Gottlieb Sczepan (1868-1948) Bergmann

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Gottlieb Sczepan (* 9. April 1868 in Leinau, Kreis Ortelsburg, Ostpreußen; † 20. November 1948 in Herne) war Bergmann und Vorsitzender des evangelisch-lutherischen Gebetsvereins „Gott mit uns“ GmbH Herne. Er gehörte zu den aus Masuren zugewanderten Bergleuten, die Ende des 19. Jahrhunderts in den Zechen des Ruhrgebiets Arbeit fanden, und war Bauherr des 1908 errichteten Masurischen Gebetshauses in Herne.

Gottlieb Sczepan
Gottlieb Sczepan
Geboren9. April 1868
in Leinau
✝️
Gestorben20. November 1948
in Herne

Leben

Gottlieb Sczepan wurde am 9. April 1868 in Leinau im Kreis Ortelsburg (Ostpreußen) als Sohn des Ackerers Michael Sczepan und dessen Ehefrau Gottliebe, geborene Wiertulla, geboren.

Im Zuge der Arbeitsmigration aus Masuren kam er nach Herne, wo er als Bergmann tätig war. Am 9. März 1894 heiratete er in Herne Wilhelmine Rozowski (* 20. Dezember 1873 in Eichtal, Kreis Ortelsburg; † 3. Juni 1925 in Herne). Das Ehepaar wohnte nacheinander an der Haldenstraße 17, der Düngelstraße 25 sowie später an der Bochumer Straße 86.

Aus der Ehe gingen mindestens sieben Kinder hervor:

  • Auguste Marie Sczepan (* 1895; † 22. Juni 1895)
  • Heinrich Otto Sczepan (* 1896; † 2. Dezember 1896)
  • Martha Wilhelmine Sczepan (* 1898; † 1. März 1920)
  • Gottlieb Sczepan (* 1903; † 11. Dezember 1919)
  • Hedwig Wilhelmine Sczepan (* 1909; † 16. Juni 1919)
  • Ernst August Sczepan (* 1912; † 2. September 1912)
  • Erich Walter Sczepan (* 1916; † 16. August 1916)

Mehrere der Kinder starben bereits im Säuglings- oder Jugendalter, was die damals noch hohe Kindersterblichkeit widerspiegelt.

Wirken

Die aus Masuren angeworbenen Bergleute organisierten sich in Herne in eigenen kirchlichen Gemeinschaften. Bereits 1894 entstand der evangelisch-lutherische Gebetsverein, aus dem die heutigen Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaften hervorgingen.

Gottlieb Sczepan übernahm bis 1911 den Vorsitz des Vereins Alter Ostpreußischer Bauverein "Gott mit uns“ eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht in Herne. Unter seiner Leitung entstand 1908 auf dem Hinterhof des Hauses Düngelstraße 81 das sogenannte Masurische Gebetshaus. Als Bauherr verantwortete Sczepan die Errichtung des Gebäudes, das den aus Ostpreußen stammenden evangelisch-lutherischen Bergleuten als Gottesdienst- und Versammlungsstätte diente und zu einem wichtigen Mittelpunkt des religiösen und gesellschaftlichen Lebens der masurischen Gemeinde in Herne wurde.

Bedeutung

Gottlieb Sczepan zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der masurischen Zuwanderung nach Herne. Sein Engagement für den evangelisch-lutherischen Gebetsverein und der Bau des Masurischen Gebetshauses dokumentieren die Bemühungen der ostpreußischen Bergleute, ihre religiöse und kulturelle Identität in der neuen Heimat zu bewahren. Das Gebetshaus gilt als bedeutendes Zeugnis der Geschichte der masurischen Einwanderung im Ruhrgebiet.

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Einzelnachweise