Emma Schlewitz (1895-1943) NS-Euthanasie Opfer
Emma Schlewitz (* 1. Mai 1895 Marienwerder-Neuhöfen; † 23. Dezember 1941 in der Heil- und Pflegeanstalt Eichberg (Eltville)) war eine Einwohnerin der Stadt Herne und Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen. Ihr Schicksal wird heute durch einen Stolperstein in Herne erinnert.
Leben
Emma Schlewitz wurde am 1. Mai 1895 als Emma Liedke in Marienwerder-Neuhöfen (Kwidzyn-Nowy Dwór) in Pommern geboren. Im Jahr 1921 zog sie gemeinsam mit ihrem am 3. Juli 1920 verheirateten Ehemann Ernst Schlewitz und einem Kind aus Westpreußen nach Herne. Die Familie lebte nach mehreren Wohnungswechseln zuletzt an der Bruchstraße 136. Ihr Ehemann arbeitete auf der Zeche Erin und war wie viele Bergleute seiner Zeit politisch in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) engagiert.
1935 wurde Emma Schlewitz in die Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Warstein eingewiesen. Dort brachte sie 1936 eine Tochter zur Welt, die unmittelbar nach der Geburt in ein Kinderheim gegeben wurde. Nach den nationalsozialistischen Erbgesundheits- und „Euthanasie“-Vorstellungen wurde Schlewitz später als Patientin für die systematische Vernichtung psychisch Kranker und Menschen mit Behinderungen ausgewählt.
Am 14. August 1941 erfolgte ihre Verlegung in die Heil- und Pflegeanstalt Eichberg im Rheingau[1]. Dort wurde sie kurz vor Weihnachten Opfer der sogenannten dezentralen „Euthanasie“. Nach Angaben zeitgenössischer Quellen wurde ihre Tötung durch gezielten Nahrungsentzug und Medikamentenüberdosierung herbeigeführt.
Tod
Emma Schlewitz starb in der Heil- und Pflegeanstalt Eichberg. In den Quellen wird als Todesdatum überwiegend der 23. Dezember 1941 genannt; einzelne neuere Darstellungen nennen fehlerhaft den 23. Dezember 1943. Das Sterberegister der Gemeinde Erbach hat unter der Registernummer 478 ihren Tod am 23. Dezember 1941 beurkundet. Sie gilt als Opfer des nationalsozialistischen „Euthanasie“-Programms.
Erinnerung
Im Rahmen des Projekts Stolpersteine wurde am 21. Februar 2026 vor ihrem ehemaligen Wohnort an der Bruchstraße 136 in Herne ein Stolperstein verlegt. Da das ursprüngliche Wohnhaus nicht mehr existiert, befindet sich der Stein in der Nähe des früheren Standortes. Angehörige von Emma Schlewitz beteiligten sich an den Gedenkveranstaltungen und trugen dazu bei, ihre Lebensgeschichte öffentlich bekannt zu machen.
Literatur
- Norbert Arndt: Der Leidensweg der Emma Schlewitz.
- DGB-Geschichtswerkstatt Herne: Forschungen zu den Opfern der NS-Euthanasie in Herne.
Weblinks
Lesen Sie auch
Quellen
- ↑ „Erbach, Landesheilanstalt Eichberg“, in: Topografie des Nationalsozialismus in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/orte/topografie-des-nationalsozialismus-in-hessen/alle-eintraege/100_erbach-landesheilanstalt-eichberg> (aufgerufen am 15.06.2026)

