Werner Losch (1932) Fußballspieler

Aus Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel

Werner Losch (* 22. Dezember 1932) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und Defensivstütze des Herner Fußballwunders

Werner Losch
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Autogrammkarte

Geboren am: 22. Dezember 1932
Letzte Änderung: 23.04.2026
Geändert von: Andreas Janik


Wenn vom „goldenen Zeitalter“ des Herner Fußballs gesprochen wird, führt kein Weg am SC Westfalia Herne der späten 1950er Jahre vorbei. Einer der weniger im Rampenlicht stehenden, aber für den Erfolg zentralen Akteure war dabei Werner Losch – ein Außenläufer alter Schule, dessen Wirken eng mit der sportlichen Blüte Hernes verbunden ist.

Herkunft und Weg nach Herne

Werner Losch wurde am 22. Dezember 1932 geboren und durchlief seine fußballerische Ausbildung im westdeutschen Raum, unter anderem beim TuS Essen-West. Zur Saison 1955/56 wechselte er in die damals höchste deutsche Spielklasse, die Oberliga West, zur Westfalia nach Herne.

Dieser Schritt markierte zugleich den Beginn einer Phase, in der sich Herne – eingebettet in die Fußballkultur des Ruhrgebiets – zu einem ernsthaften Titelanwärter entwickelte.

Herne als Zentrum seiner Karriere

Die Jahre zwischen 1955 und 1960 waren die prägende Zeit in Loschs Laufbahn – und zugleich eine der erfolgreichsten Epochen der Herner Fußballgeschichte.

Zunächst kämpfte die Westfalia noch gegen den Abstieg. Doch unter Trainer Fritz Langner formte sich schrittweise eine Mannschaft, die besonders defensiv zu den stärksten der Liga gehörte. Losch spielte dabei auf der Außenläuferposition im damals üblichen WM-System und galt als defensivstark sowie zuverlässig im Passspiel.

Seine Bedeutung wird besonders in der Meisterschaftssaison 1958/59 sichtbar:

  • Westfalia Herne wurde überraschend Meister der Oberliga West
  • Losch absolvierte 29 Ligaspiele und war Teil der besten Defensive der Liga

Gemeinsam mit Spielern wie Torhüter Hans Tilkowski oder Spielmacher Helmut Benthaus bildete er das Rückgrat jener Mannschaft, die in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft einzog. == Höhepunkte auf nationaler Bühne == Die Teilnahme an den Endrunden 1959 und 1960 bedeutete für Herne den sportlichen Höhepunkt der Vereinsgeschichte – und für Losch den Gipfel seiner Karriere.

Er stand in insgesamt zwölf Endrundenspielen auf dem Platz und traf auf namhafte Gegner wie den Hamburger SV oder die Kickers Offenbach.

Beispielhaft zeigt ein Spiel aus der Endrunde 1960 gegen den Karlsruher SC die Intensität dieser Zeit: In einem spektakulären 4:5 unterlief Losch sogar ein Eigentor – ein Hinweis darauf, wie stark er in die Defensivarbeit eingebunden war.

Trotz solcher Rückschläge blieb Herne eine der prägenden Mannschaften jener Jahre – und Losch ein fester Bestandteil des Teams.

Westdeutscher Fußballmeister 1959
Westdeutscher Fußballmeister 1960

Abschied aus Herne und spätere Jahre

Trotz sportlichen Erfolgs waren die finanziellen Möglichkeiten in der Bergbaustadt begrenzt. 1960 verließ Losch daher Herne und wechselte zur TSG Ulm 1846 in die Oberliga Süd.

Der Wechsel erwies sich sportlich als weniger erfolgreich: Ulm stieg zunächst ab, kehrte zwar zurück, konnte aber nicht an die Glanzzeit Hernes anknüpfen. Losch beendete seine höherklassige Laufbahn Anfang der 1960er Jahre nach insgesamt 116 Oberligaspielen.

Bedeutung für Herne

Werner Losch steht exemplarisch für eine Generation von Spielern, die den Fußball im Ruhrgebiet prägten, ohne stets im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung zu stehen.

Gerade in Herne war er Teil einer Mannschaft, die:

  • die Stadt überregional bekannt machte
  • sportliche Erfolge trotz begrenzter Mittel erreichte
  • bis heute als Höhepunkt der Vereinsgeschichte gilt.

Seine Rolle als defensiver Arbeiter neben technisch brillanteren Spielern macht ihn zu einem typischen Vertreter des „Revierfußballs“ jener Zeit: kämpferisch, mannschaftsdienlich und taktisch diszipliniert.

Als Teil der Meistermannschaft von 1959 gehört er zu jenen Spielern, die den Mythos der Westfalia begründet haben – und damit ein wichtiges Kapitel Herner Identität mitgeschrieben haben.

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Quellen