Friedrich Eybel (1875-1952) Künstler

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Friedrich Eybel (* 14. September 1875 in Schmalkalden; † 11. August 1952 in Herne) war ein deutscher Bildhauer, der vor allem in Herne tätig war. Bekannt wurde er durch kulturhistorische Figurenplastiken, Arbeiten für das Heimatmuseum Herne sowie durch Beiträge zur Herner Marionettenbühne.

Friedrich Eybel
Steinmetzt
Geboren14. September 1875
in Schmalkalden
✝️
Gestorben11. August 1952
in Herne
🏠
Letzte AdresseIm Uhlenbruch 50a

Leben

Friedrich Eybel wurde als Sohn des Schankwirts Georg Caspar Eybel und dessen Ehefrau Anna Maria geb. Feuchter geboren. Er wurde am 28. September 1875 in Schmalkalden reformiert getauft (Register 527a); bereits am Tag seiner Geburt hatte eine Haustaufe stattgefunden.

1909 wird Eybel in Schmalkalden als „lediger Bildhauer“ erwähnt. Am 14. September 1909 heiratete er dort Rosa Mäder geb. Schmalwasser (* 10. August 1873 in Grotteroda; † 1946 in Herne), die Witwe des Handlungsgehilfen beziehungsweise Kaufmanns Johannes Mäder. Die standesamtliche Eheschließung erfolgte in Schmalkalden unter Register-Nummer 88, die kirchliche Trauung in der Stadtkirche Schmalkalden.

Im Zusammenhang mit der Eheschließung wurde im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Kassel ein Ehevertrag vom 7. September 1909 bekanntgemacht.

Ein erster Sohn wurde noch in Schmalkalden geboren, 1911 in Bremen-Vegesack der zweitgeborene und 1914 in Frankfurt am Main-Sachsenhausen ein weiterer Sohn. Später zog die Familie nach Herne, wo Eybel spätestens seit 1926 im Adressbuch nachweisbar ist. Dort wohnte er zunächst an der Schulstraße 13. 1950 ist er unter der Adresse Uhlenbruch 50a verzeichnet.

Eybel starb am 11. August 1952 in Herne.

Künstlerisches Wirken

Friedrich Eybel war insbesondere in den 1920-1930er Jahren im kulturellen Leben Hernes präsent.

Das offizielle Denkmal der Gefallenen der Stadtverwaltung Herne 1914-1918 aus dem Jahre 1928 stammte aus seinen Händen.

Im Januar 1934 wurden auf einer „Hakenkreuzausstellung“ in Herne und Castrop-Rauxel fünf farbig gefasste Holzfiguren germanischer Motive gezeigt, die von Eybel geschaffen worden waren.

Im Frühjahr wurde eine Gefallenengedenktafel des Schützenbundes "Vosskuhle" in Gerthe aus seiner Hand enthüllt.

Besondere Aufmerksamkeit fanden seine Arbeiten für das städtische Heimatmuseum Herne. Im September 1934 berichtete die Presse über neu ausgestellte Plastiken eiszeitlicher Tiere und vorgeschichtlicher Menschen, darunter Mammuts, wollhaarige Nashörner, Moschusochsen, Wildpferde, Wisente und Neandertaler. Die Figuren waren von „dem Herner Bildhauer F. Eybel, Schulstraße“ angefertigt worden.

Ebenfalls 1934 erhielt Eybel den Auftrag zur Gestaltung einer Hermann-Löns-Plakette für den Botanischen Garten in Herne. Die etwa 30 Zentimeter hohe Kupferplakette zeigte den Kopf des Dichters Hermann Löns und wurde auf Initiative eines Vereins der Aquarien- und Terrarienfreunde Herne geschaffen.

Das Denkmal im Rathaus, wie wohl auch das Medaillion im Stadtgarten eurden ein Raub der NS Metallspende.

Im Dezember 1934 war Eybel zudem an der Premiere der damals neu eingerichteten Herner Marionettenbühne beteiligt. Er schuf die Puppenköpfe und Puppenrümpfe, die vom Kunstmaler Wilhelm Imhof farbig gestaltet wurden.

Familie

Aus der Ehe mit Rosa Eybel geb. Schmalwasser (* 10. Oktober 1873 in Brotterode; † Mai 1946 in Herne), verwittwete Kaufmann Johs . Mäder, sind folgende Kinder bekannt:

  1. Alex Eybel, (* 2. Juli 1910 in Schmalkalden; X 1. Januar 1942 in Russland) Malermeister in Herne, wohnhaft Schulstraße 13
  2. Karl Eybel (* 15. Oktober 1911 in Bremen-Vegesack; x Juli 1942 Russland) Mitglied der NSDAP
  3. Gottfried Eybel (* 1914 in Frankfurt am Main-Sachsenhausen; † 9. August 1916 in Herne)

Quellen und Nachweise

  • Standesamt Schmalkalden, Heiratsregister 1909, Nr. 88
  • Reformiertes Kirchenbuch Schmalkalden, Register 527a
  • Herner Adressbücher 1926 und 1950
  • Zeitungsberichte aus Herne 1934
  • Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Kassel, Bekanntmachung zum Ehevertrag von Friedrich Eybel und Rosa Eybel geb. Schmalwasser.
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