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	<title>Hist. Verein Herne / Wanne-Eickel e. V. - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Hotel_Schmitz_-_Bahnhofstra%C3%9Fe_120&amp;diff=84982</id>
		<title>Hotel Schmitz - Bahnhofstraße 120</title>
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		<updated>2026-07-08T11:55:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Hotel Schmitz - Bahnhofstraße 120 nach Bahnhofstraße 120 - Hotel Schmitz - Herne&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Bahnhofstraße 120 - Hotel Schmitz - Herne]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_120_-_Hotel_Schmitz_-_Herne&amp;diff=84981</id>
		<title>Bahnhofstraße 120 - Hotel Schmitz - Herne</title>
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		<updated>2026-07-08T11:55:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Hotel Schmitz - Bahnhofstraße 120 nach Bahnhofstraße 120 - Hotel Schmitz - Herne&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
Das Hotel Schmitz befand sich bis 2020 an der [[Bahnhofstraße]] 120 auf der östlichen Seite zwischen [[Fabrikstraße]] und [[Eschstraße]], später nach dem Durchbruch an der Nord/Östlichen Ecke der [[Funkenbergstraße]]/Bahnhofstraße.&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name= Hotel Schmitz †&lt;br /&gt;
|Text=Bahnhofstraße 120&lt;br /&gt;
|Bild=&lt;br /&gt;
[[Datei:Kreisverkehr Bahnhofstraße Funkenbergstraße 1 Thorsten Schmidt 20170501.jpg|450px|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=Bild: Thorsten Schmidt 1. Mai 2017. &lt;br /&gt;
|Erbaut=1907&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat= 51.54543275090093&lt;br /&gt;
|lon=7.218280594206464&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Schmitz Hotel 1911 Bahnhofstraße 118-224.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Hotel-Schmitz-Bahnhofstraße 120 um 1920.jpg|250px|links]]&lt;br /&gt;
Das Grundstück Bahnhofstraße 120 gehörte zur Parzelle 5 der Flur &amp;quot;[[Was ist die Koppenburg? (Brandt 1965)|in der Koppenburg]]&amp;quot;. 1811 erwarb es der Winkelier Friedrich Rembert (1762-1843) vom Alten Markt das Anwesen. Vom Wirt Friedrich Rembert (1790-1864) kaufte es 1862 der Schreiner Wilhelm Funkenberg für 520 Taler, der es 1872 für 900 Taler an den Schreiner Friedrich Funkenberg veräußerte. Dieser erbaute darauf ein Wohnhaus mit Anbau, zu dem sich später noch Schmiedewerkstatt und Pferdestall gesellten. Im Jahre 1901 erwarb der Wirt August Schmitz das Grundstück, 1903 ging es auf seinen Sohn August Schmitz jr. über, der 1906 das Funkenbergsche Haus abbrechen und im Jahre 1907 das jetzige Hotel Schmitz darauf erbauen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher stand an dessen Stelle ein Wohnhaus von Funkenberg. Das Grundstück hatte zur Parzelle 5 der Flur &amp;quot;in der Koppenburg&amp;quot; gehört, die 1811 von Rembert (heute Konsumanstalt Wohlfahrt am Eingang zum Alten Markt) erworben worden war. Von dem Wirt Friedrich Rembert kaufte es 1862 der Schreiner Wilhelm Funkenberg (1836-1902) für 520 Taler, der es 1872 für 900 Taler an seinen Bruder, den Schreiner Friedrich Funkenberg (1842- n.1902) veräußerte. Dieser erbaute darauf ein Wohnhaus mit Anbau, zu dem sich später noch eine Schmiedewerkstatt und ein Pferdestall hinzu gesellten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1901 erwarb der aus Telgte stammende Wirt August Schmitz (1828-1907) das Grundstück, 1903 ging es auf seinen Sohn August Schmitz jr. (1879-1938) über, der 1906 das Funkenbergsche Haus abbrechen und im Jahre 1907 das Hotel darauf erbauen ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alte Hotel Schmitz seines Vaters war daneben als Bahnhofstraße 118 bis zum Abriss und Durchführung der Funkenbergstraße erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haus wurde zum Treffpunkt wichtiger und unwichtiger Vereine und Vereinigungen. Unzählige Treffen fanden hier statt. 1923 wurden die Französischen Offiziere hier bei der Ruhrbesetzung untergebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1925 war Johann Bornemann (1881-1939) Inhaber des Hotels. Er bot einen Saal, Konferenzräume, eine Weingroßhandlung und eine Stadtküche an. 1933 übernahm er das ehemalige [[Bahnhofstraße 1d (Volkshaus Herne)|Volkshaus]].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
August Friedrich Schmitz übernahm das Haus wieder bis zu seinem Tod 1938. Im Oktober 1938 übernahm das Parteimitglied Paul Burmester das Haus. Nach dem Bombenbedingten Ausfall des Strickmannschen Saales übernahm das Hotel Schmitz zahlreiche Veranstaltungen der NSDAP in Herne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später wurde es von den Gebrüdern Burmester zum ‚&#039;&#039;&#039;Herner Hof&#039;&#039;&#039;‘ umbenannt. Zahlreiche bauliche Veränderungen wurden in den kommenden Jahren vorgenommen. Von der ehemaligen Pracht, keine Spur. Hier befand sich u.a. die Privathandelsschule ‚Paykowski‘ unter Leitung von Walter Strupp. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Schließung der Schule zog Anfang 1990 eine erste städtische Behörde mit dem Umweltamt in das verkehrsgünstig gelegene Gebäude ein. 2017 wurde es verwaltungstechnisch nicht mehr benötigt und leergezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2016 wurde die Liegenschaft von dem Industriedienstleister Ifürel für sein neues Verwaltungsgebäude erworben. Ein erhalt des Gebäudes wurden fallengelassen und es folgte der endgültige Abriss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
-&amp;gt; [[Bahnhofstraße 120 (Herne) IFÜREL-Verwaltung]]&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|120]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84980</id>
		<title>Bahnhofstraße 132 - Herne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84980"/>
		<updated>2026-07-08T11:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; in [[Herne]] wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &#039;&#039;&#039;Brox&#039;&#039;&#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 132&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bahnhofstraße-132-Brox-kI.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=1897&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Brox&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54648900597416&lt;br /&gt;
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|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Sattler- und Polstermeister &#039;&#039;&#039;Stephan Brox&#039;&#039;&#039; eröffnete im Frühjahr 1888 zunächst im ehemaligen Wünnenbergschen Haus an der [[Bahnhofstraße 13]] ein Sattler- und Polsterwarengeschäft. Bereits 1892 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten an der [[Bahnhofstraße 119]] um.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (18.12.1937) Brox.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hernes erwarb Brox das gegenüberliegende Grundstück an der &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; und ließ dort 1897 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Werkstatt und einem großzügigen Ladenlokal errichten. Dieses Haus war ein Doppelhaus, die rechte Hälfte wurde vom Schumacher Wever (132b) errichtet und gelang erst später in den Besitz von Brox. Neben der Sattlerei und Polsterei wurde das Sortiment um komplette Wohnungseinrichtungen erweitert. Am 1. November 1898 wurde das Unternehmen &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Möbelhäuser der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurde das Ladenlokal erheblich vergrößert. Kurz vor seinem Tod übergab Stephan Brox das Unternehmen an seinen Sohn &#039;&#039;&#039;Fritz Brox&#039;&#039;&#039;, der den Betrieb weiter ausbaute und wenige Jahre später erneut modernisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1934 ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1934 erhielt das Geschäft eine umfassende Modernisierung der Straßenfassade. Der bislang mittig angeordnete Eingang wurde an die Seite verlegt, wodurch eine große, nahezu durchgehende Schaufensterfront entstand. Gleichzeitig wurden die Erdgeschossfassade und die Geschäftsräume vollständig erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; würdigte den Umbau als Beitrag zur Verschönerung der unteren Bahnhofstraße, deren Straßenbild damals noch von zahlreichen ungepflegten Häuserfassaden geprägt gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hausgemeinschaft ==&lt;br /&gt;
Das Gebäude war nicht nur Geschäfts-, sondern auch Wohnhaus. Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; berichtete am 1. November 1934 über das fünfzigjährige Mietjubiläum von Ernestine Zöller, die seit 1884 im Haus der Familie Brox wohnte. Die Zeitung hob das außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Vermieter und Mieterin hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmensgeschichte ==&lt;br /&gt;
Zum fünfzigjährigen Firmenjubiläum im Jahr 1938 erinnerte der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; an die Entwicklung des Unternehmens von einer Sattlerei und Polsterei zu einem bedeutenden Möbelhaus. Stephan Brox engagierte sich zudem im Herner Handwerk als Obermeister, Prüfungsmeister und Mitglied der Handwerkskammer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (1.4.1938) Brox.png|350px|links]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Fritz Brox das Unternehmen weiter. Seit 1958 stand das Möbelhaus unter der Leitung seiner Töchter Adelheid Brox (bis 1975),  Helga Brox und Hildegard Balsliemke, geb. Brox. Das Unternehmen wurde in dritter Generation geführt und galt 1988 als das älteste Möbelhaus Hernes. Durch wiederholte Erweiterungen der Verkaufsräume und den Erhalt einer eigenen Polsterei blieb das Haus seinem handwerklichen Anspruch verpflichtet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brox-1988.jpg|350px|links]]&lt;br /&gt;
Zum hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr [[1988]] wurde bereits mit Martin Balsliemke die vierte Generation der Unternehmerfamilie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende des Möbelhauses ==&lt;br /&gt;
Nach einem Brand der Geschäftsräume wurde der Betrieb im Oktober 1994 eingestellt. Die Handelsgesellschaft &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; (HRA 348) wurde zum 24. Januar 2000 gelöscht. Damit endete nach mehr als einhundert Jahren die Geschichte des Möbelhauses Brox an der Bahnhofstraße 132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachnutzung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe des Möbelhauses Brox wurde das historische Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen. Auf dem Grundstück entstand in den Jahren 2004/2005 eine barrierefreie Wohnanlage unter der Anschrift &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132–134 / Dornstraße 2&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde als Projekt des Vereins &#039;&#039;&#039;„Wohnen im (Un)Ruhestand (W.I.R.) e. V.“&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit den Bauherren Günter, Michael und Stephan Brun errichtet. Sie umfasst 51 Wohnungen (44 öffentlich geförderte und 7 frei finanzierte) für Menschen ab 60 Jahren sowie zwei kleine Gewerbeeinheiten. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein stufenloser Zugang, Aufzüge, Gemeinschaftsräume und eine Gartenanlage. Die Bewohner organisieren zahlreiche Aktivitäten und nachbarschaftliche Hilfen eigenverantwortlich über den Verein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnanlage ist Teil des Programms &#039;&#039;&#039;„Wohnen PLUS“&#039;&#039;&#039; der Stadt Herne und gilt als Beispiel für gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Wohnen im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitleiste ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1888&#039;&#039;&#039; – Gründung der Sattlerei und Polsterei Stephan Brox an der Bahnhofstraße 13.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1892&#039;&#039;&#039; – Umzug an die Bahnhofstraße 119.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1897&#039;&#039;&#039; – Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 132 mit Werkstatt und Ladenlokal.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1925&#039;&#039;&#039; – Erweiterung des Geschäftslokals.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1934&#039;&#039;&#039; – Modernisierung der Ladenfassade und Vergrößerung der Schaufensterfront.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1938&#039;&#039;&#039; – Feier des 50-jährigen Firmenjubiläums.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1958&#039;&#039;&#039; – Übernahme des Unternehmens durch Helga Brox und Hildegard Balsliemke.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1988&#039;&#039;&#039; – 100-jähriges Firmenjubiläum.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1994&#039;&#039;&#039; – Aufgabe des Unternehmens nach einem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 22. März 1934: &#039;&#039;Verschönerung der unteren Bahnhofstraße&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. November 1934: &#039;&#039;Silbernes Mieterjubiläum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. April 1938: &#039;&#039;50jähriges Bestehen der Möbelfirma Brox&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 1988: &#039;&#039;Verläßlichkeit und solide handwerkliche Arbeit – Mit 100 Jahren ist Brox ältestes Möbelhaus Hernes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Freundliche Auskunft von Herrn Dr. Martin Balsliemke im Juli 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|132]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84979</id>
		<title>Bahnhofstraße 132 - Herne</title>
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		<updated>2026-07-08T11:53:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: /* Unternehmensgeschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; in [[Herne]] wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &#039;&#039;&#039;Brox&#039;&#039;&#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 132&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bahnhofstraße-132-Brox-kI.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=1897&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Brox&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54648900597416&lt;br /&gt;
|lon=7.217261401963982&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Sattler- und Polstermeister &#039;&#039;&#039;Stephan Brox&#039;&#039;&#039; eröffnete im Frühjahr 1888 zunächst im ehemaligen Wünnenbergschen Haus an der [[Bahnhofstraße 13]] ein Sattler- und Polsterwarengeschäft. Bereits 1892 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten an der [[Bahnhofstraße 119]] um.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (18.12.1937) Brox.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hernes erwarb Brox das gegenüberliegende Grundstück an der &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; und ließ dort 1897 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Werkstatt und einem großzügigen Ladenlokal errichten. Dieses Haus war ein Doppelhaus, die rechte Hälfte wurde vom Schumacher Wever errichtet und gelang erst später in den Besitz von Brox. Neben der Sattlerei und Polsterei wurde das Sortiment um komplette Wohnungseinrichtungen erweitert. Am 1. November 1898 wurde das Unternehmen &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Möbelhäuser der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurde das Ladenlokal erheblich vergrößert. Kurz vor seinem Tod übergab Stephan Brox das Unternehmen an seinen Sohn &#039;&#039;&#039;Fritz Brox&#039;&#039;&#039;, der den Betrieb weiter ausbaute und wenige Jahre später erneut modernisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1934 ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1934 erhielt das Geschäft eine umfassende Modernisierung der Straßenfassade. Der bislang mittig angeordnete Eingang wurde an die Seite verlegt, wodurch eine große, nahezu durchgehende Schaufensterfront entstand. Gleichzeitig wurden die Erdgeschossfassade und die Geschäftsräume vollständig erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; würdigte den Umbau als Beitrag zur Verschönerung der unteren Bahnhofstraße, deren Straßenbild damals noch von zahlreichen ungepflegten Häuserfassaden geprägt gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hausgemeinschaft ==&lt;br /&gt;
Das Gebäude war nicht nur Geschäfts-, sondern auch Wohnhaus. Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; berichtete am 1. November 1934 über das fünfzigjährige Mietjubiläum von Ernestine Zöller, die seit 1884 im Haus der Familie Brox wohnte. Die Zeitung hob das außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Vermieter und Mieterin hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmensgeschichte ==&lt;br /&gt;
Zum fünfzigjährigen Firmenjubiläum im Jahr 1938 erinnerte der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; an die Entwicklung des Unternehmens von einer Sattlerei und Polsterei zu einem bedeutenden Möbelhaus. Stephan Brox engagierte sich zudem im Herner Handwerk als Obermeister, Prüfungsmeister und Mitglied der Handwerkskammer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (1.4.1938) Brox.png|350px|links]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Fritz Brox das Unternehmen weiter. Seit 1958 stand das Möbelhaus unter der Leitung seiner Töchter Adelheid Brox (bis 1975),  Helga Brox und Hildegard Balsliemke, geb. Brox. Das Unternehmen wurde in dritter Generation geführt und galt 1988 als das älteste Möbelhaus Hernes. Durch wiederholte Erweiterungen der Verkaufsräume und den Erhalt einer eigenen Polsterei blieb das Haus seinem handwerklichen Anspruch verpflichtet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brox-1988.jpg|350px|links]]&lt;br /&gt;
Zum hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr [[1988]] wurde bereits mit Martin Balsliemke die vierte Generation der Unternehmerfamilie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende des Möbelhauses ==&lt;br /&gt;
Nach einem Brand der Geschäftsräume wurde der Betrieb im Oktober 1994 eingestellt. Die Handelsgesellschaft &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; (HRA 348) wurde zum 24. Januar 2000 gelöscht. Damit endete nach mehr als einhundert Jahren die Geschichte des Möbelhauses Brox an der Bahnhofstraße 132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachnutzung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe des Möbelhauses Brox wurde das historische Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen. Auf dem Grundstück entstand in den Jahren 2004/2005 eine barrierefreie Wohnanlage unter der Anschrift &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132–134 / Dornstraße 2&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde als Projekt des Vereins &#039;&#039;&#039;„Wohnen im (Un)Ruhestand (W.I.R.) e. V.“&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit den Bauherren Günter, Michael und Stephan Brun errichtet. Sie umfasst 51 Wohnungen (44 öffentlich geförderte und 7 frei finanzierte) für Menschen ab 60 Jahren sowie zwei kleine Gewerbeeinheiten. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein stufenloser Zugang, Aufzüge, Gemeinschaftsräume und eine Gartenanlage. Die Bewohner organisieren zahlreiche Aktivitäten und nachbarschaftliche Hilfen eigenverantwortlich über den Verein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnanlage ist Teil des Programms &#039;&#039;&#039;„Wohnen PLUS“&#039;&#039;&#039; der Stadt Herne und gilt als Beispiel für gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Wohnen im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitleiste ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1888&#039;&#039;&#039; – Gründung der Sattlerei und Polsterei Stephan Brox an der Bahnhofstraße 13.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1892&#039;&#039;&#039; – Umzug an die Bahnhofstraße 119.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1897&#039;&#039;&#039; – Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 132 mit Werkstatt und Ladenlokal.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1925&#039;&#039;&#039; – Erweiterung des Geschäftslokals.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1934&#039;&#039;&#039; – Modernisierung der Ladenfassade und Vergrößerung der Schaufensterfront.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1938&#039;&#039;&#039; – Feier des 50-jährigen Firmenjubiläums.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1958&#039;&#039;&#039; – Übernahme des Unternehmens durch Helga Brox und Hildegard Balsliemke.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1988&#039;&#039;&#039; – 100-jähriges Firmenjubiläum.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1994&#039;&#039;&#039; – Aufgabe des Unternehmens nach einem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 22. März 1934: &#039;&#039;Verschönerung der unteren Bahnhofstraße&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. November 1934: &#039;&#039;Silbernes Mieterjubiläum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. April 1938: &#039;&#039;50jähriges Bestehen der Möbelfirma Brox&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 1988: &#039;&#039;Verläßlichkeit und solide handwerkliche Arbeit – Mit 100 Jahren ist Brox ältestes Möbelhaus Hernes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Freundliche Auskunft von Herrn Dr. Martin Balsliemke im Juli 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|132]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84978</id>
		<title>Bahnhofstraße 132 - Herne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84978"/>
		<updated>2026-07-08T11:48:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: /* Ende des Möbelhauses */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; in [[Herne]] wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &#039;&#039;&#039;Brox&#039;&#039;&#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 132&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bahnhofstraße-132-Brox-kI.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=1897&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Brox&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54648900597416&lt;br /&gt;
|lon=7.217261401963982&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Sattler- und Polstermeister &#039;&#039;&#039;Stephan Brox&#039;&#039;&#039; eröffnete im Frühjahr 1888 zunächst im ehemaligen Wünnenbergschen Haus an der [[Bahnhofstraße 13]] ein Sattler- und Polsterwarengeschäft. Bereits 1892 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten an der [[Bahnhofstraße 119]] um.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (18.12.1937) Brox.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hernes erwarb Brox das gegenüberliegende Grundstück an der &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; und ließ dort 1897 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Werkstatt und einem großzügigen Ladenlokal errichten. Dieses Haus war ein Doppelhaus, die rechte Hälfte wurde vom Schumacher Wever errichtet und gelang erst später in den Besitz von Brox. Neben der Sattlerei und Polsterei wurde das Sortiment um komplette Wohnungseinrichtungen erweitert. Am 1. November 1898 wurde das Unternehmen &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Möbelhäuser der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurde das Ladenlokal erheblich vergrößert. Kurz vor seinem Tod übergab Stephan Brox das Unternehmen an seinen Sohn &#039;&#039;&#039;Fritz Brox&#039;&#039;&#039;, der den Betrieb weiter ausbaute und wenige Jahre später erneut modernisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1934 ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1934 erhielt das Geschäft eine umfassende Modernisierung der Straßenfassade. Der bislang mittig angeordnete Eingang wurde an die Seite verlegt, wodurch eine große, nahezu durchgehende Schaufensterfront entstand. Gleichzeitig wurden die Erdgeschossfassade und die Geschäftsräume vollständig erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; würdigte den Umbau als Beitrag zur Verschönerung der unteren Bahnhofstraße, deren Straßenbild damals noch von zahlreichen ungepflegten Häuserfassaden geprägt gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hausgemeinschaft ==&lt;br /&gt;
Das Gebäude war nicht nur Geschäfts-, sondern auch Wohnhaus. Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; berichtete am 1. November 1934 über das fünfzigjährige Mietjubiläum von Ernestine Zöller, die seit 1884 im Haus der Familie Brox wohnte. Die Zeitung hob das außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Vermieter und Mieterin hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmensgeschichte ==&lt;br /&gt;
Zum fünfzigjährigen Firmenjubiläum im Jahr 1938 erinnerte der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; an die Entwicklung des Unternehmens von einer Sattlerei und Polsterei zu einem bedeutenden Möbelhaus. Stephan Brox engagierte sich zudem im Herner Handwerk als Obermeister, Prüfungsmeister und Mitglied der Handwerkskammer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (1.4.1938) Brox.png|350px|links]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Fritz Brox das Unternehmen weiter. Seit 1958 stand das Möbelhaus unter der Leitung seiner Töchter &#039;&#039;&#039;Helga Brox&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Hildegard Balsliemke, geb. Brox&#039;&#039;&#039;. Das Unternehmen wurde in dritter Generation geführt und galt 1988 als das älteste Möbelhaus Hernes. Durch wiederholte Erweiterungen der Verkaufsräume und den Erhalt einer eigenen Polsterei blieb das Haus seinem handwerklichen Anspruch verpflichtet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brox-1988.jpg|350px|links]]&lt;br /&gt;
Zum hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr [[1988]] wurde bereits mit Martin Balsliemke die vierte Generation der Unternehmerfamilie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende des Möbelhauses ==&lt;br /&gt;
Nach einem Brand der Geschäftsräume wurde der Betrieb im Oktober 1994 eingestellt. Die Handelsgesellschaft &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; (HRA 348) wurde zum 24. Januar 2000 gelöscht. Damit endete nach mehr als einhundert Jahren die Geschichte des Möbelhauses Brox an der Bahnhofstraße 132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachnutzung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe des Möbelhauses Brox wurde das historische Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen. Auf dem Grundstück entstand in den Jahren 2004/2005 eine barrierefreie Wohnanlage unter der Anschrift &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132–134 / Dornstraße 2&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde als Projekt des Vereins &#039;&#039;&#039;„Wohnen im (Un)Ruhestand (W.I.R.) e. V.“&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit den Bauherren Günter, Michael und Stephan Brun errichtet. Sie umfasst 51 Wohnungen (44 öffentlich geförderte und 7 frei finanzierte) für Menschen ab 60 Jahren sowie zwei kleine Gewerbeeinheiten. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein stufenloser Zugang, Aufzüge, Gemeinschaftsräume und eine Gartenanlage. Die Bewohner organisieren zahlreiche Aktivitäten und nachbarschaftliche Hilfen eigenverantwortlich über den Verein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnanlage ist Teil des Programms &#039;&#039;&#039;„Wohnen PLUS“&#039;&#039;&#039; der Stadt Herne und gilt als Beispiel für gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Wohnen im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitleiste ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1888&#039;&#039;&#039; – Gründung der Sattlerei und Polsterei Stephan Brox an der Bahnhofstraße 13.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1892&#039;&#039;&#039; – Umzug an die Bahnhofstraße 119.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1897&#039;&#039;&#039; – Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 132 mit Werkstatt und Ladenlokal.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1925&#039;&#039;&#039; – Erweiterung des Geschäftslokals.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1934&#039;&#039;&#039; – Modernisierung der Ladenfassade und Vergrößerung der Schaufensterfront.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1938&#039;&#039;&#039; – Feier des 50-jährigen Firmenjubiläums.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1958&#039;&#039;&#039; – Übernahme des Unternehmens durch Helga Brox und Hildegard Balsliemke.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1988&#039;&#039;&#039; – 100-jähriges Firmenjubiläum.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1994&#039;&#039;&#039; – Aufgabe des Unternehmens nach einem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 22. März 1934: &#039;&#039;Verschönerung der unteren Bahnhofstraße&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. November 1934: &#039;&#039;Silbernes Mieterjubiläum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. April 1938: &#039;&#039;50jähriges Bestehen der Möbelfirma Brox&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 1988: &#039;&#039;Verläßlichkeit und solide handwerkliche Arbeit – Mit 100 Jahren ist Brox ältestes Möbelhaus Hernes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Freundliche Auskunft von Herrn Dr. Martin Balsliemke im Juli 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|132]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84977</id>
		<title>Bahnhofstraße 132 - Herne</title>
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		<updated>2026-07-08T11:47:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; in [[Herne]] wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &#039;&#039;&#039;Brox&#039;&#039;&#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 132&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bahnhofstraße-132-Brox-kI.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=1897&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Brox&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54648900597416&lt;br /&gt;
|lon=7.217261401963982&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Sattler- und Polstermeister &#039;&#039;&#039;Stephan Brox&#039;&#039;&#039; eröffnete im Frühjahr 1888 zunächst im ehemaligen Wünnenbergschen Haus an der [[Bahnhofstraße 13]] ein Sattler- und Polsterwarengeschäft. Bereits 1892 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten an der [[Bahnhofstraße 119]] um.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (18.12.1937) Brox.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hernes erwarb Brox das gegenüberliegende Grundstück an der &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; und ließ dort 1897 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Werkstatt und einem großzügigen Ladenlokal errichten. Dieses Haus war ein Doppelhaus, die rechte Hälfte wurde vom Schumacher Wever errichtet und gelang erst später in den Besitz von Brox. Neben der Sattlerei und Polsterei wurde das Sortiment um komplette Wohnungseinrichtungen erweitert. Am 1. November 1898 wurde das Unternehmen &amp;quot;Stefan Brox&amp;quot; ins Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Möbelhäuser der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurde das Ladenlokal erheblich vergrößert. Kurz vor seinem Tod übergab Stephan Brox das Unternehmen an seinen Sohn &#039;&#039;&#039;Fritz Brox&#039;&#039;&#039;, der den Betrieb weiter ausbaute und wenige Jahre später erneut modernisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1934 ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1934 erhielt das Geschäft eine umfassende Modernisierung der Straßenfassade. Der bislang mittig angeordnete Eingang wurde an die Seite verlegt, wodurch eine große, nahezu durchgehende Schaufensterfront entstand. Gleichzeitig wurden die Erdgeschossfassade und die Geschäftsräume vollständig erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; würdigte den Umbau als Beitrag zur Verschönerung der unteren Bahnhofstraße, deren Straßenbild damals noch von zahlreichen ungepflegten Häuserfassaden geprägt gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hausgemeinschaft ==&lt;br /&gt;
Das Gebäude war nicht nur Geschäfts-, sondern auch Wohnhaus. Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; berichtete am 1. November 1934 über das fünfzigjährige Mietjubiläum von Ernestine Zöller, die seit 1884 im Haus der Familie Brox wohnte. Die Zeitung hob das außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Vermieter und Mieterin hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmensgeschichte ==&lt;br /&gt;
Zum fünfzigjährigen Firmenjubiläum im Jahr 1938 erinnerte der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; an die Entwicklung des Unternehmens von einer Sattlerei und Polsterei zu einem bedeutenden Möbelhaus. Stephan Brox engagierte sich zudem im Herner Handwerk als Obermeister, Prüfungsmeister und Mitglied der Handwerkskammer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (1.4.1938) Brox.png|350px|links]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Fritz Brox das Unternehmen weiter. Seit 1958 stand das Möbelhaus unter der Leitung seiner Töchter &#039;&#039;&#039;Helga Brox&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Hildegard Balsliemke, geb. Brox&#039;&#039;&#039;. Das Unternehmen wurde in dritter Generation geführt und galt 1988 als das älteste Möbelhaus Hernes. Durch wiederholte Erweiterungen der Verkaufsräume und den Erhalt einer eigenen Polsterei blieb das Haus seinem handwerklichen Anspruch verpflichtet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brox-1988.jpg|350px|links]]&lt;br /&gt;
Zum hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr [[1988]] wurde bereits mit Martin Balsliemke die vierte Generation der Unternehmerfamilie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende des Möbelhauses ==&lt;br /&gt;
