Bauverein Sodingen

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V.

Der Bauverein Sodingen eG ist eine Wohnungsgenossenschaft mit Sitz im Herner Stadtteil Sodingen. Die am 26. Juni 1919 gegründete Genossenschaft "Gemeinnütziger Bauvereins für das Amt Sodingen" gehört zu den ältesten heute bestehenden Wohnungsunternehmen der Stadt Herne. Ihr Zweck ist die Versorgung ihrer Mitglieder mit sicherem, dauerhaftem und bezahlbarem Wohnraum nach den Grundsätzen des genossenschaftlichen Wohnungswesens.

Bauverein Sodingen eG
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RechtsformGenossenschaft
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HandelsregisterGnR Nr. 106
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AmtsgerichtAmtsgericht Herne
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VorstandJörg Schupetta und Hubert Nöthe
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Mitarbeiter5
Gründung26. Juni 1919
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AdresseAuf dem Rohde 49, 44627 Herne
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Telefon02323/30925
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Telefax02323/30105
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Vorgeschichte

Die Entstehung des Bauvereins ist vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Sodingens zu sehen. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die ehemals landwirtschaftlich geprägte Gemeinde zu einem bedeutenden Bergbaustandort. Mit der Zeche Mont-Cenis und zahlreichen industriellen Betrieben stieg die Einwohnerzahl innerhalb weniger Jahrzehnte stark an.

Der rasche Bevölkerungszuwachs führte zu erheblichem Wohnungsmangel. Zwar entstanden Werkskolonien der Bergwerksgesellschaften sowie kommunale Wohnungsbauprojekte, dennoch blieb insbesondere für Arbeiterfamilien und Angestellte bezahlbarer Wohnraum knapp. In vielen Städten des Ruhrgebiets entstanden deshalb Wohnungsgenossenschaften, die ihren Mitgliedern dauerhaft günstige Wohnungen bereitstellen sollten.

Gründung

Einladung zur Mitgliederversammlung 1920

Der Bauverein Sodingen eG wurde am 26. Juni 1919 gegründet und in das Genossenschaftsregister eingetragen. Die Gründung erfolgte wenige Monate vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage gelang es der jungen Genossenschaft, erste Wohnbauvorhaben im Bereich der Straße Auf dem Rohde zu verwirklichen.

Die Satzung orientierte sich an den damals üblichen Grundsätzen des Genossenschaftswesens. Mitglieder zeichneten Geschäftsanteile und erhielten im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht im Rahmen der genossenschaftlichen Bestimmungen.

17. November 1919

"In Sodingen ist hierfür das Gelände am sogenannten Grünen Weg vorgesehen. Der Baugrund ist vom Landwirt Stegmann erworben. An diesem wege, der im Bebauungsplan als straße vorgesehen ist, kommen 10 Häuser zu stehen und von der Mont-Cenis-Straße kommend links des Weges errichtet. [...] Für diese Häuser ist ein einheitlicher Typ vorgesehen, und zwar ein Doppelwohnhaus mit zwei Geschossen."[2]

Die Genossenschaft während der Weltwirtschaftskrise

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 erschwerte die Finanzierung neuer Bauvorhaben erheblich. Wie viele Wohnungsgenossenschaften war auch der Bauverein auf öffentliche Förderprogramme sowie langfristige Kredite angewiesen. Dennoch gelang es, den Wohnungsbestand schrittweise auszubauen.

So wurden die am 26. Juni 1929 angenommenen Statuten des Bauvereins erstmalig am 15. Juli 1929 ins Genossenschaftsregister (GnR106/250) eingetragen.

Über die Entwicklung der Genossenschaft in den 1930er Jahren liegen bislang nur wenige veröffentlichte Untersuchungen vor.

Zeit des Nationalsozialismus

Nach 1933 unterlagen sämtliche Genossenschaften der staatlichen Kontrolle. Auch Wohnungsgenossenschaften mussten ihre Organisation den politischen Vorgaben des nationalsozialistischen Staates anpassen. Über personelle Veränderungen innerhalb des Bauvereins sowie dessen konkrete Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs bestehen bislang Forschungslücken.

