Bahnhofstraße 104 - Bahnhof-Apotheke
Die Bahnhofs-Apotheke an der Bahnhofstraße 104–106 in Herne gehört zu den traditionsreichen Apothekenstandorten der Stadt und ist eng mit der Entwicklung des heutigen medizinischen Zentrums am Bahnhof verbunden. Die Geschichte des Hauses ist geprägt von Flucht, Neuanfang, familiärer Führung über mehrere Generationen sowie tiefgreifenden baulichen Veränderungen.
Geschichte
Die Wurzeln der Apotheke reichen bis in die frühen Nachkriegsjahre zurück. Der Apotheker Wilhelm Möller, Gründer der späteren Bahnhofs-Apotheke Bahnhofs-Apotheke Herne, erhielt nach dem Zweiten Weltkrieg eine Apothekenkonzession, die ursprünglich für ein Gebiet in Dortmund vorgesehen war. Aufgrund der kriegsbedingten Zerstörungen konnte er dort jedoch keine geeigneten Räume finden und gab die Konzession zurück. Stattdessen erhielt er eine neue Zulassung für den Bereich Herne (Eschstraße bis Vinkestraße), womit die Familie Möller nach Herne kam.

Am 19. Juni 1951 eröffnete Wilhelm Möller seine Apotheke in der Bahnhofstraße 106 in Herne. Dafür wurde eine ehemalige Weinstube umfassend umgebaut und in Apothekenräume umgewandelt.
Möller, der zuvor in Haynau (Schlesien) eine Apotheke besessen hatte, führte das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1971.
Familienbetrieb und Entwicklung
Nach dem Tod des Gründers übernahm seine Tochter Karin Rigos die Leitung der Apotheke. Sie führte den Betrieb über 37 Jahre weiter und gab ihn 2008 an ihre Tochter Elektra Rigos weiter.
Ein bedeutender Schritt in der Entwicklung war die Verlagerung der Apotheke im Jahr 1984 in das Nachbarhaus Bahnhofstraße 104. Dort befand sich zuvor das bekannte Hotel „Tante Anna“, das vielen älteren Herner Bürgern noch in Erinnerung ist. Nach dem Abriss des Gebäudes, das zwischenzeitlich vom Gastronomieunternehmen Wienerwald genutzt wurde, entstand auf Initiative der Familie Rigos ein neues Apotheken- und Ärztehaus.
Der Ehemann der Apothekerin, Dr.-Ing. Efstratios Rigos, spielte dabei eine zentrale Rolle als Bauherr. Er entwickelte das heutige Apotheken- und Ärztezentrum am Bahnhof, das sich im Laufe der Jahre weiter vergrößerte.
Medizinisches Zentrum heute
Heute ist die Bahnhofs-Apotheke Bahnhofs-Apotheke Herne Teil eines größeren medizinischen Zentrums an der Bahnhofstraße 104. In dem Komplex praktizieren inzwischen zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, wodurch sich der Standort zu einem wichtigen Gesundheitszentrum im Bereich des Bahnhofs entwickelt hat.
Der Ausbau des Gebäudekomplexes wurde über mehrere Bauphasen hinweg fortgeführt und prägt das heutige Erscheinungsbild des Areals.
Bedeutung
Die Geschichte der Bahnhofs-Apotheke steht exemplarisch für den Wiederaufbau und die Entwicklung von Gesundheitsinfrastruktur in der Nachkriegszeit. Besonders hervorzuheben ist die kontinuierliche Führung innerhalb der Familie Möller/Rigos über mehrere Generationen hinweg sowie die enge Verbindung von Apotheke und medizinischem Zentrum.
Der Standort Bahnhofstraße 104 ist damit nicht nur ein funktionaler Ort der Gesundheitsversorgung, sondern auch ein historisch gewachsener Bestandteil der Stadtentwicklung in Herne.
Quellen
- 70 Jahre Bahnhofs-Apotheke – „70 Jahre, die verbinden“, bahnhofapotheke-herne.de
- WAZ: „Keller der Bahnhofs-Apotheke ist wie ein Museum“, waz.de
- Video zur Geschichte der Bahnhofs-Apotheke
Verwandte Artikel