Nach einem Brand der Geschäftsräume wurde der Betrieb im Oktober 1994 eingestellt. Damit endete nach mehr als einhundert Jahren die Geschichte des Möbelhauses Brox an der Bahnhofstraße 132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachnutzung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe des Möbelhauses Brox wurde das historische Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen. Auf dem Grundstück entstand in den Jahren 2004/2005 eine barrierefreie Wohnanlage unter der Anschrift &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132–134 / Dornstraße 2&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde als Projekt des Vereins &#039;&#039;&#039;„Wohnen im (Un)Ruhestand (W.I.R.) e. V.“&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit den Bauherren Günter, Michael und Stephan Brun errichtet. Sie umfasst 51 Wohnungen (44 öffentlich geförderte und 7 frei finanzierte) für Menschen ab 60 Jahren sowie zwei kleine Gewerbeeinheiten. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein stufenloser Zugang, Aufzüge, Gemeinschaftsräume und eine Gartenanlage. Die Bewohner organisieren zahlreiche Aktivitäten und nachbarschaftliche Hilfen eigenverantwortlich über den Verein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnanlage ist Teil des Programms &#039;&#039;&#039;„Wohnen PLUS“&#039;&#039;&#039; der Stadt Herne und gilt als Beispiel für gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Wohnen im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitleiste ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1888&#039;&#039;&#039; – Gründung der Sattlerei und Polsterei Stephan Brox an der Bahnhofstraße 13.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1892&#039;&#039;&#039; – Umzug an die Bahnhofstraße 119.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1897&#039;&#039;&#039; – Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 132 mit Werkstatt und Ladenlokal.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1925&#039;&#039;&#039; – Erweiterung des Geschäftslokals.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1934&#039;&#039;&#039; – Modernisierung der Ladenfassade und Vergrößerung der Schaufensterfront.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1938&#039;&#039;&#039; – Feier des 50-jährigen Firmenjubiläums.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1958&#039;&#039;&#039; – Übernahme des Unternehmens durch Helga Brox und Hildegard Balsliemke.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1988&#039;&#039;&#039; – 100-jähriges Firmenjubiläum.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1994&#039;&#039;&#039; – Aufgabe des Unternehmens nach einem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 22. März 1934: &#039;&#039;Verschönerung der unteren Bahnhofstraße&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. November 1934: &#039;&#039;Silbernes Mieterjubiläum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. April 1938: &#039;&#039;50jähriges Bestehen der Möbelfirma Brox&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 1988: &#039;&#039;Verläßlichkeit und solide handwerkliche Arbeit – Mit 100 Jahren ist Brox ältestes Möbelhaus Hernes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Freundliche Auskunft von Herrn Dr. Martin Balsliemke im Juli 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|132]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84976</id>
		<title>Bahnhofstraße 132 - Herne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_132_-_Herne&amp;diff=84976"/>
		<updated>2026-07-08T11:41:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Die Seite wurde neu angelegt: „__NOTOC__ &amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bahnhofstraße 132&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in Herne wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Brox&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt;  {{Infobox Baudenkmal |Name=Bahnhofstraße 132 |Text= |Bild=zentriert |Bildinfo= |Erbaut=1897 |Auch…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Gebäude &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; in [[Herne]] wurde 1897 als Wohn- und Geschäftshaus für die Möbelfirma &#039;&#039;&#039;Brox&#039;&#039;&#039; errichtet. Über nahezu ein Jahrhundert war es Sitz eines der ältesten Möbelhäuser der Stadt und prägte den Geschäftsbereich der unteren Bahnhofstraße.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 132&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bahnhofstraße-132-Brox-kI.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=1897&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Brox&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
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|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
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|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Sattler- und Polstermeister &#039;&#039;&#039;Stephan Brox&#039;&#039;&#039; eröffnete im Frühjahr 1888 zunächst im ehemaligen Wünnenbergschen Haus an der [[Bahnhofstraße 13]] ein Sattler- und Polsterwarengeschäft. Bereits 1892 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten an der [[Bahnhofstraße 119]] um.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (18.12.1937) Brox.png|250px|links]]&lt;br /&gt;
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hernes erwarb Brox das gegenüberliegende Grundstück an der &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132&#039;&#039;&#039; und ließ dort 1897 ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Werkstatt und einem großzügigen Ladenlokal errichten. Dieses Haus war ein Doppelhaus, die rechte Hälfte wurde vom Schumacher Wever errichtet und gelang erst später in den Besitz von Brox. Neben der Sattlerei und Polsterei wurde das Sortiment um komplette Wohnungseinrichtungen erweitert. Das Unternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Möbelhäuser der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1925 wurde das Ladenlokal erheblich vergrößert. Kurz vor seinem Tod übergab Stephan Brox das Unternehmen an seinen Sohn &#039;&#039;&#039;Fritz Brox&#039;&#039;&#039;, der den Betrieb weiter ausbaute und wenige Jahre später erneut modernisierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umbau von 1934 ==&lt;br /&gt;
Im Frühjahr 1934 erhielt das Geschäft eine umfassende Modernisierung der Straßenfassade. Der bislang mittig angeordnete Eingang wurde an die Seite verlegt, wodurch eine große, nahezu durchgehende Schaufensterfront entstand. Gleichzeitig wurden die Erdgeschossfassade und die Geschäftsräume vollständig erneuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; würdigte den Umbau als Beitrag zur Verschönerung der unteren Bahnhofstraße, deren Straßenbild damals noch von zahlreichen ungepflegten Häuserfassaden geprägt gewesen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hausgemeinschaft ==&lt;br /&gt;
Das Gebäude war nicht nur Geschäfts-, sondern auch Wohnhaus. Der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; berichtete am 1. November 1934 über das fünfzigjährige Mietjubiläum von Ernestine Zöller, die seit 1884 im Haus der Familie Brox wohnte. Die Zeitung hob das außergewöhnlich gute Verhältnis zwischen Vermieter und Mieterin hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unternehmensgeschichte ==&lt;br /&gt;
Zum fünfzigjährigen Firmenjubiläum im Jahr 1938 erinnerte der &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039; an die Entwicklung des Unternehmens von einer Sattlerei und Polsterei zu einem bedeutenden Möbelhaus. Stephan Brox engagierte sich zudem im Herner Handwerk als Obermeister, Prüfungsmeister und Mitglied der Handwerkskammer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Herner Zeitung (1.4.1938) Brox.png|350px|links]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Fritz Brox das Unternehmen weiter. Seit 1958 stand das Möbelhaus unter der Leitung seiner Töchter &#039;&#039;&#039;Helga Brox&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Hildegard Balsliemke, geb. Brox&#039;&#039;&#039;. Das Unternehmen wurde in dritter Generation geführt und galt 1988 als das älteste Möbelhaus Hernes. Durch wiederholte Erweiterungen der Verkaufsräume und den Erhalt einer eigenen Polsterei blieb das Haus seinem handwerklichen Anspruch verpflichtet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Brox-1988.jpg|350px|links]]&lt;br /&gt;
Zum hundertjährigen Firmenjubiläum im Jahr [[1988]] wurde bereits mit Martin Balsliemke die vierte Generation der Unternehmerfamilie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ende des Möbelhauses ==&lt;br /&gt;
Nach einem Brand der Geschäftsräume wurde der Betrieb im Oktober 1994 eingestellt. Damit endete nach mehr als einhundert Jahren die Geschichte des Möbelhauses Brox an der Bahnhofstraße 132.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachnutzung ==&lt;br /&gt;
Nach der Aufgabe des Möbelhauses Brox wurde das historische Wohn- und Geschäftshaus abgebrochen. Auf dem Grundstück entstand in den Jahren 2004/2005 eine barrierefreie Wohnanlage unter der Anschrift &#039;&#039;&#039;Bahnhofstraße 132–134 / Dornstraße 2&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anlage wurde als Projekt des Vereins &#039;&#039;&#039;„Wohnen im (Un)Ruhestand (W.I.R.) e. V.“&#039;&#039;&#039; in Zusammenarbeit mit den Bauherren Günter, Michael und Stephan Brun errichtet. Sie umfasst 51 Wohnungen (44 öffentlich geförderte und 7 frei finanzierte) für Menschen ab 60 Jahren sowie zwei kleine Gewerbeeinheiten. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein stufenloser Zugang, Aufzüge, Gemeinschaftsräume und eine Gartenanlage. Die Bewohner organisieren zahlreiche Aktivitäten und nachbarschaftliche Hilfen eigenverantwortlich über den Verein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wohnanlage ist Teil des Programms &#039;&#039;&#039;„Wohnen PLUS“&#039;&#039;&#039; der Stadt Herne und gilt als Beispiel für gemeinschaftliches, selbstbestimmtes Wohnen im Alter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeitleiste ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1888&#039;&#039;&#039; – Gründung der Sattlerei und Polsterei Stephan Brox an der Bahnhofstraße 13.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1892&#039;&#039;&#039; – Umzug an die Bahnhofstraße 119.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1897&#039;&#039;&#039; – Neubau des Wohn- und Geschäftshauses Bahnhofstraße 132 mit Werkstatt und Ladenlokal.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1925&#039;&#039;&#039; – Erweiterung des Geschäftslokals.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1934&#039;&#039;&#039; – Modernisierung der Ladenfassade und Vergrößerung der Schaufensterfront.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1938&#039;&#039;&#039; – Feier des 50-jährigen Firmenjubiläums.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1958&#039;&#039;&#039; – Übernahme des Unternehmens durch Helga Brox und Hildegard Balsliemke.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1988&#039;&#039;&#039; – 100-jähriges Firmenjubiläum.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;1994&#039;&#039;&#039; – Aufgabe des Unternehmens nach einem Brand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 22. März 1934: &#039;&#039;Verschönerung der unteren Bahnhofstraße&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. November 1934: &#039;&#039;Silbernes Mieterjubiläum&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Herner Anzeiger&#039;&#039;, 1. April 1938: &#039;&#039;50jähriges Bestehen der Möbelfirma Brox&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;Westdeutsche Allgemeine Zeitung&#039;&#039;, 1988: &#039;&#039;Verläßlichkeit und solide handwerkliche Arbeit – Mit 100 Jahren ist Brox ältestes Möbelhaus Hernes&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
* Freundliche Auskunft von Herrn Dr. Martin Balsliemke im Juli 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|132]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
{{KI}} NACH EINEM WAZ Bild von Peter Monschau&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
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		<title>Bahnhofstraße 72</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das Wohn- und Geschäftshaus [[Bahnhofstraße|Bahnhofstraße 72]] liegt auf der östlichen Seite zwischen Vinckestraße und Viktor-Reuter-Straße wurde 1867 als Wirtschaft errichtet. &amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 72&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=&lt;br /&gt;
[[Datei:Bahnhofstraße72 vor 1905.jpg|400px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=Der Zustand des Hauses Bahnhofstraße 72 zwischen 1895 und 1905&lt;br /&gt;
|Erbaut=&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Hohenzollern-Theater, Schauburg,&amp;lt;br&amp;gt;Tanzschule Schmidt-Hutten, Tanzpott&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
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|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:1911-Bahnhofstraße-Schauburg-72-74.jpg|300px|thumb|links|Das Haus Bahnhofstraße 72 mit dem Hohenzollern Theater und dem Automaten Restaurant vor 1911]]&lt;br /&gt;
Hier lag Ackerland von Conrad Cremer sr. von dessen Erben, dem Landwirt Friedrich Cremer, kaufte im Jahre 1867 der Wirt Wilhelm Gruthoff (1826-1869) für 345 Taler das Grundstück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er hatte es dann mit dem jetzigen Hause, offenbar einer zunächst kleinen Wirtschaft, bebaut. Seine Witwe Helene Goertz heiratete 1871 in zweiter Ehe den Wirt und Zimmermann Heinrich Deilmann (1847-1881), der 1872 als Eigentümer eingetragen wurde. Im Jahre 1877 ging der Besitz auf Fräulein Pauline Gruthoff (1857-) über, doch ist er bald danach zwangsversteigert worden, denn 1878 erhielt ihn auf Grund eines Zuschlagsurteils der Kaufmann Louis Bäumer aus Lünen, der ihn 1883 an die Eheleute Steiger Stephan Jochem (1832-1899) und Maria geb. Poss (1835-1893) verkauft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentümer wurde nach Jochem war (spätesten 1895) der Wirt Gerhard Nussbaum. Dieser war 1890 als Wirt im Haus Von-der-Heydt-Straße 44 erwähnt. Nussdorf kam weit herum: 1876 wurde er als Wirt in Kupferdreh, früher zu Remagen bezeichnet, eröffnete aber im Frühjahr 1876 im „W. Hiegemann´schen Hause“ zu Steele ein Lokal. 1877 wurde im Januar seine älteste Tochter josephine Sophie in Bladenhorst geboren. 1880 war er als ehemaliger Besitzer eines „Hotel Busch“ in Herne als neuer Wirt der Hagener Restauration „Zum deutschen Reich“ aufgetreten. &amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/14317780&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch im April 1880  als Herner Wirt beim Vaterländischen Schauspiel „Lenore“ in Herne.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/9082524&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum 11. März 1891 ist eine Große Vorstellung eines „Circus Althoff“ in seiner „Centralhalle“ beworben. &amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/23232771&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nussbaum scheint die Hauptanbauten errichtet zu haben, denn 1886 war noch immer nur das kleine Häuschen der Anfangszeit vorhanden, 1903 aber ein Anbau im Bereich des jetzigen Theatereingangs (als neuer Wohn= und Geschäftsbau 1898 aufgeführt), verschiedene hintere Anbauten und vor allem der großen Saal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1905 erwarb der Kaufmann Jacob Goldstaub zu Bochum das Besitztum, der an der Straße ein Automatenrestaurant (Wilhelm Teves hatte es in Pacht) einrichtete,&amp;lt;ref&amp;gt;Anmerkung. Bereits im Februar 1905 hatte der Kaufmann J. Goldstaub eine Konzession für ein automatisches Restaurant bei der Stadt Bochum beantragt. Auch hier, am Wilhelmplatz 8, wurde das Lokal von einen Bewirtschafter geführt. 1910 gründete er in Bochum ein eigenes Kino. Ob ihn Erfahrungen aus Herne dazu bewogen, ist nicht feststellbar, aber möglich.&amp;lt;/ref&amp;gt; während der Saal &amp;quot;[[Schauburg (25. Jahre Herner Kinogeschichte - 1932)|Kinomatoskop]]&amp;quot; wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kaufmann Wilhelm Teves&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Albert&amp;lt;/small&amp;gt; Wilhelm Teves. geb. 1873 in Essen-Katernberg, gestorben am 11. Juni 1927 in Herne. verheiratet mit Julie Elisabeth Winter&amp;lt;/ref&amp;gt; übernahm später auch das Kino „Hohenzollern Saal und das daneben eingerichtete Palasttheater. 1917 mietete Friedrich Käseberg (* 7. Mai 1878 † 25. Dezember 1950) beide Theater und änderte gleich nach der Revolution den Namen des Hohenzollern/Theaters in Schauburg um. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 16. Juli 1921 wurde die bisherige Betreiberfirma &amp;quot;Wilhelm Teves GmbH&amp;quot; aufgelöst und vom Kaufmann Friedrich Käseberg und Kaufmann Karl Schmücker abgewickelt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Jahre 1920 wurde die Ehefrau Friedrich Käsebergs, Elfriede geb. Lebens (* 4. Februar 1885 † 5. Juli 1954), Besitzerin. Käseberg expandierte auch in Richtung Sodingen mit dem Alhambra und darüber hinaus (1925/26 Metropol in Castrop) weiter. Elfriede Käseberg ließ 1922 das ganze Besitztum zu dem großen Kinounternehmen umbauen, wobei der bis dahin durchs Tor erfolgte Kinoeingang an die rechte Stelle (Durchbruch des damaligen Ladenanbaus) verlegt wurde. Zum 31. Dezember 1925 wurde die &amp;quot;Lichtspiel-Gesellschaft mit beschränkter Haftung&amp;quot; zu Dortmund, Ostwall 46 gegründet, Die Geschäftsführer waren Elfriede Käseberg und Wilhelm Teves. Nach dessen Tode übernahm Friedrich Käseberg dessen Geschäftsführersitz. Die Gesellschaft wurde nun nach Herne verlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/6850873&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Theatergesellschaften in Essen und Düsseldorf (Almo) werden eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Filmprogramm war bekanntlich bis zur Einführung des Tonfilm mit begleitenden Musikvorführungen abgehalten worden. Der damals in Herne bekannte Kapellmeister Franz Chapelier  wohnte hier im Haus, den das Schauburg-Orchester unter seiner leitung sorgt für die bekannt gute Begleitmusik.&amp;lt;ref&amp;gt;Herner Anzeiger vom 5. September 1922&amp;lt;/ref&amp;gt; 1922 komponierte er sogar einen „Schauburg-Marsch“. 1935 wurde seine Kapelle unter dem Namen Wolhofer-Chapelier aus 5 Herren bestehend, neu besetzt. Diese Kapelle unterhielt bis zum Kriegende in diversen Lokalen u.a. im KdF-Theater, der späteren Scala.&amp;lt;ref&amp;gt;Herner Zeitung vom 12. August 1944&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1918 bis 1933 führte der spätere NS Kreispropagandaleiter und Bürgermeister von Coesfeld [[Alfred Bongardt (NSDAP)|Alfred Bongardt ]] hier eine Kaffee-Rösterei und Spezialgeschäft feinster Schokoladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1929 wohnten, neben Chapelier, die Geschäftsführer Friedrich Fischer und Ehefrau Welter hier im Haus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1931 wurde der „Niedersalon Hauser“ gegründet dessen Inhaber 1974 in diesem Hause Heckmann hieß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1934 bewohnten nun Friedrich, Elfriede und Eduard Käseberg (1907-1989) das Anwesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1938 war Eduard Käseberg zum Alhambra Kino an die Mont-Cenis-Straße 297 verzogen. Als Eigentümerin war nun die Ehefrau Elfriede Käseberg eingetragen. Im Haus wohnten nun: die Verkäuferin Margarethe Geilenberg, der Schlosser Hugo Jedamzik, die Witwe Maria Lehmann und der Metzger Erich Rahmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Metzger Erich Rahmann, Richtiger der Sohn Erich-Karl, führte im Hause noch 1950 eine Metzgerei. Erich Rahmnann starb an seinen Kriegsverletzungen am 27. November 1941 in Kursk. Ebenfalls hier unterhielt die Emil Wolsdorff KG ein Tabakgeschäft. Im Haus wohnte nun die Witwe Maria Franke, die Hausgehilfin Erna Gnipp, Friedrich Käseberg, der Invalide August Klingenhäger mit Sohn Toni, und die Witwe Ida Rahmann geb. Geilenberg mit ihren Kindern Ruth und Ute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1959/60 sind Eduard Käseberg sen. als Kinobesitzer, Eduard Käseberg jun. als Verkäufer bezeichnet, wieder hier beheimatet. Nun wohnt auch die Tochter Rahmann, die Angestellte Ruth Rahmann das Haus. Maria Franke ist noch hier und der Bergmann Günther Korb neu hier wohnend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1963 schloss das Filmtheater seine Pforten endgültig. Das Fernsehen hatte gesiegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Filmsaal wurde daraufhin in zwei Ebenen geteilt, der Eingangsbereich über das Haus Bahnhofstraße 70 geschaffen. Eine Doppelhausnummer 70-72 entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1970 wohnten bzw. firmierten hier der Zimmermann Giovanni Lenti, die Arbeiterin Vincenza Misso, der Verkäufer Heinz Wurcherd, der Nahrungs- und Genußmittelgroßhändler Emil Wolsdorff aus Hamburg mit seiner Niederlassung und das Niederwarengeschäft der Ilse Heckmann. Auch Hans Halm und Eduard Käseberg firmierten hier. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1978 ist hier der „Happy Jeans Shop“ B. Zimmermann, das Blumengeschäft des Eduard Käseberg, , in der unteren Ebene lag das Tapetengeschäft von Heinrich Schulten, rechts daneben der Grafik Designer Tasso Schielke mit seinen 1988 nach Recklinghausen verlegten „Tasso´s Laden“ (Hier lag das Gründungsgeschäft seiner „Vontana Wasserbetten Tasso Schielke“ das 2007 in Oer-Erkenschwick gelöscht wurde), weiterhin der Tabakwarenladen der Emil Wolsdorff KG und seit neusten in den oberen, extra dazu ausgebauten Räumen die [[Tanzschule Schmidt-Hutten]]. Der Eingang war durch die Passage genannten zu Weg möglich, wozu dann links neben dem Tapetengeschäft eine Treppe hinaufführte. Die Tanzschule (ehem. Diel-Funkenberg) befand sich vorher an der Stammstraße 46.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1993 waren hier Alfons und Martina Käseberg wohnend gemeldet. Ebenso Veronika und Günter Koch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang der 2010er wurde der Eingangsbereich wieder in seinem historischen Kontext zurückverlegt. Der Eingang der Tanzschule befindet sich wieder links vom Gebäude, die Passage und die einzelnen Kleingeschäfte wurden zusammengelegt um eine große Verkaufsfläche zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wurst König wurde Ankermieter im linken Geschäft, und „Steffi Moden“ kam in das rechte ehem. Eingangsbereich bestehende Teil. KiK im Haus Bahnhofstraße 70 nahm die gesamte untere Saalfläche in Miete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittleren Geschäft kam später „ARZUM Juwelier“ dazu, rechts daneben „Al Midan Restaurant“. Später dann „enjoy“ Food. Nachdem das „Wursthaus König“ seine Pforten geschlossen hatte, eröffnete „Foodpoint“ hier eine Niederlassung, die aber schon nach einigen Wochen schloss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolger der Tanzschule Schmidt-Hutten (1995 übernahm Tochter Martina Schmidt-Hutten die Schule von Manfred Schmidt-Hutten) wurde 2013 der „Tanzpott“ des Profitänzers Sergiy Plyuta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|72]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Herzogstra%C3%9Fe&amp;diff=84969</id>
		<title>Herzogstraße</title>
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		<updated>2026-07-08T08:21:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzogstraße-Eickel-1930er.jpg|450px|thumb|links]]&lt;br /&gt;
{{Infobox Straße&lt;br /&gt;
|Name=Herzogstraße&lt;br /&gt;
|Text=Die Benennung der Straße geht auf den Herzog von Arenberg zurück&lt;br /&gt;
| Bild       =[[Datei:Herzogstrasse 7 Gerd Biedermann 2015.jpeg|400px|zentriert]]&lt;br /&gt;
| Bildinfo   =Herzogstraße im August 2015 &amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;&amp;gt;Foto: Gerd Biedermann&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Benennung      = nicht bekannt&lt;br /&gt;
| Erwähnung    = Straßen- und Hausnummer-Verzeichnis &amp;lt;br&amp;gt;der Gemeinde Eickel&lt;br /&gt;
|Jahr3=1893&lt;br /&gt;
|PLZ=44651&lt;br /&gt;
| Von   = &lt;br /&gt;
| Stadtbezirk   = Eickel&lt;br /&gt;
| Ortsteil  = Eickel&lt;br /&gt;
| Kartengitter = E7&lt;br /&gt;
| lat  = 51.514316&lt;br /&gt;
| lon  = 7.184913&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Strassennamen&lt;br /&gt;
|Name=Herzogstraße&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Herzog war ursprünglich ein Heerführer, der für die Dauer eines Krieges gewählt wurde, doch schon bald erlangten die Herzöge auch politische Macht.&amp;lt;/big&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Engelbert-Maria von Arenberg.jpg|250px|thumb|links|Herzog Engelbert-Maria von Arenberg (1872-1949)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Herzogstrasse 3 Gerd Biedermann 2015.jpeg|250px|left|mini|Im August 2015 &amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;&amp;gt;Foto: Gerd Biedermann&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
[[Datei:Herzogstrasse 6 Gerd Biedermann 2015.jpeg|250px|mini|left|St. Marien Kirche im August 2015 &amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;&amp;gt;Foto: Gerd Biedermann&amp;lt;/ref&amp;gt;]] &lt;br /&gt;
[[Datei:Herzogstrasse Gerd Biedermann 2016.jpeg|250px|mini|left|Im August 2015 &amp;lt;ref name=&amp;quot;GB&amp;quot;&amp;gt;Foto: Gerd Biedermann&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
==Historie==&lt;br /&gt;
* Im Gemeinde-Atlas Eickel von [[1823]] verzeichnet &amp;lt;ref&amp;gt;VuKAH, Gemeinde-Atlas Eickel 1823. Übersichts-Handriß.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Benennung der Straße geht auf den Herzog von Arenberg zurück, der entlang der heutigen Herzogstraße Ländereien besaß. Dieser erwarb [[1875]] das [[Haus Nosthausen|Gut Nosthausen]], dessen älteste und bekannteste Besitzer die Herren von Aschebrock aus dem Hause Dorneburg waren (siehe „[[Aschebrock]]“ und „[[Dorneburger Straße]]“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [https://de.wikipedia.org/wiki/Engelbert-Maria%20von%20Arenberg Herzog von Arenberg] verkaufte im Sommer 1912 seine Grundstücke, die an der [[Königstraße|König-]], [[Holsterhauser Straße|Holsterhauser-]], [[Dorstener Straße|Dorstener]] und Herzogstraße lagen, an die Industrie und das [[Amt Eickel]]. In diesem Gebiet entstand kurz darauf die sogenannte [[Gartenstadt]]. Am Haus Herzogstraße/[[Eickeler Markt]] befindet sich ein [[Mosaik am Haus Herzogstraße/Eickeler Markt|Mosaik]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;HERNE - von Ackerstraße bis Zur-Nieden-Straße&amp;quot;, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen, bearbeitet von Manfred Hildebrandt, Ralf Frensel, Jeannette Bodeux, Franz Heiserholt, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Herne, Herne 1997&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Ruhr-Nachrichten 24.04.1957.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;WAZ 08.04.1953.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Westfälische-Rundschau 11.06.1952.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hausnummern==&lt;br /&gt;
{{Hausnummer&lt;br /&gt;
|Nummer=19&lt;br /&gt;
|Text=[[St. Marien (Eickel)|St. Marien Kirche]].&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur== &lt;br /&gt;
* [[Hegler 1903/1981]], S. 42 u. 73 ff.&lt;br /&gt;
* [[Lührig 1984]], S. 13, Abb. 9, u. S. 14, Abb. 10.&lt;br /&gt;
==Lesen Sie auch==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Category:Straße]]&lt;br /&gt;
[[Category:Eickel (SV)]]&lt;br /&gt;
[[Category:Eickel (O/SV)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
{{KI}}&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Eickel (Bilder)]]&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
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&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das nicht mehr vorhandene Haus der &#039;&#039;&#039;Reichspost Herne&#039;&#039;&#039; lag an der Ecke [[Bahnhofstraße]] / [[Fabrikstraße]], die sich damals südlich diesem Gebäudes innerhalb des Bahnhdammes befand.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Reichspost Herne&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Reichspost-Herne 1900.jpg|450px|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=[[1895]]&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
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|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
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|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Postamt Herne (1895-1910)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Jahre 1894 hat der Kaufmann [[Otto Seher (1839-1917) Kaufmann|Wilhelm Seher]] anstelle eines älteren Schlünderschen Wohnhausrestes an dieser Stelle die neue Post Ecke Bahnhofstraße und Fabrikstraße erbaut, zu der im Hintergelände ein Wagenschuppen mit Abortanbau gehörte. Dieses stattliche Postgebäude, das 26 Meter Frontlänge hatte und dessen Eingang sich an der Ecke der Farbikstraße befand, lag zu 7 Meter Frontlänge im Bereich der jetzigen Fabrikstraße, mit fast 20 Meter Frontlänge also im jetzigen Dammbereich. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung hat es 1895 angemietet und 1902 käuflich erworben. Es ist aber bereits 1911 an den Eisenbahnfiskus verkauft worden, nachdem die Reichspost das bis 2024 betriebene [[Postgebäude Herne - Bebelstraße 20|Postamt]] an der Bebelstraße 20 errichtet hatte, das 1910 in Betrieb genommen wurde. Das Postamt an der Ecke der Fabrikstraße wurde bis zum Abbruch von der Eisenbahn als Bürogebäude (vor allem für die zur Einleitung des [[Bahnhof Herne|Bahnhofsneubaues]] nötigen Baubüros) benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg|500px|links]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Süden, Anfang 1900.jpg|450px|links]]&lt;br /&gt;
== Städtebauliche Einordnung und Baukörper ==&lt;br /&gt;
Das ehemalige Kaiserliche Postamt präsentierte sich als repräsentativer, zweigeschossiger Backsteinbau, der im Stil des historisierenden Eklektizismus mit starken Anleihen an die norddeutsche Neugotik errichtet wurde. Das Gebäude wurde konzipiert, um eine markante Ecklage zu besetzen. Die architektonische Betonung wurde hierbei geschickt auf den polygonalen Eckrisalit gelenkt, der die beiden asymmetrischen Gebäudeflügel gestalterisch miteinander verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fassade bestand primär aus rotem Sichtbackstein, der durch hell abgesetzte Verfugungen, Friese und Gesimse strukturiert wird, wodurch die vertikale und horizontale Gliederung des Baukörpers betont wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektonische Details und Fassadenelemente ==&lt;br /&gt;
Der Turmrisalit: Das beherrschende Element des Gebäudes war der polygonale Eckturm über dem Haupteingang. Er verfügte im oberen Bereich über eine markante Turmuhr und schließt mit einem steilen, pyramidenförmigen Turmhelm ab. Die Spitze wurde von einer filigranen, schmiedeeisernen Firstgitterkrone geziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptportal: Der Zugang erfolgte über eine tief eingeschnittene, rundbogige Portalnische im Erdgeschoss des Turms. Direkt darüber, im ersten Obergeschoss, befand sich ein repräsentatives Fenstergefüge, das von einem dekorativen, spitzbogigen Feld (Tympanon) mit heraldischen Reliefelementen oder Ornamenten bekrönt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flügelbauten und Dachlandschaft: ==&lt;br /&gt;
Der linke Gebäudeflügel brach die Trauflinie durch einen markanten Staffelgiebel (Stufengiebel) auf, der mit neugotischen Blendbögen und Fialenmotiven verziert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rechte Gebäudeflügel zur damals noch ebenerdigen Eisenbahn zeigte sich flächiger und schließt mit einem hohen, ziegelgedeckten Walmdach ab, aus dem kleine, spitzgiebelige Dachgauben (Lukarnen) hervortraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fenstergeometrie: Die Fensterachsen waren streng rhythmisiert. Im Erdgeschoss dominieren großzügige Segmentbogenfenster, die typisch für die Belichtung großer Schalterhallen waren. Im Obergeschoss fanden sich paarweise angeordnete, rechteckige Fenster mit Sprossenteilung, die den Verwaltungscharakter der oberen Etagen widerspiegeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architekturgeschichtliche Einordnung: ==&lt;br /&gt;
Staatliche Hochbauten der Kaiserzeit – insbesondere Post- und Justizgebäude – wurden bewusst monumental und wehrhaft gestaltet. Die Verwendung von rotem Backstein in Kombination mit mittelalterlich anmutenden Wehr- und Sakralelementen (wie Turm und Staffelgiebel) sollte die Beständigkeit, Autorität und Modernität der kaiserlichen Postverwaltung im städtischen Raum visuell untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ehemaliges Gebäude]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Post]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnschranke_(Bahnhof_Herne_1847-1917)&amp;diff=84964</id>
		<title>Bahnschranke (Bahnhof Herne 1847-1917)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnschranke_(Bahnhof_Herne_1847-1917)&amp;diff=84964"/>
		<updated>2026-07-08T07:48:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg|450px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Süden, Anfang 1900.jpg|450px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die [[Köln-Mindener Eisenbahn]] verlief in den ersten 70 Jahren auf dem normalen Niveau des Landes. Im Osten des [[Bahnhof Herne (1847-1914)|Bahnhofes Herne]] trennte die Bahnlinie die [[Bahnhofstraße]] durch. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Volksmund wurde die Schranke nur &amp;quot;&#039;&#039;&#039;Glück auf Schranke&#039;&#039;&#039;&amp;quot; genannt, da sie teilweise mehrere Stunden am Tag geschlossen war und man Glück hatte, wenn sie mal auf war. Darum wurde eine Fußgängerbrücke errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==[[Leo Reiners]]==&lt;br /&gt;
&amp;quot;Außerdem wurde, weil der immer stärker werdende Durchgangs= und Rangierverkehr die Straße oft und zeitweise bis zu 3/4 Stunde Dauer absperrte, für Fußgänger eine den Bahnkörper überquerende Brücke angelegt, die sog. &#039;&#039;&#039;Jakobsleiter&#039;&#039;&#039;.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Aus der Geschichte der Bahnhofstraße V]] Herner Anzeiger vom 23. November 1935&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ÖPNV]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Datei:Alter_Bahnhof_mit_Fu%C3%9Fg%C3%A4ngerbr%C3%BCcke,_nach_Norden_schauend,_1907.jpg&amp;diff=84963</id>
		<title>Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg</title>
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		<updated>2026-07-08T07:46:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
{{KI}}&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-PD-al}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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	<entry>
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		<updated>2026-07-08T07:45:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik lud eine neue Version von Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg hoch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Lizenz==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{(C) Stadtarchiv}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Reichspost_Herne_1895-1910&amp;diff=84961</id>
