Claudia Höfer (1945) Sängerin

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Claudia Höfer (geb. als Ilse Etges, auch Claudia Corda, Claudia und Claudia Sommer; * vermutlich 1945 in Bochum-Hordel) ist eine deutsche Schlagersängerin aus dem Ruhrgebiet, die in den 1960er und frühen 1970er Jahren zahlreiche Schallplattenaufnahmen veröffentlichte. Bekannt wurde sie insbesondere durch ihre Zusammenarbeit mit der Wanne-Eickeler Beatgruppe The Blue Shadows.

Claudia Höfer
Claudia Höfer
Bildquelle[1]
Gesangskünstlerin
Geborenum 1945
in Bochum-Hordel

Leben

Claudia Höfer entstammte einer Bergmannsfamilie und wuchs in Bochum-Hordel auf. Bereits als Kind trat sie öffentlich auf. Nach eigenen zeitgenössischen Angaben sang sie zunächst im Bochumer Jugendchor, wirkte anschließend bei einem Laientheater mit und trat später mit verschiedenen Musikgruppen auf.

Beruflich arbeitete sie zeitweise als Schallplattenverkäuferin in Bochum. Durch zahlreiche Auftritte im Ruhrgebiet entwickelte sie sich in den 1960er Jahren zu einer regional bekannten Sängerin.

Musikalische Laufbahn

Mitte der 1960er Jahre arbeitete Claudia Höfer mit den Musikproduzenten Heinz Meiser und Willi Astroth zusammen. 1965 erschienen ihre ersten Schallplattenaufnahmen bei Decca und Metronome.

Überregionale Bekanntheit erlangte sie mit dem Titel Morgen kann schon alles anders sein, der in der Hitparade von Radio Luxemburg erfolgreich platziert war. Am 26. April 1966 folgte ein Auftritt in der ZDF-Sendung Drehscheibe. Zeitgenössische Presseberichte bezeichneten sie damals als Sängerin der Wanne-Eickeler Beatgruppe The Blue Shadows, die zu den bekanntesten regionalen Bands der damaligen Beat-Szene gehörte. Dort spielte auch Ihr späterer Mann Willi Kugel mit.

In den folgenden Jahren veröffentlichte sie weitere Schallplatten unter unterschiedlichen Künstlernamen. Nach Angaben eines an den Produktionen beteiligten Produzenten handelte es sich bei den Künstlernamen Claudia Höfer, Claudia Corda und Claudia Sommer um dieselbe Person.

1972 trat sie mit dem Titel Smokey im Talentwettbewerb Talentschuppen des Südwestfunks auf und war damit erneut im deutschen Fernsehen präsent.

2010 verließ sie die Bühne.

Verbindung zu Wanne-Eickel

Für die Musikgeschichte Wanne-Eickels besitzt Claudia Höfer besondere Bedeutung durch ihre Zusammenarbeit mit The Blue Shadows. Gemeinsam mit der Band vertrat sie die lokale Beat- und Unterhaltungsmusikszene über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus und gehörte zu den wenigen Sängerinnen der Region, die in den 1960er Jahren Fernsehauftritte und nationale Schallplattenveröffentlichungen vorweisen konnten.

Diskographie (Auswahl)

Als Claudia Höfer

1965: Ich wein’ um dich so viele heiße Tränen / Das wird dir leid tun (Decca)
1965: Morgen kann schon alles anders sein / Die Liebe bringt Glück und Leid (Metronome)
1966: Hab’ ich dich verloren / Man soll immer bei der Wahrheit bleiben (CBS)

Als Claudia Corda

1967: Kein Feuer, keine Kohle / Der goldene Schlüssel (Electrola)
1971: Das hat doch alles keinen Sinn / Das Wunder unserer Liebe (Vogue)

Als Claudia

1968: Das Ei des Columbus / Miss Rumpelstilzchen (Columbia)

Als Claudia Sommer

1972: Smokey / Billy Joe (BASF)

Quellen

  • Norbert Kozicki: „Rock Around The Clock in Bickern“, in: „Als wenn Elvis nach Wanne käme…“, Banana Press Verlag Herne, 1988
  • Memoryradio-Forum: „Claudia Höfer / Claudia Corda / Claudia Sommer“ (Diskussion 2015–2025).
  • https://www.rocknroll-schallplatten-forum.de/topic.php?t=3037 Mit abbildungen ihrer Platten.
  • Zeitgenössische Schallplattenveröffentlichungen der Labels Decca, Metronome, CBS, Electrola, Vogue, Columbia und BASF.

Anmerkungen

Mehrere biographische Angaben beruhen auf Aussagen ehemaliger Produzenten, Sammler und Familienangehöriger in einem Fachforum für deutsche Schlagergeschichte. Eine wissenschaftliche Überprüfung durch amtliche Unterlagen oder zeitgenössische Pressequellen steht teilweise noch aus.

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Quellen