Golden Empire (Disko) Sodingen
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Das Golden Empire war eine Diskothek im Herner Stadtteil Sodingen und gehörte in den 1970er- und 1980er-Jahren zu den prägenden Veranstaltungsorten der lokalen und regionalen Jugendkultur.
Geschichte
Das Golden Empire entstand im Zuge des Strukturwandels der Freizeitkultur, als in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren traditionelle Tanzgaststätten zunehmend durch Diskotheken ersetzt wurden. Es knüpfte damit an die vorherige Nutzung entsprechender Veranstaltungsräume an und etablierte sich rasch als moderner Treffpunkt für junge Menschen.
Eine zentrale Figur der Geschichte des Golden Empire war der Gastronom Theo Papenbrock, der zunächst als Kellner tätig war und die Diskothek 1974 übernahm. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Lokal zu einem überregional bekannten Anziehungspunkt.
Blütezeit
In den 1970er- und frühen 1980er-Jahren erreichte das Golden Empire seine größte Bedeutung. Zeitzeugenberichte und Pressequellen beschreiben die Diskothek als stark frequentierten Veranstaltungsort („rappelvoll“), der Gäste aus ganz Nordrhein-Westfalen anzog.
Das Programm umfasste neben Tanzveranstaltungen auch Live-Auftritte bekannter Künstler der damaligen Unterhaltungsmusik, darunter Bernhard Brink, Boney M. und Marianne Rosenberg.
Das Golden Empire steht damit exemplarisch für eine Phase, in der Diskotheken sowohl Orte der Tonträgermusik als auch Bühnen für populäre Live-Acts waren.
Sozial- und kulturgeschichtliche Bedeutung
Die Diskothek war ein wichtiger sozialer Treffpunkt für die Jugend in Sodingen und darüber hinaus. Sie markiert zugleich den Übergang von der Live-Musik-Kultur der 1960er-Jahre hin zur DJ-geprägten Diskothekenkultur.
Zeitgenössische Berichte zeigen auch die Begleiterscheinungen dieser Entwicklung: So kam es im Umfeld der Diskothek gelegentlich zu Konflikten zwischen Jugendlichen und der Polizei, was auf die hohe Besucherfrequenz und die Bedeutung als nächtlicher Anziehungspunkt hinweist.
Niedergang und Schließung
Ende der 1980er-Jahre verlor das Golden Empire – wie viele kleinere Diskotheken – an Bedeutung. Ursache war insbesondere die Konkurrenz durch neu entstehende Großraumdiskotheken in Städten wie Bochum, Essen und Dortmund.
1990 wurde das Golden Empire schließlich verkauft; der Diskothekenbetrieb in seiner bisherigen Form endete damit.
Einordnung
Das Golden Empire ist ein typisches Beispiel für die Entwicklung der Diskothekenkultur im Ruhrgebiet:
- Aufstieg in den 1970er-Jahren im Zuge veränderter Freizeitgewohnheiten
- Blütezeit als regionaler Anziehungspunkt
- Bedeutungsverlust durch strukturelle Veränderungen der Unterhaltungsbranche
Damit spiegelt seine Geschichte zugleich den allgemeinen Wandel urbaner Vergnügungsstätten im späten 20. Jahrhundert wider.
Quellen
- Gerhard Römhild: Theo sagt Tschüss zu seinen Gästen. In: WAZ, 25.10.2014.
- Michael Paternoga: Als „Die Wache“ noch eine richtige Wache war. inherne.net.
- Kai Wiedermann: Im Bann des Beats. In: WAZ, 27.11.2009.
- Historischer Verein Herne/Wanne-Eickel: Morenos spielten zum Tanz.
