Urkunde 1478 Juli 23


Urkundentext

23. Juli 1478: (des donresdaiges na sent Marien Magdalenen dach)
Regest:
Eberhard von Eickel (Evert van Eyckell) bestätigt seine Bestallung als Amtmann von Iserlohn (Yserenloyn) durch Johann[1], Herzog von Kleve und Graf von der Mark. Er gibt den Inhalt der Bestallungsurkunde wieder und gelobt dem Herzog die Treue. Der verstorbene vorherige Amtmann Dietrich Graf von Limburg besaß das Amt wegen einer Schuld des Herzogs über 400 Gulden, die Eberhard von Eickel den Erben Dietrichs abgegolten hatte. Von dem Amt abgelöst werden kann Eberhard erst nach Tilgung dieser Schuld. Er erhält als Bezahlung jährlich 20 Gulden, 50 Malter Hafer, 60 Hühner und den Zehntpfennig der gerichtlichen Geldstrafen.
Datum 23. Juli 1478 (des donresdaiges na sent Marien Magdalenen dach)

Inhalt:
Ick Evert van Eyckell doe kunt allen luden vur my ind myne erven, also die hoigebairen ffurste her Johan hertoch van Cleve ind greve van der Marke, min gnedige lieve her, my im amptzgewyse
bevolen hevet synre genaden ampt tot Yserenloyn, ind my dairaner synre genaden amptman gemaickt hevet, na luyde synre genaden brieffe my dairop gegeven, die van woirden to woirden
hyr nabeschreven volgenna[2] ludende alsus: „Wy Johan van Gaids genaden hertoch van Cleve ind greve van der Marke, doen kunt allen luyden, also wilnere unse lieve neve Derick, greve to Lymborch, unse
amptmann tot Ysenloyn, in denselven unsen ampt besterven is, ind dairop na luyde syns amptsbrieffs stainde had vierhondert oeverlensche rynsche gulden, die Evert van Eyckell des vurger.
unss neven erven van unsen gehiete ind bevele nu weder vernaegt, ind dair mede van oen den amptbrieff unses neven vurß., den my oen dairop gegeven hadn, wederome na sich geloist ind
uns den gelevert hevet, die vairt gecancelliert is, so bekunen wy vur uns, unse erven ind nakomelingen, dat wy dairumb ind dare vur den vurgeruerden Evert van Eyckell dat vurß.
unse ampt van Yserenloyn amptzgewyse bevolen, ind oen aldair unsen amptman gemaickt hebn, bevelen ind maeken avermits desen brieff, alse dat hy datselve unse ampt vur die vurß.
vierhondert overlensche rynsche gulden, sonder vorderen upslach buyten unsen sunderlingen willen ind bevele dairop to macken tot behoiff unß, unser erven ind nakomelingen vurß., mit synen
pailen ind vurpailen, heirlicheiden, gerichten, rechten ind wiltbaeiren, truwelicken hueden ind waeren, beryden, beschudden ind verdedingen sall na synre macht ind bester witschap, ind hy sall
mallick gericht ind recht wedersaeren laiten na vondenisse der gerichtzlude, ind gerichtz aldair, then were saeke, dat wy oen anders bevelenn wurden, dat solde hy doen, ind unse broicken, die uns
in den ampt vallen, sall hy truwelicken inforderen ind die tot unsen behoiff unsen rentmeister aldair, off den wy dat bevelenn werden, averleveren, umb uns dairaff wirlix voirt rekenynge ind
bewys to doen, doch also dat hy broicken an lyff draegende, off die uns eyn stat gemeynte broickten, nyet slyten en sall dan by unsen sunderlingen weten ind bevele, ind off hy off syne
knechte umb unser broicken willa yemant antasten wolden off antastende wurden, dairaff doitslach off wondynge viell, dat van oen off synen knechten sunder argelist off upsatt toequeme,
des sullen hy ind syne knechte, die dat deden, van uns onbededingt ind onbelast wesen. Ind were saeke, dat Evert vurß. van unsen bevele, off unsen rede ind vrunde, gehiete buyten die ampte
Yserenloyn, Sweerte, Huyrde ind Nyen Raide rydende wuede, wes hy dan in redelicht dairaner verdede ind vertereden, dat mach hy uns rekenen as eyn amptman synen heren pleegh to doen, doch en
sall hy uns vur twee perde ind luyde tusschen dach ind nacht baven eynen arnemschen gulden, die dertyen Coelsche witpenninge gilt, nyet rekenen, ind wy sullen syn hoithere wesen gewyns ind verluyss
als andere unser amptlude, so wanneir hy van unß wegen amptmansche wyse rydt unse landt to beschudden, ind off hy dair yemantz over nedertoege off vyengh, den hy mit eren off mit recht
behalden muchte, die sall unse syn. Wert oick, dat yemant in dat selve unse ampt geweltlicken tasteden, die unse vyant nyet en were, ind Evert vurß. den vyangh, den sall hy onvertaighlicken tot
Yserenloyn vur unse gericht trecken, ind den dair andere gericht beclaegen ind verwynnen als sich dat geboirt, ind uns den dan averleveren, dair wy den hieten leveren, ind up dat die vurß. Evert uns
dat vurß. unse ampt to truwelicke beryde ind beware, so hebn wy oen dair toe to vollest bewyst ind gegeven alle jare twintich oeverlensche rynsche gulden, off ander payment dair vur gelyck guet, vyfftich
malder haveren, tsestich hoenre, ind den tyenden pennynck van unsen broicken in den vurger. unsen ampt vallenn, uytgescheiden broicken an lyff treffenn, off dat uns eyn stat off gemeynte broickten
dair an, en solde hy nyet hebn. Dit vurß. sall oen unse rentmeister ther tyt tot Yserenloyn uyter unsen renthen ind gulden tot Yserenloyn jarelix up mitwynter van unser wegen uytreyken ind betaelen, dat
wy denselven unsen rentmeister avermits desen brieff oick also to doin bevelen, sonder vorder bevele dairaff van uns to wachtern. Ind wy noch unse erven off nakomelinge vurß. en sullen den vurß. Evert
van Eyckell noch syne erven vanden vurß. unsen ampte nyet ontsetten noch laiten ontsetten, wy en hebn oen die vurger. vierhondert overlensche rynsche gulden, off ander guet gulden payment
dair vur in tyt der betaelinge gelyck guet, yrst weder doin geven, ind tot wulken tyden uns gelieven sall, den vurß. Evert off syne erven vanden vurger. unsen ampte to ontsetten, dat sullen
wy oen eyn vierdell jairs to voirnes up dain schriven. Ind off sy vanden selven unsen ampte ontsatt wolden wesen, dat sullen sy uns vur eyn halff jair to voirnes opschiven. Ind hyrop hevet
uns Evert vurß. huldinge ind eyde van truwen gedain, as eyn amptman synen heren schuldich is, ind uns oick synen reversaillbrieff hyrop weder avergegeven, ind allet sonder argelist.
Dises alles in orekonde hebn wy unsen segell an desen brieff doin hangen, die gegeven is in den jair unses hern duysent vierhondert achtindseventich, des donresdaiges na sent Marien Magdalenen dach“
So bekenne ick, Evert van Eyckell vurß. overmitz desen brieff vur my ind myne erven, dat ick dat vurger. ampt van Yserenloyn van mynen genedigen heren vurß. in manyren, as synre gnaden
brieff vurß. dairaff inhelt, amptzgewyse angenomen ind ontfangen, ind dat ick dar truwelicken tot synre genaden ind gebreke synre, synre erven ind nakomelingen hertongen van Cleve
ind greve vander Mark behoiff hueden, verwaren, beschudden, beschermen ind verdedingen sall na myner bester witschap ind macht, als eyn getruwe amptmann synen heren schuldich is
to doin, ind dat ick voirt alle punten ind vurweiden in myns gnedigen heren vurß. brieve begrepen, so woe my die antreffenn syn off antreffenn moigen werden vowuyren doin, ind den gentzlicken
so vurß. steet volgen sall, ind heb dat ind voirt alle punthen ind vurweeden des brieffs vurß., vur my ind myne erven, gelaifft ind gesekert, ind mit upgerichten vingeren gestaeffdes eyds
lyfflicken then heiligen gesworen, gelave seker ind swere avermits desen brieff die vast, stede ind onverbrekelick to doin ind to halden, sonder argelist. Ind heb des allet in oirkonde
mynen segell vur my ind myne erven an desen brieff gehangen, die gegeven is in den jair unses heren ind up den dach as vur in myns gnedingen hern brieff geschreven stain.