Am 24. Juni 1941 wurden die Genossenschaften in Herne endgültig gleichgeschaltet und zusammengeführt.[3]

Der Wohnungsbestand blieb von den Luftangriffen auf das Ruhrgebiet nicht vollständig verschont. Nach Kriegsende mussten beschädigte Gebäude instand gesetzt und neuer Wohnraum geschaffen werden.

Wiederaufbau und Expansion

In den Jahren nach 1945 beteiligte sich der Bauverein am Wiederaufbau des Wohnungsbestandes. Besonders in den 1950er und 1960er Jahren entstanden zahlreiche neue Wohnhäuser im Bereich der Mont-Cenis-Straße, der Gertherstraße, der Ringstraße sowie weiterer Straßen in Sodingen.

Diese Bautätigkeit trug wesentlich dazu bei, den weiterhin bestehenden Wohnungsmangel der Nachkriegszeit zu lindern. Die Gebäude entstanden überwiegend als mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser mit für die damalige Zeit modernen Grundrissen.

30. November 1949

  • Erster Spatenstich für 55 Wohnungen des Gemeinnützigen-Bauvereins für das ehemalige Amt Sodingen, heute Bauverein Sodingen eG, an der Kantstrasse und Auf dem Rohde.[4]

1951 - 1953

18. Dezember 1959

  • An der Einmündung zur Bergstrasse entstehen gegenwärtig die ersten 10 Eigenheime für Belegschaftsmitglieder der Zechengesellschaft „Constantin der Große", die diese Wohnungen in Zusammenarbeit mit dem Gemeinnützigen Bauverein Sodingen errichtet. [5]

Modernisierung seit den 1970er Jahren

Seit den 1970er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt von der Erweiterung des Bestandes auf dessen Modernisierung. Zahlreiche Gebäude wurden energetisch saniert, mit Wärmedämmung versehen und hinsichtlich ihrer Haustechnik erneuert. Gleichzeitig entstanden ergänzende Neubauten auf einzelnen Grundstücken innerhalb des bestehenden Quartiers.

Heute umfasst der Wohnungsbestand Gebäude aus nahezu einem Jahrhundert Wohnungsbaugeschichte. Die ältesten Häuser stammen aus den Jahren unmittelbar nach der Gründung der Genossenschaft; hinzu kommen einzelne ältere Gebäude, die später in den Bestand übernommen wurden.

Oktober 1971

  • Die Wohnungen Auf dem Rohde 26-30 sind fertig gestellt und können bezogen werden.

Dezember 2015

Mai 2017

2. Juli 2018

  • Der Fachbereich Kinder-Jugend-Familie (Jugendamt) eröffnet auf der Ringstrasse 51 die erste "Kleine Kita Herne". In der 100qm großen Erdgeschosswohnung, die vom Bauverein Sodingen angemietet wurde, werden 9 Kinder im Alter von 4 Monaten bis 3 Jahren, von 2 staatlich geprüften Erzieherinnen betreut.[6]

11. März 2019

Wohnungsbestand

Der Schwerpunkt des Wohnungsbestandes liegt im Stadtbezirk Sodingen. Wohnungen befinden sich unter anderem in folgenden Straßen:

Auf dem Rohde
Mont-Cenis-Straße
Kantstraße
Gerther Straße
Ringstraße
Castroper Straße
Vinckestraße
Eschstraße
Hermannstraße
Berkelstraße

Genossenschaftliches Selbstverständnis

Als eingetragene Genossenschaft gehört der Bauverein seinen Mitgliedern. Anders als privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen verfolgt er nicht in erster Linie eine Gewinnerzielung, sondern die langfristige Versorgung seiner Mitglieder mit Wohnraum. Grundlage bilden das Genossenschaftsgesetz sowie die Satzung der Genossenschaft.

Der Bauverein ist Mitglied des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW Rheinland Westfalen).

