Hof Bönninghaus (Eickel): Unterschied zwischen den Versionen
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Die Geschichte des Hofes lässt sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen: |
Die Geschichte des Hofes lässt sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen: |
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 14:26 Uhr
Der Hof Bönninghaus lag in der Gemarkung Eickel, Flur I, genannt Eickel, an der heutigen Reichsstraße 33. Das Anwesen gehörte zu den alten Höfen des Kirchspiels und war über Jahrhunderte Bestandteil der ländlichen Wirtschaftsstruktur im Raum Eickel.
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Frühe Erwähnungen
Die Geschichte des Hofes lässt sich bis ins Spätmittelalter zurückverfolgen:
- 1486: Im Schatzbuch der Grafschaft Mark wird ein „Jan to Bonynchusen“ genannt.
- 1542: In der Türkensteuerliste erscheint die Schreibweise „Bonynchuiß“.
- 1598: Das Türkensteuerregister nennt „Boeninckhaus“.
- 1664: Im Feuerstättenverzeichnis des Amtes Bochum wird unter dem Grundherrn „Doctor Kumpstoff“ die Pächterin „via Bönninckhauss“ mit einem Hof und einer Feuerstätte aufgeführt.
- 1684: Ein Grundbesitzverzeichnis weist für Bönninghaus eine Größe von 14 Maltersaat, 3 Scheffelsaat und 58 Ruten aus.
Diese wechselnden Schreibweisen dokumentieren die sprachliche Entwicklung des Hofnamens über mehrere Jahrhunderte.
Grundherrschaft und Verpfändung
Im Jahr 1636 verpfändeten die Eheleute Dr. Georg Kumpthoff und Helene Clara von Plonnies ihr Gut und ihren Hof Bönninghaus zu Eickel. Die Familie Kumpthoff trat damit als Grundherrschaft in Erscheinung.
Zum Gut Bönninghausen mit 30 Morgen Land zählte auch der Hof Bönninghausen. Im Jahr 1824, als Freiherr vom Stein im Zuge der preußischen Reformen die Lehnsherrschaft aufhob, wurde Johann Springob aus Bochum-Riemke Gutspächter. In den folgenden Jahren wurden Teile des Landbesitzes vom Gut getrennt und dem eigenständigen Hof zugeschlagen.
Brand von 1797
Das Martinsbuch berichtet am 27. Februar 1797 von einem Brand auf dem Hof Bönninghaus. Das Wohnhaus wurde vollständig zerstört.
Der Chronist vermerkt:
„Der Brand ist zwischen 9 und 10 Uhr erst bemerkt worden, als die Balken schon in vollen Flammen standen und das Strohdach herunter gestürzt war. Das gesamte Mobiliar des Hauses konnte gerettet werden. Die übrigen Gebäude des Hofes blieben unbeschädigt.“
Der Vorfall zeigt die hohe Brandgefährdung strohgedeckter Fachwerkhöfe jener Zeit.
Stellung als Vollbauer
Im Martinsbuch wird Bönninghaus im Lohof als Vollbauer bezeichnet. Alljährlich war ein Viertel Scheffel Roggen beim sogenannten Pflichthaus abzugeben.
Diese Abgabe verdeutlicht die Einbindung des Hofes in die grundherrliche Abgabenordnung des Kirchspiels.
19. und frühes 20. Jahrhundert
Die Scheunentorinschrift lautete:
- „Geht Deiner Zukunft froh entgegen,
und bau Dein Glück auf Redlichkeit,
Dein längstes Leben sei nur Segen,
Dein Trost sei nur Zufriedenheit.“
Heinrich Bönninghaus und Anna Maria Bußmann.
Der letzte Besitzer des Hofes - Heinrich Bönninghaus (* 1859) - starb am 21. April 1927. Seine Ehefrau Anna, geborene Bußmann, übernahm die Leitung des Hofes. Sie verstarb am 24. März 1944 im katholischen Krankenhaus zu Eickel.
Da die Ehe kinderlos geblieben war, erbten Neffen und Nichten den Besitz. Einige Morgen Land wurden testamentarisch an die katholische St. Marienkirche Eickel vererbt.
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Am 17. Januar 1945 wurde der Hof bei einem Großangriff mit Schwerpunkt Röhlinghausen, Wanne-Süd und Eickel schwer getroffen. Im Jahr 1955 kaufte die Stadt Wanne-Eickel die Ruinen samt Ländereien auf. Die Ruinen wurden später abgerissen.
Der letzte Bauer auf dem Anwesen war bis Ende 1958 Wilhelm Langen.
Wo sich einst die Kornfelder zwischen dem Hof Bönninghaus und dem evangelischen Friedhof Wanne-Süd erstreckten, entstand 1960 ein neues Wohnviertel der „Selbsthilfe“ mit sechs Seitenstraßen.
Bedeutung
Der Hof Bönninghaus steht exemplarisch für die Entwicklung vieler westfälischer Bauernhöfe:
- mittelalterliche Ursprünge
- Einbindung in grundherrliche Strukturen
- Auswirkungen preußischer Reformen
- Zerstörung durch Krieg
- Überbauung im Zuge der städtischen Expansion
Damit ist er Teil der agrarischen und siedlungsgeschichtlichen Entwicklung des Raumes Eickel und der späteren Stadt Wanne-Eickel.

