Alois Uhlendahl (1890-1972) Dichter und plattdeutscher Schriftsteller

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
Alois Uhlendahl
Alois Uhlendahl Foto.jpg
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Geboren am: 7. November 1890
Geboren in: Essen-Katernberg
Gestorben am: 7. August 1972
Gestorben in: Crange
Beruf: Schriftsteller
Letzte Änderung: 09.02.2026
Geändert von: Andreas Janik


Alois Uhlendahl (* 7. November 1890 in Essen-Katernberg; † 7. August 1972 in Crange) war ein bedeutender Dichter, Schriftsteller und Vortragender, der vor allem durch seine plattdeutschen Werke und seinen Einsatz für die regionale Sprache im Ruhrgebiet bekannt wurde.

Leben und Werdegang

Uhlendahl wurde 1890 im Essener Stadtteil Katernberg geboren. Bereits ein Jahr später zog seine Familie nach Crange, wo er aufwuchs und den größten Teil seines Lebens verbrachte – er wurde so „Westfale durch Leben und Herz“.

Früh gewann seine Liebe zur plattdeutschen Sprache und zur Theaterkunst Gestalt: Seine Begabung zeigte sich im Laienspiel und besonders bei Vorträgen, die er bei zahlreichen heimischen Vereinen hielt.

Wirken und Engagement

Uhlendahl verstand sich als echter Volksdichter, der die plattdeutsche Sprache nicht nur liebte, sondern sie aktiv in die lokale Kultur einbrachte.

  • Plattdeutscher Verein Ruhrgebiet: 1951 gründete er diesen Verein, um die plattdeutsche Sprache und Kultur im Ruhrgebiet zu fördern.
  • Kulturarbeit und Lesungen: Über Jahrzehnte schrieb er Woche für Woche plattdeutsche Geschichten für Lokalzeitungen wie WAZ, Ruhr Nachrichten und Westfälische Rundschau.
  • Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel: Vom 15. Februar 1962 bis 27. Februar 1964 war Uhlendahl 1. Vorsitzender dieser bedeutenden Heimatpflegevereinigung.
  • Kommunalpolitik: Parallel zu seinem kulturellen Engagement war er von 1952 bis 1964 Mitglied des Rates der Stadt Wanne-Eickel, wo er sich auch politisch für seine Heimat einsetzte. Für sein Wirken erhielt er als Abschiedsgeschenk den goldenen Ehrenring der Stadt.

Plattdeutsche Werke und Nachwirkung

Uhlendahls Texte zeichnen sich durch ihren Humor, ihre Bodenständigkeit und ihre Liebe zur lokalen Sprache und Tradition aus. Eine Auswahl seiner plattdeutschen „Dönekes und Vertellkes“ wurde 1987 von der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel im Buch „Plattdeutsche Köstlichkeiten“ zusammengestellt. Dieses Werk umfasst rund 240 Seiten und wurde mit Illustrationen des Röhlinghauser Künstlers Albert Kelterbaum versehen, der im selben Jahr wie Uhlendahl verstarb.

Persönliches und Vermächtnis

Alois Uhlendahl blieb Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Verfechter der plattdeutschen Sprache und der regionalen Kultur im Ruhrgebiet. Sein umfangreiches Werk und sein Engagement in Vereinen und im kommunalen Leben machten ihn zu einem prägenden Original der lokalen Geschichte.

Friedhelm Wessel [1]

Schon zu Lebzeiten galt er als Original: Alois Uhlendahl, der die plattdeutsche Sprache so sehr liebte. So dichtete er einst:

„All dusend Johr geihst dinen Patt
As Modersprok, du leiwe Platt.
Still liäwett ungebunnen frie
Ne graute, eegene Welt in di.

Geboren wurde Uhlendahl in Katernberg, aber bereits 1891 zogen seine Eltern mit ihm nach Herne um. Er wurde nun Westfale. Seine ganze Liebe galt bald dem Laienspiel, so war es nicht verwunderlich, dass Uhlendahl als Vortragsskünstler bei vielen heimischen Vereinen auftrat. Vom 15. Februar 1962 bis zum 27. Februar 1964 übernahm der Cranger das Amt des 1. Vorsitzenden in der Wanne-Eickeler Gesellschaft für Heimatkunde. Bereits 1951 hatte Alois Uhlendahl den „Plattdeutschen Verein Ruhrgebiet“ gegründet. Auch kommunalpolitisch war Uhlendahl in seiner Heimat Wanne-Eickel tätig. Von 1952 bis 1964 gehörte der plattdütsche Poet dem Rat an. Als Abschiedgeschenk erhielt er damals den goldenen Ehrenring der Stadt.

Über Jahrzehnte hinweg schrieb er außerdem Woche für Woche für die in Wanne-Eickel erscheinenden Zeitungen (WAZ, Ruhr Nachrichten, Westfälische Rundschau) plattdeutsche Geschichten, die sich immer einer großen Beliebtheit erfreuten. Aus seinem Dönekes und Vertellkes-Fundus stellte die Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel 1987 das Buch „Plattdeutsche Köstlichkeiten“ zusammen. Die Illustrationen in diesem 240 Seiten starken Werk stammen von dem ebenfalls im Jahre 1972 gestorbenen „Zille des Reviers“, Albert Kelterbaum aus Röhlinghausen. [2]

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Quellen

  1. Dieser Text wurde von Friedhelm Wessel zur Verfügung gestellt. Der Text darf nicht ohne Genehmigung verändert oder weitergegeben werden.
  2. Ein Artikel von Friedhelm Wessel