		<title>Reichspost Herne 1895-1910</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das nicht mehr vorhandene Haus der &#039;&#039;&#039;Reichspost Herne&#039;&#039;&#039; lag an der Ecke [[Bahnhofstraße]] / [[Fabrikstraße]], die sich damals südlich diesem Gebäudes innerhalb des Bahnhdammes befand.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Reichspost Herne&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Reichspost-Herne 1900.jpg|450px|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=[[1895]]&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54416967340388&lt;br /&gt;
|lon=7.219588796707599&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Postamt Herne (1895-1910)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Jahre 1894 hat der Kaufmann [[Otto Seher (1839-1917) Kaufmann|Wilhelm Seher]] anstelle eines älteren Schlünderschen Wohnhausrestes an dieser Stelle die neue Post Ecke Bahnhofstraße und Fabrikstraße erbaut, zu der im Hintergelände ein Wagenschuppen mit Abortanbau gehörte. Dieses stattliche Postgebäude, das 26 Meter Frontlänge hatte und dessen Eingang sich an der Ecke der Farbikstraße befand, lag zu 7 Meter Frontlänge im Bereich der jetzigen Fabrikstraße, mit fast 20 Meter Frontlänge also im jetzigen Dammbereich. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung hat es 1895 angemietet und 1902 käuflich erworben. Es ist aber bereits 1911 an den Eisenbahnfiskus verkauft worden, nachdem die Reichspost das bis 2024 betriebene [[Postgebäude Herne - Bebelstraße 20|Postamt]] an der Bebelstraße 20 errichtet hatte, das 1910 in Betrieb genommen wurde. Das Postamt an der Ecke der Fabrikstraße wurde bis zum Abbruch von der Eisenbahn als Bürogebäude (vor allem für die zur Einleitung des [[Bahnhof Herne|Bahnhofsneubaues]] nötigen Baubüros) benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg|500px|thumb|links|Größerer Überblick 1907]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtebauliche Einordnung und Baukörper ==&lt;br /&gt;
Das ehemalige Kaiserliche Postamt präsentierte sich als repräsentativer, zweigeschossiger Backsteinbau, der im Stil des historisierenden Eklektizismus mit starken Anleihen an die norddeutsche Neugotik errichtet wurde. Das Gebäude wurde konzipiert, um eine markante Ecklage zu besetzen. Die architektonische Betonung wurde hierbei geschickt auf den polygonalen Eckrisalit gelenkt, der die beiden asymmetrischen Gebäudeflügel gestalterisch miteinander verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fassade bestand primär aus rotem Sichtbackstein, der durch hell abgesetzte Verfugungen, Friese und Gesimse strukturiert wird, wodurch die vertikale und horizontale Gliederung des Baukörpers betont wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektonische Details und Fassadenelemente ==&lt;br /&gt;
Der Turmrisalit: Das beherrschende Element des Gebäudes war der polygonale Eckturm über dem Haupteingang. Er verfügte im oberen Bereich über eine markante Turmuhr und schließt mit einem steilen, pyramidenförmigen Turmhelm ab. Die Spitze wurde von einer filigranen, schmiedeeisernen Firstgitterkrone geziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptportal: Der Zugang erfolgte über eine tief eingeschnittene, rundbogige Portalnische im Erdgeschoss des Turms. Direkt darüber, im ersten Obergeschoss, befand sich ein repräsentatives Fenstergefüge, das von einem dekorativen, spitzbogigen Feld (Tympanon) mit heraldischen Reliefelementen oder Ornamenten bekrönt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flügelbauten und Dachlandschaft: ==&lt;br /&gt;
Der linke Gebäudeflügel brach die Trauflinie durch einen markanten Staffelgiebel (Stufengiebel) auf, der mit neugotischen Blendbögen und Fialenmotiven verziert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rechte Gebäudeflügel zur damals noch ebenerdigen Eisenbahn zeigte sich flächiger und schließt mit einem hohen, ziegelgedeckten Walmdach ab, aus dem kleine, spitzgiebelige Dachgauben (Lukarnen) hervortraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fenstergeometrie: Die Fensterachsen waren streng rhythmisiert. Im Erdgeschoss dominieren großzügige Segmentbogenfenster, die typisch für die Belichtung großer Schalterhallen waren. Im Obergeschoss fanden sich paarweise angeordnete, rechteckige Fenster mit Sprossenteilung, die den Verwaltungscharakter der oberen Etagen widerspiegeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architekturgeschichtliche Einordnung: ==&lt;br /&gt;
Staatliche Hochbauten der Kaiserzeit – insbesondere Post- und Justizgebäude – wurden bewusst monumental und wehrhaft gestaltet. Die Verwendung von rotem Backstein in Kombination mit mittelalterlich anmutenden Wehr- und Sakralelementen (wie Turm und Staffelgiebel) sollte die Beständigkeit, Autorität und Modernität der kaiserlichen Postverwaltung im städtischen Raum visuell untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ehemaliges Gebäude]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Post]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Otto_Seher_(1839-1917)_Kaufmann&amp;diff=84960</id>
		<title>Otto Seher (1839-1917) Kaufmann</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Otto_Seher_(1839-1917)_Kaufmann&amp;diff=84960"/>
		<updated>2026-07-08T07:29:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Otto Seher&#039;&#039;&#039; (geboren am. 21. Februar 1839 in Köln-Mülheim, gestorben am 14. April 1917 in Herne), war ein Kaufmann in den Gründerjahren der Stadt Herne &lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Otto Seher&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = Herner Anzeiger (17.04.1917) Otto Seher Anzeige.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 21. Februar 1839&lt;br /&gt;
| Geboren in = (Köln-)Mülheim am Rhein&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 14. April 1917&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Herne&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = &lt;br /&gt;
| Titel = Kaufmann&lt;br /&gt;
| Letzte Adresse=  [[Bahnhofstraße]] 128&lt;br /&gt;
| erfasst    = &lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Otto August Seher, später Wilhelm Otto Seher genannt, kam als Sohn des Mülheimer Schreinermeisters Johann Friedrich Seher und dess Ehefrau Maria Friederike Bottenius in Mülheim am Rhein zur Welt. Hier wurde er am 1. März getauft.&amp;lt;ref&amp;gt; Taufregister der ev. Gemeinde Mülheim/Rhein Nr. 3/1839&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Materialienverwalter der Zeche Shamrock gelangte er nach Herne. Hier lernte er seine zukünftige Ehefrau kennen und verlobte sich im April 1873 mit Julie Kaiser (1852-1937). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. Mai 1884 wird beim Kgl. Amtsgericht in Bochum die Firma „Otto Seher“ in Baukau unter der Register Nr. 899 eingetragen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbbn/periodical/zoom/11038126?query=%22Otto%20Seher%22 Kölnische Zeitung vom 27. Mai 1887. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Später wird er in das lukrative Versicherungsgeschäft einsteigen. Auch die Ziegelherstellung wird bis zu seinem Tode eine wichtige Finanzielle Beteiligung bringen. So hatte er als Inhaber von 1893 bis 1917 seine Ringofenziegelei Otto Seher &amp;amp; Co im heutigen Bochum-Bergen. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bochumer Zeitpunkte Nr. 26 2011. S. 21. [https://www.kortumgesellschaft.de/tl_files/kortumgesellschaft/content/download-ocr/zeitpunkte/Zeitpunkte-26-2011OCR.pdf Online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Über seinen Tode hinaus firmierte die „Otto Seher &amp;amp; Co. Herne i.W. Bergwerks- u. Hüttenbedarf“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb in seiner Wohnung in Herne und wurde am 18. April 1917 beigesetzt. &amp;lt;ref&amp;gt;Sterberegister der ev. Gemeinde Herne Nr. 115/1917.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Familie==&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Seher]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Reichspost_Herne_1895-1910&amp;diff=84959</id>
		<title>Reichspost Herne 1895-1910</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Reichspost_Herne_1895-1910&amp;diff=84959"/>
		<updated>2026-07-08T07:28:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Das nicht mehr vorhandene Haus der &#039;&#039;&#039;Reichspost Herne&#039;&#039;&#039; lag an der Ecke [[Bahnhofstraße]] / [[Fabrikstraße]], die sich damals südlich diesem Gebäudes innerhalb des Bahnhdammes befand.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Reichspost Herne&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Reichspost-Herne 1900.jpg|450px|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&lt;br /&gt;
|Erbaut=[[1895]]&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54416967340388&lt;br /&gt;
|lon=7.219588796707599&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Postamt Herne (1895-1910)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Jahre 1894 hat der Kaufmann Wilhelm Seher anstelle des Schlünderschen Wohnhausrestes an dieser Stelle die neue Post Ecke Bahnhofstraße und Fabrikstraße erbaut, zu der im Hintergelände ein Wagenschuppen mit Abortanbau gehörte. Dieses stattliche Postgebäude, das 26 Meter Frontlänge hatte und dessen Eingang sich an der Ecke der Farbikstraße befand, lag zu 7 Meter Frontlänge im Bereich der jetzigen Fabrikstraße, mit fast 20 Meter Frontlänge also im jetzigen Dammbereich. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung hat es 1895 angemietet und 1902 käuflich erworben. Es ist aber bereits 1911 an den Eisenbahnfiskus verkauft worden, nachdem die Reichspost das bis 2024 betriebene [[Postgebäude Herne - Bebelstraße 20|Postamt]] an der Bebelstraße 20 errichtet hatte, das 1910 in Betrieb genommen wurde. Das Postamt an der Ecke der Fabrikstraße wurde bis zum Abbruch von der Eisenbahn als Bürogebäude (vor allem für die zur Einleitung des [[Bahnhof Herne|Bahnhofsneubaues]] nötigen Baubüros) benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Alter Bahnhof mit Fußgängerbrücke, nach Norden schauend, 1907.jpg|500px|thumb|links|Größerer Überblick 1907]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Städtebauliche Einordnung und Baukörper ==&lt;br /&gt;
Das ehemalige Kaiserliche Postamt präsentierte sich als repräsentativer, zweigeschossiger Backsteinbau, der im Stil des historisierenden Eklektizismus mit starken Anleihen an die norddeutsche Neugotik errichtet wurde. Das Gebäude wurde konzipiert, um eine markante Ecklage zu besetzen. Die architektonische Betonung wurde hierbei geschickt auf den polygonalen Eckrisalit gelenkt, der die beiden asymmetrischen Gebäudeflügel gestalterisch miteinander verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fassade bestand primär aus rotem Sichtbackstein, der durch hell abgesetzte Verfugungen, Friese und Gesimse strukturiert wird, wodurch die vertikale und horizontale Gliederung des Baukörpers betont wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektonische Details und Fassadenelemente ==&lt;br /&gt;
Der Turmrisalit: Das beherrschende Element des Gebäudes war der polygonale Eckturm über dem Haupteingang. Er verfügte im oberen Bereich über eine markante Turmuhr und schließt mit einem steilen, pyramidenförmigen Turmhelm ab. Die Spitze wurde von einer filigranen, schmiedeeisernen Firstgitterkrone geziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptportal: Der Zugang erfolgte über eine tief eingeschnittene, rundbogige Portalnische im Erdgeschoss des Turms. Direkt darüber, im ersten Obergeschoss, befand sich ein repräsentatives Fenstergefüge, das von einem dekorativen, spitzbogigen Feld (Tympanon) mit heraldischen Reliefelementen oder Ornamenten bekrönt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flügelbauten und Dachlandschaft: ==&lt;br /&gt;
Der linke Gebäudeflügel brach die Trauflinie durch einen markanten Staffelgiebel (Stufengiebel) auf, der mit neugotischen Blendbögen und Fialenmotiven verziert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rechte Gebäudeflügel zur damals noch ebenerdigen Eisenbahn zeigte sich flächiger und schließt mit einem hohen, ziegelgedeckten Walmdach ab, aus dem kleine, spitzgiebelige Dachgauben (Lukarnen) hervortraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fenstergeometrie: Die Fensterachsen waren streng rhythmisiert. Im Erdgeschoss dominieren großzügige Segmentbogenfenster, die typisch für die Belichtung großer Schalterhallen waren. Im Obergeschoss fanden sich paarweise angeordnete, rechteckige Fenster mit Sprossenteilung, die den Verwaltungscharakter der oberen Etagen widerspiegeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architekturgeschichtliche Einordnung: ==&lt;br /&gt;
Staatliche Hochbauten der Kaiserzeit – insbesondere Post- und Justizgebäude – wurden bewusst monumental und wehrhaft gestaltet. Die Verwendung von rotem Backstein in Kombination mit mittelalterlich anmutenden Wehr- und Sakralelementen (wie Turm und Staffelgiebel) sollte die Beständigkeit, Autorität und Modernität der kaiserlichen Postverwaltung im städtischen Raum visuell untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:ehemaliges Gebäude]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Post]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Postgeb%C3%A4ude_Herne_-_Bebelstra%C3%9Fe_20&amp;diff=84958</id>
		<title>Postgebäude Herne - Bebelstraße 20</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Postgeb%C3%A4ude_Herne_-_Bebelstra%C3%9Fe_20&amp;diff=84958"/>
		<updated>2026-07-08T06:43:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
Das Gebäude wurde am [[27. September]] [[1910]] als Kaiserliches [[Post|Postamt]] in Dienst gestellt. Es war das erste Gebäude, welches in diesem neuen Stadtteil (Behördenviertel) als Verwaltungsgebäude errichtet wurde.&lt;br /&gt;
Durch die Anlage dieses Gebäude wurden die Fluchtlinien der damals neu geplanten Straßenzüge fixiert. Es liegt an der [[Bebelstraße]], [[Freiligrathstraße]] und der durch sie benannten [[Poststraße]].&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=Postgebäude Herne&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=&lt;br /&gt;
[[Datei:Post-gb-2015.jpg|450px|rahmenlos|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=Das Postgebäude 2015&lt;br /&gt;
|Erbaut=vor [[1909]]/[[1910]]&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=Kaiserl. Postamt&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=Bebelstraße 20&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.53930234082456&lt;br /&gt;
|lon=7.219630581863786&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Postgebäude-Bebelstraße-1923.jpg|450px|left|Bild ca. 1923]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Postgebäude-Bebelstraße-1926.jpg|450px|left|Um 1926]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche An- und Umbauten fanden in den vergangenen 124 Jahre statt. Heute beherbergt das Gebäude auch Büros weiterer Einrichtungen. Die Hochschulallianz Ruhr (HAR), bis Anfang 2024 am Berliner Platz in Herne angesiedelt, zog mit der neuen Initiative der Allianz-Hochschulen, dem Applied Excellence Department (AED), und dem „ruhrvalley DeepTech Innovationsnetzwerk“ hier in einer gemeinsamen Geschäftsstelle zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab dem [[4. Juni]] [[2024]] endet die Postgeschichte, übrig blieb bis zum [[21. August]] 2024 noch die Postbank - eine Tochter der deutschen Bank. Danach endet der Postdienst an diesem Standort nach 115 Jahren für immer.&lt;br /&gt;
==Archive==&lt;br /&gt;
*Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen, Oberpostdirektion Dortmund, &lt;br /&gt;
**[http://www.archive.nrw.de/ms/search?link=VERZEICHUNGSEINHEIT-Vz_c56843ae-3db2-427c-8836-c6bc94e547ea 1088, 1905-1909, &#039;&#039;&#039;Herne, Einrichtung des Postamts, Band 10&#039;&#039;&#039;, Aktenzeichen : B II H 96]&lt;br /&gt;
**1089, 1909-1913, &#039;&#039;&#039;Herne, Einrichtung des Postamts, Band 11&#039;&#039;&#039;, Aktenzeichen : B II H 96&lt;br /&gt;
**915, 1913-1914, &#039;&#039;&#039;Herne, Einrichtung des Postamts, Band 12&#039;&#039;&#039;, Aktenzeichen : B II H 96&lt;br /&gt;
**1659, 1907-1911, &#039;&#039;&#039;Herne, Verkauf eines Postgrundstückes an der Bahnhofstraße an die Eisenbahnverwaltung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
***Enthält u.a.:&amp;lt;br/&amp;gt;Plan des Posthauses.&lt;br /&gt;
**[https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Westfalen%2FKartensammlung_A%2F%7E206%2F20618%2Fmets.xml Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 051 / Karten A (Allgemein), Nr. 20618 (20618) Herne (Herne) Posthaus Blatt 1 Lageplan - Nebengebäude (1920) 1 : 100/200 59 x 45 Druck: F. W. Ruhfus, Dortmund Oberpostdirektion Dortmund Nr. 1659]&lt;br /&gt;
**[https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Westfalen%2FKartensammlung_A%2F%7E206%2F20619%2Fmets.xml Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 051 / Karten A (Allgemein), Nr. 20619 (20619) Herne (Herne) Posthaus Blatt 2 Grundrisse Keller- und 1. Geschoß (1920) 1 : 100 59 x 45 Druck: F. W. Ruhfus, Dortmund Oberpostdirektion Dortmund Nr. 1659]&lt;br /&gt;
**[https://dfg-viewer.de/show/?tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Westfalen%2FKartensammlung_A%2F%7E206%2F20620%2Fmets.xml Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen W 051 / Karten A (Allgemein), Nr. 20620 (20620) Herne (Herne) Posthaus Blatt 3 Grundrisse 2. Geschoß, Dachgeschoß (1920) 1 : 100 59 x 45 Druck: F. W. Ruhfus, Dortmund Oberpostdirektion Dortmund Nr. 1659]&lt;br /&gt;
**245, 1924-1928, Herne 1, Personalbedarf des Postamts, Band 1, Aktenzeichen : B II H 412&lt;br /&gt;
**339, 1890-1894, Herne, Ortsfernsprechnetz, Band 1, Aktenzeichen : B III b 2 H 36&lt;br /&gt;
**363, 1910-1914, Herne, Ortsfernsprechnetz, Band 4, Aktenzeichen : B III b 8 H 36&lt;br /&gt;
**372, 1904-1911, Herne, Ortsfernsprechnetz, Band 3, Aktenzeichen : B III b 8 H 36&lt;br /&gt;
**70, 1917-1926, Herne 1, Dienstbetrieb des Postamts, Band 5, Aktenzeichen : B II H 126&lt;br /&gt;
**763, 1900-1927, Herne, Betrieb des Vermittlungsamts, Band 2, Aktenzeichen : B IIIb 8 H 38&lt;br /&gt;
**83, 1907-1921, Herne ([[Bergstraße]]), Posthilfsstelle, Aktenzeichen : B II H 313&lt;br /&gt;
**87, 1896-1913, Herne, Postfuhrwesen, Band 1, Aktenzeichen : B IV H 48&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Mitte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsbauwerk]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Aufzeichnungen_des_Bauer_Theodor_Koop_in_B%C3%B6rnig&amp;diff=84957</id>
		<title>Die Aufzeichnungen des Bauer Theodor Koop in Börnig</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Aufzeichnungen_des_Bauer_Theodor_Koop_in_B%C3%B6rnig&amp;diff=84957"/>
		<updated>2026-07-07T21:36:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
Die Aufzeichnungen handeln über die Bauerschaft &#039;&#039;&#039;Alt-Börnig&#039;&#039;&#039;, die historische Bezeichnung für den alten Siedlungskern des heutigen Herner Stadtteils [[Börnig]]. Die Überlieferungen gehen im Wesentlichen auf Aufzeichnungen des Bauern &#039;&#039;&#039;Theodor Hoffmann gen. Koop&#039;&#039;&#039; (* 21. Oktober 1859 in Vellwig; † 14. Mai 1926 in Börnig.) zurück, der mündliche Traditionen seiner Familie über das ländliche Leben des 18. und 19. Jahrhunderts festhielt.  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
 | Name = Theodor Hoffmann gen. Koop&lt;br /&gt;
 | Abkürzung = &lt;br /&gt;
 | Bild = Theodor-Koop-1859-1926.jpg&lt;br /&gt;
 | Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
 | Geboren am = 21. Oktober 1859&lt;br /&gt;
 | Geboren in = Vellwig&lt;br /&gt;
 | Gestorben am = 14. Mai 1926&lt;br /&gt;
 | Gestorben in = Vellwig&lt;br /&gt;
 | Friedhof = &lt;br /&gt;
 | Beruf = Landwirt&lt;br /&gt;
 | Titel = &lt;br /&gt;
 | Letzte Adresse = Castroper Straße 157 a&lt;br /&gt;
 | erfasst = 2026&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Sein Verwandter [[Wilhelm Hoffmann]] schrieb sogar selber Romane, die Theodor sammelte und aufbewahrte. [[Friedrich Becker (1893-1986) Lehrer und Heimatforscher|Friedrich Becker]] sammelte diese und veröffentlichte sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Theodor Koop, so die kurzform des täglichen Miteinanders, war der letzte Bäuerliche Besitzer des alten Hofes. Verheiratet war er seit 1894 mit Maria Josefine Geesmann aus Pöppinghausen. Sie wird den Hof an die Zeche Friedrich der Grosse verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe [[Hof Koop (Vellwig)]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Kurzfassung seiner Aufzeichnungen=&lt;br /&gt;
== Lage und Struktur der Bauerschaft ==&lt;br /&gt;
Börnig lag an der alten Landstraße zwischen Castrop und Herne und gehörte historisch zum Landkreis Dortmund sowie zum Gerichtsbezirk Bochum. Kirchlich war der Ort nach Castrop eingepfarrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde bestand aus den Bauerschaften [[Börnig]], [[Vellwig]] und [[Voßnacken]]. Sie umfasste mehrere Bauernhöfe sowie ein freiherrliches Gut, die [[Schadeburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft und Alltagsleben ==&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte überwiegend von Landwirtschaft, Viehzucht und Handwerk. Neben rund 19 Bauernhöfen und einem Kötterhof gab es eine ausgeprägte handwerkliche Struktur mit Schmieden, Schreinern, Schneiderbetrieben, Sattlern und weiteren Gewerken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Arzt war nicht dauerhaft im Ort ansässig; medizinische Versorgung erfolgte meist über Castrop. Eine Hebamme war jedoch vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bauernhöfe waren ursprünglich als Erbpachtverhältnisse organisiert und dem Adel verpflichtet. Abgaben in Naturalien sowie Hand- und Spanndienste waren üblich. Erst im Zuge der Reformen des frühen 19. Jahrhunderts konnten sich viele Höfe gegen Ablösesummen in Eigentum verwandeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Börniger Bruch ==&lt;br /&gt;
Das sogenannte &#039;&#039;&#039;[[Börniger Bruch]]&#039;&#039;&#039; war eine gemeinsame Viehweide im Bereich der heutigen nördlichen [[Sodinger Straße]]. Dort trieben die Bauern ihr Vieh gemeinschaftlich zur Weide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1824 wurde das Gebiet aufgeteilt und den Nutzungsberechtigten als Eigentum zugewiesen. Anschließend erfolgte eine intensivere landwirtschaftliche Nutzung mit Entwässerung und Düngung, wodurch aus der Allmende ertragreiche Wiesen entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Haus Schadeburg ==&lt;br /&gt;
Das freiherrliche Gut [[Schadeburg]] war das bedeutendste Adelssitzgut der Region. Es war von einer Gräfte umgeben und bestand aus einem Vierflügelbau mit Turm, Toranlage und Wirtschaftsgebäuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Besitzer wird in der Überlieferung die Familie von Palant genannt. Historisch ist insbesondere Freiherr Johann Stefan Heidenreich von Palant (* 1705; † 1756) belegt. Er war verheiratet, starb aber Kinderlos. Teile der überlieferten Ereignisse, etwa seine Rolle im „Landtag“ oder ein Tötungsdelikt im Streit, sind als sagenhafte Überlieferung zu bewerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert verfiel das Gut zunehmend und wurde schließlich abgebrochen. Die verbliebenen Wirtschaftsgebäude wurden später neu errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Glocke der ehemaligen Schlossanlage gelangte nach Koop zeitweise in kirchlichen Besitz in Castrop und Börnig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung und historische Einordnung ==&lt;br /&gt;
Die Aufzeichnungen von Theodor Koop verbinden historische Tatsachen mit mündlich tradierten Erzählungen. Sie geben wertvolle Einblicke in das Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung, enthalten jedoch auch legendenhafte Elemente, insbesondere zur Geschichte der Familie von Palant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Theodor Koop: Aufzeichnungen zu Alt-Börnig (handschriftliche Überlieferung)&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Koop]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Börnig]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Hof_Koop_(Vellwig)&amp;diff=84956</id>
		<title>Hof Koop (Vellwig)</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Hof_Koop_(Vellwig)&amp;diff=84956"/>
		<updated>2026-07-07T21:04:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
{{Infobox Hof&lt;br /&gt;
|Name=Hof Koop&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:Bauerschaft Vellwig 2025-1886.jpg|400px|zentriert]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=&amp;lt;small&amp;gt;Die Bauerschaft Vellwig. &amp;lt;br&amp;gt;Lage 1886 Landesarchiv NRW auf 2023 RVR&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Erbaut=1744&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Von=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|PLZ=&lt;br /&gt;
|PLZ2=&lt;br /&gt;
|PLZ3=&lt;br /&gt;
|PLZ4=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.54857417628695&lt;br /&gt;
|lon= 7.267742469599386&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der Hof Koop stand an der [[Castroper Straße]]  in der Bauerschaft [[Vellwig]] bei Börnig. &lt;br /&gt;
Der Hof Koop gehörte zur Bauerschaft Vellwig und lag neben dem [[Hof Klute]] an der Castroper Straße, 1926 mit der Hausnummer 128a, dort, wo sich nun westlich von Klute Grasweiden befinden. In der [[Einwohnerliste Börnig 1849|Einwohnerliste von Börnig]] aus dem Jahre 1849 steht :&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Lfd. Nr.  Hausname  Einwohner  Alter  Konfession&lt;br /&gt;
:226 	Koop 	W. Koop 	Landwirth 	32 	K.&lt;br /&gt;
:227 		Elis. Büchte 	Frau 	33 	K.&lt;br /&gt;
:228 		Henri. Koop 	Sohn 	24 	K.&lt;br /&gt;
:229 		Elis. Koop 	Tochter 	4 	K.&lt;br /&gt;
:230 		Maria Koop 	dito 	2 	K.&lt;br /&gt;
:231 		Anna Koop 	dito 	1 	K.&lt;br /&gt;
:232 		Jos. Büchte 	Knecht 	22 	K.&lt;br /&gt;
:233 		Gerd. Lechtenberg 	Magd 	20 	K.&lt;br /&gt;
:234 		Lisette Walböhmer 	Kindermagd 	11 	K. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1816 heiratete Heinrich Wilhelm Hoffmann in den Hof ein und führte fortan den Namen ‚Hoffmann genannt Koop‘.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aufnahme des Gebäudes von Ernst Hartmann aus dem Jahre 1921 ([[Das Bauernhaus und sein Hausrat (Hartmann 1921) XX 1 Koop, Vellwig]]) zeigt ein großes Bauenhaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1928 erwarb die [[Zeche Friedrich der Große]] das Gelände von der Witwe [[Die Aufzeichnungen des Bauer Theodor Koop in Börnig|Theodor Hoffmann gen. Koops]] - geb. 1859  und Enkel des ersten seines Namens -  er starb am 14. Mai 1928,  Josefine geb. [[Hof Geesmann (Horsthausen)|Geesmann]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über dieses Grundstück verlief u.a. die Zechenbahn von Constantin der Grosse IV/V nach Friedrich der Grosse. Heute ist es die Streckenführung der [[Sodinger Straße]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauernhöfe|Koop]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Börnig]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Datei:Theodor-Koop-1859-1926.jpg&amp;diff=84955</id>
		<title>Datei:Theodor-Koop-1859-1926.jpg</title>
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		<updated>2026-07-07T21:03:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-PD-al}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_78&amp;diff=84954</id>
		<title>Bahnhofstraße 78</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bahnhofstra%C3%9Fe_78&amp;diff=84954"/>
		<updated>2026-07-07T20:46:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Dies ist der 5000ster Artikel des Stadtgeschichtlichen Wikis vom 24. Januar 2023&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
__NOTOC__&lt;br /&gt;
{{Infobox Gebäude&lt;br /&gt;
|Name=Bahnhofstraße 78&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[Datei:HA-1913-02-22-Fischer-Haus-Bahnhofstraße.jpg|center]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=Werbeanzeige 1913&lt;br /&gt;
|Erbaut=1913&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Von=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=Herne&lt;br /&gt;
|Ortsteil=Herne-Mitte&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.542437245240606&lt;br /&gt;
|lon=7.2211306072530945&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:HA-1913-02-13-Fischer-Haus-Bahnhofstraße.jpg|mini|Anzeige vom 13. Februar 1913]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau [[Bahnhofstraße]] 78 wurde in den Jahren 1912/1913 errichtet. Es ist 19 Meter Breit und 35 Meter tief bei einer Höhe von fast 17 Meter auf 3 1/2 Geschoßen. Im erb- und 1. Obergeschoss betrieb lange Jahre die Bochumer Bekleidungsfirma &#039;&#039;&#039;J. Fischer&#039;&#039;&#039; ihre Herner Zweigniederlassung. Eröffnet wurde der Betrieb am [[22. Februar]] [[1913]], nicht ohne ordentlich Werbung dafür zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Bau ist einer der ersten in Herne, die mit ausnahme der Dachbalken in Eisenbeton ausgeführt wurde. Geplant wurde das Haus vom Architekt [[Eugen Sprenger]] aus Herne, die Bauausführung lag bei der Firma [[Heinrich Dickhoff]], [[Lambert Moddemeyer]] (Eisenbeton), Gebr. Hilbing und Sayn &amp;amp; Hüls (Malerarbeiten), [[Heinrich Rings sen.|Heinrich Rings]] (Granit) und Füßmann (Klempnerei). Die Schaufenster und Treppenanlage erstellte Friedrich Wilhelm Veuhoff. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute befindet sich hier die Blaue Apotheke (bis 2024) und Reiter Fashion.&lt;br /&gt;
==Zeitschicht 1936==&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Das dann folgende Grundstück umfasst heute die Häuser von Berns bis an die Toreinfahrt der Schauburg. Es gehörte nicht mehr zur Flur &amp;quot;In der Koppenburg&amp;quot;, die mit Kottsiepers Grundstück aufhörte, sondern zu der Flur &amp;quot;Zwischen den Beeken&amp;quot;. Von dieser war das erste Grundstück (eine Wiese und ein Acker) im Besitz des Kötters Schlingermann von der [[Straßburger Straße]]. Der Ackersmann Diederich Schlingermann&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Diedrich Schlingermann *23. Mai 1791 + 30. Juli 1879.&amp;lt;/ref&amp;gt; hatte eine Maria Cath. Petermann&amp;lt;ref&amp;gt;Maria Catharina Petermann * 23. April 1791 + 30.03.1837&amp;lt;/ref&amp;gt; aus Baukau (heute [[Hof Koppenberg]]) geheiratet&amp;lt;ref&amp;gt;22. Oktober 1813&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als diese 1836&amp;lt;ref&amp;gt;1837!&amp;lt;/ref&amp;gt; starb und der Mann in 2. Ehe&amp;lt;ref&amp;gt;25. November 1837&amp;lt;/ref&amp;gt; eine Anna Marg. Heiermann&amp;lt;ref&amp;gt;Anna Margaretha Heiermann * 11.11.1792 + 10.05.1879&amp;lt;/ref&amp;gt; heiratete, wurden auf dem Grundstück besondere Vermögenssicherungen für die drei Kinder aus erster Ehe vermerkt.&amp;lt;ref&amp;gt;1: Heinrich S. 1819-1875 | 2: Marie Catharina 1821-1901 | 3: Maria 1825-?&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf Grund eines Kaufvertrages von 1861 wurde aber 1874 (unter Beibehaltung der Sicherungsvermerke) der Landwirt Heinrich Weusthoff als Eigentümer eingetragen. Damals stand auf dem Grundstück bereits ein Wohnhaus (Bahnhofstraße 78) und zwar an der Stelle, wo heute das Kaufhaus Fischer sich befindet. Dieses Wohnhaus war im Bereich eines Ackerweges gebaut, der von der Bahnhofstraße auf die einst hinter der jetzigen Häuser gelegenen Wiesen führte. Der Weg ging etwas im Bereich des Ladenportals von Fischer ab. Das Haus ist schon vor 1870 erbau gewesen und hat bis 1911 gestanden, als das jetzige große Kaufhaus Fischer errichtet wurde. Dieser Ackerweg hatte auch insofern Bedeutung, als die Wiese und der Acker nördlich von ihm Schlingermann, südlich von ihm Weusthoff gehörte. Weusthoff wurde, wie wir sahen, durch Erwerb des Schlingermannschen Grundbesitzes Eigentümer des Gesamtkomplexes. Dieser Gesamtkomplex ging 1885 an die Geschwister Sprick über, deren Eltern der [[Wilhelm Sprick|Rendant Sprick]] und Dorothea Weusthoff gewesen waren. Im Jahre 1893 erhielt ihn der Kaufmann Heinrich Weusthoff, der heute noch das Fischersche Haus besitzt. &amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Leo Reiners [[Herner Anzeiger]] [[Aus der Geschichte der Bahnhofstraße IX|Aus der Geschichte der Bahnhofstraße]], Teil IX vom 18. Januar 1936&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Einzelnachweis==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bahnhofstraße|78]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bochumer_Stra%C3%9Fe_40&amp;diff=84953</id>
		<title>Bochumer Straße 40</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Bochumer_Stra%C3%9Fe_40&amp;diff=84953"/>
		<updated>2026-07-07T20:46:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
{{Infobox Baudenkmal&lt;br /&gt;
|Name=&lt;br /&gt;
|Text=&lt;br /&gt;
|Bild=[[File:Herne Bochumer Straße 40.jpg|400px|center]]&lt;br /&gt;
|Bildinfo=Bild: Arnoldinus 2014&amp;lt;ref&amp;gt;https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herne_Bochumer_Stra%C3%9Fe_40.jpg&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Erbaut=&lt;br /&gt;
|Auch bekannt als:=&lt;br /&gt;
|Erwähnung=&lt;br /&gt;
|Straße_Nr.=&lt;br /&gt;
|Von2=&lt;br /&gt;
|Stadtbezirk=&lt;br /&gt;
|Ortsteil=&lt;br /&gt;
|Kartengitter=&lt;br /&gt;
|lat=51.53332544588029&lt;br /&gt;
|lon=7.224295748619644&lt;br /&gt;
|lata=&lt;br /&gt;
|lona=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die Villa &#039;&#039;&#039;[[Bochumer Straße]] 40&#039;&#039;&#039; in Herne ist ein unter Denkmalschutz stehendes Baudenkmal. Die an der Westseite der Bochumer Straße, in deren Teilbereich zwischen [[Kronprinzenstraße]] und [[Otto-Hue-Straße]], befindliche Villa, entstand im Jahr 1909 nach einem Entwurf des Herner Architekten und Bauunternehmer Lambert Moddemeyer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bochumer-Straße-40-1909.jpeg|450px|mini|links|Nachcolorierte Ansichtskarte ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DENKMAL NR. 684  &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wohn- und Geschäftshaus / Villa &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bochumer Straße 40, Herne-Mitte &lt;br /&gt;
* Erbaut: 1909 &lt;br /&gt;
* Architektur: [[Lambert Moddemeyer|B. Moddemayer]] &lt;br /&gt;
