Heilige Familie (Börnig) 1966

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Die Heilige Familie ist eine etwa zwei Meter hohe Tonplastik des Bottroper Bildhauers Johannes (Johann) Fischedick. Sie wurde 1966 am Haupteingang des damaligen Josefskrankenhauses in Herne-Börnig angebracht. Die Plastik zeigt Josef, Maria und das Jesuskind in stark stilisierter Form und sollte den christlichen Charakter des Hauses sowie die Fürsorge für Kranke symbolisieren.

Heilige Familie
🗿
Errichtet1966
📍
StandortWidumer Straße 8
Die Karte wird geladen …


Die Plastik befand sich am Haupteingang des damaligen Börniger Hospitals beziehungsweise Josef Krankenhauses in Herne-Börnig. Es wurde sie am 16. März 1966 montiert und am Josefsfest, dem 19. März 1966, durch Pfarrer Theodor Pott (1925-1972) feierlich geweiht. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung von Geborgenheit, Schutz und Fürsorge hervor, die durch die Darstellung der Heiligen Familie symbolisiert würden.

Beschreibung

Das Relief beziehungsweise die freiplastische Wandplastik zeigt die Heilige Familie:

Josef als schützende Figur,
Maria mit dem Kind,
das Jesuskind als Mittelpunkt der Darstellung.

Die Figuren sind stark vereinfacht und flächig gestaltet. Charakteristisch für Fischedicks Arbeiten ist die Verbindung moderner Formensprache mit traditionellen christlichen Bildthemen. Die Darstellung verzichtet weitgehend auf naturalistische Details und konzentriert sich auf Symbolik und Ausdruck.

Entstehung

Der Bottroper Bildhauer Johannes Fischedick arbeitete etwa drei Monate an dem Werk. Die Tonplastik wurde speziell für den Eingangsbereich des Krankenhauses geschaffen.

Johannes Fischedick

Johannes (eigentlich Johann Karl) Fischedick (* 10. Februar 1908 in Bottrop; † 27. November 1984 ebd.) war Bildhauer, Holzschnitzer und Mystiker[1]. Nach einer Schreinerlehre studierte er an der Folkwangschule in Essen. Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf er zahlreiche religiöse Kunstwerke für Kirchen, Krankenhäuser und öffentliche Gebäude im Ruhrgebiet. Seine Arbeiten entstanden vor allem in Holz, Ton und Bronze. Dieses Werk gehört zu seinen größten Arbeiten, widmete er sich ab 1960 bis auf wenige große Arbeiten nur noch kleinplastische Werke in Ton und Bronze.

Weitere Werke Fischedicks sind unter anderem:

  • Marien- und Hirtenfiguren in Kirchen des Ruhrgebiets,
  • Krippendarstellungen,
  • sakrale Reliefs und Skulpturen für kirchliche Einrichtungen.

Bedeutung

Die Plastik entstand in einer Zeit, in der christliche Kunst fester Bestandteil vieler Krankenhäuser und sozialer Einrichtungen war. Die Wahl der Heiligen Familie als Motiv sollte die Aufgaben des Hospitals – Pflege, Schutz und menschliche Zuwendung – sichtbar machen.

Der Titel des zeitgenössischen Presseberichts „Ein Vorbild der treuen Fürsorge“ verdeutlicht die damals beabsichtigte symbolische Wirkung.

Erhaltungszustand

Die Plastik befindet sich noch heute am ursprünglichen Standort und wurde bei der Umwidmung des ehemaligen Krankenhausobjektes zum Bildungszentrum Ruhr der St. Elisabeth Gruppe - Katholische Kliniken Rhein-Ruhr restauriert.

Quellen

Dieser Artikel, diese genealogische oder textliche Zusammenstellung bzw. dieses Bild wird von Andreas Janik (ehem. Johann-Conrad) für das Wiki der Herner Stadtgeschichte zur Verfügung gestellt und unterliegt dem Urheberrecht. Bei einer Verwendung dieser Abbildung und/oder dieses Textes - auch als Zitat - außerhalb des Wikis der Herner Stadtgeschichte ist die Genehmigung beim Autor einzuholen.

Lesen Sie auch


Einzelnachweise

  1. Zu seinem Mystischen Wirken, besonders seine eigentümliche Form während des 3. Reichs, siehe: Burtscher, W. (2018). Neptun heißt bei uns Miron: Jakob Lorber und die Lorber-Bewegung. Deutschland: Books on Demand. S. 101 f.