Eduard Hellweg (1847-1917) Pfarrer und Schulrat
Eduard Hellweg (* 24. Juli 1847 Düttingdorf, Krs. Herford; † 25. Oktober 1917 in Arnsberg) war ein evangelischer Geistlicher und preußischer Schulbeamter. Als erster Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Wanne spielte er eine zentrale Rolle beim Aufbau kirchlicher Strukturen in der aufstrebenden Industrieregion. Später wirkte er als Regierungs- und Schulrat in Arnsberg.
Leben
Eduard Hellweg wurde am 24. Juli 1847 in Düttingdorf im Kreis Herford geboren. Nach theologischer Ausbildung trat er in den Dienst der evangelischen Kirche ein.
Nach langjähriger Tätigkeit als Pfarrer wandte er sich der staatlichen Schulverwaltung zu und wechselte in den preußischen Verwaltungsdienst.
Seit 1905 war er Mitglied der Königlichen Regierung in Arnsberg, wo er als Regierungs- und Schulrat tätig war und den Titel eines Geheimen Regierungsrates führte.Vorlage:Quelle
Er verstarb am 25. Oktober 1917 im Alter von 70 Jahren in Arnsberg.
Wirken in Wanne
Mit der Gründung der selbständigen evangelischen Kirchengemeinde Wanne am 1. Oktober 1884 wurde Hellweg zu ihrem ersten Pfarrer berufen. Seine Einführung erfolgte am 5. August 1885.
Er betreute eine rasch wachsende Gemeinde, die im Zuge der Industrialisierung stark anwuchs. Die Gottesdienste fanden zunächst in provisorischen Räumlichkeiten statt.
Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählt der Aufbau eines eigenständigen kirchlichen Zentrums. Unter seiner Mitwirkung wurde die Christuskirche errichtet: Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. Juli 1886, die Einweihung am 10. November 1887.
Darüber hinaus engagierte sich Hellweg im Bildungswesen. In Bickern förderte er eine höhere Knabenschule, die ab 1895 auch Mädchen aufnahm, was zur Entwicklung des höheren Mädchenschulwesens in Wanne-Eickel beitrug.
Schulwesen und Bildungsarbeit
Neben dem Pfarramt entfaltete Hellweg eine umfangreiche Tätigkeit im Schulwesen:
- Kreisschulinspektor (zunächst nebenamtlich, später ab 1900 für den Bezirk Gelsenkirchen-Hattingen)
- Regierungs- und Schulrat in Arnsberg (ab 1905) mit Zuständigkeit u. a. für die Schulen in Wanne sowie im Land- und Stadtkreis Hagen
Zeitgenössische Berichte heben hervor, dass Hellweg als Vorgesetzter „gerecht und wohlwollend“ gewesen sei und den Lehrern pädagogische Freiheit ließ, solange die Ausbildungsergebnisse überzeugten.
Besondere Bedeutung kommt seinem Engagement für das weiterführende Schulwesen zu. In Wanne initiierte er eine Rektoratschule als Fortbildungsanstalt für Gemeindeschulen, die gemeinsam mit einer katholischen Einrichtung den Grundstock für das spätere Realgymnasium und Lyzeum bildete.
Hellweg-Stiftung
Beim Wechsel nach Arnsberg stellte Hellweg einen größeren Geldbetrag zur Förderung von Schülern zur Verfügung. Aus diesem Kapital entwickelte sich durch Verzinsung eine Stiftung (sog. „Hellweg-Stiftung“), die insbesondere Söhne von Pfarrern und evangelischen Lehrern während ihrer Schul- und Studienzeit unterstützte.
Wirken in der Schulverwaltung
Seine Tätigkeit musste er krankheitsbedingt vorzeitig aufgeben.
Zeitgenössische Nachrufe heben seine Tätigkeit bei der Regierung Arnsberg hervor und zeichnen Hellweg durch hohe Arbeitsleistung und Pflichtbewusstsein aus. Ein amtlicher Nachruf würdigt seine „unermüdliche Schaffensfreude“, seinen „selbstlosen, edlen Sinn“, sowie seine erfolgreiche Tätigkeit hervor, die er erst aufgrund schwerer gesundheitlicher Einschränkungen aufgeben musste.[1]
Nachruf
In einem amtlichen Nachruf der Königlichen Regierung Arnsberg heißt es wörtlich:
„Nach langjähriger Wirksamkeit als Pfarrer hatte sich der Entschlafene ganz der Schulverwaltung gewidmet. […] In diesem Amte hat er mit unermüdlicher Schaffensfreude und reichem Erfolge gewirkt […] Wir beklagen den Verlust eines Mitarbeiters von vorbildlicher Pflichttreue, dessen selbstloser, edler Sinn und warmes Gemüt ihm die Herzen gewann.“[2]
Bedeutung
Eduard Hellweg gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der frühen evangelischen Gemeindeentwicklung in Wanne. Als erster Pfarrer legte er die organisatorischen und baulichen Grundlagen des Gemeindelebens. Darüber hinaus wirkte er als Schulbeamter im preußischen Verwaltungsdienst und trug zur Entwicklung des Bildungswesens in der Region bei.
Werke (Auswahl)
- Eduard Hellweg, Geschichte der evangelischen Gemeinde Breckerfeld, Schwelm 1883
Literatur
- Friedrich Weiberg (Hrsg.): 50 Jahre Amt Wanne. Wanne 1925, S. 102 f.
- Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Wanne-Mitte (Hrsg.): 1884–1984. 100 Jahre Evangelische Kirchengemeinde in Wanne.
Ehrungen
Verwandte Artikel
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- Eduard Hellweg (1847-1917) Pfarrer und Beamter (Weiterleitungsseite) (← Links)
Quelle
- ↑ Nachruf der Königlichen Regierung Arnsberg vom 26. Oktober 1917. https://zeitpunkt.nrw/
- ↑ Nachruf der Königlichen Regierung Arnsberg vom 26. Oktober 1917. https://zeitpunkt.nrw/
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