* Details: Das Gebäude wurde als Villa des Herrn Schulte-Hiltrop errichtet. Bei dem nunmehr als Wohn- und Geschäftshaus genutzten Gebäude handelt es sich um eine 2½-geschossige Villa mit seitlich verspringendem Grundriss. Die Straßenfassade dominiert ein Seitenrisalit mit Giebelverdachung. Der Risalit verfügt im Giebelfeld über ein Fenster mit Holzblendläden, daneben geometrische Jugendstilmotive in Putz. Vor dem Risalit befindet sich ein eingeschossiger Vorbau mit einem Drillingsfenster. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Gebäude ist bedeutend für die Stadt Herne, weil es als repräsentatives Gebäude an der ehemaligen Hauptstraße die Stadtentwicklung Hernes bezogen auf die Villenarchitektur bezeugt. Für seine Erhaltung und Nutzung liegen wissenschaftliche Gründe hinsichtlich der Städtebaugeschichte in Herne, aber auch im Ruhrgebiet, vor. Für seinen Denkmalwert sprechen aber auch städtebauliche Gründe, weil es als repräsentatives Gebäude innerhalb einer Villengruppe an dieser Straße wesentlich zum historischen Charakter der wichtigen Verbindungsstraße zwischen dem Zentrum Hernes und Bochum beiträgt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://geodaten.herne.de/dokumente/denkmaeler/0591600_684_Beschreibung.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne-Süd]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bochumer-Straße|40]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Gemeindeversammlung_Herne&amp;diff=84951</id>
		<title>Gemeindeversammlung Herne</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Gemeindeversammlung_Herne&amp;diff=84951"/>
		<updated>2026-07-07T15:52:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gemeindeverfassung&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Westfälische Landgemeindeordnung von 1841 bezeichnete als Gemeinde &#039;&#039;&amp;quot;alle diejenigen Orte (Dörfer, Bauerschaften, Kirchspiele), welche für ihre Kommunalbedürfnisse gegenwärtig einen eigenen Haushalt haben, es sei auf Grund eines besonderen Etats oder einer Abteilung des Etats der Bürgermeisterei oder des Kantons&amp;quot;&#039;&#039;. &#039;&#039;&amp;quot;Sind infolge der bisher geltend gewesenen Gesetze mehrere früher selbständige Gemeinden jetzt zu einem Haushalt verbunden, so ist jede derselben berechtigt, die Trennung aus diesem Verbande und ihre Wiederherstellung als eigene Gemeinde zu verlangen&amp;quot;&#039;&#039;. Der Gemeindevorsteher wird vom Landrat ernannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1890/1892==&lt;br /&gt;
1. &#039;&#039;&#039;Gemeinde Herne&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Gemeindevorsteher: [[Friedrich Cremer (1836-1920)|F. Cremer.]]&lt;br /&gt;
*Stellvertreter: Landwirt Weusthoff&lt;br /&gt;
*Gemeindeverordnete:&lt;br /&gt;
*I. Abteilung:&lt;br /&gt;
**[[Friedrich Papentin|Papentin]]&lt;br /&gt;
**Klüsener&lt;br /&gt;
**Schröder&lt;br /&gt;
*II. Abteilung:&lt;br /&gt;
**Kartenberg&lt;br /&gt;
**[[Heinrich Veuhoff]] (†)&lt;br /&gt;
**[[Hof Schulte-Sodingen|Schulte-Sodingen]]&lt;br /&gt;
*III. Abteilung&lt;br /&gt;
**Voß&lt;br /&gt;
**Schmiedemeister Hülsmann&lt;br /&gt;
**Gasmeister Ranft &amp;lt;ref&amp;gt;Adressbuch Herne 1897&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonstige Gemeindebeamte: Hausvater Cremer bei der [[Armenhaus (Wiescherstraße)|Armenanstalt]], Flurschütz Trösken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==1893==&lt;br /&gt;
Gemeinde Herne - Wahl im Dezember 1893&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10966386&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*II. Abteilung&lt;br /&gt;
**Wilhelm Schlenkhoff&lt;br /&gt;
**Rautert&lt;br /&gt;
**Schmidt-Sodingen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==[[Schaefer 1912]]==&lt;br /&gt;
:Nach [der Westfälischen Landgemeinde=Verfassung] wird die Gemeinde unter Aufsicht und Mitwirkung des Amtmanns vertreten durch den Vorsteher und einer durch Satzung zu bestimmenden Zahl von Gemeinde=Verordneten. Herne besaß, als es das zu eng gewordene Gewand der Landgemeinde=Ordnung abstreifte, zuletzt als Vorsteher Herrn [[Friedrich Cremer (1836-1920)|Cremer]] und 12 Verordnete, nämlich die Herren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Friedrich Papentin]]&lt;br /&gt;
*Steiger Wilhelm Klüsener&lt;br /&gt;
*Grubenbeamter Karl Schröder&lt;br /&gt;
*Buchdruckereibesitzer [[Carl Theodor Kartenberg (1853-1909)|Carl Theodor Kartenberg]]&lt;br /&gt;
*Kaufmann Ludwig Rautert&lt;br /&gt;
*[[Hof Schmidt-Sodingen|August Schmidt-Sodingen]]&lt;br /&gt;
*Wirt Wilhelm Voß&lt;br /&gt;
*Wirt Heinrich Mumme&lt;br /&gt;
*Gasmeister Valentin Ranft&lt;br /&gt;
*Markscheider Friedrich Richter&lt;br /&gt;
*Schuhmachermeister [[Friedrich Bromen]]&lt;br /&gt;
*Kaufmann Wilhelm Schlenkhoff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gemeindeversammlung-Herne-1897.jpg|800px|mini|zentriert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mitglieder der Gemeindevertretung kurz vor der Stadtwerdung. Unten sitzend von links nach rechts: Wilhelm Klüsener, Friedrich Richter, Carl Theodor Kartenberg, in der Mitte Amtmann Hermann Schäfer, Gemeindevorsteher Friedrich Cremer, Direktor Friedrich Papentin und Wilhelm Schlenkhoff.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Oben stehend v.l.n.r.: Heinrich Mumme, Valentin Ranft, August Schmidt-Sodingen, Wilhelm Voss, Friedrich Bromen, Ludwig Rautert und Carl Schröder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://www.halloherne.de/artikel/hermann-schaefer-war-hernes-erste-buergermeister-56104.htm Bildquelle (Direktlink): Stadtarchiv Herne auf HalloHerne.de: Hermann Schäfer war Hernes erste Bürgermeister - Die Wahl jährt sich zum 125. Mal. Abgerufen am 27. April 2022]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgelöst durch [[Stadtverordneten-Versammlung Herne 1897]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84950</id>
		<title>Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84950"/>
		<updated>2026-07-07T15:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Ludwig Bösse&amp;lt;/big&amp;gt; (*[[18. Dezember]] [[1852]] in Schwalmstadt-Ziegenhain, † [[23. August]] [[1914]] in Herne) war ein Unternehmer und umstrittener Lokal-Politiker in Herne der Jahrhundertwende um 1900.&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Ludwig Bösse&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = &lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 18. Dezember 1852&lt;br /&gt;
| Geboren in = Schwalmstadt-Ziegenhain&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 23. August 1914&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Herne&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = &lt;br /&gt;
| Titel = &lt;br /&gt;
| Letzte Adresse= &lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ludwig Conrad Georg Gotthelf Heinrich Bösser wurde am 18. Dezember 1852 im Hause Nr. 8 in Zigenhain in Nordhessen geboren. Seine Eltern waren der aus alter Ziegenhainer Familie stammende Schlossermeister Johann Heinrich B. und dessen Ehefrau Marie Elisabeth Reinemann. Am 9. Januar 1853 erfolgte seine Taufe im Hause des Vaters.&amp;lt;ref&amp;gt;Taufregister der ev. Gemeinde Ziegenhain, Band 1830-1855, S. 2067 Nr. 1063.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 1877 heiratete der 24jährige Bergmann in der Hauptkirche Hernes die damals 41jährige Witwe des Maurermeisters Friedrich Sehrbruch (1835-1870), Dorothea Oberback gen. Hohage (1838-1916). Sie war 5fache Mutter und beide bekamen noch ein Mädchen (Auguste Johanna) 1878 dazu.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Adressbuch von 1890 ist er erstmals als Fuhrunternehmer auf der Höfestraße 1 erwähnt. 1892 auch als der Eigentümer. Es war das Haus des ersten Ehemanns. &lt;br /&gt;
Als Mitglied der Nationalliberalen Partei wurde er in die erste [[Stadtverordneten-Versammlung Herne 1897|Stadtverordneten Versammlung 1897]] gewählt. Bis zu seinem Tode blieb er Mitglied des Rates.&lt;br /&gt;
Als vereidigter Trichinenbeschauer&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Trichinenuntersuchung – Wikipedia&amp;lt;/ref&amp;gt; war er ebenfalls tätig.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er scheint eine ganz besondere Person gewesen zu sein, sind doch zahlreiche Beleidigungsprozesse bekannt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vgl.:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1899]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1900]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1901]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902 II]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser ganzen Reihe ging er zuerst als freier Mann hervor, im Januar 1902 erhielt er 9 Monate Gefängnis.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr 1902, Mitte April: „Stadtverordneter Bösser, welcher kürzlich wegen Beleidigung zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, hat den Bürgermeister Schaefer um Verzeihung gebeten. Diese ist ihm gewährt worden. Wie es heißt, soll der Strafantrag zurückgezogen werden. Es ist dies möglich, weil sich die Angelegenheit im Revisionsverfahren befindet und das Urteil somit noch nicht rechtskräftig geworden ist.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei einem weiteren Prozess kam es in einem Vergleich dazu, dass Bösser „verspricht, den Herrn Schäfer fernerhin nicht zu beleidigen und“ die Kosten zu übernehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11019544 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 15 (18.4.1902) 104 Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im abschließenden Prozess am 1. Oktober 1902 wurde er erneut wegen seiner erkannten geistigen Beschränktheit freigesprochen. Und dennoch wurde Ihm zugesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser aus Herne bittet uns um Abdruck folgender Schriftstücke:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11023041 General-Anzeiger für Dortmund vom 5. Mai 1903. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 I.&lt;br /&gt;
 Herrn Ludwig Bösser in Herne bescheinige ich auf Grund eingebender Untersuchung seines Geisteszustandes, daß er vollständig imstande ist, seinen Posten als amtlicher Fleischbeschauer auch weiterhin auszuüllen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Essen, 3. Dezember 1902.&lt;br /&gt;
 Dr. Racine, Kreisphysikus.&lt;br /&gt;
 II.&lt;br /&gt;
 Der Posten als Fleischbeschauer ist mir an 31. Oktober 1902 entzogen, worden. Ich überlast es meinen Mitmenschen, sich ein Urteil über die Angelegenheit zu bilden.&lt;br /&gt;
 Herne, 25. April 1903.&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser, Stadtverordneter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Herne, 3. Dezbr. 1903 (Allerlei vom Tage.) Wie verlautet, ist die Wahl des Herrn Ludwig Bößer zum Kirchenrepräsentanten höheren Ortes nicht bestätigt. Mithin beginnt der Wahlkampf von neuem. Bei der vor kurzem vorgenommenen Wahl erhielt Ludwig Bößer 334 Stimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11025069 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 16 (4.12.1903) 332. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Herne, 5. Dezember. 1903 Der neue Fall Bösser&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/946991 Dortmunder Zeitung 76 (7.12.1903) 621. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt dem„Rhein.=Westf. Tagebl.“: Ganz kommt unsere Stadt aus der Aufregung nicht mehr heraus. Unsere Leser erinnern sich der vielfachen Prozesse die Herr Ludwig Bösser in den letzten Jahren zu bestehen gehabt hat. Dieselben haben die Folge gehabt, daß Herr Bösser allmählich aus seinen hiesigen Aemtern hinausgeschoben wurde. So hat er u. a. sein ziemlich einträgliches Amt als Fleischbeschauer verloren und auch sonst manche Zurücksetzung erfahren müssen. Natürlich ist der ohnedies schwer erregte Mann noch mehr erbittert worden. — Seit einiger Zeit führt er einen Konflikt in der ärztlichen Vertretung. Er beruft sich darauf, es sei seinerzeit beschlossen worden: sobald für HerneStadt noch ein neuer Pfarrer angestellt werden müsse, solle der jetzt in einem Außenamt amtierende Geistliche genommen werden. Das sei zu Unrecht unterblieben. Infolge seiner fortlaufenden Opposition wurden Stimmen laut, seine Wiederwahl in den Kirchenvorstand müsse verhindert werden. Also stellte man bei der letzten Kirchenwahl einen anderen für ihn als Kandidaten auf. Herr Bösser aber setzte sich auf die Hinterbeine, und als der Tag der Wahl kam, wurde er mit großer Majorität wiedergewählt. Nunmehr trug er sich mit dem Gedanken, in Herne eine reformierte Kirchengemeinschaft zu gründen. Am Dienstag hatte er eine große Versammlung einberufen, die zahlreich besucht war. Er schilderte mit Erfolg seine Kämpfe und fand in der Versammlung lebhaften Anklang. Die Aussprache ging dahin, daß man von der Gründung einer besonderen Kirchengemeinschaft dann absehen wolle, wenn für die Partei Bösser die Pastorierung durch den erwähnten Geistlichen des Außenbezirks zugestanden werde. Inzwischen hat das Moderamen der Synode die erfolgte Neuwahl des Herrn Bösser zum Kirchenpräsidenten nicht bestätigt. Daraus wird natürlich neue Aufregung erwachsen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#FFFFFF;border-style: ridge; margin-bottom:1em; padding:2em 2em 2em 2em;font-size:16px;max-width:1000px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösser hatte weiterhin seine Anhänger: &amp;quot;Herne. Nov. (Zur Stadtverordnetenwahl.) In der Versammlung der 3. Abteilung wurde nach längerer Debatte beschlossen, dem Vorschlage des Reichsvereins auf Neuabschluß des Wahlbündnisses mit dem Zentrum beizutreten. Als Kandidat wurde mit Mehrheit Herr Rentner Ludwig Bösser bestimmt. Herr Bösser wies es von sich, mit den Sozialdemokraten in Verbindung gebracht zu werden. Er wisse weder von deren Beschüssen, noch kehre er sich daran. Er halte nach wie vor treu zu Kaiser und Reich und rechne sich zur liberalen Partei. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11033241 General-Anzeiger für Dortmund vom 8. November 1904. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr 1904 musste er sich erneut vor Gericht verantworten! Vgl.: [[Beleidigung Anno 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ging er öffentlich gegen die Stadtverordnetenwahl vom November 1904 vor, da er selber nicht mehr aufgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 19. Febr. [1905] (Nachspiel zu den Stadtverordnetenwahlen in Herne.) Bei den letzten Stadtverordnetenwahlen in Herne stand die Bürgerschaft vor der Frage, ob der durch seine Beleidigungs= und Verleumdungsfeldzüge gegen den Ersten Bürgermeister und andere Mitglieder der Stadtbehörden bekannt gewordene Rentner und frühere Fleischbeschauer Ludwig Bösser wiedergewählt werden solle oder nicht. Bösser ist in seinen Prozessen mehrmals zuerst bestraft und dann in der Berufungsinstanz wegen Geistesgestörtheit (Querulantenwahn) für straffrei erklärt worden, da die ärztlichen Sachverständigen annahmen, er habe sich in einem Zustande befunden, der die freie Willensbestimmung ausschloss. Die Landgerichte Bochum, Essen und Dortmund hatten sich seit 1900 fortgesetzt mit den Prozessen Bössers zu befassen. Wir haben selbst s. Zt. mehrfach darüber berichtet. Vor zwei Jahren verurteilte die Bochumer Strafkammer den Stadtv. Bösser wegen verleumderischer Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schaefer und anderer Amtspersonen zu 9 Monaten Gefängnis. Bösser bat deh= und wühmütig den Bürgermeister, den er aufs schmählichste herabgewürdigt, ja des Meineids bezichtigt und parteiischer Amtshandhabung, beschuldigt hatte, um Verzeihung. Sie wurde ihm, soweit unter solchen Umständen davon die Rede sein kann, gewährt. Trotzdem stellte er aber die Beleidigungen nicht ein, im Gegenteil. Ein Bochumer Urteil, das ihn wegen Beleidigung der meisten Mitglieder des Stadtverordneten=Kollegiums zu einer Geldstrafe verurteilte, ist inzwischen rechtskräftig geworden. Aber die oben angedeuteten 9 Monate sind ihm geschenkt, denn das als Revisionskammer angerufene Essener Gericht nahm wieder Geistesstörung an. Trotz alledem hatte er in der Stadt noch Anhänger. Er verstand es, sie zu sammeln und setzte es durch, dass er in einer schlecht besuchten Wählerversammlung richtig wieder als Kandidat aufgestellt wurde. In Herne haben Liberale und Zentrum einen kommunalen Wahlbund geschlossen. Da das Zentrum gegen Bössers Wiederwahl opponierte und in liberalen Kreisen die Abneigung gegen Bösser nicht geringer war, die Zeit zur Einberufung einer neuen Wählerversammlung nicht mehr reichte, erhob dann der Vorstand des liberalen Vereins einen anderen Kandidaten anstelle Bössers auf den Schild. Bösser unterlag denn auch bei der Wahl glänzend. Wegen eines Eingesandts und einer redaktionellen Bemerkung zu dem Eingesandt der Bösserfreunde, das sich mit dieser Wahlangelegenheit beschäftigte, hatte sich Freitag der Redakteur der [[Herner Zeitung]], Max Flegel, vor dem Schöffengericht zu verantworten. Das Gericht verzichtete auf die Einforderung der Akten, sprach dem Beklagten vollständigen Schutz des § 193 als Redakteur sowohl, als auch als Wähler der 3. Abteilung und Bürger von Herne zu und hielt auch eine Beleidigung in der Form nicht für vorliegend. Der Beweis der Wahrheit sei als gelungen zu bezeichnen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Die Kosten wurden dem Privatkläger auferlegt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11034496 General-Anzeiger für Dortmund vom 20. Februar 1905. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:General-Anzeiger für Dortmund 17 (5.12.1904) 335. Bösser.png|400px|thumb|Bössers öffentlicher Widerspruch gegen die Stadtverordnetenwahl im November 1904.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch gegen die Wahl des Stadtverordneten [[Hugo Diekmann|Diekmann]] hatte er Einspruch erhoben. Die Stadtverordneten entschieden am 14. April 1905 allerdings anders: &amp;quot;Man trat sodann in die Tagesordnung ein und erklärte zunächst die Wahl des Herrn Rechtsanwalts Diekmann zum Stadtverordneten für gültig. Gegen die Wahl hatte Herr Ludwig Bösser Einspruch erhoben und zwar mit der Motivierung, daß man nach der Liste von 1902 hätte wählen müssen, wonach auch Herr Köster gewählt worden sei. Der Magistrat erklärte jedoch den Einspruch für unbegründet und das Stadtverordnetenkollegium schloß sich ihm an. Herr Erster Bürgermeister Schaefer verpflichtete Herrn Diekmann, der ja im Kollegium kein Unbekannter ist, durch Handschlag an Eidesstatt und hieß ihn im Namen der beiden städtischen Vertretungen herzlichst willkommen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11035186 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 18 (15.4.1905) 105. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 wurde er mit den meisten Stimmen der 3. Wahlklasse (1347) erneut in die Stadtverordnetenversammlung gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10942699 Generalanzeiger für Dortmund vom 2. Mai 1906. Online auf zeitpunkt.nre]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinen Widerspruch gegen die Wahl von 1904 wurde 1906 vor dem Verwaltungsgericht in Berlin stattgegeben. &amp;quot;Herne, 14. Mai. In der Verwaltungsstreitsache der Stadtverordnetenversammlung zu Herne wider den Rentner Ludwig Bösser ist jetzt das Urteil des Oberveinaltungsgerichts Berlin erschienen. Danach wird die Entscheidung des Bezirksausschusses zu Arnsberg, wonach 11 Stadtverordnetenwahlen für ungültig erklärt werden, bestätigt. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/6500765 Castroper Anzeiger vom 15. Mai 1906. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde er Tätlich angegriffen; Die Dortmunder Zeitung berichtet: &amp;quot;Herne, 23. März. Auf dem Heimwege wurde der Stadtverordnete Ludwig Bösser von hier kurz vor seiner Wohnung von einer noch unbekannten Person überfallen und mit einem harten Gegenstande über den Kopf geschlagen, so daß er besinnungslos zusammenbrach. Bösser erlitt eine (1)8 cm lange schwere Kopfwunde davon.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1434660 Dortmunder Zeitung 80 (25.3.1907) 154. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10946873 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 20 (25.3.1907) 84 online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch 1910 gab es einen Revisonsprozess Bösser vers. Stadtverordneten Fuchs:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bochum, 25. April. 1910 (Der Stadtverordnete Ludwig Bösser) von Herne war wegen Beleidigung des Stadtverordneten Fuchs zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Bösser wie auch Fuchs legten gegen das Urteil Berufung ein. Bösser ist vor Jahren wegen Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schäfer von der Strafkammer mit einem Monat Gefängnis belegt worden. Die höhere Instanz erklärte ihm aber straffrei, weil sie in Bösser einen Querulanten erblickte. Der Vorfall der vorliegenden Klage spielte sich in einer Sitzung der städtischen Baudeputation vom 16. August 1910 ab. Bösser stellte die Behauptung auf, dass der Magistrat die reichen Leute insbesondere die Mitglieder der Gesellschaft Erholung vor den kleinen Leuten in Straßenbauangelegenheiten bevorteile.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erster Burgermeister Dr. Büren legte gegen diese Behauptung Verwahrung ein. Stadtverordneter Fuchs rief zu Bösser gewendet: „Das ist gemein!&amp;quot; Als Bösser erwidern wollte, wurde ihm vom Vorsitzenden das Wort entzogen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 21. August richtete Bösser an Fuchs, den früheren städtischen Baumeister, einen Brief, in welchem er diesem eine niederträchtige Gesinnung vorwarf, gegenüber den Mitgliedern der Gesellschaft Erholung, aber mit brutaler Gesetzesverletzung sprach, die sich die Bürger der Stadt Herne nicht gefallen ließen. Fuchs nannte er außerdem einen Heuchler und Augendiener, weil er bei einer Feier im evangelischen Vereinshause, an der auch Katholiken teilgenommen, das Bild Luthers habe von der Wand nehmen lassen. Bösser nahm für sich in der Berufungsinstanz den § 193 des Str.= G.=B.(Wahrung berechtigter Interessen) in Anspruch. Um sich zu rechtfertigen, habe er das Schreiben gegen Fuchs verfasst. In dem Stadtverordnetenkollegium habe er einen harten Stand, weil er sich den Interessen der kleinen Leute nachdrücklichst annähme. Seit 1895 werde er von dem Stadtverordneten Fuchs verfolgt, der ihn auch in seiner Eigenschaft als Stadtbaumeister zu schädigen versucht habe. In allen Konflikten, die Bösser mit den städtischen Behörden hatte, sei Fuchs schuld gewesen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Berufungsgericht fand den Schritt Bössers, der schriftlichen Rechtfertigung gegenüber der Fuchsschen Äußerung verständlich, da Bösser durch Wortentziehung behandelt worden, sich sofort mündlich zu rechtfertigen. Jedoch habe Bösser sich in ungeheuren Beschimpfungen gegen den Stadtv. Fuchs ergangen, zu denen auch nicht die geringste Berechtigung vorgelegen. Der Schutz des § 198 des Str.=G.=B. sei Bösser nicht zugebilligt, weil er in der Deputation zuerst beleidigt habe. Das Gericht verwarf beiderseitige Berufungen. Es fand das Strafmaß für angemessen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10913626 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 24 (25.4.1911) 113. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder ging es vor Gericht: &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 26. Febr. [1913] (Stadtv. Bösser zum dritten Male freigesprochen.) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor dem hiesigen Schöffengericht fand gestern die in der Bürgerschaft von Herne und Umgegend mit großer Spannung erwartete Verhandlung gegen den Rentner und Stadtverordneten Ludwig Bösser wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters a. D. Schäfer statt, dem er verschiedentlich die Verletzung der Eidespflicht in einem gegen ihn (Bösser) anhängig gemachten Strafverfahren vor der Strafkammer Dortmund vorgeworfen hatte. Das Urteil lautete: Das Gericht hält auf Grund der eidlich erhärteten Zeugenaussage des Oberbürgermeisters Schäfer sowie des Urteils der Dortmunder Strafkammer vom 2. Oktober 1902 den Angeklagten für überführt, dass er sich eine öffentliche Beleidigung hat zu Schulden kommen lassen, als er vor dem Kgl. Schöffengericht in Herne am 7. Febr. 1911 vom Oberbürgermeister Schäfer eine unwahre Tatsache behauptet hat. Danach liegt äußerlich schon ein Vergehen gegen den§ 186 vor. Der Angeklagte ist aber aus subjektivem Grunde freigesprochen. Auf Grund der übereinstimmenden Gutachten der drei Sachverständigen hat das Gericht die Überzeugung erlangt, dass der Angeklagte an einer querulatonlschen Form von Verfolgungswahnsinn leidet und dass er auch bei Begehung der strafbaren Handlung an dieser Krankheit gelitten hat. Es war die freie Willensentschließung als ausgeschlossen zu erachten. Für die Strafbarkeit seines Handelns fehlt außerdem das strafbare Moment, der Dolus. Es erübrigt sich darum die Frage, ob dem Angeklagten der § 193 zur Seite stand. Der Angeklagte ist aus dem § 51 des Str.=Pr.=O. freizusprechen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10925060 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 26 (26.2.1913) 57. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er war trotz aller &amp;quot;unstimmigkeiten&amp;quot; lange Jahre Mitglied des Presbyteriums, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitervereins, im Vorstand des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Herne und weiteren Vereinen tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 23. August 1914 an Asthma und wurde am 25. August in Herne beigesetzt. Dagegen ging er nicht in Revision!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Boesse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:PolitikerIn|Boesse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Stadtverordneten-Versammlung_Herne_1897&amp;diff=84949</id>
		<title>Stadtverordneten-Versammlung Herne 1897</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Stadtverordneten-Versammlung_Herne_1897&amp;diff=84949"/>
		<updated>2026-07-07T15:39:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
[[Datei:Siegelmarke Siegel der Stadt Herne W0381758.jpg|miniatur]]&lt;br /&gt;
:Als die Städte=Ordnung eingeführt wurde, entschied man sich für das sogenannte Zwei=Kammern=System, nämlich den Magistrat, einen kollegialischen Gemeinde=Vorstand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters, sowie die Stadtverordneten=Versammlung, unter Leitung des Stadtverordneten=Vorstehers. Die Zahl der Stadtverordneten setzte der Gemeinderat am 3. November 1896 auf 30 fest. &amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: [[Schaefer 1912]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wahlausschuss bestand aus den Herren Bromen, Richter, Rautert und Schmidt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahlen fanden vom 19. bis 23. Januar 1897 für die 3. Abteilung (4000 Wahlberechtigte) , am 25. Januar für die 2. (296 Wahlberechtigte) und am 26. Januar 1897 für die 1. Abteilung (10 Wahlberechtigte) statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10993010?query=Herne Generalanzeiger für Dortmund ec. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die konstituierende Sitzung fand am [[15. Februar]] [[1897]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Magistrat 1897==&lt;br /&gt;
*Bürgermeister [[Hermann Schaefer]]&lt;br /&gt;
*Beigeordneter [[Friedrich Cremer (1836-1920)|Friedrich Cremer]]&lt;br /&gt;
*Stadtrat Wilhelm Schlenkhoff&lt;br /&gt;
*Stadtrat [[Friedrich Papentin]]&lt;br /&gt;
*Stadtrat [[Heinrich Dickhoff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Die 30 Stadtverordneten wählten&#039;&#039; [am 15. Februar] &#039;&#039;mit 29 Stimmen den Amtmann [[Hermann Schaefer|Schaefer]] zum Bürgermeister. Die Wahl erhielt&#039;&#039; [am 24. März 1897] &#039;&#039;die Bestätigung S.M. des Königs.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Mitglieder 1897==&lt;br /&gt;
*Stadtverordneten-Vorsteher [[Louis Lauten]], bis Oktober 1899.&lt;br /&gt;
*stellv. Stadtverordneten-Vorsteher [[Karl Hövels|Carl Hövels]], ab September Hermann Hölscher.&lt;br /&gt;
*Schriftführer: A. Schmidt&lt;br /&gt;
*stellv. Schriftführer: Kartenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===1. Abteilung===&lt;br /&gt;
*Bergrat [[Karl Behrens]]&lt;br /&gt;
*Fabrikbesitzer [[Fritz Baum|Baum]]&lt;br /&gt;
*Landwirt [[Friedrich Cremer (1836-1920)|Friedrich Cremer]]&lt;br /&gt;
*Bauunternehmer [[Heinrich Dickhoff]] (Zentrum)&lt;br /&gt;
*Kaufmann [[Louis Lauten]] &lt;br /&gt;
*Baugewerbsmeister [[Peter Otzen]]&lt;br /&gt;
*Büreauchef [[Friedrich Papentin|Papentin]]&lt;br /&gt;
*Gasmeister Ranft&lt;br /&gt;
*Kaufmann Wilhelm Schlenkhoff&lt;br /&gt;
*Bauunternehmer Kraus (Nachwahl (NW) am 16. August 1897)&amp;lt;ref&amp;gt;Die Nachwahl wurde vorgenommen, da die Magistratsmitglieder als Stadtverordneten ausgeschieden sind.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Wirt Mumme (NW)&lt;br /&gt;
*Fahrsteiger Rehfeuter (NW)&lt;br /&gt;
*[[Johann Friedrich Schuster|Ingenieur Schuster]] (NW)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===2. Abteilung===&lt;br /&gt;
*Rechtsanwalt [[Hermann Hölscher]] (Zentrum)&lt;br /&gt;
*Kaufmann [[Karl Hövels]]  (Zentrum)&lt;br /&gt;
*Buchdruckereibesitzer [[Carl Theodor Kartenberg (1853-1909)|Carl Theodor Kartenberg]]&lt;br /&gt;
*Auktionator Friedrich Köster&lt;br /&gt;
*Wirt Wilhelm Rosenkötter&lt;br /&gt;
*Kaufmann Wilhelm Sacher&lt;br /&gt;
*Rentner Friedrich Schulte-Kortnack&lt;br /&gt;
*Landwirt August Schmidt&lt;br /&gt;
*Wirt [[Jean Vogel]]  (Zentrum)&lt;br /&gt;
*Wirt Wilhelm Voß&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===3. Abteilung===&lt;br /&gt;
*Schuhmachermeister [[Friedrich Bromen]] (Zentrum), 805 Stimmen&lt;br /&gt;
*Fuhrunternehmer [[Ludwig Bösser]], (Liberal) 797 S.&lt;br /&gt;
*Bergmann Wilhelm Hülsmann, (Liberal) 847 S. (1855-1930)&lt;br /&gt;
*Uhrmacher [[Eduard Klüsener]], (Liberal) 833 S. (1858-1913)&lt;br /&gt;
*Kaufmann [[Julius Meimberg (1838-1902)|Julius Meimberg]] (Zentrum), 779 S. (1838-1902)&lt;br /&gt;
*Wirt Diedrich Möller, (Liberal) 830 S.&lt;br /&gt;
*Bergmann Erasmus Nolte (Zentrum), 815 S.&lt;br /&gt;
*Bergmann Wilhelm Steinmann, (Arbeiterschaft) 1053 S. (1853-1913)&lt;br /&gt;
*Bergmann Wilhelm Stemmermann gen. Schäfer, (Liberal) 849 S. &lt;br /&gt;
*Fuhrunternehmer Georg Tölle (Zentrum), 820 S. (1831-1909)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protokoll der ersten Stadtverodnetenversammlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Generalanzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen berichtete in seiner Ausgabe vom 16. Februar 1897 auf ihrer dritten Seite:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Die erste Stadtverordnetensitzung in Herne&amp;lt;/big&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herne, 15. Februar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Tag war für unser städtisches Gemeinwesen ein Tag geschichtlicher Bedeutung. Zum ersten Male traten die Stadtverordneten zur gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, um über das Wohl der neuen Stadt Herne zu raten und zu thaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Schulsaal an der Mont=Cenisstraße war von Herrn Baumeister Fuchs auf das Geschmackvollste ausgestattet und mit frischem Grün und Laubwerk dekoriert. Die Gruppierung der Stadtverordneten war eine höchst praktische, sodaß noch ein ansehnlicher Raum für die Zuhörer übrig blieb. Ein hübscher Platz war für die Vertreter der Presse hergerichtet, welche überhaupt in der zuvorkommendsten Weise behandelt wurden, wofür Herrn [[Hermann Schaefer|Amtmann Schaefer]] Dank und Anerkennung gebührt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das neugewählte Kollegium war vollzählig erschienen und wurde von dem als Regierungskommissar fungierenden Herrn Amtmann Schäfer auf das freundlichste begrüßt und willkommen geheißen. Derselbe leitete die Verhandlungen mit folgenden Worten ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Meine Herren! Ich erkläre die Sitzung für eröffnet. Wir stehen heute an einem bedeutsamen Wendepunkt in der Entwickelung unseres Gemeinwesens. Die Stadtverordneten der neuen Stadt Herne halten ihre erste Sitzung ab. Unsere Gemeinde hat sich in außerordentlich schneller Weise entwickelt. Die Ausdehnung der Industrie, der gewaltige Aufschwung im Handel und Gewerbe hat dazu geführt, daß unserer Bevölkerung das Kleid der Landgemeinde zu eng wurde.&lt;br /&gt;
Der Wunsch brach sich Bahn, die Gemeinde Herne in die Reihe der westfälischen Städte zu erheben. Dieser Wunsch wurde von der königl. Regierung befürwortet und wir erlebten die Freude, daß auch höheren Orts unser Wunsch erfüllt wurde. Ich erlaube mir, die diesbezügliche Kabinetsordre im Wortlaut mitzuteilen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Auf den Bericht vom 16. September ds. Js. will Ich auf Grund des§ 1 der Landgemeinde=Ordnung für die Provinz Westfalen vom Jahre 1856 der im Landkreise Bochum im Regierungsbezirk Arnsberg belegenen Landgemeinde Herne die Städteordnung in Gnaden verleihen. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Neues Palais, [[20. September|20. Sept.]] [[1896]].&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 gez.: Wilhelm R. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 gegengez.: Frhr. v. d. Recke. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die staatlichen Verwaltungsbehörden erließen daraufhin die zur Ausführung dieser Kabinetsordre erforderlichen Verfügungen und ordneten die Wahlen der Stadtverordneten an. Diese sind geschehen und Einsprüche gegen die Wahlen sind nicht erfolgt, so daß also sämtliche Wahlen rechtsgültig sind. Der Regierungspräsident hat mich beauftragt, die Verhandlungen zu leiten, bis Sie aus Ihrer Mitte einen Vorsitzenden bestimmt haben. Es liegt mir nun die Pflicht ob. Sie durch Handschlag zu verpflichten und in Ihr Amt einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meine Herren! An Sie treten hochwichtige Aufgaben heran, deren Beschlußfassung Ihnen obliegt. Die kommenden Jahre werden neue Bedürfnisse bringen, und ich zweifle nicht, daß jeder vernünftige Vorschlag in dem neuen Kollegium erwogen wird. Bei allen Beschlüssen wird auch sicherlich Bedacht genommen werden, daß der Steuerdruck kein zu hoher wird. Die Bevölkerung dieser jungen Stadt hat durch die Wahl bewiesen, daß sie ihren Vertretern das vollste Vertrauen entgegenbringt und ich bin gewiß, daß Sie, meine Herren, das Vertrauen zu würdigen wissen. Sie werden nach bestem Wissen und Gewissen ihres Amtes walten und dieses Gelöbnis bezeugen Sie durch den Handschlag, den ich nunmehr von Ihnen entgegen nehme. Ich erkläre hiermit die Stadtverordnetenversammlung für konstutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bevor wir nun zum weiteren Punkt der Tagesordnung übergehen, geziemt es sich wohl, eine patriotische Pflicht zu erfüllen. Als Vertreter der jüngsten Stadt Preußens wollen wir in diesem ernsten Augenblicke geloben, allzeit treu zu stehen zu Kaiser und Reich und die Vaterlandsliebe zu hegen und zu pflegen. Meine Herren, in der ersten Stadtverordnetensitzung soll unser Ruf heißen: Sr. Majestät. Kaiser Wilhelm II. soll leben hoch. hoch, hoch!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Hinauf wurde die Tagesordnung fortgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Herren Rechtsanwalt Hölscher, Kartenberg und Papentin als Stimmenzähler für die Wahl des Stadtverordneten=Vorstehers bestimmt.&lt;br /&gt;
