Alfred Schmidt (1929–2017) Fuballlegende: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 23:38 Uhr
Alfred Schmidt (* 25. Februar 1929 in Holthausen; † 16. Februar 2017) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Torhüter hat von 1952 bis 1962 für den SV Sodingen in der damals erstklassigen Fußball-Oberliga West 160 Ligaspiele absolviert.
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Alfred Schmidt war eine der prägendsten Identifikationsfiguren des SV Sodingen 1912. Er verkörperte wie kaum ein anderer die Symbiose aus Bergbau und Spitzensport, die den Verein in den 1950er Jahren bundesweit bekannt machte.
1. Leben und Herkunft
Alfred Schmidt wurde am 25. Februar 1929 geboren. Ein Leben lang blieb er seinem Stadtteil Sodingen verbunden; zuletzt wohnte er gegenüber dem alten Amtshaus. Seit 1953 war er mit seiner Frau Helga verheiratet, die über Jahrzehnte akribisch fünf Fotoalben mit Erinnerungen an seine große Karriere pflegte. Seine beiden Söhne erbten sein sportliches Talent und spielten in Auswahlmannschaften mit Größen wie Karl-Heinz Rummenigge und Eike Immel.
Während seiner aktiven Zeit als Fußballer arbeitete er im Hauptberuf als Schweißer im Akkord auf der Zeche Mont Cenis. Erst nach seiner sportlichen Karriere orientierte er sich beruflich um, absolvierte eine Umschulung zum Bankkaufmann und war über 20 Jahre lang bei der Herner Sparkasse tätig.
2. Sportliche Laufbahn beim SV Sodingen
Schmidt trat 1943 während der Kriegsjahre in die Jugendabteilung des SV Sodingen ein. Interessanterweise begann er seine Karriere als Feldspieler und wechselte erst im Alter von 18 Jahren auf die Torhüterposition – eine Entscheidung, die die Vereinsgeschichte maßgeblich beeinflussen sollte.
Der Aufstieg: Er war eine der tragenden Säulen der Mannschaft, die 1950 in die 2. Liga West und 1952 schließlich in die erstklassige Oberliga West aufstieg. Gemeinsam mit Johann Adamik und Leo Konopczynski bildete er das Trio der „Sodinger Idole“.
„Der Gummimann“: Diesen Beinamen verdankte er seiner außergewöhnlichen Gelenkigkeit und seinen spektakulären Paraden auf der Linie. Trotz widriger Trainingsbedingungen – oft wurde nach der Schicht in der Dunkelheit in einer „Sandkuhle“ oder auf Asche trainiert – entwickelte er sich zu einem der besten Torhüter Westdeutschlands.
3. Der „Gummimann“ des SV Sodingen
Schmidt meldete sich 1943 beim SV Sodingen an. Seine Karriere startete er als Feldspieler in der Abwehr, bevor er mit 18 Jahren ins Tor wechselte. Mit seinen kräftigen, großen Händen und einer enormen Reaktionsfähigkeit wurde er zum Rückhalt der Mannschaft.
Härte und Leidenschaft: Er galt als unerschrocken. Ein krummer kleiner Finger zeugte von einem Bruch während eines Spiels – Schmidt klebte ihn einfach an den Ringfinger und spielte weiter. Gegen Borussia Dortmund bestritt er eine Partie sogar mit einem gebrochenen Wadenbein.
Internationale Anerkennung: Seine Reflexe brachten Gegner zur Verzweiflung. Nach einem Spiel gegen Preußen Münster taufte ihn ein Journalist der Münsteraner Zeitung den „Gummimann“. Auch der Kicker feierte ihn 1953 als den „Stolz seines Vereins“.
Ein Botschafter Herner Fußballs: 1961 reiste er mit dem Verein nach Tunesien, wo die Mannschaft vom Staatspräsidenten zum fünfjährigen Bestehen der Republik eingeladen wurde.
4. Höhepunkte und Rückschläge
Alfred Schmidt gehörte zum engsten Kreis der deutschen Torhüterelite unter Sepp Herberger. Er war für die Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz als Nummer 2 hinter Toni Turek vorgesehen.
Das bittere Aus: Im Sommer 1953 verhinderte ein schwerer Jochbeinbruch mit Gehirnerschütterung, den er sich bei einem Spiel der B-Nationalmannschaft gegen eine Süddeutschland-Auswahl in Augsburg zuzog, seine Teilnahme. Die Folgen der Verletzung – ein leicht tiefer stehendes rechtes Auge – blieben zeitlebens sichtbar.
Begegnungen mit Legenden: Schmidt war eng mit den Weltmeistern befreundet. Er wärmte Toni Turek vor Spielen auf, teilte sich bei Lehrgängen das Zimmer mit dem späteren Bundestrainer Jupp Derwall und trank mit Helmut „Boss“ Rahn Bier. Besonders schätzte er Fritz Walter für dessen Kollegialität und Sepp Herberger, den er als Vaterfigur beschrieb und dessen süddeutschen Dialekt er perfekt imitieren konnte.
Die Vizemeisterschaft 1955: In der erfolgreichsten Saison des Vereins (Vizemeister der Oberliga West) verlor er zeitweise seinen Stammplatz an den jüngeren Günter Sawitzki. Nach dessen Wechsel zum VfB Stuttgart kehrte Schmidt jedoch als unangefochtene Nummer eins zurück.
Treue zum Verein: Schmidt blieb dem SV Sodingen auch nach dem Abstieg in die 2. Liga (1959) treu, feierte 1960 die Meisterschaft in der 2. Liga West und kehrte für ein weiteres Jahr mit dem Verein in die Oberliga zurück.
5. Späte Karriere und Wirken als Trainer
Nachdem er 1962 die Ehrennadel des Westdeutschen Fußballverbandes erhalten hatte, beendete er 1963 seine aktive Laufbahn. Er blieb dem Fußball jedoch als Trainer treu und gab sein Wissen an die Jugend weiter. Unter anderem trainierte er in den 1970er Jahren die A-Jugend von Westfalia Herne, zu der auch der spätere Profi Frank Schulz gehörte.
Das ihm zu Ehren genannte und mitlerweile traditionsreiche Alfred-Schmidt-Gedächtnisturnier läutet in Herne traditionell das Fußballjahr ein.
Weblinks
Literatur
- Hardy Grüne, Lorenz Knieriem: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 8: Spielerlexikon 1890–1963. AGON Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7.
- Ralf Piorr (Hrsg.): Der Pott ist rund. Das Lexikon des Revier-Fußballs: Die Vereine, Band 2. Klartext Verlag. Essen 2006. ISBN 3-89861-356-9.
- Harald Landefeld, Achim Nöllenheidt (Hrsg.): Helmut, erzähl mich dat Tor... Neue Geschichten und Porträts aus der Oberliga West 1947–1963. Klartext, Essen 1993, ISBN 3-88474-043-1.
