Bahnhofstraße 33 - Metzgerei Marx
Im Bereich der heutigen Behrensstraße befand sich ursprünglich das sog. Kaisersche Haus. Dieses wurde 1902 abgebrochen, um Platz für die durchgelegte und neu angelegte Behrensstraße zu schaffen.
Nach dem Abbruch bestand zunächst eine Baulücke bis zum späteren Ausstellungsraum von Sinn.
Diese wurde nach 1886 durch zwei Gebäude geschlossen: das Haus Albring Bahnhofstraße 33 und das Gebäude der Metzgerei Marx, das unter der Hausnummer Bahnhofstraße 35 geführt wurde.
Die Metzgerei Marx
Die Metzgerei Marx wurde von Meyer (Walter) Marx gegründet. 1889[1] noch im Hause Bahnhofstraße 126 ansässig verlegte er den Betrieb zum Ende des Fahrhunderts um 1891[2] hierher. Der Betrieb entwickelte sich zu einer bekannten Adresse für handwerklich hergestellte Fleisch- und Wurstwaren in der Herner Bahnhofstraße. Ab 1935 wurde der Betrieb arisiert.[3] Fleischer Adolf Marx (* 8. Mai 1895 in Herne, ✡ 1942) emigrierte 1940 in die USA 1941 wurde schließlich das kompletten Grundstück "Bahnhofsstraße 35" verkauft. Nach der Wiederaufrichtung der Demokratie verbleib bis in die 50er Jahre der Metzger Adolf Steiniger [4] Eigentümer des Objektes, wogegen Metzger Walter Marx im Haus Rottstraße 126 firmierte. Zwischen 1954 und 1959 wechselte der eigentümer und die Metgerei war wieder Walter Marx. Eigentümer 1959: Otto Marx alias Frederick Oliver Marsh (* 13. September 1925 Herne ✡31. Dezember 2021 London)[5] Steiniger firmiert nun Bebelstraße 38.
Am 17. Februar 1955 wurde die Gesellschaft Walter Marx gegründet (HRA1254/139) 1975 wird es eine Kommanditgesellschaft. 1994 wird diese Gesellschaft gelöscht. 1996 stirbt Walter Marx. 1991 wird bereits die Marx GmbH mit den Geschäftsführern Reinhardt und Artmann aus Herten (Casserolle) gegründet (HRA 685) 2004 wird der Sitz nach Recklinghausen verlegt. Das Herner Geschäft wird geschlossen.
Nach dem Tod von Walter Marx im Jahr 1996 führte Metzgermeister Lothar Otto die Metzgerei (als Prokurist) weiter.
Heute (2026) befindet sich hier die Filiale von Ernstings Family.
Von George Huneck
Luftrockene und Schwartenmagen
Gerd Morell feiert ein ungewöhnliches Jubiläum: Seit 50 Jahren ist er seinem Arbeitgeber treu. Lothar Otto, Inhaber der renommierten Herner Metzgerei Marx, möchte ihn nicht missen
MITMENSCHEN In einer Zeit, die eher von schnellem Wandel denn Beständigkeit gekennzeichnet ist, mutet es nahezu wie eine Sensation an: Gerd Morell (68) arbeitet seit fünf Jahrzehnten in ein und demselben Herner Betrieb, der Metzgerei Marx. Eigentlich zwar schon in Rente, ist er immer wieder mit seinem fachlichen Können zur Stelle.
Lothar Otto, Inhaber des renommierten Betriebes an der Bahnhofstraße, weiß, was er an ihm hat: "Gerd Morell hatte schon bei Firmengründer Walter Marx eine absolute Vertrauensstellung inne, und ich freue mich, dass ihm sein Beruf noch immer Spaß macht, sodass er mir nach wie vor voller Elan zur Seite steht."
Als Heinrich Gerhard Morell erblickte der Jubilar im nordhessischen Hofgeismar das Licht der Welt, wo er von 1946 bis 1954 auch zur Schule ging und anschließend seine Lehre antrat. Das kam nicht so ganz von ungefähr. "Mein Opa war Fleischer, ein Onkel Viehhändler", erzählt er. Im April 1957 bestand er seine Gesellenprüfung. Kurz darauf entdeckte er in der Fleischerzeitung ein Inserat: Die Herner Metzgerei Marx suchte einen tatkräftigen Gesellen. Am 1. September 1957 ging's los.
1966 legte Gerd Morell im bayerischen Landshut seine Meisterprüfung ab. Wieder zurück an der Emscher, setzte ihn Walter Marx, der 1996 gestorben ist, zunächst als "Erstgesellen", danach als Produktionsleiter ein.
Auch heute noch obliegt es dem Altgedienten, aus dem Rind- und Schweinefleisch, das der Betrieb aus Recklinghausen bezieht, eine schmackhafte Wurst zu machen. "Rinderhälften oder halbe Schweine kaufen wir längst nicht mehr", sagt Lothar Otto, "wir suchen uns stets ausschließlich das Beste aus".
Die Zahl der Wurstsorten, die Gerd Morell herstellt, pendelt ständig zwischen 60 und 80.
"Ich fühle mich der Tradition von Walter Marx verpflichtet", beteuert er, "deshalb habe ich sämtliche Rezepturen im Kopf, und ich esse alle meine Produkte natürlich auch selbst". Wobei ihm Lufttrockene und Schwartenmagen persönlich die liebsten sind.
Was treibt Gerd Morell, wenn er mal nicht wurstet? "Dann muss ich mich ausruhen", gibt er schlagfertig zu Protokoll. Was seine Frau Liane, mit der er seit 36 Jahren verheiratet ist, freilich nicht so ohne weiteres durchgehen lässt. "Wir wandern und schwimmen, und mein Mann beschäftigt sich gern mit Computern und Elektronik", korrigiert sie ihn. Liane Morell gehört übrigens ebenfalls zur Marx'schen Belegschaft. [6] [7]
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Einzelnachweise
- ↑ Tod des Sohnes Siegfrieds 8. Jun. 1889
- ↑ Tod der Tochter Wilhelmine 16. Aug. 1891
- ↑ [1]
- ↑ * 28.10.1905
- ↑ https://www.thegazette.co.uk/London/issue/38128/page/5515
- ↑ Originalartikel aus: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 27. August 2007
- ↑ http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-herne-und-wanne-eickel/luftrockene-und-schwartenmagen-id1951753.html#plx1455571696