Von 30 abgegebenen Stimmen entfielen auf Kaufmann Lauten 26, der sonach mit großer Majorität gewählt war. Derselbe übernahm die Geschäfte mit Worten des Dankes für das bewiesene Vertrauen und versprach, die Verhandlungen stets gerecht und objektiv zu leiten, so gut es in seinen Kräften stände.&lt;br /&gt;
Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde sodann mit 25 Stimmen Herr Hövels gewählt, welcher die Wahl dankend annahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als erster Schriftführer ging aus der Wahl Herr Schmidt=Sodingen und zu dessen Stellvertreter Herr Kartenberg hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Mitglieder, welche die Beschlüsse im Protokollbuch zu unterschreiben haben wurden bestimmt die Herren Bösser, Hölscher und Kartenberg und als deren Stellvertreter die Herren Schulte=Kortnack, Meinberg und Vogel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die Beschlußfassung über noch etwa eingehende Wahlproteste. Da solche nicht vorlagen, war der Gegenstand von selbst erledigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die öffentliche Sitzung wurde daraufhin vom Vorsitzenden Lauten geschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der geheimen Sitzung wurde mit 29 von 30 Stimmen der bewährte Herr Amtmann Schaefer zum Bürgermeister der Stadt Herne gewählt Das Ergebnis wurde sofort nach Bekanntwerden durch Extrablätter verbreitet und mit Freuden begrüßt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Vorsteher Cremer wurde als Beigeordneter, die Herren W. Schlenkhoff. Papentin und Dickhoff als Magistratsmitglieder gewählt.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zweite Sitzung==&lt;br /&gt;
Herne, 24. Februar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadtverordneten unserer neuen Stadt waren heute in der neuen Schule an der Mont-Cenisstraße zu einer Sitzung vereinigt. Erschienen waren die Herren Bromen, Brösser, Klüsener, Möller, Nolte, Steinmann, Stemmermann, Tölle, Hölscher, Rosenkötter, Sacher, Vogel, Hövels, Voß, Schulte=Kortnack, Kartenberg, Köster, Behrens, Schlenkhoff, Papentin, Richter, Bremer, Dickhoff, Baum, Ranft, Otzen. Drei Stadtverordnete waren entschuldigt. Den Vorsitz führte Herr Stadtverordneten=Vorsteher Lauten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor Eintritt in die Tagesordnung legte Herr Baumeister Fuchs die Pläne für den Rathausbau vor, über welche sich das Kollegium im Allgemeinen günstig aussprach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Punkt 1 der Tagssorpnung lautete: „Beschlußfassung darüber, ob das städtische Standesamt nach dem 1. April dieses Jahres bis auf Weiteres mit demjenigen des Amtes Baukau verbunden bleiben soll.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Amtmann Schaefer referirte über den Gegenstand und richtete vorerst folgende Dankesworte an die Versammlung: Meine Herren! Ich nehme Gelegenheit, Ihnen meinen herzlichsten Dank auszusprechen für das Vertrauen, welches Sie mir durch die Wahl zum Bürgermeister dieser Stadt erwiesen. In diesem Vertrauen erblicke ich ein Führungsattest für meine langjährige Wirksamkeit im hiesigen Amte, und ich gebe das Versprechen, daß ich auch fernerhin bei bestem Willen stets ernstlich bestrebt sein werde, meines Amtes zum Wohle und Besten der jungen aufblühenden Stadt Herne zu walten.(Bravo.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Sache selbst schlug Herr Amtmann Schaefer vor, das hiesige Standesamt mit dem des neuen Amtes Baukau bis auf weiteres zu verbinden unter Beibehaltung sämtlicher Beamten. Am 1. April scheide die Stadt aus dem Amtsverband Herne aus und damit erlösche auch die Funktion des Standesbeamten, bezüglich der Beurkundung des Personenstandes. Andererseits fehle dem Amte Baukau ein Standesamt und deshalb sei eine vorläufige Zusammenlegung das Praktischste und die Kosten gemeinschaftlich zu tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen und beschlossen, daß die Kosten zu zwei Drittel die Stadt Herne, zu ein Drittel das Amt Baukau trage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 2. Punkt: Beschlußfassung darüber, ob die en Kassenbeamten und Einrichtungen, sowie die Vollzichungsbeamten nach dem 1. April d. J. bis auf Weiteres zwischen Stadt und Amt gemeinschaftlich bleiben sollen, gab zu einer kleinen Diskussion Anlaß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Antrag wurde aber ebenfalls einstimmig angenommen und die Anstellung eines weiteren Verwaltungsbeamten beschlossen. Der Beschluß erstreckt sich nach den Ausführungen des Herrn Amtmanns Schäfer bis etwa November d. Jahres. Bis dahin wird das neue Amtsgebäude in Baukau fertiggestellt sein. Die Amtsgeschäfte des Amtes Baukau werden vorläufig in einem angemieteten Lokale erledigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Punkt 3 bezog sich auf das Polizeigefängnis, das gleichfalls bis auf Weiteres von Stadt und Amt verwaltet wird. Das Amt Baukau besitzt ein Arresthaus, in dem sämtliche Gefangenen des Amtsbezirks untergebracht und verpflegt werden sollen. Der bisherige Gefangenenwärter wird beibehalten. Das Amt hat die Arrestanten zu verpflegen, während die Stadt Herne die Miete zahlt und den Gefängnisbeamten besoldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Punkt 4 handelte von der Wahl einer provisorischen Armenkommission.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieselbe wurde zusammengesetzt aus den Herren Bromen, Voß, Mumme, Sacher, Höfels, Möller und Steinmann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Lauten brachte dann noch ein Schreiben der Reichsbankdirektion in Bochum zur Kenntnis, welches sich auf die Errichtung einer Reichsbanknebenstelle in Herne bezog. Die Einrichtung derselben kann als ziemlich gesichert gelten, falls die Bedingungen von der Stadtverordnetenversammlung angenommen werden, was zweifellos der Fall ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herr Amtmann Schäfer bat, das Unternehmen, welches für den Handel und Gewerbe unserer Stadt von hohem Nutzen wäre, eifrigst zu fördern. Die auf heute Abend anberaumte Versammlung in dieser Angelegenheit bitte er daher zahlreich zu besuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit schloß die öffentliche Sitzung, der eine geheime folgte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10993372?query=%22Herne%22 Genralanzeiger für Dortmund und der Provoinz Westfalen. auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Amtseinführung Bürgermeister und Magistrat==&lt;br /&gt;
„Privat-Depeschen des General=Anzeigers“. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einführung des ersten Bürgermeisters der Stadt Herne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herne, 24. April. Heute Nachmittag 1 Uhr vollzog sich im Stadtverordnetensitzungsaale an der Mont=Cenisstraße die feierliche Einführung unseres ersten Bürgermeisters, Herrn Schäfer, und der Magistratsmitglieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dem hochwichtigen Akte hatten sich die Stadtverordneten in Corpore eingefunden; außerdem wohnten der Feier viele Bürger der Stadt bei. Der Herr Regierungspräsident Winzer erschien in Begleitung des Herrn Landrats Spude von Bochum und wurde von dem Herrn Bürgermeister in Empfang genommen. Der Stadtverordnetenvorsteher eröffnete die feierliche Sitzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er begrüßte den Herrn Regierungs=Präsidenten mit herzlichen Worten namens des Stadtverordneten=Kollegiums und der Bürgerschaft, hinweisend auf das bedeutungsvolle Ereignis, welches sich heute in diesem Saale abspiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herr Regierungspräsident ergriff alsdann das Wort und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es ihm vergönnt worden, einen alten und erprobten Verwaltungsbeamten als Bürgermeister einzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Herne, früher eine unbedeutende Ortschaft, die man nur aus dem Kursbuche kannte, sei jetzt eine tüchtige Werkstätte des westfälischen Industriebezirks geworden, eine Stadt von 20000 Einwohnern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf nahm der Herr Regierungspräsident die Einführung des Herrn Bürgermeisters Schäfer vor und verpflichtete denselben unter Hinweis auf den früher geleisteten Diensteid, wünschend, daß seine Thätigkeit als Bürgermeister eine recht gesegnete sei, namentlich für die Stadt und ihre Bürgerschaft.&lt;br /&gt;
Herr Bürgermeister Schäfer dankte in tiefempfundener Weise dem Regierungsrat für das Wohlwollen, welches er der Stadt Herne gewidmet und er verspreche in dieser feierlichen Stunde, daß er sein Amt zum Heile der Stadt und zur Zufriedenheit der königlichen Behörden führen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierauf wurden der Beigeordnete [[Friedrich Cremer (1836-1920)|Herr Cremer]] und die Magistratsmitglieder die Herren Dieckhoff, Charpentier und Schlenkhoff in ihr Amt eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem feierlichen Akte fand ein gemeinschaftliches Festessen in dem [[Hotel Schlenkhoff]] statt, welches sich einer zahlreichen Beteiligung Seitens der Bürgerschaft erfreute. Während des Essens brachte der Herr Regierungspräsident Winzer den Toast auf den Kaiser aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: [https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10993739?query=%22Herne%22 General Anzeiger auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quelle==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84948</id>
		<title>Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84948"/>
		<updated>2026-07-07T15:21:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Ludwig Bösse&amp;lt;/big&amp;gt; (*[[18. Dezember]] [[1852]] in Schwalmstadt-Ziegenhain, † [[23. August]] [[1914]] in Herne) war ein Unternehmer und umstrittener Lokal-Politiker in Herne der Jahrhundertwende um 1900.&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Ludwig Bösse&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = &lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 18. Dezember 1852&lt;br /&gt;
| Geboren in = Schwalmstadt-Ziegenhain&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 23. August 1914&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Herne&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = &lt;br /&gt;
| Titel = &lt;br /&gt;
| Letzte Adresse= &lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Ludwig Conrad Georg Gotthelf Heinrich Bösser wurde am 18. Dezember 1852 im Hause Nr. 8 in Zigenhain in Nordhessen geboren. Seine Eltern waren der aus alter Ziegenhainer Familie stammende Schlossermeister Johann Heinrich B. und dessen Ehefrau Marie Elisabeth Reinemann. Am 9. Januar 1853 erfolgte seine Taufe im Hause des Vaters.&amp;lt;ref&amp;gt;Taufregister der ev. Gemeinde Ziegenhain, Band 1830-1855, S. 2067 Nr. 1063.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 1877 heiratete der 24jährige Bergmann in der Hauptkirche Hernes die damals 41jährige Witwe des Maurermeisters Friedrich Sehrbruch (1835-1870), Dorothea Oberback gen. Hohage (1838-1916). Sie war 5fache Mutter und beide bekamen noch ein Mädchen (Auguste Johanna) 1878 dazu.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Adressbuch von 1890 ist er erstmals als Fuhrunternehmer auf der Höfestraße 1 erwähnt. 1892 auch als der Eigentümer. Es war das Haus des ersten Ehemanns. &lt;br /&gt;
Als Mitglied der Nationalliberalen Partei wurde er in die erste Stadtverordneten Versammlung 1897 gewählt. Bis zu seinem Tode blieb er Mitglied des Rates.&lt;br /&gt;
Als vereidigter Trichinenbeschauer&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Trichinenuntersuchung – Wikipedia&amp;lt;/ref&amp;gt; war er ebenfalls tätig.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er scheint eine ganz besondere Person gewesen zu sein, sind doch zahlreiche Beleidigungsprozesse bekannt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vgl.:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1899]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1900]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1901]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902 II]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser ganzen Reihe ging er zuerst als freier Mann hervor, im Januar 1902 erhielt er 9 Monate Gefängnis.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr 1902, Mitte April: „Stadtverordneter Bösser, welcher kürzlich wegen Beleidigung zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, hat den Bürgermeister Schaefer um Verzeihung gebeten. Diese ist ihm gewährt worden. Wie es heißt, soll der Strafantrag zurückgezogen werden. Es ist dies möglich, weil sich die Angelegenheit im Revisionsverfahren befindet und das Urteil somit noch nicht rechtskräftig geworden ist.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei einem weiteren Prozess kam es in einem Vergleich dazu, dass Bösser „verspricht, den Herrn Schäfer fernerhin nicht zu beleidigen und“ die Kosten zu übernehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11019544 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 15 (18.4.1902) 104 Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im abschließenden Prozess am 1. Oktober 1902 wurde er erneut wegen seiner erkannten geistigen Beschränktheit freigesprochen. Und dennoch wurde Ihm zugesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser aus Herne bittet uns um Abdruck folgender Schriftstücke:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11023041 General-Anzeiger für Dortmund vom 5. Mai 1903. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 I.&lt;br /&gt;
 Herrn Ludwig Bösser in Herne bescheinige ich auf Grund eingebender Untersuchung seines Geisteszustandes, daß er vollständig imstande ist, seinen Posten als amtlicher Fleischbeschauer auch weiterhin auszuüllen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Essen, 3. Dezember 1902.&lt;br /&gt;
 Dr. Racine, Kreisphysikus.&lt;br /&gt;
 II.&lt;br /&gt;
 Der Posten als Fleischbeschauer ist mir an 31. Oktober 1902 entzogen, worden. Ich überlast es meinen Mitmenschen, sich ein Urteil über die Angelegenheit zu bilden.&lt;br /&gt;
 Herne, 25. April 1903.&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser, Stadtverordneter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Herne, 3. Dezbr. 1903 (Allerlei vom Tage.) Wie verlautet, ist die Wahl des Herrn Ludwig Bößer zum Kirchenrepräsentanten höheren Ortes nicht bestätigt. Mithin beginnt der Wahlkampf von neuem. Bei der vor kurzem vorgenommenen Wahl erhielt Ludwig Bößer 334 Stimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11025069 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 16 (4.12.1903) 332. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Herne, 5. Dezember. 1903 Der neue Fall Bösser&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/946991 Dortmunder Zeitung 76 (7.12.1903) 621. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt dem„Rhein.=Westf. Tagebl.“: Ganz kommt unsere Stadt aus der Aufregung nicht mehr heraus. Unsere Leser erinnern sich der vielfachen Prozesse die Herr Ludwig Bösser in den letzten Jahren zu bestehen gehabt hat. Dieselben haben die Folge gehabt, daß Herr Bösser allmählich aus seinen hiesigen Aemtern hinausgeschoben wurde. So hat er u. a. sein ziemlich einträgliches Amt als Fleischbeschauer verloren und auch sonst manche Zurücksetzung erfahren müssen. Natürlich ist der ohnedies schwer erregte Mann noch mehr erbittert worden. — Seit einiger Zeit führt er einen Konflikt in der ärztlichen Vertretung. Er beruft sich darauf, es sei seinerzeit beschlossen worden: sobald für HerneStadt noch ein neuer Pfarrer angestellt werden müsse, solle der jetzt in einem Außenamt amtierende Geistliche genommen werden. Das sei zu Unrecht unterblieben. Infolge seiner fortlaufenden Opposition wurden Stimmen laut, seine Wiederwahl in den Kirchenvorstand müsse verhindert werden. Also stellte man bei der letzten Kirchenwahl einen anderen für ihn als Kandidaten auf. Herr Bösser aber setzte sich auf die Hinterbeine, und als der Tag der Wahl kam, wurde er mit großer Majorität wiedergewählt. Nunmehr trug er sich mit dem Gedanken, in Herne eine reformierte Kirchengemeinschaft zu gründen. Am Dienstag hatte er eine große Versammlung einberufen, die zahlreich besucht war. Er schilderte mit Erfolg seine Kämpfe und fand in der Versammlung lebhaften Anklang. Die Aussprache ging dahin, daß man von der Gründung einer besonderen Kirchengemeinschaft dann absehen wolle, wenn für die Partei Bösser die Pastorierung durch den erwähnten Geistlichen des Außenbezirks zugestanden werde. Inzwischen hat das Moderamen der Synode die erfolgte Neuwahl des Herrn Bösser zum Kirchenpräsidenten nicht bestätigt. Daraus wird natürlich neue Aufregung erwachsen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#FFFFFF;border-style: ridge; margin-bottom:1em; padding:2em 2em 2em 2em;font-size:16px;max-width:1000px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösser hatte weiterhin seine Anhänger: &amp;quot;Herne. Nov. (Zur Stadtverordnetenwahl.) In der Versammlung der 3. Abteilung wurde nach längerer Debatte beschlossen, dem Vorschlage des Reichsvereins auf Neuabschluß des Wahlbündnisses mit dem Zentrum beizutreten. Als Kandidat wurde mit Mehrheit Herr Rentner Ludwig Bösser bestimmt. Herr Bösser wies es von sich, mit den Sozialdemokraten in Verbindung gebracht zu werden. Er wisse weder von deren Beschüssen, noch kehre er sich daran. Er halte nach wie vor treu zu Kaiser und Reich und rechne sich zur liberalen Partei. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11033241 General-Anzeiger für Dortmund vom 8. November 1904. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr 1904 musste er sich erneut vor Gericht verantworten! Vgl.: [[Beleidigung Anno 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ging er öffentlich gegen die Stadtverordnetenwahl vom November 1904 vor, da er selber nicht mehr aufgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 19. Febr. [1905] (Nachspiel zu den Stadtverordnetenwahlen in Herne.) Bei den letzten Stadtverordnetenwahlen in Herne stand die Bürgerschaft vor der Frage, ob der durch seine Beleidigungs= und Verleumdungsfeldzüge gegen den Ersten Bürgermeister und andere Mitglieder der Stadtbehörden bekannt gewordene Rentner und frühere Fleischbeschauer Ludwig Bösser wiedergewählt werden solle oder nicht. Bösser ist in seinen Prozessen mehrmals zuerst bestraft und dann in der Berufungsinstanz wegen Geistesgestörtheit (Querulantenwahn) für straffrei erklärt worden, da die ärztlichen Sachverständigen annahmen, er habe sich in einem Zustande befunden, der die freie Willensbestimmung ausschloss. Die Landgerichte Bochum, Essen und Dortmund hatten sich seit 1900 fortgesetzt mit den Prozessen Bössers zu befassen. Wir haben selbst s. Zt. mehrfach darüber berichtet. Vor zwei Jahren verurteilte die Bochumer Strafkammer den Stadtv. Bösser wegen verleumderischer Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schaefer und anderer Amtspersonen zu 9 Monaten Gefängnis. Bösser bat deh= und wühmütig den Bürgermeister, den er aufs schmählichste herabgewürdigt, ja des Meineids bezichtigt und parteiischer Amtshandhabung, beschuldigt hatte, um Verzeihung. Sie wurde ihm, soweit unter solchen Umständen davon die Rede sein kann, gewährt. Trotzdem stellte er aber die Beleidigungen nicht ein, im Gegenteil. Ein Bochumer Urteil, das ihn wegen Beleidigung der meisten Mitglieder des Stadtverordneten=Kollegiums zu einer Geldstrafe verurteilte, ist inzwischen rechtskräftig geworden. Aber die oben angedeuteten 9 Monate sind ihm geschenkt, denn das als Revisionskammer angerufene Essener Gericht nahm wieder Geistesstörung an. Trotz alledem hatte er in der Stadt noch Anhänger. Er verstand es, sie zu sammeln und setzte es durch, dass er in einer schlecht besuchten Wählerversammlung richtig wieder als Kandidat aufgestellt wurde. In Herne haben Liberale und Zentrum einen kommunalen Wahlbund geschlossen. Da das Zentrum gegen Bössers Wiederwahl opponierte und in liberalen Kreisen die Abneigung gegen Bösser nicht geringer war, die Zeit zur Einberufung einer neuen Wählerversammlung nicht mehr reichte, erhob dann der Vorstand des liberalen Vereins einen anderen Kandidaten anstelle Bössers auf den Schild. Bösser unterlag denn auch bei der Wahl glänzend. Wegen eines Eingesandts und einer redaktionellen Bemerkung zu dem Eingesandt der Bösserfreunde, das sich mit dieser Wahlangelegenheit beschäftigte, hatte sich Freitag der Redakteur der [[Herner Zeitung]], Max Flegel, vor dem Schöffengericht zu verantworten. Das Gericht verzichtete auf die Einforderung der Akten, sprach dem Beklagten vollständigen Schutz des § 193 als Redakteur sowohl, als auch als Wähler der 3. Abteilung und Bürger von Herne zu und hielt auch eine Beleidigung in der Form nicht für vorliegend. Der Beweis der Wahrheit sei als gelungen zu bezeichnen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Die Kosten wurden dem Privatkläger auferlegt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11034496 General-Anzeiger für Dortmund vom 20. Februar 1905. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:General-Anzeiger für Dortmund 17 (5.12.1904) 335. Bösser.png|400px|thumb|Bössers öffentlicher Widerspruch gegen die Stadtverordnetenwahl im November 1904.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch gegen die Wahl des Stadtverordneten [[Hugo Diekmann|Diekmann]] hatte er Einspruch erhoben. Die Stadtverordneten entschieden am 14. April 1905 allerdings anders: &amp;quot;Man trat sodann in die Tagesordnung ein und erklärte zunächst die Wahl des Herrn Rechtsanwalts Diekmann zum Stadtverordneten für gültig. Gegen die Wahl hatte Herr Ludwig Bösser Einspruch erhoben und zwar mit der Motivierung, daß man nach der Liste von 1902 hätte wählen müssen, wonach auch Herr Köster gewählt worden sei. Der Magistrat erklärte jedoch den Einspruch für unbegründet und das Stadtverordnetenkollegium schloß sich ihm an. Herr Erster Bürgermeister Schaefer verpflichtete Herrn Diekmann, der ja im Kollegium kein Unbekannter ist, durch Handschlag an Eidesstatt und hieß ihn im Namen der beiden städtischen Vertretungen herzlichst willkommen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11035186 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 18 (15.4.1905) 105. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 wurde er mit den meisten Stimmen der 3. Wahlklasse (1347) erneut in die Stadtverordnetenversammlung gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10942699 Generalanzeiger für Dortmund vom 2. Mai 1906. Online auf zeitpunkt.nre]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinen Widerspruch gegen die Wahl von 1904 wurde 1906 vor dem Verwaltungsgericht in Berlin stattgegeben. &amp;quot;Herne, 14. Mai. In der Verwaltungsstreitsache der Stadtverordnetenversammlung zu Herne wider den Rentner Ludwig Bösser ist jetzt das Urteil des Oberveinaltungsgerichts Berlin erschienen. Danach wird die Entscheidung des Bezirksausschusses zu Arnsberg, wonach 11 Stadtverordnetenwahlen für ungültig erklärt werden, bestätigt. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/6500765 Castroper Anzeiger vom 15. Mai 1906. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde er Tätlich angegriffen; Die Dortmunder Zeitung berichtet: &amp;quot;Herne, 23. März. Auf dem Heimwege wurde der Stadtverordnete Ludwig Bösser von hier kurz vor seiner Wohnung von einer noch unbekannten Person überfallen und mit einem harten Gegenstande über den Kopf geschlagen, so daß er besinnungslos zusammenbrach. Bösser erlitt eine (1)8 cm lange schwere Kopfwunde davon.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1434660 Dortmunder Zeitung 80 (25.3.1907) 154. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10946873 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 20 (25.3.1907) 84 online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch 1910 gab es einen Revisonsprozess Bösser vers. Stadtverordneten Fuchs:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bochum, 25. April. 1910 (Der Stadtverordnete Ludwig Bösser) von Herne war wegen Beleidigung des Stadtverordneten Fuchs zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Bösser wie auch Fuchs legten gegen das Urteil Berufung ein. Bösser ist vor Jahren wegen Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schäfer von der Strafkammer mit einem Monat Gefängnis belegt worden. Die höhere Instanz erklärte ihm aber straffrei, weil sie in Bösser einen Querulanten erblickte. Der Vorfall der vorliegenden Klage spielte sich in einer Sitzung der städtischen Baudeputation vom 16. August 1910 ab. Bösser stellte die Behauptung auf, dass der Magistrat die reichen Leute insbesondere die Mitglieder der Gesellschaft Erholung vor den kleinen Leuten in Straßenbauangelegenheiten bevorteile.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erster Burgermeister Dr. Büren legte gegen diese Behauptung Verwahrung ein. Stadtverordneter Fuchs rief zu Bösser gewendet: „Das ist gemein!&amp;quot; Als Bösser erwidern wollte, wurde ihm vom Vorsitzenden das Wort entzogen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 21. August richtete Bösser an Fuchs, den früheren städtischen Baumeister, einen Brief, in welchem er diesem eine niederträchtige Gesinnung vorwarf, gegenüber den Mitgliedern der Gesellschaft Erholung, aber mit brutaler Gesetzesverletzung sprach, die sich die Bürger der Stadt Herne nicht gefallen ließen. Fuchs nannte er außerdem einen Heuchler und Augendiener, weil er bei einer Feier im evangelischen Vereinshause, an der auch Katholiken teilgenommen, das Bild Luthers habe von der Wand nehmen lassen. Bösser nahm für sich in der Berufungsinstanz den § 193 des Str.= G.=B.(Wahrung berechtigter Interessen) in Anspruch. Um sich zu rechtfertigen, habe er das Schreiben gegen Fuchs verfasst. In dem Stadtverordnetenkollegium habe er einen harten Stand, weil er sich den Interessen der kleinen Leute nachdrücklichst annähme. Seit 1895 werde er von dem Stadtverordneten Fuchs verfolgt, der ihn auch in seiner Eigenschaft als Stadtbaumeister zu schädigen versucht habe. In allen Konflikten, die Bösser mit den städtischen Behörden hatte, sei Fuchs schuld gewesen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Berufungsgericht fand den Schritt Bössers, der schriftlichen Rechtfertigung gegenüber der Fuchsschen Äußerung verständlich, da Bösser durch Wortentziehung behandelt worden, sich sofort mündlich zu rechtfertigen. Jedoch habe Bösser sich in ungeheuren Beschimpfungen gegen den Stadtv. Fuchs ergangen, zu denen auch nicht die geringste Berechtigung vorgelegen. Der Schutz des § 198 des Str.=G.=B. sei Bösser nicht zugebilligt, weil er in der Deputation zuerst beleidigt habe. Das Gericht verwarf beiderseitige Berufungen. Es fand das Strafmaß für angemessen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10913626 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 24 (25.4.1911) 113. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder ging es vor Gericht: &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 26. Febr. [1913] (Stadtv. Bösser zum dritten Male freigesprochen.) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor dem hiesigen Schöffengericht fand gestern die in der Bürgerschaft von Herne und Umgegend mit großer Spannung erwartete Verhandlung gegen den Rentner und Stadtverordneten Ludwig Bösser wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters a. D. Schäfer statt, dem er verschiedentlich die Verletzung der Eidespflicht in einem gegen ihn (Bösser) anhängig gemachten Strafverfahren vor der Strafkammer Dortmund vorgeworfen hatte. Das Urteil lautete: Das Gericht hält auf Grund der eidlich erhärteten Zeugenaussage des Oberbürgermeisters Schäfer sowie des Urteils der Dortmunder Strafkammer vom 2. Oktober 1902 den Angeklagten für überführt, dass er sich eine öffentliche Beleidigung hat zu Schulden kommen lassen, als er vor dem Kgl. Schöffengericht in Herne am 7. Febr. 1911 vom Oberbürgermeister Schäfer eine unwahre Tatsache behauptet hat. Danach liegt äußerlich schon ein Vergehen gegen den§ 186 vor. Der Angeklagte ist aber aus subjektivem Grunde freigesprochen. Auf Grund der übereinstimmenden Gutachten der drei Sachverständigen hat das Gericht die Überzeugung erlangt, dass der Angeklagte an einer querulatonlschen Form von Verfolgungswahnsinn leidet und dass er auch bei Begehung der strafbaren Handlung an dieser Krankheit gelitten hat. Es war die freie Willensentschließung als ausgeschlossen zu erachten. Für die Strafbarkeit seines Handelns fehlt außerdem das strafbare Moment, der Dolus. Es erübrigt sich darum die Frage, ob dem Angeklagten der § 193 zur Seite stand. Der Angeklagte ist aus dem § 51 des Str.=Pr.=O. freizusprechen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10925060 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 26 (26.2.1913) 57. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er war trotz aller &amp;quot;unstimmigkeiten&amp;quot; lange Jahre Mitglied des Presbyteriums, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitervereins, im Vorstand des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Herne und weiteren Vereinen tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 23. August 1914 an Asthma und wurde am 25. August in Herne beigesetzt. Dagegen ging er nicht in Revision!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Boesse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:PolitikerIn|Boesse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser&amp;diff=84947</id>
		<title>Ludwig Bösser</title>
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		<updated>2026-07-07T14:59:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Ludwig Bösser nach Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84946</id>
		<title>Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Ludwig_B%C3%B6sser_(1852-1914)_Kaufmann_und_Politiker&amp;diff=84946"/>
		<updated>2026-07-07T14:59:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Ludwig Bösser nach Ludwig Bösser (1852-1914) Kaufmann und Politiker&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Ludwig Bösse&amp;lt;/big&amp;gt; (*[[18. Dezember]] [[1852]] in Schwalmstadt-Ziegenhain, † [[23. August]] [[1914]] in Herne) war ein Unternehmer und umstrittener Lokal-Politiker in Herne der Jahrhundertwende um 1900.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#FFFFFF;border-style: ridge; margin-bottom:1em; padding:2em 2em 2em 2em;font-size:16px;max-width:1000px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ludwig Conrad Georg Gotthelf Heinrich Bösser wurde am 18. Dezember 1852 im Hause Nr. 8 in Zigenhain in Nordhessen geboren. Seine Eltern waren der aus alter Ziegenhainer Familie stammende Schlossermeister Johann Heinrich B. und dessen Ehefrau Marie Elisabeth Reinemann. Am 9. Januar 1853 erfolgte seine Taufe im Hause des Vaters.&amp;lt;ref&amp;gt;Taufregister der ev. Gemeinde Ziegenhain, Band 1830-1855, S. 2067 Nr. 1063.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 8. Dezember 1877 heiratete der 24jährige Bergmann in der Hauptkirche Hernes die damals 41jährige Witwe des Maurermeisters Friedrich Sehrbruch (1835-1870), Dorothea Oberback gen. Hohage (1838-1916). Sie war 5fache Mutter und beide bekamen noch ein Mädchen (Auguste Johanna) 1878 dazu.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Adressbuch von 1890 ist er erstmals als Fuhrunternehmer auf der Höfestraße 1 erwähnt. 1892 auch als der Eigentümer. Es war das Haus des ersten Ehemanns. &lt;br /&gt;
Als Mitglied der Nationalliberalen Partei wurde er in die erste Stadtverordneten Versammlung 1897 gewählt. Bis zu seinem Tode blieb er Mitglied des Rates.&lt;br /&gt;
Als vereidigter Trichinenbeschauer&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl.: Trichinenuntersuchung – Wikipedia&amp;lt;/ref&amp;gt; war er ebenfalls tätig.&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er scheint eine ganz besondere Person gewesen zu sein, sind doch zahlreiche Beleidigungsprozesse bekannt. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vgl.:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1899]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1900]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1901]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902]]&lt;br /&gt;
*[[Beleidigung Anno 1902 II]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser ganzen Reihe ging er zuerst als freier Mann hervor, im Januar 1902 erhielt er 9 Monate Gefängnis.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch im selben Jahr 1902, Mitte April: „Stadtverordneter Bösser, welcher kürzlich wegen Beleidigung zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, hat den Bürgermeister Schaefer um Verzeihung gebeten. Diese ist ihm gewährt worden. Wie es heißt, soll der Strafantrag zurückgezogen werden. Es ist dies möglich, weil sich die Angelegenheit im Revisionsverfahren befindet und das Urteil somit noch nicht rechtskräftig geworden ist.“&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei einem weiteren Prozess kam es in einem Vergleich dazu, dass Bösser „verspricht, den Herrn Schäfer fernerhin nicht zu beleidigen und“ die Kosten zu übernehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11019544 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 15 (18.4.1902) 104 Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im abschließenden Prozess am 1. Oktober 1902 wurde er erneut wegen seiner erkannten geistigen Beschränktheit freigesprochen. Und dennoch wurde Ihm zugesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser aus Herne bittet uns um Abdruck folgender Schriftstücke:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11023041 General-Anzeiger für Dortmund vom 5. Mai 1903. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 I.&lt;br /&gt;
 Herrn Ludwig Bösser in Herne bescheinige ich auf Grund eingebender Untersuchung seines Geisteszustandes, daß er vollständig imstande ist, seinen Posten als amtlicher Fleischbeschauer auch weiterhin auszuüllen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Essen, 3. Dezember 1902.&lt;br /&gt;
 Dr. Racine, Kreisphysikus.&lt;br /&gt;
 II.&lt;br /&gt;
 Der Posten als Fleischbeschauer ist mir an 31. Oktober 1902 entzogen, worden. Ich überlast es meinen Mitmenschen, sich ein Urteil über die Angelegenheit zu bilden.&lt;br /&gt;
 Herne, 25. April 1903.&lt;br /&gt;
