Klaus Hackenberg (1937-2016) Arzt

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel
Version vom 13. März 2026, 17:14 Uhr von Andreas Janik (Diskussion | Beiträge) (Späte Jahre und Tod)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Prof. Dr. med. Klaus Hackenberg (*17. März 1937 in Soltau; † 7. März 2026 in Herne) war ein deutscher Internist und langjähriger Chefarzt der Medizinischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Herne. Er gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten der medizinischen Versorgung in Herne und als Begründer der Palliativmedizin am Evangelischen Krankenhaus Herne.

Prof. Dr. med. Klaus Hackenberg
Geboren am: 17. März 1937
Geboren in: Soltau
Gestorben am: 7. März 2026
Gestorben in: Herne
Beruf: Arzt
Letzte Änderung: 13.03.2026
Geändert von: Andreas Janik


Leben und Ausbildung

Klaus Hackenberg wurde am 17. März 1937 in Soltau geboren. Nach dem Schulbesuch studierte er Medizin in Marburg und Wien und promovierte im Bereich der Kinderheilkunde. Anschließend spezialisierte er sich auf Innere Medizin.

1971 erhielt er die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin. Nach wissenschaftlicher und klinischer Tätigkeit unter anderem an der Universität Essen wechselte er 1979 nach Herne. Dort übernahm er die Leitung der Medizinischen Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Herne als Chefarzt.

Wirken in Herne

Seit 1979 prägte Hackenberg über Jahrzehnte die internistische Medizin am Evangelischen Krankenhaus Herne. In dieser Zeit entwickelte er die Klinik weiter und führte unter anderem ein modernes Isotopenlabor ein, das die Diagnostik von Hormonwerten und Medikamentenspiegeln ermöglichte.

Besondere Bedeutung erlangte Hackenberg durch sein Engagement für die Versorgung schwerstkranker Menschen am Lebensende.

Aufbau der Palliativmedizin

Bereits 1987 stellte er im Evangelischen Krankenhaus Herne erstmals seine Idee einer eigenständigen Palliativstation vor. Damals war der Begriff Palliativmedizin in Deutschland noch weitgehend unbekannt.

Nach mehreren Jahren der Vorbereitung wurde 1992 am EvK Herne eine der ersten Palliativstationen in Nordrhein-Westfalen eröffnet. Die Station verfügte zunächst über sechs Betten und sollte Patientinnen und Patienten mit unheilbaren Erkrankungen eine ganzheitliche medizinische und menschliche Betreuung ermöglichen.

Das Konzept war damals teilweise umstritten, setzte sich jedoch durch. Herne nahm damit eine Vorreiterrolle in der Palliativversorgung ein.

Bis zum Jahr 2022 konnten auf der Station rund 4.000 Patientinnen und Patienten betreut werden. Hackenberg betonte bei Jubiläumsveranstaltungen immer wieder, dass die Qualität der Arbeit wesentlich durch das Engagement von Ärzten, Pflegekräften, Seelsorge und ehrenamtlichen Helfern getragen werde.

Engagement im Förderverein

Neben seiner medizinischen Tätigkeit engagierte sich Hackenberg im Förderverein der Palliativstation im Evangelischen Krankenhaus Herne und des Ambulanten Hospizdienstes.

Viele Jahre war er dort stellvertretender Vorsitzender. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand wurde er zum ersten Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt.

Auch im Ruhestand blieb er ein wichtiger Ansprechpartner und Unterstützer der Palliativarbeit in der Stadt.

Späte Jahre und Tod

Auch nach seiner aktiven Zeit als Chefarzt blieb Hackenberg in Herne präsent und blieb bis zu seinem Tod als Internist in eigener Praxis tätig. Auch nahm er weiterhin an Veranstaltungen rund um die Palliativversorgung teil. So war er beispielsweise bei Jubiläumsveranstaltungen der Palliativstation und bei der Eröffnung des Erweiterungsbaus der Station vertreten.

Auch im Ruhestand führte er weiterhin eine Sprechstunde in der ehemaligen Landarztpraxis seines Vaters, die von seinem Bruder übernommen worden war. Daneben widmete er sich seinem Waldbesitz in Breckerfeld.

Prof. Dr. Klaus Hackenberg verstarb am 7. März 2026. In Nachrufen wurde er als „Vorreiter und Vorbild der palliativen Versorgung“ gewürdigt, dessen Engagement wesentlich dazu beitrug, dass schwerkranke Menschen in Herne würdevoll begleitet werden können.

Bedeutung

Mit der Einrichtung der Palliativstation und seinem langjährigen Engagement für Hospiz- und Palliativarbeit gehört Hackenberg zu den Wegbereitern dieser medizinischen Versorgungsform in Herne und im Ruhrgebiet. Seine Arbeit trug dazu bei, dass sich in der Stadt ein breites Netzwerk aus Krankenhaus, Hospizdienst, Ehrenamt und Fördervereinen entwickelte.

Literatur und Quellen

  • Evangelisches Krankenhaus Herne: Nachruf und Beiträge zur Palliativmedizin
  • halloherne.de: „Vorreiter und Vorbild der palliativen Versorgung“
  • halloherne.de: „Wir sind palliativ – Jubiläumsjahr gestartet“
  • halloherne.de: „Anbau der Palliativstation eröffnet“
  • Stadt Herne: Palliativstation des Evangelischen Krankenhauses Herne
  • Mein-Herne.de: Förderverein Palliativstation EvK Herne

Lesen Sie auch

Einzelnachweise