Bedeutung für die Stadtentwicklung

Gemeinsam mit anderen Herner Wohnungsgenossenschaften prägte der Bauverein Sodingen die Entwicklung des nördlichen Stadtgebietes während des 20. Jahrhunderts. Seine Wohnanlagen dokumentieren unterschiedliche Bauphasen des genossenschaftlichen Wohnungsbaus – von den Anfängen der Weimarer Republik über den Wiederaufbau der Nachkriegszeit bis zu den Modernisierungen des 21. Jahrhunderts.

Die Wohngebäude bilden bis heute einen wichtigen Bestandteil der Siedlungsstruktur des Stadtteils Sodingen.


Aufsichtsrat

2026: Aufsichtsratsvorsitzender: Ernst Schilla
Aufsichtsrat: Alexander Neumann, Mathias Grunert, Ernst Schilla, Martin Görl und Peter Rogge
  • 2023 - heute Mathias Grunert
  • 2022 - 2023 Andreas Wolter
  • 2020 - heute Alexander Neumann
  • 2016 - 2020 Jörg Schupetta
  • 2014 - 2023 Ulrich Klonki
  • 20xx - 2022 Hubert Nöthe
  • 19xx - 2022 Christel Voßbrink
  • 19xx - heute Ernst Schilla
  • 19xx - 2018 Franz Vogt

Vorstand

  • 2022 - heute Hubert Nöthe
  • 2020 - heute Jörg Schupetta
  • 2016 - 2022 Birgit Böning
  • 2006 - 2022 Ulrich Möller
  • 2011 - 2016 Thomas König
  • 1988 - 2013 Bernhard Schnidder
  • 2006 - 2011 Sven Ochmann
  • 1976 - 2006 Heinz-Günter Ochmann
  • 1972 - 1976 Lorenz Teichert
  • 19XX - 1974 Franz Herrmann
  • 19XX - 1988 Hubert Wasmuth
  • 19xx-1963-19xx Westermann
  • 1959 - 1963 Adolf Simmich
  • 19xx-1955-19xx Leopold Jerep, Kaufmann
  • 1954-1955-19xx Artur Müller, Postinspektor
  • 19xx - 1954 Alfons Schmidt, Malermeister


Geschäftsführung

  • 2022 - heute Ana Maria Infante
  • 2012 - 2022 Birgit Boening
  • 1993 - 2014 Eleonore Pachurka
  • 1978 - 1993 Fritz Tissarek

Veranstaltungen

8. Juni 2019

Jubiläumsveranstaltung "100 Jahre Bauverein Sodingen", in Form einer Schiffstour mit allen interessierten Mitgliedern auf dem Rhein-Herne-Kanal.

Zur 100-Jahr-Feier hatte man die Mitglieder zu einer Schiffsfahrt auf dem Kanal eingeladen. Rund 160 Mitglieder folgten der Einladung. Mit dem Bus reiste man nach Henrichenburg. Dort bestieg die Gruppe die „Santa Monika III“ und verbrachte an Bord einen gemütlichen Tag. Aufsichtsrat, Vorstand und Mitarbeiter kümmerten sich um den Ablauf und der Musiker Rolf Monreal sorgte schon beim Besteigen des Schiffes für gute Laune. Das Büfett und die anschließende Kuchentafel ließen die Herzen der Bauvereinsmitglieder höher schlagen. Nach einer Fahrt in Richtung Münster kehrte man schließlich am späten Nachmittag zufrieden mit neuen Eindrücken nach Sodingen zurück.

Weblinks

Literatur

  • Bauverein Sodingen eG: Satzung.
  • Bauverein Sodingen eG: Über uns.
  • Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen: Veröffentlichungen zur Geschichte des genossenschaftlichen Wohnungswesens.
  • Stadt Herne: Adressbücher und Verwaltungsberichte.

Verwandte Artikel

Quellen

  1. Vgl. als Beispiel: erbbau-genossenschaft-kassel.de
  2. Castroper Anzeiger vom 17. November 1919. Online auf zeitpunkt.nrw.
  3. Tremonia Westdeutsche Volkszeitung am 24. Juni 1941 (Online auf zeitpunkt.nrw)
  4. Herne - unsere Stadt, November 1964
  5. Westfälische Rundschau, 18.12.1959
  6. Newsletter Stadt Herne, 06.07.2018