 Ludwig Bösser, Stadtverordneter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Herne, 3. Dezbr. 1903 (Allerlei vom Tage.) Wie verlautet, ist die Wahl des Herrn Ludwig Bößer zum Kirchenrepräsentanten höheren Ortes nicht bestätigt. Mithin beginnt der Wahlkampf von neuem. Bei der vor kurzem vorgenommenen Wahl erhielt Ludwig Bößer 334 Stimmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11025069 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 16 (4.12.1903) 332. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Herne, 5. Dezember. 1903 Der neue Fall Bösser&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/946991 Dortmunder Zeitung 76 (7.12.1903) 621. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein gelegentlicher Mitarbeiter schreibt dem„Rhein.=Westf. Tagebl.“: Ganz kommt unsere Stadt aus der Aufregung nicht mehr heraus. Unsere Leser erinnern sich der vielfachen Prozesse die Herr Ludwig Bösser in den letzten Jahren zu bestehen gehabt hat. Dieselben haben die Folge gehabt, daß Herr Bösser allmählich aus seinen hiesigen Aemtern hinausgeschoben wurde. So hat er u. a. sein ziemlich einträgliches Amt als Fleischbeschauer verloren und auch sonst manche Zurücksetzung erfahren müssen. Natürlich ist der ohnedies schwer erregte Mann noch mehr erbittert worden. — Seit einiger Zeit führt er einen Konflikt in der ärztlichen Vertretung. Er beruft sich darauf, es sei seinerzeit beschlossen worden: sobald für HerneStadt noch ein neuer Pfarrer angestellt werden müsse, solle der jetzt in einem Außenamt amtierende Geistliche genommen werden. Das sei zu Unrecht unterblieben. Infolge seiner fortlaufenden Opposition wurden Stimmen laut, seine Wiederwahl in den Kirchenvorstand müsse verhindert werden. Also stellte man bei der letzten Kirchenwahl einen anderen für ihn als Kandidaten auf. Herr Bösser aber setzte sich auf die Hinterbeine, und als der Tag der Wahl kam, wurde er mit großer Majorität wiedergewählt. Nunmehr trug er sich mit dem Gedanken, in Herne eine reformierte Kirchengemeinschaft zu gründen. Am Dienstag hatte er eine große Versammlung einberufen, die zahlreich besucht war. Er schilderte mit Erfolg seine Kämpfe und fand in der Versammlung lebhaften Anklang. Die Aussprache ging dahin, daß man von der Gründung einer besonderen Kirchengemeinschaft dann absehen wolle, wenn für die Partei Bösser die Pastorierung durch den erwähnten Geistlichen des Außenbezirks zugestanden werde. Inzwischen hat das Moderamen der Synode die erfolgte Neuwahl des Herrn Bösser zum Kirchenpräsidenten nicht bestätigt. Daraus wird natürlich neue Aufregung erwachsen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;inhalt&amp;quot; style=&amp;quot;background-color:#FFFFFF;border-style: ridge; margin-bottom:1em; padding:2em 2em 2em 2em;font-size:16px;max-width:1000px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bösser hatte weiterhin seine Anhänger: &amp;quot;Herne. Nov. (Zur Stadtverordnetenwahl.) In der Versammlung der 3. Abteilung wurde nach längerer Debatte beschlossen, dem Vorschlage des Reichsvereins auf Neuabschluß des Wahlbündnisses mit dem Zentrum beizutreten. Als Kandidat wurde mit Mehrheit Herr Rentner Ludwig Bösser bestimmt. Herr Bösser wies es von sich, mit den Sozialdemokraten in Verbindung gebracht zu werden. Er wisse weder von deren Beschüssen, noch kehre er sich daran. Er halte nach wie vor treu zu Kaiser und Reich und rechne sich zur liberalen Partei. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11033241 General-Anzeiger für Dortmund vom 8. November 1904. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im selben Jahr 1904 musste er sich erneut vor Gericht verantworten! Vgl.: [[Beleidigung Anno 1904]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ging er öffentlich gegen die Stadtverordnetenwahl vom November 1904 vor, da er selber nicht mehr aufgestellt wurde.&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 19. Febr. [1905] (Nachspiel zu den Stadtverordnetenwahlen in Herne.) Bei den letzten Stadtverordnetenwahlen in Herne stand die Bürgerschaft vor der Frage, ob der durch seine Beleidigungs= und Verleumdungsfeldzüge gegen den Ersten Bürgermeister und andere Mitglieder der Stadtbehörden bekannt gewordene Rentner und frühere Fleischbeschauer Ludwig Bösser wiedergewählt werden solle oder nicht. Bösser ist in seinen Prozessen mehrmals zuerst bestraft und dann in der Berufungsinstanz wegen Geistesgestörtheit (Querulantenwahn) für straffrei erklärt worden, da die ärztlichen Sachverständigen annahmen, er habe sich in einem Zustande befunden, der die freie Willensbestimmung ausschloss. Die Landgerichte Bochum, Essen und Dortmund hatten sich seit 1900 fortgesetzt mit den Prozessen Bössers zu befassen. Wir haben selbst s. Zt. mehrfach darüber berichtet. Vor zwei Jahren verurteilte die Bochumer Strafkammer den Stadtv. Bösser wegen verleumderischer Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schaefer und anderer Amtspersonen zu 9 Monaten Gefängnis. Bösser bat deh= und wühmütig den Bürgermeister, den er aufs schmählichste herabgewürdigt, ja des Meineids bezichtigt und parteiischer Amtshandhabung, beschuldigt hatte, um Verzeihung. Sie wurde ihm, soweit unter solchen Umständen davon die Rede sein kann, gewährt. Trotzdem stellte er aber die Beleidigungen nicht ein, im Gegenteil. Ein Bochumer Urteil, das ihn wegen Beleidigung der meisten Mitglieder des Stadtverordneten=Kollegiums zu einer Geldstrafe verurteilte, ist inzwischen rechtskräftig geworden. Aber die oben angedeuteten 9 Monate sind ihm geschenkt, denn das als Revisionskammer angerufene Essener Gericht nahm wieder Geistesstörung an. Trotz alledem hatte er in der Stadt noch Anhänger. Er verstand es, sie zu sammeln und setzte es durch, dass er in einer schlecht besuchten Wählerversammlung richtig wieder als Kandidat aufgestellt wurde. In Herne haben Liberale und Zentrum einen kommunalen Wahlbund geschlossen. Da das Zentrum gegen Bössers Wiederwahl opponierte und in liberalen Kreisen die Abneigung gegen Bösser nicht geringer war, die Zeit zur Einberufung einer neuen Wählerversammlung nicht mehr reichte, erhob dann der Vorstand des liberalen Vereins einen anderen Kandidaten anstelle Bössers auf den Schild. Bösser unterlag denn auch bei der Wahl glänzend. Wegen eines Eingesandts und einer redaktionellen Bemerkung zu dem Eingesandt der Bösserfreunde, das sich mit dieser Wahlangelegenheit beschäftigte, hatte sich Freitag der Redakteur der [[Herner Zeitung]], Max Flegel, vor dem Schöffengericht zu verantworten. Das Gericht verzichtete auf die Einforderung der Akten, sprach dem Beklagten vollständigen Schutz des § 193 als Redakteur sowohl, als auch als Wähler der 3. Abteilung und Bürger von Herne zu und hielt auch eine Beleidigung in der Form nicht für vorliegend. Der Beweis der Wahrheit sei als gelungen zu bezeichnen. Das Urteil lautete auf Freisprechung. Die Kosten wurden dem Privatkläger auferlegt.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11034496 General-Anzeiger für Dortmund vom 20. Februar 1905. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:General-Anzeiger für Dortmund 17 (5.12.1904) 335. Bösser.png|400px|thumb|Bössers öffentlicher Widerspruch gegen die Stadtverordnetenwahl im November 1904.]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch gegen die Wahl des Stadtverordneten [[Hugo Diekmann|Diekmann]] hatte er Einspruch erhoben. Die Stadtverordneten entschieden am 14. April 1905 allerdings anders: &amp;quot;Man trat sodann in die Tagesordnung ein und erklärte zunächst die Wahl des Herrn Rechtsanwalts Diekmann zum Stadtverordneten für gültig. Gegen die Wahl hatte Herr Ludwig Bösser Einspruch erhoben und zwar mit der Motivierung, daß man nach der Liste von 1902 hätte wählen müssen, wonach auch Herr Köster gewählt worden sei. Der Magistrat erklärte jedoch den Einspruch für unbegründet und das Stadtverordnetenkollegium schloß sich ihm an. Herr Erster Bürgermeister Schaefer verpflichtete Herrn Diekmann, der ja im Kollegium kein Unbekannter ist, durch Handschlag an Eidesstatt und hieß ihn im Namen der beiden städtischen Vertretungen herzlichst willkommen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/11035186 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 18 (15.4.1905) 105. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1906 wurde er mit den meisten Stimmen der 3. Wahlklasse (1347) erneut in die Stadtverordnetenversammlung gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10942699 Generalanzeiger für Dortmund vom 2. Mai 1906. Online auf zeitpunkt.nre]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seinen Widerspruch gegen die Wahl von 1904 wurde 1906 vor dem Verwaltungsgericht in Berlin stattgegeben. &amp;quot;Herne, 14. Mai. In der Verwaltungsstreitsache der Stadtverordnetenversammlung zu Herne wider den Rentner Ludwig Bösser ist jetzt das Urteil des Oberveinaltungsgerichts Berlin erschienen. Danach wird die Entscheidung des Bezirksausschusses zu Arnsberg, wonach 11 Stadtverordnetenwahlen für ungültig erklärt werden, bestätigt. [...]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/6500765 Castroper Anzeiger vom 15. Mai 1906. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1907 wurde er Tätlich angegriffen; Die Dortmunder Zeitung berichtet: &amp;quot;Herne, 23. März. Auf dem Heimwege wurde der Stadtverordnete Ludwig Bösser von hier kurz vor seiner Wohnung von einer noch unbekannten Person überfallen und mit einem harten Gegenstande über den Kopf geschlagen, so daß er besinnungslos zusammenbrach. Bösser erlitt eine (1)8 cm lange schwere Kopfwunde davon.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/1434660 Dortmunder Zeitung 80 (25.3.1907) 154. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10946873 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 20 (25.3.1907) 84 online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch 1910 gab es einen Revisonsprozess Bösser vers. Stadtverordneten Fuchs:&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bochum, 25. April. 1910 (Der Stadtverordnete Ludwig Bösser) von Herne war wegen Beleidigung des Stadtverordneten Fuchs zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Bösser wie auch Fuchs legten gegen das Urteil Berufung ein. Bösser ist vor Jahren wegen Beleidigung des Ersten Bürgermeisters Schäfer von der Strafkammer mit einem Monat Gefängnis belegt worden. Die höhere Instanz erklärte ihm aber straffrei, weil sie in Bösser einen Querulanten erblickte. Der Vorfall der vorliegenden Klage spielte sich in einer Sitzung der städtischen Baudeputation vom 16. August 1910 ab. Bösser stellte die Behauptung auf, dass der Magistrat die reichen Leute insbesondere die Mitglieder der Gesellschaft Erholung vor den kleinen Leuten in Straßenbauangelegenheiten bevorteile.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erster Burgermeister Dr. Büren legte gegen diese Behauptung Verwahrung ein. Stadtverordneter Fuchs rief zu Bösser gewendet: „Das ist gemein!&amp;quot; Als Bösser erwidern wollte, wurde ihm vom Vorsitzenden das Wort entzogen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am 21. August richtete Bösser an Fuchs, den früheren städtischen Baumeister, einen Brief, in welchem er diesem eine niederträchtige Gesinnung vorwarf, gegenüber den Mitgliedern der Gesellschaft Erholung, aber mit brutaler Gesetzesverletzung sprach, die sich die Bürger der Stadt Herne nicht gefallen ließen. Fuchs nannte er außerdem einen Heuchler und Augendiener, weil er bei einer Feier im evangelischen Vereinshause, an der auch Katholiken teilgenommen, das Bild Luthers habe von der Wand nehmen lassen. Bösser nahm für sich in der Berufungsinstanz den § 193 des Str.= G.=B.(Wahrung berechtigter Interessen) in Anspruch. Um sich zu rechtfertigen, habe er das Schreiben gegen Fuchs verfasst. In dem Stadtverordnetenkollegium habe er einen harten Stand, weil er sich den Interessen der kleinen Leute nachdrücklichst annähme. Seit 1895 werde er von dem Stadtverordneten Fuchs verfolgt, der ihn auch in seiner Eigenschaft als Stadtbaumeister zu schädigen versucht habe. In allen Konflikten, die Bösser mit den städtischen Behörden hatte, sei Fuchs schuld gewesen.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Berufungsgericht fand den Schritt Bössers, der schriftlichen Rechtfertigung gegenüber der Fuchsschen Äußerung verständlich, da Bösser durch Wortentziehung behandelt worden, sich sofort mündlich zu rechtfertigen. Jedoch habe Bösser sich in ungeheuren Beschimpfungen gegen den Stadtv. Fuchs ergangen, zu denen auch nicht die geringste Berechtigung vorgelegen. Der Schutz des § 198 des Str.=G.=B. sei Bösser nicht zugebilligt, weil er in der Deputation zuerst beleidigt habe. Das Gericht verwarf beiderseitige Berufungen. Es fand das Strafmaß für angemessen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10913626 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 24 (25.4.1911) 113. Online auf Zeitpunkt.NRW]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wieder ging es vor Gericht: &lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;{{Spaltenbreite|20em}};background-color:#FAF9E3;border-style: outset; margin-bottom:1em; padding:1.2em 2em 1.2em 2em;font-size:16px;text-align:justify&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Herne, 26. Febr. [1913] (Stadtv. Bösser zum dritten Male freigesprochen.) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vor dem hiesigen Schöffengericht fand gestern die in der Bürgerschaft von Herne und Umgegend mit großer Spannung erwartete Verhandlung gegen den Rentner und Stadtverordneten Ludwig Bösser wegen Beleidigung des Oberbürgermeisters a. D. Schäfer statt, dem er verschiedentlich die Verletzung der Eidespflicht in einem gegen ihn (Bösser) anhängig gemachten Strafverfahren vor der Strafkammer Dortmund vorgeworfen hatte. Das Urteil lautete: Das Gericht hält auf Grund der eidlich erhärteten Zeugenaussage des Oberbürgermeisters Schäfer sowie des Urteils der Dortmunder Strafkammer vom 2. Oktober 1902 den Angeklagten für überführt, dass er sich eine öffentliche Beleidigung hat zu Schulden kommen lassen, als er vor dem Kgl. Schöffengericht in Herne am 7. Febr. 1911 vom Oberbürgermeister Schäfer eine unwahre Tatsache behauptet hat. Danach liegt äußerlich schon ein Vergehen gegen den§ 186 vor. Der Angeklagte ist aber aus subjektivem Grunde freigesprochen. Auf Grund der übereinstimmenden Gutachten der drei Sachverständigen hat das Gericht die Überzeugung erlangt, dass der Angeklagte an einer querulatonlschen Form von Verfolgungswahnsinn leidet und dass er auch bei Begehung der strafbaren Handlung an dieser Krankheit gelitten hat. Es war die freie Willensentschließung als ausgeschlossen zu erachten. Für die Strafbarkeit seines Handelns fehlt außerdem das strafbare Moment, der Dolus. Es erübrigt sich darum die Frage, ob dem Angeklagten der § 193 zur Seite stand. Der Angeklagte ist aus dem § 51 des Str.=Pr.=O. freizusprechen. Die Kosten fallen der Staatskasse zur Last.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/10925060 General-Anzeiger für Dortmund und die Provinz Westfalen 26 (26.2.1913) 57. Online auf zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er war trotz aller &amp;quot;unstimmigkeiten&amp;quot; lange Jahre Mitglied des Presbyteriums, Vorsitzender des Evangelischen Arbeitervereins, im Vorstand des Haus- und Grundbesitzer-Vereins Herne und weiteren Vereinen tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 23. August 1914 an Asthma und wurde am 25. August in Herne beigesetzt. Dagegen ging er nicht in Revision!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{janik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Boesse]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84945</id>
		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84945"/>
		<updated>2026-07-07T14:56:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Artikel im [[Herner Anzeiger]] vom [[3. August]] [[1926]] beschreibt eine skurrile kommunalpolitische Episode der Stadt Herne aus der Zeit nach der Inflation. (Siehe auch: [[Notgeld]]) Aufgrund unglücklicher Umstände gerieten Anleihe-Wertpapiere über Jahre hinweg in Vergessenheit und landeten schließlich bei einer öffentlichen Versteigerung in New York. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin mit der Gefahr konfrontiert, für die Wertpapiere in Millionenhöhe haften zu müssen, konnte die Papiere jedoch letztlich durch diplomatische Bemühungen und eine vergleichsweise geringe Zahlung wieder zurückerwerben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Stadt Dortmund 1922.jpg|450px|thumb|Da die Anleihen der Stadt Herne verloren gingen: Hier eine 5%-ige Schuldverschreibung über 1000 Mark der Stadt Dortmund vom 21. Juni 1922]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Eine kommunalpolitische Tragikomödie mit glücklichem Ausgang.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme in Amerika verweigert. — Die Versteigerung der Wertpapiere in New-York. — Die Jagd der Stadt Herne nach den Obligationen. — Der geglückte Rückkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Herne hatte in der Inflationszeit unseligen Angedenkens gleich vielen anderen Städten versucht, im Auslande eine größere Anleihe aufzunehmen. Einigen Städten ist das Experiment damals geglückt, während Herne, man kann sagen, Gott sei Dank, mit seiner Auslandsanleihe keinen „Erfolg“ gehabt hat. Herne hatte [[1922]] mit Zustimmung der damaligen städt. Kollegien&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199711&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht, einen großen Pump im Lande des Dollars, in Amerika aufzunehmen. 250 Milliarden Obligationen wurden in Stücken von hundert, tausend und mehr Mark in feinstem Kunstdruck bei der Firma Fredebeul &amp;amp; Koenen bestellt und von dort auch prompt geliefert. Vermittlerin zur Unterbringung der Obligationen war ein kleines Elberfelder Bankhaus, das Beziehungen zu der New-Yorker Maklerfirma von Polenz hatte. Eine amerikanische Bank, die die Anleihe in Amerika absetzen wollte, war auch bald gefunden. In 3 mächtigen, festesten, gutverklebten Kisten verpackt, wanderten die Obligationen nebst Zinsscheinen über den großen Teich, während man auf dem Herner Rathaus mit großen Hoffnungen in die Zukunft sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleihe lautete, wie gesagt, auf insgesamt 250 Milliarden Mark, ein Betrag, der [[1924]] an sich einen Wert von 25 Goldpfennigen darstellte. Nur aber kommt der Pferdefuß: Die Stadt Herne hatte sich auf den Obligationen verpflichtet, die Anleihe mindestens in der Weise zurückzuzahlen, daß für nominell 1 Million Mark 1 Dollar gezahlt würde. Insgesamt verspätete man sich also zur Rückzahlung von 1 Million Goldmark gleich rund 250.000 Dollar. In gleicher Weise sollte auch die Zinsberechnung erfolgen. Welchen Gegenwert aber die Stadt erhalten sollte, darüber war nichts vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache wickelte sich nun wie folgt ab: Die Stücke kamen in Amerika glücklich an, aber der Adressat verweigerte die Annahme. Die Kasselemente jedoch wurden der amerikanischen Bank ausgehändigt. Die drei schweren Kisten mit den Obligationen lagerten nun irgendwo auf dem New-Yorker Zoll- bezw. Waren-Speicher. Eine besondere Sorgfalt brauche ja nicht angewandt zu werden, denn der Inhalt der Kisten war als „Wertpapier-Formulare“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen teilte die Vermittlerin der Stadt Herne mit, dass die Papiere in der Form die sie hatten, nicht untergebracht werden konnten, da sie nicht ganz den amerikanischen Gesetzesvorschriften entsprachen. Es wurden daher neue Obligationen angefertigt, die aber die Reise über den Ozean nicht mehr anzutreten brauchten. Mehrere Mitglieder der Stadtkassenprüfungs-Kommission haben sie nachher im Schweiße ihres Angesichts in der Heizung des [[Rathaus (Herne)|Herner Rathauses]] verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abgesandten Kisten mit den zuerst gedruckten Wertpapieren träumten nun in dem Warenspeicher in New-York dahin, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Man wusste in Herne überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich lagerten, man machte sich auch keine Sorge mehr darüber. Mittlerweile war auch ein Wechsel im städt. [[Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter|Finanzdezernat]] eingetreten, der frühere [[Georg Sporleder (1877-1959) Oberbürgermeister|Oberbürgermeister]], der die Sache eingedelt hatte, war auch nicht mehr in Herne. Kein Wunder, daß die allmählich von Staub und Spinnweben bedeckten, irgendwo in Amerika lagernden Kisten schriftlich vergessen wurden. Wer sich vielleicht flüchtig noch einmal an die Obligationen erinnerte, dachte ohne Zweifel, daß die ganze Sache durch die nachher in die Billionen gestiegene Markentwertung nichts mehr auf sich habe. Dem war aber leider nicht so. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Mark war längst stabilisiert, man hatte in der heutigen schnellebigen Zeit die furchtbare Inflation mit all ihren Schrecken und Sorgen bald wieder vergessen. Ganz Deutschland hatte wieder seine Goldmarkwährung. Alle die Milliarden- und Billionenscheine der Papiermark hatten ihren Scheinwert eingebüßt; man konnte höchstens noch die Wände mit ihnen tapezieren. Das nahm man auch von den mittlerweile vollständig vergessenen Herner Amerika-Obligationen an. Doch man sollte bald aus diesem Wahn eines schönen Tages unangenehm geweckt werden. Und jetzt kommen wir zu den eigentlichen Vorgängen der Sache, die unserer Stadtverwaltung vor kurzem nicht geringe Sorge bereitet haben. Die längst in Vergessenheit geratenen, auf irgend einem Speicher in Amerika lagernden Stücke waren nämlich wirkliche Wertpapiere. Wurden sie gestohlen, oder kamen sie sonstwie in Gaunerhände, so hätte die Stadt Herne wohl oder übel für die Papiere haften und ihren Wert, festgesetzt von der Stadt Herne selbst, mit 1 Million Goldmark, ersehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem neuen Herner Finanzdezernenten fiel nun eines Tages zufällig das Aktenstück mit der Amerika-Anleihe der Stadt Herne in die Hände. Er hielt es doch für gut, an verschiedenen Stellen in Amerika Erkundigungen über den Verbleib der damals abgesandten Obligationen einzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21201344&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Antwort indes bekam man nicht, als endlich eine solche einlief, hieß es in dieser Antwort, man wisse nichts über den Verbleib der Stücke. Darauf wandte sich die Stadtverwaltung an das deutsche General-Konsulat in New-York, das der Stadt Herne mitteilte, es hätte festgestellt, daß die Herner amerikanischen Stadtobligationen im New-Yorker Zollhaus gelagert hätten und daß sie vor kurzem als „herrenloses Gut“ öffentlich versteigert worden seien. Ein Bankier Seemann in New-York habe sie, anscheinend zu Spekulationszwecken, aufgekauft. Nun wusste man zwar wo die Stücke waren; aber dafür war die Sorge um das Schicksal der Stücke bei der Stadt Herne, groß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wusste zunächst nicht, ob es sich bei dem Aufkäufer um einen Schwindler oder eine ehrliche Firma handelte. Im ersten Falle konnte die Sache für die Stadt Herne fatal werden. Jedenfalls war rasches Handeln am Platze. Kabeltelegramme und Funkgespräche wurden nach Amerika gesandt, in welchen der Aufkäufer über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde. Die deutsche Botschaft und amerikanische Regierung wurden um Unterstützung gebeten. Briefe folgten den Telegrammen. In den großen deutsch-amerikanischen und amerikanischen Zeitungen sowie im Reichsanzeiger und der Herner Lokalpresse erschienen Bekanntmachungen der Stadt Herne, die erklärten, daß die Anleihestücke ungültig seien und in denen vor dem Ankauf derselben gewarnt wurde. Mittlerweile kamen auch schon Anfragen aus Deutschland und New-York mit dem Ersuchen, die Herner Stadtverwaltung möge mitteilen, zu welchem Kurs die Obligationen gehandelt werden könnten usw. Kurz, die Sorgen der Stadtverwaltung und besonders die des Finanzdezernenten stiegen weiter. Groß war natürlich auch die Ueberraschung, als im Magistrat und Finanzkommission diese Dinge bekannt wurden. Man zog bereits in Erwägung, den Justitiar der Stadt Herne, oder sonst einen Juristen nach Amerika zu schicken, um persönlich mit Seemann zu verhandeln und die Stücke zurückzubringen. Man bot Seemann wiederholt an, die in seinem Besitz gelangten Stücke der Stadt Herne zurückzuerstatten gegen eine entsprechende Abfindung. — Allein, Seemann antwortete nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich kam die Befreiung von der Sorge. Das deutsche General-Konsulat in New-York, das sich der Sache energisch angenommen hatte, tabelte, daß Seemann jetzt bereit sei, die Herner Amerika Obligationen für 200 Dollars, also für 840 Goldmark wieder zu verkaufen. Und die Stadt kaufte sie mit einem Seufzer der Erleichterung zurück. Allerdings befanden sich einzelne Stücke bereits im Umlauf. Doch wird mit diesen jetzt kaum noch Schaden angerichtet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wäre diese interessante Angelegenheit eigentlich erledigt. Man sagt sich nur, wie es möglich ist, daß man Wertpapiere von so hohem Wert, sorglos und mehrere Jahre hindurch irgendwo in Amerika lagern lassen konnte und daß kein Mensch mehr wusste, wo sie sich eigentlich herumtrieben. Jedenfalls hat die Stadt Herne in dieser Sache wirklich mehr Glück als sonst etwas gehabt. Denn wären die Stücke in richtige amerikanische Gaunerhände geraten, wäre die Stadt Herne ihre Sorge noch nicht los. Eine Flut von Prozessen hätten sich aus der Sache entwickeln und die Stadt vielleicht viel Geld zahlen können. Denn die Stadt Herne war für die Wertpapiere haftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Icht gehört die Geschichte der Vergangenheit an. Sie hat es aber wohl verdient, nachdem sie glücklich abgelaufen ist, in ihrer ganzen Tragikomik der Öffentlichkeit bekannt zu werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{Kontext}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84944</id>
		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926</title>
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		<updated>2026-07-07T14:55:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Artikel im [[Herner Anzeiger]] vom [[3. August]] [[1926]] beschreibt eine skurrile kommunalpolitische Episode der Stadt Herne aus der Zeit nach der Inflation. (Siehe auch: [[Notgeld]]) Aufgrund unglücklicher Umstände gerieten Anleihe-Wertpapiere über Jahre hinweg in Vergessenheit und landeten schließlich bei einer öffentlichen Versteigerung in New York. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin mit der Gefahr konfrontiert, für die Wertpapiere in Millionenhöhe haften zu müssen, konnte die Papiere jedoch letztlich durch diplomatische Bemühungen und eine vergleichsweise geringe Zahlung wieder zurückerwerben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Stadt Dortmund 1922.jpg|450px|thumb|Da die Anleihen der Stadt Herne verloren gingen: Hier eine 5%-ige Schuldverschreibung über 1000 Mark der Stadt Dortmund vom 21. Juni 1922]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Eine kommunalpolitische Tragikomödie mit glücklichem Ausgang.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme in Amerika verweigert. — Die Versteigerung der Wertpapiere in New-York. — Die Jagd der Stadt Herne nach den Obligationen. — Der geglückte Rückkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Herne hatte in der Inflationszeit unseligen Angedenkens gleich vielen anderen Städten versucht, im Auslande eine größere Anleihe aufzunehmen. Einigen Städten ist das Experiment damals geglückt, während Herne, man kann sagen, Gott sei Dank, mit seiner Auslandsanleihe keinen „Erfolg“ gehabt hat. Herne hatte 1922 mit Zustimmung der damaligen städt. Kollegien&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199711&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht, einen großen Pump im Lande des Dollars, in Amerika aufzunehmen. 250 Milliarden Obligationen wurden in Stücken von hundert, tausend und mehr Mark in feinstem Kunstdruck bei der Firma Fredebeul &amp;amp; Koenen bestellt und von dort auch prompt geliefert. Vermittlerin zur Unterbringung der Obligationen war ein kleines Elberfelder Bankhaus, das Beziehungen zu der New-Yorker Maklerfirma von Polenz hatte. Eine amerikanische Bank, die die Anleihe in Amerika absetzen wollte, war auch bald gefunden. In 3 mächtigen, festesten, gutverklebten Kisten verpackt, wanderten die Obligationen nebst Zinsscheinen über den großen Teich, während man auf dem Herner Rathaus mit großen Hoffnungen in die Zukunft sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleihe lautete, wie gesagt, auf insgesamt 250 Milliarden Mark, ein Betrag, der [[1924]] an sich einen Wert von 25 Goldpfennigen darstellte. Nur aber kommt der Pferdefuß: Die Stadt Herne hatte sich auf den Obligationen verpflichtet, die Anleihe mindestens in der Weise zurückzuzahlen, daß für nominell 1 Million Mark 1 Dollar gezahlt würde. Insgesamt verspätete man sich also zur Rückzahlung von 1 Million Goldmark gleich rund 250.000 Dollar. In gleicher Weise sollte auch die Zinsberechnung erfolgen. Welchen Gegenwert aber die Stadt erhalten sollte, darüber war nichts vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache wickelte sich nun wie folgt ab: Die Stücke kamen in Amerika glücklich an, aber der Adressat verweigerte die Annahme. Die Kasselemente jedoch wurden der amerikanischen Bank ausgehändigt. Die drei schweren Kisten mit den Obligationen lagerten nun irgendwo auf dem New-Yorker Zoll- bezw. Waren-Speicher. Eine besondere Sorgfalt brauche ja nicht angewandt zu werden, denn der Inhalt der Kisten war als „Wertpapier-Formulare“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen teilte die Vermittlerin der Stadt Herne mit, dass die Papiere in der Form die sie hatten, nicht untergebracht werden konnten, da sie nicht ganz den amerikanischen Gesetzesvorschriften entsprachen. Es wurden daher neue Obligationen angefertigt, die aber die Reise über den Ozean nicht mehr anzutreten brauchten. Mehrere Mitglieder der Stadtkassenprüfungs-Kommission haben sie nachher im Schweiße ihres Angesichts in der Heizung des [[Rathaus (Herne)|Herner Rathauses]] verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abgesandten Kisten mit den zuerst gedruckten Wertpapieren träumten nun in dem Warenspeicher in New-York dahin, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Man wusste in Herne überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich lagerten, man machte sich auch keine Sorge mehr darüber. Mittlerweile war auch ein Wechsel im städt. [[Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter|Finanzdezernat]] eingetreten, der frühere [[Georg Sporleder (1877-1959) Oberbürgermeister|Oberbürgermeister]], der die Sache eingedelt hatte, war auch nicht mehr in Herne. Kein Wunder, daß die allmählich von Staub und Spinnweben bedeckten, irgendwo in Amerika lagernden Kisten schriftlich vergessen wurden. Wer sich vielleicht flüchtig noch einmal an die Obligationen erinnerte, dachte ohne Zweifel, daß die ganze Sache durch die nachher in die Billionen gestiegene Markentwertung nichts mehr auf sich habe. Dem war aber leider nicht so. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Mark war längst stabilisiert, man hatte in der heutigen schnellebigen Zeit die furchtbare Inflation mit all ihren Schrecken und Sorgen bald wieder vergessen. Ganz Deutschland hatte wieder seine Goldmarkwährung. Alle die Milliarden- und Billionenscheine der Papiermark hatten ihren Scheinwert eingebüßt; man konnte höchstens noch die Wände mit ihnen tapezieren. Das nahm man auch von den mittlerweile vollständig vergessenen Herner Amerika-Obligationen an. Doch man sollte bald aus diesem Wahn eines schönen Tages unangenehm geweckt werden. Und jetzt kommen wir zu den eigentlichen Vorgängen der Sache, die unserer Stadtverwaltung vor kurzem nicht geringe Sorge bereitet haben. Die längst in Vergessenheit geratenen, auf irgend einem Speicher in Amerika lagernden Stücke waren nämlich wirkliche Wertpapiere. Wurden sie gestohlen, oder kamen sie sonstwie in Gaunerhände, so hätte die Stadt Herne wohl oder übel für die Papiere haften und ihren Wert, festgesetzt von der Stadt Herne selbst, mit 1 Million Goldmark, ersehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem neuen Herner Finanzdezernenten fiel nun eines Tages zufällig das Aktenstück mit der Amerika-Anleihe der Stadt Herne in die Hände. Er hielt es doch für gut, an verschiedenen Stellen in Amerika Erkundigungen über den Verbleib der damals abgesandten Obligationen einzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21201344&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Antwort indes bekam man nicht, als endlich eine solche einlief, hieß es in dieser Antwort, man wisse nichts über den Verbleib der Stücke. Darauf wandte sich die Stadtverwaltung an das deutsche General-Konsulat in New-York, das der Stadt Herne mitteilte, es hätte festgestellt, daß die Herner amerikanischen Stadtobligationen im New-Yorker Zollhaus gelagert hätten und daß sie vor kurzem als „herrenloses Gut“ öffentlich versteigert worden seien. Ein Bankier Seemann in New-York habe sie, anscheinend zu Spekulationszwecken, aufgekauft. Nun wusste man zwar wo die Stücke waren; aber dafür war die Sorge um das Schicksal der Stücke bei der Stadt Herne, groß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wusste zunächst nicht, ob es sich bei dem Aufkäufer um einen Schwindler oder eine ehrliche Firma handelte. Im ersten Falle konnte die Sache für die Stadt Herne fatal werden. Jedenfalls war rasches Handeln am Platze. Kabeltelegramme und Funkgespräche wurden nach Amerika gesandt, in welchen der Aufkäufer über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde. Die deutsche Botschaft und amerikanische Regierung wurden um Unterstützung gebeten. Briefe folgten den Telegrammen. In den großen deutsch-amerikanischen und amerikanischen Zeitungen sowie im Reichsanzeiger und der Herner Lokalpresse erschienen Bekanntmachungen der Stadt Herne, die erklärten, daß die Anleihestücke ungültig seien und in denen vor dem Ankauf derselben gewarnt wurde. Mittlerweile kamen auch schon Anfragen aus Deutschland und New-York mit dem Ersuchen, die Herner Stadtverwaltung möge mitteilen, zu welchem Kurs die Obligationen gehandelt werden könnten usw. Kurz, die Sorgen der Stadtverwaltung und besonders die des Finanzdezernenten stiegen weiter. Groß war natürlich auch die Ueberraschung, als im Magistrat und Finanzkommission diese Dinge bekannt wurden. Man zog bereits in Erwägung, den Justitiar der Stadt Herne, oder sonst einen Juristen nach Amerika zu schicken, um persönlich mit Seemann zu verhandeln und die Stücke zurückzubringen. Man bot Seemann wiederholt an, die in seinem Besitz gelangten Stücke der Stadt Herne zurückzuerstatten gegen eine entsprechende Abfindung. — Allein, Seemann antwortete nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich kam die Befreiung von der Sorge. Das deutsche General-Konsulat in New-York, das sich der Sache energisch angenommen hatte, tabelte, daß Seemann jetzt bereit sei, die Herner Amerika Obligationen für 200 Dollars, also für 840 Goldmark wieder zu verkaufen. Und die Stadt kaufte sie mit einem Seufzer der Erleichterung zurück. Allerdings befanden sich einzelne Stücke bereits im Umlauf. Doch wird mit diesen jetzt kaum noch Schaden angerichtet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wäre diese interessante Angelegenheit eigentlich erledigt. Man sagt sich nur, wie es möglich ist, daß man Wertpapiere von so hohem Wert, sorglos und mehrere Jahre hindurch irgendwo in Amerika lagern lassen konnte und daß kein Mensch mehr wusste, wo sie sich eigentlich herumtrieben. Jedenfalls hat die Stadt Herne in dieser Sache wirklich mehr Glück als sonst etwas gehabt. Denn wären die Stücke in richtige amerikanische Gaunerhände geraten, wäre die Stadt Herne ihre Sorge noch nicht los. Eine Flut von Prozessen hätten sich aus der Sache entwickeln und die Stadt vielleicht viel Geld zahlen können. Denn die Stadt Herne war für die Wertpapiere haftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Icht gehört die Geschichte der Vergangenheit an. Sie hat es aber wohl verdient, nachdem sie glücklich abgelaufen ist, in ihrer ganzen Tragikomik der Öffentlichkeit bekannt zu werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{Kontext}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84943</id>
