Willi Henkelmann

Willi Henkelmann (geboren am 25. Februar 1899 in Münster; gestorben am 2. Juli 1928) war ein deutscher Motorradrennfahrer.


Wolfgang Berke

Der vergessene Europameister

Willi Henkelmann? Noch nie gehört oder gelesen? Nur der eine oder andere ältere Mitbürger mag sich vielleicht noch dunkel an Willi Henkelmann erinnern, den berühmtesten Rennfahrer der Stadt. Auf seinem DKW-Motorrad holte er 100 Siege und wurde in den Jahren 1927 und 1928 Deutscher Meister in der Klasse bis 250 ccm. Und als er mit dem Gewinn der Europameisterschaft vom Nürburgring zurückkam, bereiteten selbst die an Motorsport weniger interessierten Wanne-Eickeler ihrem Willi einen triumphalen Empfang in der Heimat.

Kein Wunder, denn Henkelmann war der einzige Deutsche, dem 1927 ein internationaler Erfolg gelang. Die gerade erst ein Jahr alte Stadt war plötzlich in aller Munde. Zumindest bei den Motorsportfreunden. Willi Henkelmann wurde bereits in einem Atemzug mit dem legendären Ernst Henne genannt. Wo er antrat, stellte er phänomenale Rundenrekorde auf, kurz: Es lag eine glänzende Rennfahrerkarriere vor dem 28-jährigen Motor-Feinmechaniker aus Wanne. Wenn sich für ihn das lakonische Biker-Motto „Live fast – die young“ nicht so tragisch erfüllt hätte.

Kurz nach seinem zweiten nationalen Triumph am 1. Juli 1928 auf dem Schleizer Dreieck verunglückte Willi Henkelmann tödlich. Die Wanne-Eickeler Zeitung verstieg sich in den Meldungen über seinen Tod zu immer abenteuerlicheren Versionen. Zunächst hieß es, Henkelmann sei bei seiner Ehrenrunde tödlich gestürzt. Zwei Tage später vermeldete sie, dass sich Henkelmann nach seinem Rennen noch als Zuschauer an der Strecke aufhielt, wo er von einem anderen Fahrzeug erfasst und getötet wurde. Am Folgetag zitiert sie ein Telegramm, nach dem der Champion von einem Polizeifahrzeug auf der Heimfahrt nach Wanne-Eickel getötet wurde.

Ob’s die Legende so wollte? Sebastian Profittlich, über dessen Café der Rennfahrer wohnte, hielt seine Erinnerung an den tödlichen Unfall auf der Rückseite eines Henkelmann-Fotos fest: „verunglückt beim Überholversuch auf der Rückfahrt von Schleiz, doppelter Schädelbruch, im Feld gefunden“. Wanne-Eickel hatte seinen allerersten Helden verloren.


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