Gedenkstein für das Grubenunglück auf der Zeche Pluto 1882 (ev.)

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Das Denkmal besteht aus drei etwa drei Meter hohen Stahlkreuzen. In den Sockel sind die Namen der 23 evangelischen Opfer des Grubenunglücks eingraviert. Es befindet sich auf dem Alten Evangelischen Friedhof in Eickel und dient seit seiner Errichtung als Erinnerungsort an eines der schwersten Grubenunglücke der Region.

Denkmalplakette NRW
Bild: Knochen 2015
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Am 10. Mai 1882 erfolgte auf der Schachtanlage Pluto-Wilhelm eine Grubenunglücke in Herne die mehrere Bergleute tödlich verletzte und im Nachgang noch weitere Opfer forderte. Das Denkmal steht seit dem 13. März 1997 unter Denkmalschutz. DENKMAL NR. 627

  • Gedenkstein für das Grubenunglück auf der Zeche Pluto
  • Lohofstraße; ev. Friedhof, Eickel
  • Erbaut: nach 1882
  • Architektur:
  • Details: Der Gedenkstein besteht aus drei hohen Kreuzen aus Stahl, welche auf einem langgestreckten Werksteinmonument stehen. Im Mittelteil ist eine Tafel angebracht. Hier sind namentlich 23 Opfer eines Grubenunglücks genannt, das sich am 10. Mai 1882 auf der Zeche Pluto ereignet hat. Die Form des Ehrenmals lässt vermuten, dass die Anlage in dieser schlichten Form erst weit nach 1882 errichtet wurde. Das Ehrenmal weist noch heute auf die Katastrophe hin. Es ist bedeutend für die Stadt Herne, weil es an die Bergbaugeschichte Hernes erinnert.

10. Mai 1882 Zeche Pluto-Thies
Schlagwetterexplosion in 405 Meter Teufe
Essener Zeitung 12. Mai 1882: '„Heute Vormittag verbreitete sich hier schnell die Schreckenskunde von einem grässlichen Grubenunglück. Auf der Zeche Pluto bei Wanne war gestern Abend 20 Minuten vor neun Uhr eine Explosion schlagender Wetter erfolgt, welche mit einem Schlag 59 Menschenleben dahinraffte.[...]17 Bergleute aus Eickel, 27 Bergleute aus Röhlinghausen, 11 Bergleute aus Bickern, vier Bergleute aus Holsterhausen, zwei Bergleute aus Crange und sechs Bergleute kamen von auswärts.'[1]

Die 21 ev. Bergleute wurde hier auf dem alten ev. Friedhof in Eickel begesetzt.[2]. Die katholischen Verunglückten wurden auf dem katholischen Friedhof beigesetzt.

Namensliste der Opfer

AM 10. MAI 1882 VERUNGLÜCKTEN AUF DER ZECHE PLUTO:
FUNKE, WILHELM WÄCHTER, HERMANN FRIEDRICH, ADOLF HASENJÄGER, FRIEDRICH
BÖCKMANN, GEORG DETLING, HERMANN STRUCK, ERNST FREIBERGER, FRIEDRICH
BERGMANN, WILHELM SCHUMANN, JAKOB EBELER, HERM. HEINR. STEINBERG, ERNST
LANGE, FRIEDRICH BROCKMANN, HEINRICH SCHRÖDER, HEINRICH HESS, JOHANN
LAEGE, HERMANN KAMMANN, DIETRICH SCHLÜTER, AUGUST ENGELBRECHT, KARL
HEIDSIEK, AUGUST MOHR, JOHANN BRINKMANN, FRIEDRICH

Restaurierung des Pluto-Unglücksdenkmals (2026)

Nach Jahrzehnten war das Denkmal stark sanierungsbedürftig. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Eickel beschloss daher 2025 die umfassende Restaurierung. Sie erfolgte dann im Jahr 2026. Die Restaurierung wurde von der Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Eickel mit finanzieller Unterstützung der RAG-Stiftung durchgeführt.

Die Restaurierung wurde durch eine Förderung der RAG-Stiftung ermöglicht. Neben der Instandsetzung der Stahlkreuze und des Sockels wurde auch das unmittelbare Umfeld neugestaltet. Die Friedhofsgärtnerei Klumpen Junior gestaltete die Anlage mit zwei Trauerweiden, blühenden Stauden und einem neuen Urnengrabfeld, wodurch der Erinnerungsort eine angemessene gärtnerische Einfassung erhielt.

Pfarrer Hans-Paul Ullrich betonte die Bedeutung des Denkmals für die Gemeinde. Auch mehr als 140 Jahre nach dem Unglück lebten Nachfahren der verunglückten Bergleute in Wanne-Eickel. Das Denkmal sei daher nicht nur ein historisches Zeugnis, sondern auch ein Ort des persönlichen Gedenkens.

Die RAG-Stiftung sieht die Förderung der Restaurierung als Teil ihres Auftrags zur Pflege der bergbaulichen Tradition des Ruhrgebiets. Nach dem Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus komme der Bewahrung von Erinnerungsorten besondere Bedeutung zu. Das restaurierte Denkmal erinnert sowohl an die Opfer des Grubenunglücks als auch an die Geschichte des Bergbaus in Wanne-Eickel.

Durch die Restaurierung blieb ein bedeutendes Zeugnis der regionalen Bergbaugeschichte erhalten und wurde zugleich als Ort des Gedenkens für kommende Generationen gesichert.[3]

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Einzelnachweise

  1. http://www.wanne-eickel-historie.de/stahlkreuze_erinnern_an_grubenungluck.html
  2. https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/12228049
  3. * Pressemitteilung der Evangelischen Kirchengemeinde Wanne-Eickel: Erinnerung als gesellschaftliche Aufgabe – Restauriertes Denkmal auf dem Alten Evangelischen Friedhof erinnert an Grubenunglück auf der Zeche Pluto im Jahr 1882. 2026.