		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84943"/>
		<updated>2026-07-07T14:45:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Artikel im [[Herner Anzeiger]] vom [[3. August]] [[1926]] beschreibt eine skurrile kommunalpolitische Episode der Stadt Herne aus der Zeit nach der Inflation. (Siehe auch: [[Notgeld]]) Aufgrund unglücklicher Umstände gerieten Anleihe-Wertpapiere über Jahre hinweg in Vergessenheit und landeten schließlich bei einer öffentlichen Versteigerung in New York. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin mit der Gefahr konfrontiert, für die Wertpapiere in Millionenhöhe haften zu müssen, konnte die Papiere jedoch letztlich durch diplomatische Bemühungen und eine vergleichsweise geringe Zahlung wieder zurückerwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Eine kommunalpolitische Tragikomödie mit glücklichem Ausgang.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme in Amerika verweigert. — Die Versteigerung der Wertpapiere in New-York. — Die Jagd der Stadt Herne nach den Obligationen. — Der geglückte Rückkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Herne hatte in der Inflationszeit unseligen Angedenkens gleich vielen anderen Städten versucht, im Auslande eine größere Anleihe aufzunehmen. Einigen Städten ist das Experiment damals geglückt, während Herne, man kann sagen, Gott sei Dank, mit seiner Auslandsanleihe keinen „Erfolg“ gehabt hat. Herne hatte 1922 mit Zustimmung der damaligen städt. Kollegien&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199711&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht, einen großen Pump im Lande des Dollars, in Amerika aufzunehmen. 250 Milliarden Obligationen wurden in Stücken von hundert, tausend und mehr Mark in feinstem Kunstdruck bei der Firma Fredebeul &amp;amp; Koenen bestellt und von dort auch prompt geliefert. Vermittlerin zur Unterbringung der Obligationen war ein kleines Elberfelder Bankhaus, das Beziehungen zu der New-Yorker Maklerfirma von Polenz hatte. Eine amerikanische Bank, die die Anleihe in Amerika absetzen wollte, war auch bald gefunden. In 3 mächtigen, festesten, gutverklebten Kisten verpackt, wanderten die Obligationen nebst Zinsscheinen über den großen Teich, während man auf dem Herner Rathaus mit großen Hoffnungen in die Zukunft sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleihe lautete, wie gesagt, auf insgesamt 250 Milliarden Mark, ein Betrag, der [[1924]] an sich einen Wert von 25 Goldpfennigen darstellte. Nur aber kommt der Pferdefuß: Die Stadt Herne hatte sich auf den Obligationen verpflichtet, die Anleihe mindestens in der Weise zurückzuzahlen, daß für nominell 1 Million Mark 1 Dollar gezahlt würde. Insgesamt verspätete man sich also zur Rückzahlung von 1 Million Goldmark gleich rund 250.000 Dollar. In gleicher Weise sollte auch die Zinsberechnung erfolgen. Welchen Gegenwert aber die Stadt erhalten sollte, darüber war nichts vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache wickelte sich nun wie folgt ab: Die Stücke kamen in Amerika glücklich an, aber der Adressat verweigerte die Annahme. Die Kasselemente jedoch wurden der amerikanischen Bank ausgehändigt. Die drei schweren Kisten mit den Obligationen lagerten nun irgendwo auf dem New-Yorker Zoll- bezw. Waren-Speicher. Eine besondere Sorgfalt brauche ja nicht angewandt zu werden, denn der Inhalt der Kisten war als „Wertpapier-Formulare“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen teilte die Vermittlerin der Stadt Herne mit, dass die Papiere in der Form die sie hatten, nicht untergebracht werden konnten, da sie nicht ganz den amerikanischen Gesetzesvorschriften entsprachen. Es wurden daher neue Obligationen angefertigt, die aber die Reise über den Ozean nicht mehr anzutreten brauchten. Mehrere Mitglieder der Stadtkassenprüfungs-Kommission haben sie nachher im Schweiße ihres Angesichts in der Heizung des [[Rathaus (Herne)|Herner Rathauses]] verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abgesandten Kisten mit den zuerst gedruckten Wertpapieren träumten nun in dem Warenspeicher in New-York dahin, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Man wusste in Herne überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich lagerten, man machte sich auch keine Sorge mehr darüber. Mittlerweile war auch ein Wechsel im städt. [[Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter|Finanzdezernat]] eingetreten, der frühere [[Georg Sporleder (1877-1959) Oberbürgermeister|Oberbürgermeister]], der die Sache eingedelt hatte, war auch nicht mehr in Herne. Kein Wunder, daß die allmählich von Staub und Spinnweben bedeckten, irgendwo in Amerika lagernden Kisten schriftlich vergessen wurden. Wer sich vielleicht flüchtig noch einmal an die Obligationen erinnerte, dachte ohne Zweifel, daß die ganze Sache durch die nachher in die Billionen gestiegene Markentwertung nichts mehr auf sich habe. Dem war aber leider nicht so. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Mark war längst stabilisiert, man hatte in der heutigen schnellebigen Zeit die furchtbare Inflation mit all ihren Schrecken und Sorgen bald wieder vergessen. Ganz Deutschland hatte wieder seine Goldmarkwährung. Alle die Milliarden- und Billionenscheine der Papiermark hatten ihren Scheinwert eingebüßt; man konnte höchstens noch die Wände mit ihnen tapezieren. Das nahm man auch von den mittlerweile vollständig vergessenen Herner Amerika-Obligationen an. Doch man sollte bald aus diesem Wahn eines schönen Tages unangenehm geweckt werden. Und jetzt kommen wir zu den eigentlichen Vorgängen der Sache, die unserer Stadtverwaltung vor kurzem nicht geringe Sorge bereitet haben. Die längst in Vergessenheit geratenen, auf irgend einem Speicher in Amerika lagernden Stücke waren nämlich wirkliche Wertpapiere. Wurden sie gestohlen, oder kamen sie sonstwie in Gaunerhände, so hätte die Stadt Herne wohl oder übel für die Papiere haften und ihren Wert, festgesetzt von der Stadt Herne selbst, mit 1 Million Goldmark, ersehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem neuen Herner Finanzdezernenten fiel nun eines Tages zufällig das Aktenstück mit der Amerika-Anleihe der Stadt Herne in die Hände. Er hielt es doch für gut, an verschiedenen Stellen in Amerika Erkundigungen über den Verbleib der damals abgesandten Obligationen einzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21201344&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Antwort indes bekam man nicht, als endlich eine solche einlief, hieß es in dieser Antwort, man wisse nichts über den Verbleib der Stücke. Darauf wandte sich die Stadtverwaltung an das deutsche General-Konsulat in New-York, das der Stadt Herne mitteilte, es hätte festgestellt, daß die Herner amerikanischen Stadtobligationen im New-Yorker Zollhaus gelagert hätten und daß sie vor kurzem als „herrenloses Gut“ öffentlich versteigert worden seien. Ein Bankier Seemann in New-York habe sie, anscheinend zu Spekulationszwecken, aufgekauft. Nun wusste man zwar wo die Stücke waren; aber dafür war die Sorge um das Schicksal der Stücke bei der Stadt Herne, groß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wusste zunächst nicht, ob es sich bei dem Aufkäufer um einen Schwindler oder eine ehrliche Firma handelte. Im ersten Falle konnte die Sache für die Stadt Herne fatal werden. Jedenfalls war rasches Handeln am Platze. Kabeltelegramme und Funkgespräche wurden nach Amerika gesandt, in welchen der Aufkäufer über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde. Die deutsche Botschaft und amerikanische Regierung wurden um Unterstützung gebeten. Briefe folgten den Telegrammen. In den großen deutsch-amerikanischen und amerikanischen Zeitungen sowie im Reichsanzeiger und der Herner Lokalpresse erschienen Bekanntmachungen der Stadt Herne, die erklärten, daß die Anleihestücke ungültig seien und in denen vor dem Ankauf derselben gewarnt wurde. Mittlerweile kamen auch schon Anfragen aus Deutschland und New-York mit dem Ersuchen, die Herner Stadtverwaltung möge mitteilen, zu welchem Kurs die Obligationen gehandelt werden könnten usw. Kurz, die Sorgen der Stadtverwaltung und besonders die des Finanzdezernenten stiegen weiter. Groß war natürlich auch die Ueberraschung, als im Magistrat und Finanzkommission diese Dinge bekannt wurden. Man zog bereits in Erwägung, den Justitiar der Stadt Herne, oder sonst einen Juristen nach Amerika zu schicken, um persönlich mit Seemann zu verhandeln und die Stücke zurückzubringen. Man bot Seemann wiederholt an, die in seinem Besitz gelangten Stücke der Stadt Herne zurückzuerstatten gegen eine entsprechende Abfindung. — Allein, Seemann antwortete nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich kam die Befreiung von der Sorge. Das deutsche General-Konsulat in New-York, das sich der Sache energisch angenommen hatte, tabelte, daß Seemann jetzt bereit sei, die Herner Amerika Obligationen für 200 Dollars, also für 840 Goldmark wieder zu verkaufen. Und die Stadt kaufte sie mit einem Seufzer der Erleichterung zurück. Allerdings befanden sich einzelne Stücke bereits im Umlauf. Doch wird mit diesen jetzt kaum noch Schaden angerichtet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wäre diese interessante Angelegenheit eigentlich erledigt. Man sagt sich nur, wie es möglich ist, daß man Wertpapiere von so hohem Wert, sorglos und mehrere Jahre hindurch irgendwo in Amerika lagern lassen konnte und daß kein Mensch mehr wusste, wo sie sich eigentlich herumtrieben. Jedenfalls hat die Stadt Herne in dieser Sache wirklich mehr Glück als sonst etwas gehabt. Denn wären die Stücke in richtige amerikanische Gaunerhände geraten, wäre die Stadt Herne ihre Sorge noch nicht los. Eine Flut von Prozessen hätten sich aus der Sache entwickeln und die Stadt vielleicht viel Geld zahlen können. Denn die Stadt Herne war für die Wertpapiere haftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Icht gehört die Geschichte der Vergangenheit an. Sie hat es aber wohl verdient, nachdem sie glücklich abgelaufen ist, in ihrer ganzen Tragikomik der Öffentlichkeit bekannt zu werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
{{Kontext}}&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Heinrich_Sudkamp_(1886-1927)_Kommunalbeamter&amp;diff=84942</id>
		<title>Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Heinrich_Sudkamp_(1886-1927)_Kommunalbeamter&amp;diff=84942"/>
		<updated>2026-07-07T14:44:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Dr. &#039;&#039;&#039;Heinrich Sudkamp&#039;&#039;&#039; (geboren [[19. Februar]] [[1886]] in Herne; gestorben [[11. März]] [[1927]] in Bochum) war zweiter Bürgermeister der Stadt Herne.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Heinrich Sudkamp&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = Kölnische Zeitung mit Wirtschafts- und Handelsblatt (12.3.1927) 188 189 190-Sudkamp.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 19. Februar 1886&lt;br /&gt;
| Geboren in = Herne&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 11. März 1927&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Bochum&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = Kommunalbeamter&lt;br /&gt;
| Titel = &lt;br /&gt;
| Letzte Adresse=  [[Markgrafenstraße 8]]&lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Aus der alten Horsthauser Bauernfamilie &amp;quot;Sudkamp gen. Punge&amp;quot; stammend, trat er nach seinem Studienabschluss und Promotion zum Dr. jur. und Dr. rer. pol. in Bonn in den Dienst der jungen Stadt Herne. Zunächst als Magistratsassessor in den Jahren 1916 bis 1918 und in den Jahren 1918/1919 als besoldeter Stadtrat &amp;lt;ref&amp;gt;[[Sporleder 1922]] 1897-1922 S. 14&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am [[1. Juli]] [[1919]] wurde er zum Nachfolger des Stadtbaurates Lampe zum [[Liste der Oberbürgermeister, Bürgermeister, Amtsmänner|zweiten Bürgermeister]] gewählt. Sein Aufgabenbereich waren das Finanzdezernat, die gewerblichen Stadtbetriebe und das Kulturdezernat der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Französischen Besatzung wurde er 1923 verhaftet und zu 6 Monate Gefängnis verurteilt, die er in Zweibrücken absaß.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Städtischer Vertreter war er Mitglied der Finanzdezernenten-Vereinigung rheinisch-westfälischer Städte, im Arbeitgeberverband der rheinisch-westfälischen Städte als Dezernet der städtischen Betriebe. Die Theater- und Musikkommission leitete er ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war persönliches Mitglied in der Studentenverbindung &amp;quot;Markania&amp;quot; zu Bonn und im Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein. Politisch stand er dem &amp;quot;Zentrum&amp;quot; nahe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb 1927 nach kurzer Krankheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199106 Herner Anzeiger vom 12. März 1927. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt; und erhielt eine feierliche Trauerfeier im Stadtverordnetensaal des Herner Rathauses.&amp;lt;ref&amp;gt;Herner Anzeiger vom 15. März 1927.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk und Arbeit==&lt;br /&gt;
* Sudkamp war Vorsitzender des damaligen Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz, Abt. Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Herne.&lt;br /&gt;
* Er war maßgebender Förderer eines städtischen Theaters.&lt;br /&gt;
===Schriften (Auswahl)===&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Der auf Verletzung oder Gefährdung von Leib oder Leben eines Menschen gerichtete Vorsatz. (Herne i.W. : Buchdr. C.T. Kartenberg, 1912), S. 56.&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Stadtverwaltungen und Besucherorganisationen. Vortrag, geh. auf e. Bezirkstagung d. zum Verband d. deutschen Volksbühnenvereine gehör. Theatergemeinden Rheinlands und Westfalens in Düsseldorf. (Leipzig: Verlag Theod. Thomas Komm. Gesch., 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Genealogische Anmerkungen==&lt;br /&gt;
Dr. Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 19.02.1886 in Herne-Horsthausen, getauft am 25.03.1886 in Herne-Horsthausen (Haus-Taufe),  gestorben am 11.03.1927 an Blutvergiftung in Bochum Bergmannsheil Krankenhaus. &amp;lt;small&amp;gt;{&amp;quot;Blutvergiftung nach Grippe/ Nierenversagen&amp;quot;}&amp;lt;/small&amp;gt;,  begraben am 14.03.1927 in Herne [[Südfriedhof]].&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Eltern: Georg &amp;quot;Heinrich&amp;quot; SUDKAMP gen. Punge, Ev. geboren am 29.12.1859 in Herne-Horsthausen, gestorben am 21.06.1938 in Herne.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Heirat 03.12.1884  in Herne mit Wilhelmine &amp;quot;Adolphine&amp;quot; KOPPENBERG, Ev. geboren am 19.01.1863 in Herne, getauft am 20.02.1863 in Herne, gestorben am 21.05.1905 in Herne-Horsthausen.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heirat 05.01.1917 in Herne-Wanne mit Lina Emilie (gen. Mimi) KOCH, Ev. gestorben 1949 in Herne.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder:&lt;br /&gt;
#Agetrud SUDKAMP, Ev. geboren am 06.02.1918 in Herne, getauft am 24.02.1918 in Herne Haus-Taufe gestorben 1995. Verheiratete Löber.&lt;br /&gt;
#Karl-Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 07.04.1920 in Herne, getauft am 25.04.1920 in Herne Haus-Taufe.&lt;br /&gt;
#Hel(l)mut SUDKAMP, Ev. geboren am 09.07.1921 in Herne, getauft am 02.10.1921 in Herne Haus-Taufe. Beruf: 1954 Arzt in Herne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wohnort==&lt;br /&gt;
*1889 Haus Nummer 89 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1900 [[Horsthauser Straße|Ludwigstraße]] 9 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1918 [[Behrensstraße]] 5&lt;br /&gt;
*1920-1927 [[Markgrafenstraße]] 8&lt;br /&gt;
*1938-1950 [[Manteuffelstraße]] 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Sudkamp, Heinrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84941</id>
		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1922-1926&amp;diff=84941"/>
		<updated>2026-07-07T14:44:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Artikel im [[Herner Anzeiger]] vom [[3. August]] [[1926]] beschreibt eine skurrile kommunalpolitische Episode der Stadt Herne aus der Zeit nach der Inflation. (Siehe auch: [[Notgeld]]) Aufgrund unglücklicher Umstände gerieten Anleihe-Wertpapiere über Jahre hinweg in Vergessenheit und landeten schließlich bei einer öffentlichen Versteigerung in New York. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin mit der Gefahr konfrontiert, für die Wertpapiere in Millionenhöhe haften zu müssen, konnte die Papiere jedoch letztlich durch diplomatische Bemühungen und eine vergleichsweise geringe Zahlung wieder zurückerwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Eine kommunalpolitische Tragikomödie mit glücklichem Ausgang.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme in Amerika verweigert. — Die Versteigerung der Wertpapiere in New-York. — Die Jagd der Stadt Herne nach den Obligationen. — Der geglückte Rückkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Herne hatte in der Inflationszeit unseligen Angedenkens gleich vielen anderen Städten versucht, im Auslande eine größere Anleihe aufzunehmen. Einigen Städten ist das Experiment damals geglückt, während Herne, man kann sagen, Gott sei Dank, mit seiner Auslandsanleihe keinen „Erfolg“ gehabt hat. Herne hatte 1922 mit Zustimmung der damaligen städt. Kollegien&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199711&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht, einen großen Pump im Lande des Dollars, in Amerika aufzunehmen. 250 Milliarden Obligationen wurden in Stücken von hundert, tausend und mehr Mark in feinstem Kunstdruck bei der Firma Fredebeul &amp;amp; Koenen bestellt und von dort auch prompt geliefert. Vermittlerin zur Unterbringung der Obligationen war ein kleines Elberfelder Bankhaus, das Beziehungen zu der New-Yorker Maklerfirma von Polenz hatte. Eine amerikanische Bank, die die Anleihe in Amerika absetzen wollte, war auch bald gefunden. In 3 mächtigen, festesten, gutverklebten Kisten verpackt, wanderten die Obligationen nebst Zinsscheinen über den großen Teich, während man auf dem Herner Rathaus mit großen Hoffnungen in die Zukunft sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleihe lautete, wie gesagt, auf insgesamt 250 Milliarden Mark, ein Betrag, der [[1924]] an sich einen Wert von 25 Goldpfennigen darstellte. Nur aber kommt der Pferdefuß: Die Stadt Herne hatte sich auf den Obligationen verpflichtet, die Anleihe mindestens in der Weise zurückzuzahlen, daß für nominell 1 Million Mark 1 Dollar gezahlt würde. Insgesamt verspätete man sich also zur Rückzahlung von 1 Million Goldmark gleich rund 250.000 Dollar. In gleicher Weise sollte auch die Zinsberechnung erfolgen. Welchen Gegenwert aber die Stadt erhalten sollte, darüber war nichts vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache wickelte sich nun wie folgt ab: Die Stücke kamen in Amerika glücklich an, aber der Adressat verweigerte die Annahme. Die Kasselemente jedoch wurden der amerikanischen Bank ausgehändigt. Die drei schweren Kisten mit den Obligationen lagerten nun irgendwo auf dem New-Yorker Zoll- bezw. Waren-Speicher. Eine besondere Sorgfalt brauche ja nicht angewandt zu werden, denn der Inhalt der Kisten war als „Wertpapier-Formulare“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen teilte die Vermittlerin der Stadt Herne mit, dass die Papiere in der Form die sie hatten, nicht untergebracht werden konnten, da sie nicht ganz den amerikanischen Gesetzesvorschriften entsprachen. Es wurden daher neue Obligationen angefertigt, die aber die Reise über den Ozean nicht mehr anzutreten brauchten. Mehrere Mitglieder der Stadtkassenprüfungs-Kommission haben sie nachher im Schweiße ihres Angesichts in der Heizung des [[Rathaus (Herne)|Herner Rathauses]] verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abgesandten Kisten mit den zuerst gedruckten Wertpapieren träumten nun in dem Warenspeicher in New-York dahin, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Man wusste in Herne überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich lagerten, man machte sich auch keine Sorge mehr darüber. Mittlerweile war auch ein Wechsel im städt. [[Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter|Finanzdezernat]] eingetreten, der frühere [[Georg Sporleder (1877-1959) Oberbürgermeister|Oberbürgermeister]], der die Sache eingedelt hatte, war auch nicht mehr in Herne. Kein Wunder, daß die allmählich von Staub und Spinnweben bedeckten, irgendwo in Amerika lagernden Kisten schriftlich vergessen wurden. Wer sich vielleicht flüchtig noch einmal an die Obligationen erinnerte, dachte ohne Zweifel, daß die ganze Sache durch die nachher in die Billionen gestiegene Markentwertung nichts mehr auf sich habe. Dem war aber leider nicht so. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Mark war längst stabilisiert, man hatte in der heutigen schnellebigen Zeit die furchtbare Inflation mit all ihren Schrecken und Sorgen bald wieder vergessen. Ganz Deutschland hatte wieder seine Goldmarkwährung. Alle die Milliarden- und Billionenscheine der Papiermark hatten ihren Scheinwert eingebüßt; man konnte höchstens noch die Wände mit ihnen tapezieren. Das nahm man auch von den mittlerweile vollständig vergessenen Herner Amerika-Obligationen an. Doch man sollte bald aus diesem Wahn eines schönen Tages unangenehm geweckt werden. Und jetzt kommen wir zu den eigentlichen Vorgängen der Sache, die unserer Stadtverwaltung vor kurzem nicht geringe Sorge bereitet haben. Die längst in Vergessenheit geratenen, auf irgend einem Speicher in Amerika lagernden Stücke waren nämlich wirkliche Wertpapiere. Wurden sie gestohlen, oder kamen sie sonstwie in Gaunerhände, so hätte die Stadt Herne wohl oder übel für die Papiere haften und ihren Wert, festgesetzt von der Stadt Herne selbst, mit 1 Million Goldmark, ersehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem neuen Herner Finanzdezernenten fiel nun eines Tages zufällig das Aktenstück mit der Amerika-Anleihe der Stadt Herne in die Hände. Er hielt es doch für gut, an verschiedenen Stellen in Amerika Erkundigungen über den Verbleib der damals abgesandten Obligationen einzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21201344&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Antwort indes bekam man nicht, als endlich eine solche einlief, hieß es in dieser Antwort, man wisse nichts über den Verbleib der Stücke. Darauf wandte sich die Stadtverwaltung an das deutsche General-Konsulat in New-York, das der Stadt Herne mitteilte, es hätte festgestellt, daß die Herner amerikanischen Stadtobligationen im New-Yorker Zollhaus gelagert hätten und daß sie vor kurzem als „herrenloses Gut“ öffentlich versteigert worden seien. Ein Bankier Seemann in New-York habe sie, anscheinend zu Spekulationszwecken, aufgekauft. Nun wusste man zwar wo die Stücke waren; aber dafür war die Sorge um das Schicksal der Stücke bei der Stadt Herne, groß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wusste zunächst nicht, ob es sich bei dem Aufkäufer um einen Schwindler oder eine ehrliche Firma handelte. Im ersten Falle konnte die Sache für die Stadt Herne fatal werden. Jedenfalls war rasches Handeln am Platze. Kabeltelegramme und Funkgespräche wurden nach Amerika gesandt, in welchen der Aufkäufer über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde. Die deutsche Botschaft und amerikanische Regierung wurden um Unterstützung gebeten. Briefe folgten den Telegrammen. In den großen deutsch-amerikanischen und amerikanischen Zeitungen sowie im Reichsanzeiger und der Herner Lokalpresse erschienen Bekanntmachungen der Stadt Herne, die erklärten, daß die Anleihestücke ungültig seien und in denen vor dem Ankauf derselben gewarnt wurde. Mittlerweile kamen auch schon Anfragen aus Deutschland und New-York mit dem Ersuchen, die Herner Stadtverwaltung möge mitteilen, zu welchem Kurs die Obligationen gehandelt werden könnten usw. Kurz, die Sorgen der Stadtverwaltung und besonders die des Finanzdezernenten stiegen weiter. Groß war natürlich auch die Ueberraschung, als im Magistrat und Finanzkommission diese Dinge bekannt wurden. Man zog bereits in Erwägung, den Justitiar der Stadt Herne, oder sonst einen Juristen nach Amerika zu schicken, um persönlich mit Seemann zu verhandeln und die Stücke zurückzubringen. Man bot Seemann wiederholt an, die in seinem Besitz gelangten Stücke der Stadt Herne zurückzuerstatten gegen eine entsprechende Abfindung. — Allein, Seemann antwortete nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich kam die Befreiung von der Sorge. Das deutsche General-Konsulat in New-York, das sich der Sache energisch angenommen hatte, tabelte, daß Seemann jetzt bereit sei, die Herner Amerika Obligationen für 200 Dollars, also für 840 Goldmark wieder zu verkaufen. Und die Stadt kaufte sie mit einem Seufzer der Erleichterung zurück. Allerdings befanden sich einzelne Stücke bereits im Umlauf. Doch wird mit diesen jetzt kaum noch Schaden angerichtet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wäre diese interessante Angelegenheit eigentlich erledigt. Man sagt sich nur, wie es möglich ist, daß man Wertpapiere von so hohem Wert, sorglos und mehrere Jahre hindurch irgendwo in Amerika lagern lassen konnte und daß kein Mensch mehr wusste, wo sie sich eigentlich herumtrieben. Jedenfalls hat die Stadt Herne in dieser Sache wirklich mehr Glück als sonst etwas gehabt. Denn wären die Stücke in richtige amerikanische Gaunerhände geraten, wäre die Stadt Herne ihre Sorge noch nicht los. Eine Flut von Prozessen hätten sich aus der Sache entwickeln und die Stadt vielleicht viel Geld zahlen können. Denn die Stadt Herne war für die Wertpapiere haftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Icht gehört die Geschichte der Vergangenheit an. Sie hat es aber wohl verdient, nachdem sie glücklich abgelaufen ist, in ihrer ganzen Tragikomik der Öffentlichkeit bekannt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1924-1925&amp;diff=84940</id>
		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1924-1925</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Die_Amerika-Anleihe_der_Stadt_Herne_1924-1925&amp;diff=84940"/>
		<updated>2026-07-07T14:41:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1924-1925 nach Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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		<title>Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926</title>
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		<updated>2026-07-07T14:41:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1924-1925 nach Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne 1922-1926&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der nachfolgende Artikel im [[Herner Anzeiger]] vom [[3. August]] [[1926]] beschreibt eine skurrile kommunalpolitische Episode der Stadt Herne aus der Zeit nach der Inflation. Aufgrund unglücklicher Umstände gerieten Anleihe-Wertpapiere über Jahre hinweg in Vergessenheit und landeten schließlich bei einer öffentlichen Versteigerung in New York. Die Stadtverwaltung sah sich daraufhin mit der Gefahr konfrontiert, für die Wertpapiere in Millionenhöhe haften zu müssen, konnte die Papiere jedoch letztlich durch diplomatische Bemühungen und eine vergleichsweise geringe Zahlung wieder zurückerwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&#039;&#039;&#039;Die Amerika-Anleihe der Stadt Herne.&#039;&#039;&#039;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Eine kommunalpolitische Tragikomödie mit glücklichem Ausgang.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Annahme in Amerika verweigert. — Die Versteigerung der Wertpapiere in New-York. — Die Jagd der Stadt Herne nach den Obligationen. — Der geglückte Rückkauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stadt Herne hatte in der Inflationszeit unseligen Angedenkens gleich vielen anderen Städten versucht, im Auslande eine größere Anleihe aufzunehmen. Einigen Städten ist das Experiment damals geglückt, während Herne, man kann sagen, Gott sei Dank, mit seiner Auslandsanleihe keinen „Erfolg“ gehabt hat. Herne hatte mit Zustimmung der damaligen städt. Kollegien&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199711&amp;lt;/ref&amp;gt; versucht, einen großen Pump im Lande des Dollars, in Amerika aufzunehmen. 250 Milliarden Obligationen wurden in Stücken von hundert, tausend und mehr Mark in feinstem Kunstdruck bei der Firma Fredebeul &amp;amp; Koenen bestellt und von dort auch prompt geliefert. Vermittlerin zur Unterbringung der Obligationen war ein kleines Elberfelder Bankhaus, das Beziehungen zu der New-Yorker Maklerfirma von Polenz hatte. Eine amerikanische Bank, die die Anleihe in Amerika absetzen wollte, war auch bald gefunden. In 3 mächtigen, festesten, gutverklebten Kisten verpackt, wanderten die Obligationen nebst Zinsscheinen über den großen Teich, während man auf dem Herner Rathaus mit großen Hoffnungen in die Zukunft sah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleihe lautete, wie gesagt, auf insgesamt 250 Milliarden Mark, ein Betrag, der [[1924]] an sich einen Wert von 25 Goldpfennigen darstellte. Nur aber kommt der Pferdefuß: Die Stadt Herne hatte sich auf den Obligationen verpflichtet, die Anleihe mindestens in der Weise zurückzuzahlen, daß für nominell 1 Million Mark 1 Dollar gezahlt würde. Insgesamt verspätete man sich also zur Rückzahlung von 1 Million Goldmark gleich rund 250.000 Dollar. In gleicher Weise sollte auch die Zinsberechnung erfolgen. Welchen Gegenwert aber die Stadt erhalten sollte, darüber war nichts vereinbart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sache wickelte sich nun wie folgt ab: Die Stücke kamen in Amerika glücklich an, aber der Adressat verweigerte die Annahme. Die Kasselemente jedoch wurden der amerikanischen Bank ausgehändigt. Die drei schweren Kisten mit den Obligationen lagerten nun irgendwo auf dem New-Yorker Zoll- bezw. Waren-Speicher. Eine besondere Sorgfalt brauche ja nicht angewandt zu werden, denn der Inhalt der Kisten war als „Wertpapier-Formulare“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen teilte die Vermittlerin der Stadt Herne mit, dass die Papiere in der Form die sie hatten, nicht untergebracht werden konnten, da sie nicht ganz den amerikanischen Gesetzesvorschriften entsprachen. Es wurden daher neue Obligationen angefertigt, die aber die Reise über den Ozean nicht mehr anzutreten brauchten. Mehrere Mitglieder der Stadtkassenprüfungs-Kommission haben sie nachher im Schweiße ihres Angesichts in der Heizung des [[Rathaus (Herne)|Herner Rathauses]] verbrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die abgesandten Kisten mit den zuerst gedruckten Wertpapieren träumten nun in dem Warenspeicher in New-York dahin, Woche um Woche, Monat um Monat, Jahr um Jahr. Man wusste in Herne überhaupt nicht mehr, was sie eigentlich lagerten, man machte sich auch keine Sorge mehr darüber. Mittlerweile war auch ein Wechsel im städt. Finanzdezernat eingetreten, der frühere [[Georg Sporleder (1877-1959) Oberbürgermeister|Oberbürgermeister]], der die Sache eingedelt hatte, war auch nicht mehr in Herne. Kein Wunder, daß die allmählich von Staub und Spinnweben bedeckten, irgendwo in Amerika lagernden Kisten schriftlich vergessen wurden. Wer sich vielleicht flüchtig noch einmal an die Obligationen erinnerte, dachte ohne Zweifel, daß die ganze Sache durch die nachher in die Billionen gestiegene Markentwertung nichts mehr auf sich habe. Dem war aber leider nicht so. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Mark war längst stabilisiert, man hatte in der heutigen schnellebigen Zeit die furchtbare Inflation mit all ihren Schrecken und Sorgen bald wieder vergessen. Ganz Deutschland hatte wieder seine Goldmarkwährung. Alle die Milliarden- und Billionenscheine der Papiermark hatten ihren Scheinwert eingebüßt; man konnte höchstens noch die Wände mit ihnen tapezieren. Das nahm man auch von den mittlerweile vollständig vergessenen Herner Amerika-Obligationen an. Doch man sollte bald aus diesem Wahn eines schönen Tages unangenehm geweckt werden. Und jetzt kommen wir zu den eigentlichen Vorgängen der Sache, die unserer Stadtverwaltung vor kurzem nicht geringe Sorge bereitet haben. Die längst in Vergessenheit geratenen, auf irgend einem Speicher in Amerika lagernden Stücke waren nämlich wirkliche Wertpapiere. Wurden sie gestohlen, oder kamen sie sonstwie in Gaunerhände, so hätte die Stadt Herne wohl oder übel für die Papiere haften und ihren Wert, festgesetzt von der Stadt Herne selbst, mit 1 Million Goldmark, ersehen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem neuen Herner Finanzdezernenten fiel nun eines Tages zufällig das Aktenstück mit der Amerika-Anleihe der Stadt Herne in die Hände. Er hielt es doch für gut, an verschiedenen Stellen in Amerika Erkundigungen über den Verbleib der damals abgesandten Obligationen einzuziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21201344&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Antwort indes bekam man nicht, als endlich eine solche einlief, hieß es in dieser Antwort, man wisse nichts über den Verbleib der Stücke. Darauf wandte sich die Stadtverwaltung an das deutsche General-Konsulat in New-York, das der Stadt Herne mitteilte, es hätte festgestellt, daß die Herner amerikanischen Stadtobligationen im New-Yorker Zollhaus gelagert hätten und daß sie vor kurzem als „herrenloses Gut“ öffentlich versteigert worden seien. Ein Bankier Seemann in New-York habe sie, anscheinend zu Spekulationszwecken, aufgekauft. Nun wusste man zwar wo die Stücke waren; aber dafür war die Sorge um das Schicksal der Stücke bei der Stadt Herne, groß. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wusste zunächst nicht, ob es sich bei dem Aufkäufer um einen Schwindler oder eine ehrliche Firma handelte. Im ersten Falle konnte die Sache für die Stadt Herne fatal werden. Jedenfalls war rasches Handeln am Platze. Kabeltelegramme und Funkgespräche wurden nach Amerika gesandt, in welchen der Aufkäufer über den wahren Sachverhalt aufgeklärt wurde. Die deutsche Botschaft und amerikanische Regierung wurden um Unterstützung gebeten. Briefe folgten den Telegrammen. In den großen deutsch-amerikanischen und amerikanischen Zeitungen sowie im Reichsanzeiger und der Herner Lokalpresse erschienen Bekanntmachungen der Stadt Herne, die erklärten, daß die Anleihestücke ungültig seien und in denen vor dem Ankauf derselben gewarnt wurde. Mittlerweile kamen auch schon Anfragen aus Deutschland und New-York mit dem Ersuchen, die Herner Stadtverwaltung möge mitteilen, zu welchem Kurs die Obligationen gehandelt werden könnten usw. Kurz, die Sorgen der Stadtverwaltung und besonders die des Finanzdezernenten stiegen weiter. Groß war natürlich auch die Ueberraschung, als im Magistrat und Finanzkommission diese Dinge bekannt wurden. Man zog bereits in Erwägung, den Justitiar der Stadt Herne, oder sonst einen Juristen nach Amerika zu schicken, um persönlich mit Seemann zu verhandeln und die Stücke zurückzubringen. Man bot Seemann wiederholt an, die in seinem Besitz gelangten Stücke der Stadt Herne zurückzuerstatten gegen eine entsprechende Abfindung. — Allein, Seemann antwortete nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich kam die Befreiung von der Sorge. Das deutsche General-Konsulat in New-York, das sich der Sache energisch angenommen hatte, tabelte, daß Seemann jetzt bereit sei, die Herner Amerika Obligationen für 200 Dollars, also für 840 Goldmark wieder zu verkaufen. Und die Stadt kaufte sie mit einem Seufzer der Erleichterung zurück. Allerdings befanden sich einzelne Stücke bereits im Umlauf. Doch wird mit diesen jetzt kaum noch Schaden angerichtet werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit wäre diese interessante Angelegenheit eigentlich erledigt. Man sagt sich nur, wie es möglich ist, daß man Wertpapiere von so hohem Wert, sorglos und mehrere Jahre hindurch irgendwo in Amerika lagern lassen konnte und daß kein Mensch mehr wusste, wo sie sich eigentlich herumtrieben. Jedenfalls hat die Stadt Herne in dieser Sache wirklich mehr Glück als sonst etwas gehabt. Denn wären die Stücke in richtige amerikanische Gaunerhände geraten, wäre die Stadt Herne ihre Sorge noch nicht los. Eine Flut von Prozessen hätten sich aus der Sache entwickeln und die Stadt vielleicht viel Geld zahlen können. Denn die Stadt Herne war für die Wertpapiere haftbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Icht gehört die Geschichte der Vergangenheit an. Sie hat es aber wohl verdient, nachdem sie glücklich abgelaufen ist, in ihrer ganzen Tragikomik der Öffentlichkeit bekannt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Notgeld&amp;diff=84938</id>