Rückseite: Reversahlbrief Evertz van Eyckl opt ampt van Yserenloyn

Original, Pergament, mnd., ca. 40 × 27 cm, mit anhängendem vollständigen Siegel, das Wappen ist das der Familie von Eickel

Veröffentlichung des Regest und der Transkription mit freundlicher Genehmigung von Dr. Archim Scholz-Behlau (Köln)[3]
Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet.

Siehe auch

Quelle

  1. Johann I. (Kleve-Mark), 1419 – 1481.
    Zu dieser Zeit haben die Ämter Iserlohn, Schwerte (Sweerte), Hörde (Huyrde) und Neuenrade (Nyen Raide) anscheinend noch in gewisser Weise zusammengehangen, auch wenn zu dieser Zeit für die anderen Ämter ebenfalls Amtsinhaber urkundlich bekannt sind. Denn Eberhard von Eickel konnte seine entstandenen Kosten nur dann abrechnen, wenn er im Auftrag des Herzogs außerhalb dieser Ämter tätig war. In den Angaben zur Abrechnung wird ein Arnhemscher Gulden (arnemsche) erwähnt mit einer Umrechnung von 13 kölnische Weißpfennige. In: „Mittelalterliche Stadtrechnungen im historischen Prozess“ wird auf S. 186 zwischen 1412 und 1449 eine Umrechnung zu 0,56 Gulden angegeben.
  2. darüber geschrieben
  3. Mitgeteilt am 8. September 2018