofern eine Veränderung, das nun die Werderstraße über eine Brücke das ganze nach Süden abschloss.

Wirt Gustav Grothaus (1861-1913) stammt jedoch aus Bochum-Dahlhausen.

Die Wirtschaft Grothaus wurde zum einen Ausflugslokal, Treffpunkt katholischer Vereine in Horsthausen bis nach Sodingen und während der NS Diktatur Versammlungsort der Ortsgruppe Friedrich der Grosse.

Durch den Bau der Bundesautobahn 42 geriet das Haus ins abseits. Es wurde nach der verlegung der Hauptfahrstrecke von der Werder- zur Horsthauser Straße der Nordstraße zugeschlagen. Nur anhand des merkwürdigen Kurvenverlaufes ist noch die alte Verbindung zu erahnen.

Seit einigen Jahren sind die

Affenhack Studios Herne

Die Affenhack Studios Herne sind ein unabhängiges Kunst-, Kultur- und Wohnprojekt im Herner Stadtteil Horsthausen. Das Projekt befand sich zunächst auf dem Gelände eines ehemaligen Sägewerks der Zeche Friedrich der Große an der Werderstraße 51a. Die Studios verbinden gemeinschaftliches Wohnen mit kulturellen Veranstaltungen und gelten als Beispiel für alternative Wohn- und Nutzungskonzepte in ehemaligen Industriegebäuden. [1]

Entstehung

Die Ursprünge der Affenhack Studios reichen in das Jahr 2013 zurück. Auf der Suche nach einer neuen Wohn- und Arbeitsumgebung entdeckte Michaela Pawelke die leerstehende Halle des ehemaligen Sägewerks auf dem Gelände eines Gewerbeareals in Horsthausen. Gemeinsam mit Friedel Zibis und Werner Lob entschied sie sich, das Gebäude zu erwerben beziehungsweise umzunutzen und zu einem kombinierten Wohn- und Kulturort auszubauen. [2]

Mit erheblichem finanziellem Aufwand und zahlreichen Eigenleistungen entstand zwischen 2013 und 2014 eine Wohnanlage mit Gemeinschaftsbereichen, Dachterrasse, Musik- und Kunsträumen. Unterstützt wurde der Ausbau unter anderem durch den befreundeten Handwerker Andreas Böse. Seit Februar 2014 leben die Gründer dort in einer Wohngemeinschaft. [3]

Entwicklung zum Kulturort

Bereits kurz nach dem Einzug entwickelte sich das Projekt zu einem offenen Kulturzentrum. Die Betreiber richteten eine „Musikhalle“ für Konzerte, Workshops und Filmvorführungen sowie eine „Kunsthalle“ für Ausstellungen ein. Die Räumlichkeiten bieten Platz für etwa 50 Besucher und dienen Künstlerinnen und Künstlern als Ausstellungs- und Begegnungsort. [4]

Im Sommer 2015 öffneten die Affenhack Studios erstmals ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die Veranstaltung „Sommer Superbe“ markierte den Beginn eines regelmäßigen Kulturprogramms mit Konzerten, Ausstellungen und Jam-Sessions. Die Gründer verstanden die Studios als sogenannten „Offspace“, also einen unabhängigen, nicht kommerziellen Raum für Kunst und kulturellen Austausch. [5]

Konzept

Das Konzept der Affenhack Studios basiert auf gemeinschaftlichem Wohnen, gegenseitigem Vertrauen und kultureller Offenheit. Die Bewohner teilen große Teile des Alltags, organisieren Veranstaltungen gemeinsam und öffnen ihr Zuhause regelmäßig für Gäste. Gleichzeitig stehen private Rückzugsräume zur Verfügung. [6]

Ein zentrales Anliegen ist die Förderung von Begegnungen zwischen Künstlern, Musikern und kulturinteressierten Besuchern. Die Studios veranstalten Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen und offene Musiksessions. Dabei treten sowohl lokale als auch internationale Künstler auf. [7]

Bedeutung

Die Affenhack Studios gelten als Beispiel für die Umnutzung industrieller Bausubstanz und für alternative Wohnformen in Herne. Im Rahmen der städtischen Publikation Anders wohnen wurden sie als Modell für gemeinschaftliches Wohnen und kulturelles Engagement vorgestellt. [8]


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Einzelnachweise

  1. inHerne: „Anders wohnen“, 24. Februar 2017.
  2. inHerne: „Anders wohnen“, 24. Februar 2017. :contentReference[oaicite:0]{index=0}
  3. inHerne: „Anders wohnen“, 24. Februar 2017. :contentReference[oaicite:1]{index=1}
  4. inHerne: „Offspace – versteckt und doch offen“, 24. Juli 2015. :contentReference[oaicite:2]{index=2}
  5. WAZ: „Affenhack-Studios öffnen Tür für Freunde von Musik und Kunst“, 2. August 2015. :contentReference[oaicite:3]{index=3}
  6. inHerne: „Anders wohnen“, 24. Februar 2017. :contentReference[oaicite:4]{index=4}
  7. WAZ: „Affenhack Studios in Herne laden ein zu ‚Summer Surprise‘“, 5. August 2016. :contentReference[oaicite:5]{index=5}
  8. inHerne: „Anders wohnen“, 24. Februar 2017. :contentReference[oaicite:6]{index=6}