		<title>Notgeld</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Notgeld&amp;diff=84938"/>
		<updated>2026-07-07T14:40:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: /* Zwei Millionen für ein Pils */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
 Aus &amp;quot;Herne - unsere Stadt - 1986&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herne - unsere Stadt - 1986]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Mit freundlicher Genehmigung von Oliver Schmeer, der Stadt Herne, Pressebüro und des Stadtarchivs Herne&lt;br /&gt;
 Bearbeitet von Gertrud Frohberger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==„Geld allein macht nicht glücklich&amp;quot;,==&lt;br /&gt;
behauptet sicher zu recht ein Sprichwort. Das wissen all jene, die zum Beispiel die Inflationszeiten nach dem I. Weltkrieg miterlebt haben. Weil der Geldwert von Tag zu Tag rapide sank, halfen sich die Gemeinden mit der Herausgabe von sogenanntem Notgeld. In jahrelanger Sammelarbeit hat der Wanne-Eickeler Heinrich Lühring Münzen und Scheine aus der Notgeldzeit bis [[1923]] zusammengetragen. Anstoß für uns, dem Thema einmal nachzugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bürgerillustrierte umgesehen hat sich Oliver Schmeer. Was er in den städtischen Archiven entdeckte, finden Sie auf den folgenden Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„ Wir schwimmen im Papiergeld, nein wir ersticken  geradezu in dieser Flut und versuchen krampfhaft, uns vor ihr zu retten.&amp;quot; Kein Zweifel, solches Wehklagen käme Herner  Kommunalpolitikern heutzutage angesichts des eng geschnürten Stadtsäckels nicht über die Lippen. Doch vor mehr als 60 Jahren quoll das Hemer Stadtsäckel förmlich über. Inflation hieß das Sturmgewitter, das sich Anfang der zwanziger Jahre über der Weimarer Republik, ihren Ländern und Kommunen zusammenbraute. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im I. Weltkrieg hatte sich der unheilvolle Weg in die Inflation abgezeichnet. Auf dem Höhepunkt der Inflation spieen die Banknotenpressen des Reiches tagaus, tagein Millionen- und Milliardenscheine aus, die - kaum getrocknet - schon wieder wertlos waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere der passive Widerstand im „Ruhrkampf&amp;quot; - nach ausbleibenden Reparationszahlungen hatten belgische und französische Truppen das Ruhrgebiet, auch Herne, Anfang 1923 besetzt - verschlang enorme Summen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch nicht nur das Reich griff zum „schnellen Geld&amp;quot; aus der Notenpresse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gleichschritt mit anderen Städten behoben die Herner Stadtväter und die Ämter [[Amt Wanne 1925|Wanne]], [[Amt Eickel|Eickel]] und [[Amt Sodingen|Sodingen]] den akuten Geldmangel kurzerhand mit stets druckfrischem eigenen Geld: Die Inflation war um einen bunten, schillernden Paradiesvogel reicher: Städtisches Notgeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zwei Millionen für ein Pils==&lt;br /&gt;
[[Datei:Notgeld Stadt Herne um 1923 5 Milliarden 1.jpg|400px|links]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Notgeld Stadt Herne um 1923 5 Milliarden 2.jpg|450px|rechts]]&lt;br /&gt;
Das städtische Notgeld war ebensowenig wert wie die schwindsüchtige Reichsmark. Kostete ein kleines Pils in Herner Schänken im September 1923 zwei Millionen Mark, so mußte der durstige Bürger einen Monat später schon 100 Millionen Mark auf den Tresen legen. In Rucksäcken und Waschkörben trugen Herner Bergleute ihren dennoch kärglichen Lohn nach Hause. Die Wanne-Eickeler Zeitung bezeichnete 50 Millionen Mark Scheine gar als „Skatzettel&amp;quot;, und der Herner Anzeiger gab unumwunden den Tip, wertlose Geldscheine unter 100 Millionen lieber „als Tapete an die Wand zu kleben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fieberkurve der Geldentwertung schlug in den Monaten August bis November 1923 ungeahnte Kapriolen. Noch recht zaghaft warteten die Wanner Stadtoberen am 21. August mit ihrem ersten Notgeldschein auf: 20.000 Mark zahlte die Amtskasse dem Einlieferer des schlichten Stück Papiers, das nicht einmal ein Wasserzeichen trug. Im Oktober wagte man sich dann schon an die 100 Milliarden Mark-Grenze.&lt;br /&gt;
Schlag auf Schlag ging es dann im November weiter. Druckfrisch erblickte, der Eine Billion Schein am 15. das Licht der Welt, nur vier Tage später verließ der Fünf Billionen Schein die Druckerei. Doch dieses hellgrüne Scheinchen war nicht einmal einen Sack Kartoffeln wert. Der Höhepunkt dann am 23. November: Zehn Billionen Scheine (10.000.000.000.000) fristeten ihr kurzes, wertloses Dasein. Ob braun, grau, rosa, ob Serie A, B, C oder D, das Papiergeld hatte seinen Sinn  als Zahlungsmittel verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus als Tauschbörse==&lt;br /&gt;
Die Herner Stadtverwaltung konnte sich in dieser Zeit vor eilfertigen Angeboten umliegender Druckereien, die ihre Klischee- und Druckkünste anpriesen, kaum retten. Tagtäglich flatterten Rechnungen in die Amtsstuben. Pro Stück zahlte Herne beispielsweise 3.850 Mark bei einer Dortmunder Druckerei für die in Auftrag gegebenen 500.000 Mark-Scheine. Bemühte man sich zunächst darum, dem Notgeld zumindest äußerlich den Anschein eines Zahlungsmittels zu geben, blieb dafür später keine Zeit mehr: In krakeligen Druckbuchstaben erinnerte die Stadt am Rand der Geldscheine daran, daß dieser einen Monat nach Aufruf seine Gültigkeit verliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Verweis war indes bitter notwendig: Es verging kaum eine Woche, in der nicht wertlos gewordene Scheine zu geringer Stückelung „zur Einlösung&amp;quot; aufgerufen wurden. Das Zimmer 102 im Dachgeschoß des Herner Rathauses glich einem Hühnerstall. Hier wurden „läppische&amp;quot; Milliarden-Scheine gegen ebenso kurzlebige Billionenscheine eingelöst. Zum Routinegeschäft der Amtmänner gehörte es, die Gelddruckereien abzuklappern, um die Vernichtung überholter Druckplatten zu überwachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Preisspirale drehte sich alldieweil weiter und weiter. Ein Schnürsenkel kostete über Nacht mehr als vordem ein Schuh. Die Wanner Zeitung wandelte eine alte Weisheit situationsgerecht um und legte ihren Lesern ans Herz: „Wer die Millionen nicht ehrt, ist die Milliarden nicht wert&amp;quot;. Der Eickeler Gemeinderat erhöhte im September 1923 die Hundesteuer von 110 auf 550.000 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast ausnahmslos prangte auf den Briefen der Herner Stadtverwaltung an die nächsthöhere Aufsichtsbehörde, den Regierungspräsidenten in Arnsberg, der Stempel „Eilsache&amp;quot;. Immer wieder mußte der Druck von mehr Notgeld beantragt werden. Will man den Akten in diesen wirren Zeiten Glauben schenken, so waren in Herne Ende Februar 1924 603.168.000.000.000.000 (!)(603 Tausend Billionen) städtisches Notgeld im Umlauf. Doch das Tollhaus der Inflation trieb weitere Blüten. Mal verweigerten die Banken die Annahme des Notgeldes, dann waren gefälschte Notgeldscheine im Umlauf. Außerhalb der Stadtgrenzen war das Herner Notgeld oftmals keinen Pfifferling wert. Der Anzeigenteil der Tageszeitungen bestand vielfach nahezu ausschließlich aus Bekanntmachungen, Einlöseaufrufen, Preisnotierungen und Warnungen im Zusammenhang mit der Notgeldausgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Chaos war schließlich perfekt, als Herner Bergwerksgesellschaften und andere Unternehmen zur Sicherung ihrer Lohnzahlungen eigenes Lohngeld drucken ließen. Erneut überfluteten wertlose Geldscheine das Geschäftsleben. Sei es die Bergwerksgesellschaft „Hibernia&amp;quot;, die [[Zeche Friedrich der Große|Zeche „Friedrich der Große&amp;quot;]] oder die „Vereinigte Kaufmanschaft&amp;quot;, keiner vertraute dem Notgeld des Reiches, geschweige dem der Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leichtes Aufatmen dann Ende 1923. Das Reich legte seine Notenpressen still. Die Rentenmark wurde eingeführt. Eine Billionen Reichsmark entsprachen nun einer Rentenmark. Nach und nach lösten die Gemeinden nun ihr Notgeld gegen die wertbeständige Währung ein. Spürbar auch die Erleichterung bei den Stadtvätern: Die Notgeldakte des Amtes Sodingen endet mit dem Schlußsatz: „Hoffentlich bleibt uns eine Wiederholung dieser Notgeldzeit erspart.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notgeld der Stadt Herne==&lt;br /&gt;
Auch der schöne Schein konnte nicht darüber hinwegtrösten, daß die Notgeldscheine noch nicht einmal das Papier wert waren, auf das sie gedruckt wurden. Nur Sammler entdeckten bald ihre Leidenschaft für die Scheinchen. Zu den schönsten zählt eine Notgeldserie der Stadt Herne aus dem Jahr 1921, die die Geschichte des tollen Ritters Jobst zu Strünkede erzählt. &amp;lt;ref&amp;gt;Ein Artikel von Oliver Schmeer&amp;lt;/ref&amp;gt; [Vgl.: [[Jost von Strünkede (Gedicht)]] &amp;amp; [[De dulle Joust van Strünkede]] ] &lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery heights=250px mode=packed-overlay&amp;gt;&lt;br /&gt;
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In der Wochenzeitschrift &amp;quot;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/20519095 Die Vestische Heimat - Vestische Wochenschrift für Kunst und Leben]&amp;quot; brachte Johann Erbeling bereits am 22. April 1922 einen Artikel über das Notgeld der Stadt Herne. &amp;quot;Vestisches Not= und Jubiläumsgeld - II. Jobst von Strünkede auf dem Herner Notgeld&amp;quot; heraus. &lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne - unsere Stadt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<title>Datei:Notgeld Stadt Herne um 1923 5 Milliarden 1.jpg</title>
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== Lizenz ==&lt;br /&gt;
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		<title>Notgeld</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
 Aus &amp;quot;Herne - unsere Stadt - 1986&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Herne - unsere Stadt - 1986]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Mit freundlicher Genehmigung von Oliver Schmeer, der Stadt Herne, Pressebüro und des Stadtarchivs Herne&lt;br /&gt;
 Bearbeitet von Gertrud Frohberger&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==„Geld allein macht nicht glücklich&amp;quot;,==&lt;br /&gt;
behauptet sicher zu recht ein Sprichwort. Das wissen all jene, die zum Beispiel die Inflationszeiten nach dem I. Weltkrieg miterlebt haben. Weil der Geldwert von Tag zu Tag rapide sank, halfen sich die Gemeinden mit der Herausgabe von sogenanntem Notgeld. In jahrelanger Sammelarbeit hat der Wanne-Eickeler Heinrich Lühring Münzen und Scheine aus der Notgeldzeit bis [[1923]] zusammengetragen. Anstoß für uns, dem Thema einmal nachzugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Bürgerillustrierte umgesehen hat sich Oliver Schmeer. Was er in den städtischen Archiven entdeckte, finden Sie auf den folgenden Seiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„ Wir schwimmen im Papiergeld, nein wir ersticken  geradezu in dieser Flut und versuchen krampfhaft, uns vor ihr zu retten.&amp;quot; Kein Zweifel, solches Wehklagen käme Herner  Kommunalpolitikern heutzutage angesichts des eng geschnürten Stadtsäckels nicht über die Lippen. Doch vor mehr als 60 Jahren quoll das Hemer Stadtsäckel förmlich über. Inflation hieß das Sturmgewitter, das sich Anfang der zwanziger Jahre über der Weimarer Republik, ihren Ländern und Kommunen zusammenbraute. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im I. Weltkrieg hatte sich der unheilvolle Weg in die Inflation abgezeichnet. Auf dem Höhepunkt der Inflation spieen die Banknotenpressen des Reiches tagaus, tagein Millionen- und Milliardenscheine aus, die - kaum getrocknet - schon wieder wertlos waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere der passive Widerstand im „Ruhrkampf&amp;quot; - nach ausbleibenden Reparationszahlungen hatten belgische und französische Truppen das Ruhrgebiet, auch Herne, Anfang 1923 besetzt - verschlang enorme Summen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch nicht nur das Reich griff zum „schnellen Geld&amp;quot; aus der Notenpresse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gleichschritt mit anderen Städten behoben die Herner Stadtväter und die Ämter [[Amt Wanne 1925|Wanne]], [[Amt Eickel|Eickel]] und [[Amt Sodingen|Sodingen]] den akuten Geldmangel kurzerhand mit stets druckfrischem eigenen Geld: Die Inflation war um einen bunten, schillernden Paradiesvogel reicher: Städtisches Notgeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zwei Millionen für ein Pils==&lt;br /&gt;
Das städtische Notgeld war ebensowenig wert wie die schwindsüchtige Reichsmark. Kostete ein kleines Pils in Herner Schänken im September 1923 zwei Millionen Mark, so mußte der durstige Bürger einen Monat später schon 100 Millionen Mark auf den Tresen legen. In Rucksäcken und Waschkörben trugen Herner Bergleute ihren dennoch kärglichen Lohn nach Hause. Die Wanne-Eickeler Zeitung bezeichnete 50 Millionen Mark Scheine gar als „Skatzettel&amp;quot;, und der Herner Anzeiger gab unumwunden den Tip, wertlose Geldscheine unter 100 Millionen lieber „als Tapete an die Wand zu kleben“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fieberkurve der Geldentwertung schlug in den Monaten August bis November 1923 ungeahnte Kapriolen. Noch recht zaghaft warteten die Wanner Stadtoberen am 21. August mit ihrem ersten Notgeldschein auf: 20.000 Mark zahlte die Amtskasse dem Einlieferer des schlichten Stück Papiers, das nicht einmal ein Wasserzeichen trug. Im Oktober wagte man sich dann schon an die 100 Milliarden Mark-Grenze.&lt;br /&gt;
Schlag auf Schlag ging es dann im November weiter. Druckfrisch erblickte, der Eine Billion Schein am 15. das Licht der Welt, nur vier Tage später verließ der Fünf Billionen Schein die Druckerei. Doch dieses hellgrüne Scheinchen war nicht einmal einen Sack Kartoffeln wert. Der Höhepunkt dann am 23. November: Zehn Billionen Scheine (10.000.000.000.000) fristeten ihr kurzes, wertloses Dasein. Ob braun, grau, rosa, ob Serie A, B, C oder D, das Papiergeld hatte seinen Sinn  als Zahlungsmittel verloren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Rathaus als Tauschbörse==&lt;br /&gt;
Die Herner Stadtverwaltung konnte sich in dieser Zeit vor eilfertigen Angeboten umliegender Druckereien, die ihre Klischee- und Druckkünste anpriesen, kaum retten. Tagtäglich flatterten Rechnungen in die Amtsstuben. Pro Stück zahlte Herne beispielsweise 3.850 Mark bei einer Dortmunder Druckerei für die in Auftrag gegebenen 500.000 Mark-Scheine. Bemühte man sich zunächst darum, dem Notgeld zumindest äußerlich den Anschein eines Zahlungsmittels zu geben, blieb dafür später keine Zeit mehr: In krakeligen Druckbuchstaben erinnerte die Stadt am Rand der Geldscheine daran, daß dieser einen Monat nach Aufruf seine Gültigkeit verliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Verweis war indes bitter notwendig: Es verging kaum eine Woche, in der nicht wertlos gewordene Scheine zu geringer Stückelung „zur Einlösung&amp;quot; aufgerufen wurden. Das Zimmer 102 im Dachgeschoß des Herner Rathauses glich einem Hühnerstall. Hier wurden „läppische&amp;quot; Milliarden-Scheine gegen ebenso kurzlebige Billionenscheine eingelöst. Zum Routinegeschäft der Amtmänner gehörte es, die Gelddruckereien abzuklappern, um die Vernichtung überholter Druckplatten zu überwachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Preisspirale drehte sich alldieweil weiter und weiter. Ein Schnürsenkel kostete über Nacht mehr als vordem ein Schuh. Die Wanner Zeitung wandelte eine alte Weisheit situationsgerecht um und legte ihren Lesern ans Herz: „Wer die Millionen nicht ehrt, ist die Milliarden nicht wert&amp;quot;. Der Eickeler Gemeinderat erhöhte im September 1923 die Hundesteuer von 110 auf 550.000 Mark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast ausnahmslos prangte auf den Briefen der Herner Stadtverwaltung an die nächsthöhere Aufsichtsbehörde, den Regierungspräsidenten in Arnsberg, der Stempel „Eilsache&amp;quot;. Immer wieder mußte der Druck von mehr Notgeld beantragt werden. Will man den Akten in diesen wirren Zeiten Glauben schenken, so waren in Herne Ende Februar 1924 603.168.000.000.000.000 (!)(603 Tausend Billionen) städtisches Notgeld im Umlauf. Doch das Tollhaus der Inflation trieb weitere Blüten. Mal verweigerten die Banken die Annahme des Notgeldes, dann waren gefälschte Notgeldscheine im Umlauf. Außerhalb der Stadtgrenzen war das Herner Notgeld oftmals keinen Pfifferling wert. Der Anzeigenteil der Tageszeitungen bestand vielfach nahezu ausschließlich aus Bekanntmachungen, Einlöseaufrufen, Preisnotierungen und Warnungen im Zusammenhang mit der Notgeldausgabe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Chaos war schließlich perfekt, als Herner Bergwerksgesellschaften und andere Unternehmen zur Sicherung ihrer Lohnzahlungen eigenes Lohngeld drucken ließen. Erneut überfluteten wertlose Geldscheine das Geschäftsleben. Sei es die Bergwerksgesellschaft „Hibernia&amp;quot;, die [[Zeche Friedrich der Große|Zeche „Friedrich der Große&amp;quot;]] oder die „Vereinigte Kaufmanschaft&amp;quot;, keiner vertraute dem Notgeld des Reiches, geschweige dem der Städte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leichtes Aufatmen dann Ende 1923. Das Reich legte seine Notenpressen still. Die Rentenmark wurde eingeführt. Eine Billionen Reichsmark entsprachen nun einer Rentenmark. Nach und nach lösten die Gemeinden nun ihr Notgeld gegen die wertbeständige Währung ein. Spürbar auch die Erleichterung bei den Stadtvätern: Die Notgeldakte des Amtes Sodingen endet mit dem Schlußsatz: „Hoffentlich bleibt uns eine Wiederholung dieser Notgeldzeit erspart.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Notgeld der Stadt Herne==&lt;br /&gt;
Auch der schöne Schein konnte nicht darüber hinwegtrösten, daß die Notgeldscheine noch nicht einmal das Papier wert waren, auf das sie gedruckt wurden. Nur Sammler entdeckten bald ihre Leidenschaft für die Scheinchen. Zu den schönsten zählt eine Notgeldserie der Stadt Herne aus dem Jahr 1921, die die Geschichte des tollen Ritters Jobst zu Strünkede erzählt. &amp;lt;ref&amp;gt;Ein Artikel von Oliver Schmeer&amp;lt;/ref&amp;gt; [Vgl.: [[Jost von Strünkede (Gedicht)]] &amp;amp; [[De dulle Joust van Strünkede]] ] &lt;br /&gt;
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In der Wochenzeitschrift &amp;quot;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/20519095 Die Vestische Heimat - Vestische Wochenschrift für Kunst und Leben]&amp;quot; brachte Johann Erbeling bereits am 22. April 1922 einen Artikel über das Notgeld der Stadt Herne. &amp;quot;Vestisches Not= und Jubiläumsgeld - II. Jobst von Strünkede auf dem Herner Notgeld&amp;quot; heraus. &lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Artikel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herne - unsere Stadt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Heinrich_Sudkamp&amp;diff=84934</id>
		<title>Heinrich Sudkamp</title>
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		<updated>2026-07-07T14:11:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Heinrich Sudkamp nach Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;#WEITERLEITUNG [[Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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		<title>Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter</title>
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		<updated>2026-07-07T14:11:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: Andreas Janik verschob die Seite Heinrich Sudkamp nach Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Dr. &#039;&#039;&#039;Heinrich Sudkamp&#039;&#039;&#039; (geboren [[19. Februar]] [[1886]] in Herne; gestorben [[11. März]] [[1927]] in Bochum) war zweiter Bürgermeister der Stadt Herne.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Heinrich Sudkamp&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = Kölnische Zeitung mit Wirtschafts- und Handelsblatt (12.3.1927) 188 189 190-Sudkamp.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 19. Februar 1886&lt;br /&gt;
| Geboren in = Herne&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 11. März 1927&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Bochum&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = Kommunalbeamter&lt;br /&gt;
| Titel = &lt;br /&gt;
| Letzte Adresse=  [[Markgrafenstraße 8]]&lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Aus der alten Horsthauser Bauernfamilie &amp;quot;Sudkamp gen. Punge&amp;quot; stammend, trat er nach seinem Studienabschluss und Promotion zum Dr. jur. und Dr. rer. pol. in Bonn in den Dienst der jungen Stadt Herne. Zunächst als Magistratsassessor in den Jahren 1916 bis 1918 und in den Jahren 1918/1919 als besoldeter Stadtrat &amp;lt;ref&amp;gt;[[Sporleder 1922]] 1897-1922 S. 14&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am [[1. Juli]] [[1919]] wurde er zum Nachfolger des Stadtbaurates Lampe zum [[Liste der Oberbürgermeister, Bürgermeister, Amtsmänner|zweiten Bürgermeister]] gewählt. Sein Aufgabenbereich waren das Finanzdezernat, die gewerblichen Stadtbetriebe und das Kulturdezernat der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Französischen Besatzung wurde er 1923 verhaftet und zu 6 Monate Gefängnis verurteilt, die er in Zweibrücken absaß.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Städtischer Vertreter war er Mitglied der Finanzdezernenten-Vereinigung rheinisch-westfälischer Städte, im Arbeitgeberverband der rheinisch-westfälischen Städte als Dezernet der städtischen Betriebe. Die Theater- und Musikkommission leitete er ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war persönliches Mitglied in der Studentenverbindung &amp;quot;Markania&amp;quot; zu Bonn und im Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein. Politisch stand er dem &amp;quot;Zentrum&amp;quot; nahe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb 1927 nach kurzer Krankheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199106 Herner Anzeiger vom 12. März 1927. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt; und erhielt eine feierliche Trauerfeier im Stadtverordnetensaal des Herner Rathauses.&amp;lt;ref&amp;gt;Herner Anzeiger vom 15. März 1927.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk und Arbeit==&lt;br /&gt;
* Sudkamp war Vorsitzender des damaligen Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz, Abt. Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Herne.&lt;br /&gt;
* Er war maßgebender Förderer eines städtischen Theaters.&lt;br /&gt;
===Schriften (Auswahl)===&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Der auf Verletzung oder Gefährdung von Leib oder Leben eines Menschen gerichtete Vorsatz. (Herne i.W. : Buchdr. C.T. Kartenberg, 1912), S. 56.&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Stadtverwaltungen und Besucherorganisationen. Vortrag, geh. auf e. Bezirkstagung d. zum Verband d. deutschen Volksbühnenvereine gehör. Theatergemeinden Rheinlands und Westfalens in Düsseldorf. (Leipzig: Verlag Theod. Thomas Komm. Gesch., 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Genealogische Anmerkungen==&lt;br /&gt;
Dr. Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 19.02.1886 in Herne-Horsthausen, getauft am 25.03.1886 in Herne-Horsthausen (Haus-Taufe),  gestorben am 11.03.1927 an Blutvergiftung in Bochum Bergmannsheil Krankenhaus. &amp;lt;small&amp;gt;{&amp;quot;Blutvergiftung nach Grippe/ Nierenversagen&amp;quot;}&amp;lt;/small&amp;gt;,  begraben am 14.03.1927 in Herne [[Südfriedhof]].&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Eltern: Georg &amp;quot;Heinrich&amp;quot; SUDKAMP gen. Punge, Ev. geboren am 29.12.1859 in Herne-Horsthausen, gestorben am 21.06.1938 in Herne.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Heirat 03.12.1884  in Herne mit Wilhelmine &amp;quot;Adolphine&amp;quot; KOPPENBERG, Ev. geboren am 19.01.1863 in Herne, getauft am 20.02.1863 in Herne, gestorben am 21.05.1905 in Herne-Horsthausen.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heirat 05.01.1917 in Herne-Wanne mit Lina Emilie (gen. Mimi) KOCH, Ev. gestorben 1949 in Herne.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder:&lt;br /&gt;
#Agetrud SUDKAMP, Ev. geboren am 06.02.1918 in Herne, getauft am 24.02.1918 in Herne Haus-Taufe gestorben 1995. Verheiratete Löber.&lt;br /&gt;
#Karl-Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 07.04.1920 in Herne, getauft am 25.04.1920 in Herne Haus-Taufe.&lt;br /&gt;
#Hel(l)mut SUDKAMP, Ev. geboren am 09.07.1921 in Herne, getauft am 02.10.1921 in Herne Haus-Taufe. Beruf: 1954 Arzt in Herne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wohnort==&lt;br /&gt;
*1889 Haus Nummer 89 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1900 [[Horsthauser Straße|Ludwigstraße]] 9 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1918 [[Behrensstraße]] 5&lt;br /&gt;
*1920-1927 [[Markgrafenstraße]] 8&lt;br /&gt;
*1938-1950 [[Manteuffelstraße]] 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Sudkamp, Heinrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Heinrich_Sudkamp_(1886-1927)_Kommunalbeamter&amp;diff=84932</id>
		<title>Heinrich Sudkamp (1886-1927) Kommunalbeamter</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.hv-her-wan.de/w/index.php?title=Heinrich_Sudkamp_(1886-1927)_Kommunalbeamter&amp;diff=84932"/>
		<updated>2026-07-07T14:10:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Andreas Janik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;big&amp;gt;Dr. &#039;&#039;&#039;Heinrich Sudkamp&#039;&#039;&#039; (geboren [[19. Februar]] [[1886]] in Herne; gestorben [[11. März]] [[1927]] in Bochum) war zweiter Bürgermeister der Stadt Herne.&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Person&lt;br /&gt;
| Name       = Heinrich Sudkamp&lt;br /&gt;
| Abkürzung  = &lt;br /&gt;
| Bild       = Kölnische Zeitung mit Wirtschafts- und Handelsblatt (12.3.1927) 188 189 190-Sudkamp.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung    = &lt;br /&gt;
| Geboren am = 19. Februar 1886&lt;br /&gt;
| Geboren in = Herne&lt;br /&gt;
| Gestorben am = 11. März 1927&lt;br /&gt;
| Gestorben in = Bochum&lt;br /&gt;
| Friedhof= &lt;br /&gt;
| Beruf = Kommunalbeamter&lt;br /&gt;
| Titel = &lt;br /&gt;
| Letzte Adresse=  [[Markgrafenstraße 8]]&lt;br /&gt;
| lat=&lt;br /&gt;
| lon=&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
==Leben==&lt;br /&gt;
Aus der alten Horsthauser Bauernfamilie &amp;quot;Sudkamp gen. Punge&amp;quot; stammend, trat er nach seinem Studienabschluss und Promotion zum Dr. jur. und Dr. rer. pol. in Bonn in den Dienst der jungen Stadt Herne. Zunächst als Magistratsassessor in den Jahren 1916 bis 1918 und in den Jahren 1918/1919 als besoldeter Stadtrat &amp;lt;ref&amp;gt;[[Sporleder 1922]] 1897-1922 S. 14&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Am [[1. Juli]] [[1919]] wurde er zum Nachfolger des Stadtbaurates Lampe zum [[Liste der Oberbürgermeister, Bürgermeister, Amtsmänner|zweiten Bürgermeister]] gewählt. Sein Aufgabenbereich waren das Finanzdezernat, die gewerblichen Stadtbetriebe und das Kulturdezernat der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Französischen Besatzung wurde er 1923 verhaftet und zu 6 Monate Gefängnis verurteilt, die er in Zweibrücken absaß.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Städtischer Vertreter war er Mitglied der Finanzdezernenten-Vereinigung rheinisch-westfälischer Städte, im Arbeitgeberverband der rheinisch-westfälischen Städte als Dezernet der städtischen Betriebe. Die Theater- und Musikkommission leitete er ebenso.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war persönliches Mitglied in der Studentenverbindung &amp;quot;Markania&amp;quot; zu Bonn und im Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein. Politisch stand er dem &amp;quot;Zentrum&amp;quot; nahe.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb 1927 nach kurzer Krankheit&amp;lt;ref&amp;gt;[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/21199106 Herner Anzeiger vom 12. März 1927. Online auf Zeitpunkt.nrw]&amp;lt;/ref&amp;gt; und erhielt eine feierliche Trauerfeier im Stadtverordnetensaal des Herner Rathauses.&amp;lt;ref&amp;gt;Herner Anzeiger vom 15. März 1927.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werk und Arbeit==&lt;br /&gt;
* Sudkamp war Vorsitzender des damaligen Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz, Abt. Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Herne.&lt;br /&gt;
* Er war maßgebender Förderer eines städtischen Theaters.&lt;br /&gt;
===Schriften (Auswahl)===&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Der auf Verletzung oder Gefährdung von Leib oder Leben eines Menschen gerichtete Vorsatz. (Herne i.W. : Buchdr. C.T. Kartenberg, 1912), S. 56.&lt;br /&gt;
*Sudkamp, Heinrich: Stadtverwaltungen und Besucherorganisationen. Vortrag, geh. auf e. Bezirkstagung d. zum Verband d. deutschen Volksbühnenvereine gehör. Theatergemeinden Rheinlands und Westfalens in Düsseldorf. (Leipzig: Verlag Theod. Thomas Komm. Gesch., 1926)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Genealogische Anmerkungen==&lt;br /&gt;
Dr. Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 19.02.1886 in Herne-Horsthausen, getauft am 25.03.1886 in Herne-Horsthausen (Haus-Taufe),  gestorben am 11.03.1927 an Blutvergiftung in Bochum Bergmannsheil Krankenhaus. &amp;lt;small&amp;gt;{&amp;quot;Blutvergiftung nach Grippe/ Nierenversagen&amp;quot;}&amp;lt;/small&amp;gt;,  begraben am 14.03.1927 in Herne [[Südfriedhof]].&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Eltern: Georg &amp;quot;Heinrich&amp;quot; SUDKAMP gen. Punge, Ev. geboren am 29.12.1859 in Herne-Horsthausen, gestorben am 21.06.1938 in Herne.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &amp;lt;small&amp;gt;Heirat 03.12.1884  in Herne mit Wilhelmine &amp;quot;Adolphine&amp;quot; KOPPENBERG, Ev. geboren am 19.01.1863 in Herne, getauft am 20.02.1863 in Herne, gestorben am 21.05.1905 in Herne-Horsthausen.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heirat 05.01.1917 in Herne-Wanne mit Lina Emilie (gen. Mimi) KOCH, Ev. gestorben 1949 in Herne.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder:&lt;br /&gt;
#Agetrud SUDKAMP, Ev. geboren am 06.02.1918 in Herne, getauft am 24.02.1918 in Herne Haus-Taufe gestorben 1995. Verheiratete Löber.&lt;br /&gt;
#Karl-Heinrich SUDKAMP, Ev. geboren am 07.04.1920 in Herne, getauft am 25.04.1920 in Herne Haus-Taufe.&lt;br /&gt;
#Hel(l)mut SUDKAMP, Ev. geboren am 09.07.1921 in Herne, getauft am 02.10.1921 in Herne Haus-Taufe. Beruf: 1954 Arzt in Herne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wohnort==&lt;br /&gt;
*1889 Haus Nummer 89 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1900 [[Horsthauser Straße|Ludwigstraße]] 9 in Herne-Horsthausen&lt;br /&gt;
*1918 [[Behrensstraße]] 5&lt;br /&gt;
*1920-1927 [[Markgrafenstraße]] 8&lt;br /&gt;
*1938-1950 [[Manteuffelstraße]] 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Verwandte Artikel==&lt;br /&gt;
{{Spezial:Linkliste/{{PAGENAME}}|Limit:500|namespace=0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person|Sudkamp, Heinrich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Andreas Janik</name></author>
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